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Mein erstes Werk

BeitragVerfasst am: 16.06.2010, 01:35
Hallo ,

Ich habe heute mein erstes "Werk" vollendet. 154 Seiten vollgeschrieben mit meinen Gedanken. Nun brauche ich aber Rat von Fachmännern/Frauen, die mir "helfen" - bzw. mir Kritik nennen.


Ich stelle euch einfach mal ein paar Zeilen rein und hoffe auf viele positive Antworten.




Kapitel 2: Bei Oma ist die Welt noch in Ordnung



Heute ist Samstag - das bedeutet Hetze beim Frühstück, Chaos im Kinderzimmer und schlechte Laune bei Papa, weil eine Stunde Autofahrt vor uns liegt.
Wir wollen Oma besuchen, so wie jeden zweiten Samstag im Monat, und ich persönlich freue mich immer ganz besonders darauf.
Oma hat nämlich einen Hund, er heißt Jacky und ist ein kleiner Mops.
Wenn ich lange genug bettele und nicht mehr ruhig am Tisch sitzen kann,
holt sie die Leine, und wir gehen mit Jacky durch den Wald - und ich darf ihn sogar ganz alleine an der Leine halten.

Leon hat Angst vor Hunden und verkriecht sich immer in ein anderes Zimmer, solange der "böse Beller", wie er zu sagen pflegt, im Raum ist.
Umso besser für mich, dann muss ich Jacky nicht teilen, und für ein paar Stunden bin ich ein ganz stolzer Hundebesitzer.
Mittlerweile ist es schon kurz vor zwölf und Papa flucht, denn wenn wir nicht langsam losfahren würden, wird der Straßenverkehr stockend sein.
Mama ist ganz nervös und versucht verzweifelt Leon dazu zu bewegen seine Jacke und Schuhe anzuziehen.
Ich stehe schon startbereit vor der Tür und hopse von einem Bein auf das andere.
Endlich nach langem hin und her sitzt die ganze Familie im Auto und Papa schaut verbissen auf die Straße.
Leon haut in einem Fort gegen Mamas Sitz und hantiert mit seinem Bastelkasten.
Ich hingegen schaue aus dem Fenster, betrachte die vorbeiziehende Landschaft und zähle die Autos auf der Nebenspur.
Es ist schön so zusammengekuschelt im Wagen zu sitzen und vor sich hin zu träumen.
Die letzten 5 Minuten zu Omas Haus kenne ich ganz genau.
Zuerst vorbei am Ententeich, dann links in den Ahornweg abbiegen, und zuletzt ein Stück bergauf und an den zwei großen Tannen vorbei.
Da steht es dann, ein kleines Häuschen direkt am Wald, abgeschieden von der Stadt.
Ich springe aus dem Auto und klingel Sturm.
Hinter der Tür höre ich schon Jacky jaulen, und dann kommen Omas lange
schlurfende Schritte näher.
Freudig falle ich ihr um den Hals, und auch Mama hat es endlich geschafft Leon aus dem Kindersitz zu befreien.
Papas Laune hat sich indes auch wieder gebessert, und so scheint es ein richtig schönes Wochenende zu werden.
"Na, ihr zwei kleinen Reisenden habt doch bestimmt Hunger von der langen Fahrt“, sagt Oma und verschwindet in der Küche.
Leon hängt wie gewohnt an Mamas Rockzipfel und weicht ihr nicht von der Seite.
Ängstlich späht er ins Wohnzimmer, wo sich Jacky genüsslich auf dem
Sofa ausgestreckt hat und uns aus interessierten Augen mustert.
"Tanja!", schreit Papa auf einmal vom Auto aus, und Mama rennt zur Tür.
"Schau dir mal an, was der Junge wieder angerichtet hat"
Auch ich renne raus um zu sehen, was geschehen ist.
Leon hat heimlich mit dem Bastelkleber den guten Rücksitz von Papas fast neuem Auto voll-geschmiert, und das Fenster ist auch leicht betroffen.
Ich sehe in Papas Augen, dass er der Verzweiflung nahe ist, und auch Mama kann bei diesem Anblick nicht eine passende Entschuldigung vorbringen.
Ich schaue mich suchend nach meinem Bruder um, aber er scheint sich in dieser brisante Situationen verkrochen zu haben.
Es ist immer dasselbe, Leon muss die ganze Aufmerksamkeit auf sich ziehen, und Mama findet am Ende jedes Mal eine passende Ausrede, warum der Junge dies oder das gemacht hat.
Ich gehe kopfschüttelnd in die Küche, wo mir schon ein angenehmer Essensgeruch in die Nase steigt.
Oma steht vor dem Herd und rührt in einem großen Topf mit Gulasch.
"Na Timmi, was hat dein Bruder wieder angestellt?"
Ich zögere ein wenig und sage dann: "Er hat Papas heiliges Auto ein wenig verschönert", und kicher dabei vor mich hin.
"Jaja, der Junge hat nichts als Flausen im Kopf und bringt deine armen Eltern nochmal ins Grab. Deine Mutter hat ja schon eine Engelsgeduld, aber man sollte dem Buben auch nicht alles durchgehen lassen. Zu meiner Zeit hatten die Kinder noch Respekt und Achtung gegenüber den Eltern."
Mit diesen Worten hievt Oma den großen Gulaschtopf auf den Tisch und ruft den Rest der Familie zum gemeinsamen Mittagessen.
So ist Oma nun einmal, denkt die Zeit wäre stehen geblieben.
Inzwischen ist mein kleiner Bruder auch wieder aus der Versenkung aufgetaucht und setzt sich mit roten Backen und Unschuldsmiene neben Mama an den Tisch und schaufelt seinen Teller so mit Essen voll, dass es am Rand schon wieder runter läuft. Papas Augen verfolgen dieses Schauspiel mit gequältem Blick und ich merke, wie schwer es ihm fällt nicht die Nerven zu verlieren.
Ich selber habe keinen großen Appetit und schiele gelegentlich, mit großen erwartungsvollen Kulleraugen, zu Jacky herüber und hoffe, dass Oma meine Zeichen erkennt.






