Forum für Books-on-Demand-Autoren » Lektorat » Mein nächster Versuch! Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Hier klicken, um Mitglied zu werden  Hier klicken, um Mitglied zu werden » Anfang meines Buches - zu viel vorausgesetzt ?
» Ehrliche Kritik ausdrücklich erwünscht! Leseprobe & Expo

Mein nächster Versuch!

BeitragVerfasst am: 28.12.2008, 18:46
Ich arbeite seit ca. einem Halben Jahr an einem sehr (für mich) wichtigen Text. Nun möchte ich einmal wissen, wie ihr ihn findet.

Nur der Anfang!

Okay, ich hab mir eure Kommentare gut durchgelesen und noch mal den Text einbisschen mit Hilfe von rbader geändert.

Hier mal die geänderte Version!

Es war eine der wärmsten Nächte in diesem Jahr. Die Fledermäuse schwirrten um die Dächer. Ich lag in meinem Bett und wälzte mich von einer Seite auf die andere. Irgendetwas ließ mich nicht einschlafen. Der Mond stand hoch am Himmel und schien in mein Zimmer. Der Schatten eines Baumes spielte im Wind. Doch kein Geräusch drang an meine Ohren. Meine Gedanken drehten sich unaufhörlich um morgen, denn dann fing der Rummel an. Zweimal im Jahr hieß es für mich „Raus auf die Straße; und ab ins Getümmel!“ Mich graute es davor wieder die besoffenen Leute ins Revier zubringen, wo sie ihren Rausch ausschlafen konnten. Oder Jugendliche daran zu hindern fremde Autos zuknacken, damit sie nicht auf der Hauptstraße Rennen fuhren.
Gegen morgens schlief ich endlich ein. Merkwürdige Träume durchkreisten meinen schlaf. Scheußliche Kreaturen wechselten ihre Häupter und schrien in mein Unterbewusstsein, dass ich endlich aufstehen sollte. Durch lautes Klingeln wurde ich schließlich munter und tastete mit einer Hand nach dem Wecker und warf ihn an die Wand. Wieder trat diese unglaubliche Stille ein und gab mir das Gefühl als wäre ich taub. Vorsichtig öffnete ich meine Augen und sah zur Tür. Denn irgendetwas war da draußen im Flur. Nur was? Steif lag ich in meinem Bett, da mein Schlaf nicht gerade erholsam aber tief war, und konnte ich mich nicht rühren. Die Tür öffnete sich, wie von Geisterhand, eine kleine Gestalt, in hellblauem Gewand, trat in mein Schlafzimmer. „Guten Morgen, Papa! Hast du gut geschlafen?“, begrüßte mich mein kleiner Sohn und kletterte auf das Bett. Ich nahm sein leichtes Gewicht war und setzte mich auf, um ein wenig mit ihm zu albern.

lg
Bianca

Wie lässt er sich jetzt lesen?


Zuletzt bearbeitet von Bianca am 29.12.2008, 12:52, insgesamt 4-mal bearbeitet

_________________
Augustus ISBN: 978-38370-9066-6

www.schulz-bianca.de
www.board-4you.de/v82/127/index.php
 
  Bianca 
 
Anmeldedatum 19.08.2007
Beiträge 365
Wohnort Fürth
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 28.12.2008, 19:15
Hallo Bianca,

Zitat:
und schrien mir ins Gedächtnis das ich endlich aufstehen soll

Gedächtnis ist der falsche Ausdruck. Bewußtsein? oder einfach "schrien mir zu" oder "Schrien mir ins Ohr".

Zitat:
Mit der linken Hand suchte ich nach dem Wecker, bis ich ihn endlich fand. Ich griff zu und warf diesen gegen die gegenüberliegende Wand. Wieder trat diese unglaubliche Stille ein.


Du lieber Himmel, warum so brutal? Einfach ausmachen geht doch auch. Der Mann muß einen hohen Verbrauch an Weckern haben! Wenn der Schlaf so scheußlich war, müßte er dem Wecker doch dankbar sein, daß er ihn geweckt hat.

