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Marketing und Kunst - Einstellungssache!

BeitragVerfasst am: 09.02.2010, 21:07
Wir verwenden das Wort Marketing hier oft gleichbedeutend mit Werbung. Ich hab mir zum Thema Marketing allgemein neulich ein klein bisschen was angelesen. Eigentlich beinhaltet Marketing ja mehr als die Werbung für ein fertiges Produkt, sondern mindestens auch schon die Entwicklung des Produkts selbst, wobei grundsätzlich immer versucht wird Kundenbedürfnisse zu bedienen, die noch nicht von anderen Produkten befriedigt werden. Das Problem an der Sache für alle Branchen ist heutzutage, dass im Grunde fast alle Kundenbedürfnisse durch den Markt bereits befriedigt sind.

Im Gegensatz dazu war meine Motivation mit dem literarischen Schreiben anzufangen eher, etwas auszudrücken, was ich in mir und in meiner Wahrnehmung fand, und dieses mitzuteilen. Ich bin noch immer davon überzeugt, dass das Verbesserungen bewirken kann, wenn ich denn Rezipienten finde (ganz ohne bin ich auch nicht), und diese sogar unterhalten kann. Ich denke auch, dass Kunst generell ungefähr durch diese Motivation zustande kommt, sich vielleicht sogar dadurch von den Produkten der Massenmedien unterscheidet, die allein auf Marketingüberlegungen fußen.

Ich frage mich nun, wie ich aufgrund dieser Feststellung weitermachen soll. Denn der Markt fragt nicht gerade nach meiner Kunst. Dort wo Kunst erwartet wurde, etwa bei Lesungen in gewissen Szenen, war das Feedback jedoch immer durchweg positiv.
Ich bin immer noch nicht mehr als Studienabbrecher in den Fächern Philosophie, Germanistik und Anglistik. Meine Versuche mich beruflich weiter zu qualifizieren sind inzwischen aussichtsreicher, meine Fähigkeit sogar mit dem auszukommen, was ich habe, ist gewachsen.
Langsam löst sich in meinem Kopf die Kopplung von Geldverdienen und Kunst. Ich bin gar nicht mehr so geneigt, mich mit meiner Kreativität am Markt zu orientieren. Ich weiß, ich muss anders Geld verdienen und erarbeite mir langsam konkretere Möglichkeiten dafür.

Ich könnte nun den Schritt machen, meine Kreativität endgültig ganz vom Schielen zum Marketing zu befreien. Dass ich weiter kreativ sein werde, ist ziemlich sicher. Der Drang dazu ist da. Das Glück damit ist da.

In der Grunge-Ära haben wir alles gehasst, was nur kommerziell war, und standen damit sicher nicht zuletzt Bukowski und Ginsberg nah. Warum sollte ich es jetzt für besonders clever halten, kommerziell zu sein? Schreibe ich nach Marketinggesichtspunkten, kann ich beim heutigen Markt kein Künstler mehr sein!

Ich bin ganz nah dran, Folgendes zu meiner Devise zu machen: Verdien dein Geld anders als mit Kunst! Sei aber immer noch Künstler und such dir dein Publikum! Vergiss die Idee, sie würden dich dafür bezahlen!

Vielleicht kann es auch für euch hilfreich sein, euch mal die Spannung zwischen den Polen Kunst und Marketing bewusst zu machen. Mich macht es zu einer Entscheidung geneigt.

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