Das war mein Auszug! Es wird aus der Sicht eines 10 Jährigen Jungen Namens Tim erzählt.
Bitte seid nicht zu streng mit mir, es soll kein Bestseller werden, sonder ich will - wenn überhaupt - Kinder und Jugendliche erreichen um denen zu zeigen, dass sich das Leben vom Negativen zum Positiven und auch umgekehrt, wenden kann.
 
  Birgitt 
 
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Erstes Werk

BeitragVerfasst am: 16.06.2010, 09:50
Hallo Birgit,

ich bin zwar alles andere als eine Fachfrau, doch ich antworte Dir einfach mal als Laie und Mutter. cheezy grin

Wenn ich den Text lese, finde ich, dass Du Dich gut ausgedrückt hast und ich konnte mir die Situation sehr gut bildlich vorstellen und emotional mitgehen. (Hab selbst 3 Kinder und war selbst mal Kind Laughing ).

Von dem her finde ich die Story sehr gelungen. Rechtschreibfehler sind mir keine aufgefallen, aber ich habe mich auch nicht drauf konzentriert, mehr auf den Schreibstil und den Inhalt. Und das gefällt mir thumb up

LG
Moni

_________________
LG
Moni

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  Moni 
 
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BeitragVerfasst am: 16.06.2010, 13:35
Hallo Moni,

Ich danke dir für deine liebe Antwort!
Total überrascht war ich, dass dein Feedback positiv ausfällt shocked eyes Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, dass es jemandem gefällt.

Nochmals vielen Lieben Dank!

Lieber Gruß
Birgitt
 
  Birgitt 
 
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BeitragVerfasst am: 03.09.2010, 18:07
Hallo Birgitt..... ich musste gerade so lachen....

unser 5 Jähriger hat nämlich eines Morgens stolz zu seinem vater gesagt" Papaaaaa, ich hab ein Bild gemalt, mit einem Stein.... auf deinem Autooooo"

*prust*

Sehr schön geschrieben. ich finds klasse.
 
  whisper 
 
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Mein erstes Werk
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