Zitat:
Wieder trat diese unglaubliche Stille ein.


Wenn es jetzt Morgen ist (Wecker, Begrüßung des Sohnes), müßten aber Geräusche zu hören sein: Verkehr, Vogelgesang u.ä. Nur mitten in der Nacht kann es so totenstill sein.

Sigrid

_________________
Geschichte und Bedeutung des Spinnrads in Europa
bei Shaker Media
inkl. Leseprobe und Rezensionen
www.spinnrad.jimdo.com
 
  Arachne 
 
Anmeldedatum 28.03.2008
Beiträge 437
Wohnort Niedersachsen
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 28.12.2008, 20:11
Ich versuch einmal zu erklären:

Zitat:
Zitat:

Mit der linken Hand suchte ich nach dem Wecker, bis ich ihn endlich fand. Ich griff zu und warf diesen gegen die gegenüberliegende Wand. Wieder trat diese unglaubliche Stille ein.


Du lieber Himmel, warum so brutal? Einfach ausmachen geht doch auch. Der Mann muß einen hohen Verbrauch an Weckern haben! Wenn der Schlaf so scheußlich war, müßte er dem Wecker doch dankbar sein, daß er ihn geweckt hat.


Der Mann soll einfach nur genervt sein, von all den Dingen. Erst die Träume, so schauderhaft sie auch waren. Hatte er doch einen seeligen Sschlaf. Der Wecker riss ihn heraus. Daher greift er total genervt nach ihm und warf ihn an die Wand.


Zitat:
Zitat:
Wieder trat diese unglaubliche Stille ein.

Wenn es jetzt Morgen ist (Wecker, Begrüßung des Sohnes), müßten aber Geräusche zu hören sein: Verkehr, Vogelgesang u.ä. Nur mitten in der Nacht kann es so totenstill sein.


Kennst du das Gefühl, als ob alles still zu stehen scheint. Genau das will ich damit ausdrücken. Dieses Gefühl existiert ja nicht wirklich, aber dennoch für sekundenbruchteile.

Aber was ich gerne einmal erfahren wollte, ist, wie der Text auf den Leser wirkt!

lg
Bianca

_________________
Augustus ISBN: 978-38370-9066-6

www.schulz-bianca.de
www.board-4you.de/v82/127/index.php
 
  Bianca 
 
Anmeldedatum 19.08.2007
Beiträge 365
Wohnort Fürth
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 28.12.2008, 20:51
Ich finde den Text ganz ordentlich. Kleine Tipp- oder Rechtschreibfehler fielen mir auf. Vielleicht komme ich nochmal darauf zurück. Wecker werfen ist besser als auschalten, weil dramatischer. Du baust eine Erwartung auf, mit der dann gebrochen wird. Das ist geschickt.
Für ein abschließendes Urteil käme es auf den Kontext an, dafür ist der Auszug zu kurz. Aber es ist natürlich verständlich, wenn man hier nicht zuviel gratis preisgeben möchte.
 
  Zeitl0ch 
 
Anmeldedatum 21.06.2008
Beiträge 473
Wohnort Neuss
 
 
   
   

Re: Mein nächster Versuch!

