 | Mark Z. Danielewski: Das Haus (House of Leaves) | Verfasst am: 25.10.2010, 11:38 |
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Grob gesagt handelt das Buch von einem Film, den eine Familie mit Handkameras in ihrem Haus gedreht hat. Eines Tages bemerkt die Familie, dass sich das Haus offensichtlich langsam verändert. Und schließlich entdecken sie einen schwarzen Flur, der vorher nicht da war.
Diese Filmaufnahmen werden in dem Buch analysiert und beschrieben. Die Untersuchungen des Filmmaterials werden mit zahlreichen Fußnoten und Quellenangaben gestützt. So entsteht die Illusion, dass die Filmaufnahmen tatsächlich real existieren würden. So quasi Blair Witch Project in Buchform. Doch während in Blair Witch Project alles irgendwie zu glatt abläuft und sich deshalb kein richtiger Grusel einstellen will, spielt sich das Grauen bei House of Leaves direkt im Kopf ab. Literatur ist verstörender als Film. Dabei sind von den Fußnoten und Querverweisen einige echt, andere wieder sind frei erfunden.
Das intelligenteste Buch, das ich seit Jahren gelesen hab! Vor allem kann man es auf so vielen verschiedenen Ebenen lesen und sich so schön Gedanken drüber machen, was diese schwarzen Korridore, die sich in dem Haus verbergen, wohl für eine Bedeutung haben mögen. Auch die Art und Weise, WIE man das Buch liest, ist ungewöhnlich: Während sich die Freunde der Familie zur Erkundung in die endlosen schwarzen Gänge hinter dem geisterhaften Flur aufmachen, verliert man sich selbst auch in dem Buch: Hin und wieder muss man weit nach vorne blättern, dann wieder zurück, manche Textteile sind durchgestrichen, andere stehen auf dem Kopf oder sind in Spiegelschrift geschrieben, usw.
House of Leaves ist das erste, wirkliche HORROR-Buch, das ich lese und das diesen Namen auch verdient. Stoff meint: LESEN! Allerdings nicht nachts! Ich hab schon manches mal abbrechen müssen, um mir die nächste Seite doch lieber fürs Tageslicht aufzuheben...
Hier hats noch ein paar Stimmen zu dem Buch:
http://www.klett-cotta.de/literatur_buecher_d.html?&tt_products=2060 |
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"Wenn wir einen Menschen hassen, so hassen wir in seinem Bilde etwas, was in uns selber sitzt. Was nicht in uns selber ist, das regt uns nicht auf." (Hermann Hesse: Demian) |
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Stoff |
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 | | Verfasst am: 25.10.2010, 11:55 |
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Wooooaaaaa, das liest sich aber richtig beeindruckend.
Ich hatte nach "Der kalte Hauch des Flieders" von Judith Hawkes bereits lesebedingte Schlafstörungen, aber das hier scheint um Klassen besser bzw. schlimmer.
Ganz toller Tipp!
Ich liebe solche Literatur - nur ist das wie mit zuviel Sahnetorte und anschließenden Bauchschmerzen - sie gruselt bei mir so lange nach...
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Anke Höhl-Kayser |
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