BeitragVerfasst am: 28.12.2008, 22:16
Es war eine warme Nacht. Eine der wärmsten in diesem Jahr. Der Mond und die Sterne standen hoch am Himmel und die Fledermäuse schwirrten um die Dächer. Ich lag in meinem Bett und wälzte mich von einer Seite auf die andere. Irgendetwas ließ mich nicht einschlafen. Der Mond schien in mein Zimmer und der Schatten des Baumes spielte im warmen Wind (Dass der Baum mit dem Schatten des warmen Windes spielt, passt irgendwie nicht zusammen. Der Erzähler liegt ja im Bett. Ich würde das warm weglassen). Kein einziges Geräusch drang an meine Ohren. Es war so ruhig; ich hätte eine Fliege an der Wand husten hören können. Meine Gedanken drehten sich unaufhörlich um morgen. Der Rummel fing an. Zweimal im Jahr hieß es für mich 'raus auf die Straße' und ab ins Getümmel. Am Schlimmsten war es, wenn sich die Leute sinnlos besoffen und die Jugendlichen irgendwelche Dummheiten machten. Mitunter gab es sogar welche, die fremde Autos knackten und sich einen Spaß daraus machten, auf der Hauptstraße Rennen zu fahren. Doch dieses Jahr war ein ganz besonderes. (Hier erscheint mir irgendein Loch im Text zu sein, welches ich nicht definieren kann).
Gegen ein Uhr morgens schlief ich schließlich ein. doch noch würde ich streichen. Merkwürdige Träume durchkreisten meinen Schlaf. Skurrile und scheußliche Kreaturen wechselten ihre Häupter und schrien mir ins (Unter?)Bewusstsein, dass ich endlich aufstehen soll. Ich wurde durch lautes Klingeln neben meinem rechten Ohr munter. Mit der linken Hand suchte ich nach dem Wecker, bis ich ihn endlich fand. Ich griff zu und warf ihn an die gegenüberliegende Wand. Wieder trat diese unglaubliche Stille ein. Es gab mir das Gefühl des Taubseins. Ich öffnete vorsichtig meine Augen und sah gespannt zur Tür. Irgendetwas war da draußen im Flur. Nur was? Plötzlich öffnete sich die Tür, wie von Geisterhand, und eine kleine Gestalt, in einem hellblauen Gewand, trat in mein Schlafzimmer.
„Guten Morgen Papa! Hast du gut geschlafen?“, fragte mein kleiner Sohn und kletterte zu mir ins Bett. Ich nahm sein leichtes Gewicht wahr und setzte mich auf, um ein wenig mit ihm zu albern.

Hallo Bianca. Ich habe ein wenig in deinem Text verändert. Prinzipiell fehlt da ein richtiger Spannungsbogen, obschon Ansätze dazu vorhanden sind. Vielleicht kommt das daher, dass der Textauszug nicht sehr lang ist. Da ich als Leser aber mit einigen Fragen in Bezug auf den Text zurückbleibe, hat er auch ein gewisses Potential.


Zuletzt bearbeitet von Dozen-Roses am 29.12.2008, 11:54, insgesamt einmal bearbeitet
 
  Dozen-Roses 
Gast 
 
 
   
   

Re: Mein nächster Versuch!

BeitragVerfasst am: 29.12.2008, 01:11
Bianca hat Folgendes geschrieben:

Es war eine warme Nacht, eine der wärmsten in diesem Jahr.

Keine Superlative in Texten!
Bianca hat Folgendes geschrieben:

Der Mond und die Sterne standen hoch am Himmel

Flach am Himmel gab es keine Sterne?
Bianca hat Folgendes geschrieben:

und die Fledermäuse schwirrten um die Dächer. Ich lag in meinem Bett und wälzte mich von einer Seite auf die andere. Irgendetwas ließ mich nicht einschlafen. Der Mond schien in mein Zimmer und der Schatten des Baumes spielte im warmen Wind. Kein einziges Geräusch drang an meine Ohren.

Unwahrscheinlich bei Wind.
Bianca hat Folgendes geschrieben:

Es war so ruhig ich hätte eine Fliege an der Wand husten hören können.

Och nööööö...
Bianca hat Folgendes geschrieben:

Meine Gedanken drehten sich um Morgen. Der Rummel fängt an. Zweimal im Jahr hieß es für mich raus auf die Straße, und ab ins Getümmel. Am schlimmsten ist es, wenn sich die Leute sinnlos besaufen und die Jugendlichen irgendwelche Dummheiten anstellten. Mitunter gab es sogar welche, die fremde Autos knackten, und sich damit einen Spaß machten auf der Hauptstraße rennen zu fahren.

Hier gehen die Zeiten durcheinander.
Bianca hat Folgendes geschrieben:

Doch dieses Jahr war ein ganz besonderes. Schließlich schlief ich gegen 1 Uhr morgens doch noch ein.

Woher weiß man, wann man einschläft?
Bianca hat Folgendes geschrieben:

Merkwürdige Träume durchkreisten meinen Schlaf. Skurrile und scheußliche Kreaturen wechselten ihre Häupter und schrien mir ins Bewusstsein das ich endlich aufstehen soll. Ich wurde durch lautes Klingeln an meinem rechten Ohr munter. Mit der linken Hand suchte ich nach dem Wecker, bis ich ihn endlich fand. Ich griff zu und warf diesen gegen die gegenüberliegende Wand.

Wenn man nicht weiß, wo das Bett steht, weiß man nicht, welche Wand die "gegenüberliegende" ist.
Bianca hat Folgendes geschrieben:

Wieder trat diese unglaubliche Stille ein. Es gab mir das Gefühl des Taub seins. Ich öffnete vorsichtig meine Augen und sah gespannt zur Tür. Irgendetwas war da draußen im Flur, nur was? Plötzlich öffnete sich die Tür, wie von Geisterhand, und eine kleine Gestalt, in einem hellblauen Gewand, trat in mein Schlafzimmer.
„Guten Morgen Papa! Hast du gut geschlafen?“, fragte mein kleiner Sohn und kletterte auf das Bett. Ich nahm sein leichtes Gewicht war und setzte mich auf um mit ihn ein wenig zu albern.

Insgesamt: viel zu viele Adjektive. Als Beispiel: Was unterscheidet "unglaubliche Stille" von "Stille"? Gibt es eine "glaubliche Stille"? Derartige Wörter sollte man einfach ersatzlos streichen. Wenn es still ist, ist es still.
Weitere Beispiele:
- merkwürdige Träume
- skurrile und scheußliche Kreaturen
- lautes Klingeln
oder mal ein Adverb:
ich öffnete vorsichtig meine Augen.

Schau Dir mal Texte von angesehenen Schriftstellern an und achte genau darauf, wie diese mit jenen Wortarten umgehen.
Wenn man gute Texte schreiben will, gibt es eigentlich nur drei Dinge, die man tun sollte:
1. lesen
2. lesen
3. lesen
 
  Poet 
 
Anmeldedatum 21.06.2007
Beiträge 68
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 29.12.2008, 05:22
Hallo Bianca

Ich schließe mich den Kommentaren der anderen an und habe einige Änderungsvorschläge in der folgenden Version zusammentragen:

Es war eine der wärmsten Nächte in diesem Jahr. Fledermäuse schwirrten um die Dächer. Ich lag in meinem Bett und wälzte mich von einer Seite auf die andere. Irgendetwas ließ mich nicht einschlafen. Der Mond stand hoch am Himmel und schien in mein Zimmer. Der Schatten eines Baumes spielte im Wind. Doch kein Geräusch drang an meine Ohren. Meine Gedanken drehten sich unaufhörlich um morgen, denn dann fing der Rummel an. Zweimal im Jahr hieß es für mich: “Raus auf die Straße und ab ins Getümmel!” Am schlimmsten war es, wenn sich die Leute sinnlos besoffen und die Jugendlichen irgendwelche Dummheiten anstellten. Manche knackten sogar Autos und machten sich einen Spaß daraus, auf der Hauptstraße Rennen zu fahren. Doch dieses Jahr war ein ganz besonderes.
Gegen 1 Uhr morgens schlief ich endlich ein. Merkwürdige Träume durchkreisten meinen Schlaf. Scheußliche Kreaturen wechselten ihre Häupter und schrien mir zu, dass ich endlich aufstehen sollte. Durch lautes Klingeln wurde ich schließlich munter und tastete mit einer Hand nach dem Wecker und warf ihn gegen die Wand. Wieder trat diese unglaubliche Stille ein und gab mir das Gefühl, ich wäre taub. Vorsichtig öffnete ich meine Augen und sah zur Tür. Denn irgendetwas war da draußen im Flur. Nur was? Da öffnete sich die Tür wie von Geisterhand, und eine kleine Gestalt in hellblauem Gewand trat in mein Schlafzimmer.
„Guten Morgen, Papa! Hast du gut geschlafen?“, fragte mein kleiner Sohn und kletterte auf das Bett. Ich nahm sein leichtes Gewicht wahr und setzte mich auf, um ein wenig mit ihm zu albern.

Ich habe diese Version auch als Datei (Änderungen in MS Word markiert) angehängt.

Ein paar zusätzliche Gedanken:

Insgesamt finde ich, dass der Text sich in dieser vereinfachten Form gut liest.

Inhaltlich bin ich bei der einen oder anderen Bemerkung etwas ratlos, was wohl dahinter steckt, aber das ist ja zunächst mal nicht schlecht und regt (im Idealfall) zum Weiterlesen an, wie Rose bereits anmerkte.

Die nächtliche Stimmung der Schlaflosigkeit finde ich in den ersten Sätzen ganz gut wiedergegeben.

Nicht stimmig finde ich gegenwärtig, d. h. ohne Kenntnis des weiteren Inhalts, die eigentlich positiv klingende Aussage „Raus auf die Straße und ab ins Getümmel!” gegenüber der darauf folgenden negativen Aussage: „Am schlimmsten war es...“

Im zweiten Absatz finde ich, dass es fast so wirkt, als ob zwischen dem Einschlafen und Aufwachen nur kurze Zeit vergeht, aber dies ist vermutlich nicht der Fall, es sein denn, der kleine Sohn weckt den Vater mitten in der Nacht. Dann wäre „Guten Morgen...“ allerdings falsch formuliert.

Die Klärung, dass es sich bei der erzählenden Stimme um eine männliche handelt („Guten Morgen, Papa!“), finde ich geschickt untergebracht.

Was für mich noch nicht funktioniert, ist der abrupt wirkende Stimmungswechsel in diesem dritten Absatz. Ich würde da einen Zwischensatz erwarten, in dem der Erzähler sich aus der surrealen Welt des Schlafs löst und der Realität des Morgens zuwendet. Sonst finde ich die Bereitschaft, „ein wenig mit ihm zu albern“, nicht überzeugend.

Ich hoffe, diese Kommentare helfen dir ein wenig weiter.

Mit sonnigem Gruß
Ruth
 
  rbader 
 
Anmeldedatum 17.12.2008
Beiträge 219
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 29.12.2008, 12:08
Okay, ich hab den Text an falscher Stelle eingesetzt, schaut einfach oben nach. Ich stelle den geänderten noch einmal oben ein.

lg
Bianca


Zuletzt bearbeitet von Bianca am 29.12.2008, 12:46, insgesamt einmal bearbeitet

_________________
Augustus ISBN: 978-38370-9066-6

www.schulz-bianca.de
www.board-4you.de/v82/127/index.php
 
  Bianca 
 
Anmeldedatum 19.08.2007
Beiträge 365
Wohnort Fürth
 
 
   
   

Re: Mein nächster Versuch!

BeitragVerfasst am: 29.12.2008, 12:29
Bianca hat Folgendes geschrieben:
Es war eine warme Nacht, eine der wärmsten in diesem Jahr. Der Mond und die Sterne standen hoch am Himmel und die Fledermäuse schwirrten um die Dächer (1). Ich lag in meinem Bett und wälzte mich von einer Seite auf die andere. Irgendetwas ließ mich nicht einschlafen. Der Mond schien in mein Zimmer und der Schatten des Baumes spielte im warmen Wind (2). Kein einziges Geräusch drang an meine Ohren. Es war so ruhig, ich hätte eine Fliege an der Wand husten hören können. Meine Gedanken drehten sich um Morgen. Der Rummel fängt an. Zweimal im Jahr hieß es für mich: raus auf die Straße, und ab ins Getümmel. Am schlimmsten ist es, wenn sich die Leute sinnlos besaufen und die Jugendlichen irgendwelche Dummheiten anstellten. Mitunter gab es sogar welche, die fremde Autos knackten, und sich damit einen Spaß machten, auf der Hauptstraße Rennen zu fahren. Doch dieses Jahr war ein ganz Besonderes (3). Schließlich schlief ich gegen 1 Uhr morgens doch noch ein. Merkwürdige Träume durchkreisten meinen Schlaf. Skurrile und scheußliche (4) Kreaturen wechselten ihre Häupter und schrien mir ins Bewusstsein, dass ich endlich aufstehen solle. Ich wurde durch lautes Klingeln an meinem rechten Ohr munter. Mit der linken Hand suchte ich nach dem Wecker, bis ich ihn endlich fand. Ich griff zu und warf diesen gegen die gegenüberliegende Wand. Wieder trat diese unglaubliche Stille ein. Es gab mir das Gefühl des Taubseins. Ich öffnete vorsichtig meine Augen und sah gespannt zur Tür. Irgendetwas war da draußen im Flur, nur was? Plötzlich öffnete sich die Tür, wie von Geisterhand, und eine kleine Gestalt, in einem hellblauen Gewand, trat in mein Schlafzimmer.
„Guten Morgen Papa! Hast du gut geschlafen?“, fragte mein kleiner Sohn und kletterte auf das Bett. Ich nahm sein leichtes Gewicht wahr und setzte mich auf, um mit ihn ein wenig zu albern.


(1) Woher weiß der Erzähler das, wenn er sich im Schlaf wälzt? Und wenn er es sieht, warum nicht "ich sah die Fledermäuse um die Dächer schwirren"?
(2) Wo und wie erkennt der Erzähler, dass der Wind warm ist?
(3) Was macht dieses Jahr zu einem Besonderen?
(4) Beschreiben! Show, don't tell! Wie sieht eine skurrile Kreatur aus?

Tippfehlerkorrekturen in Rot
Tempus in Grün (vs. Violett)
Stil in Braun: mE stehen die zwei "gegen" zu nah. Geschmackssache.

Gruß Val

_________________
LG, Valerie

http://zoe-lionheart.net | Lies mich: Alle Titel, Lioness' Heart, Lioness' Combat.
 
  Valerie J. Long 
 
Anmeldedatum 19.11.2008
Beiträge 779
Wohnort Wiesbaden
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 29.12.2008, 12:50
@ Valerie
Schuldigung! Ich hatte nicht damit gerechnet, dass die alter Version vorgezogen wird. Jetzt hab ich meinen Fehler korrigiert.
Frage: Jetzt besser?
Immer noch fragen?
Bitte sagt es mir!!!

lg
Bianca

_________________
Augustus ISBN: 978-38370-9066-6

www.schulz-bianca.de
www.board-4you.de/v82/127/index.php
 
  Bianca 
 
Anmeldedatum 19.08.2007
Beiträge 365
Wohnort Fürth
 
 
   
   

Re: Mein nächster Versuch!

BeitragVerfasst am: 29.12.2008, 14:40
Hallo Bianca!

Ich tu mich eher schwer mit Erklärungen. Deshalb habe ich mir deinen veränderten Text noch einmal vorgeknöpft und ihn so geändert, wie ich ihn vielleicht geschrieben hätte. Kannst ja mal schauen, ob das eine oder andere Ansprechende für dich dabei ist. cheezy grin

Es war eine warme Nacht. Die bisher wärmste in diesem Jahr. Während ich in meinem Bett lag, hörte ich die Fledermäuse um die Dächer schwirren. Unruhig wälzte ich mich von einer Seite auf die andere. Irgendetwas ließ mich nicht einschlafen. Der Mond stand hoch am Himmel und schien in mein Zimmer. Der Schatten eines Baumes spielte im Wind. Doch kein Geräusch drang an meine Ohren. Meine Gedanken drehten sich unaufhörlich um morgen, denn dann fing der Rummel an. Zweimal im Jahr hieß es für mich „Raus auf die Straße; und ab ins Getümmel!“ Mir graute es davor, wieder die besoffenen Leute ins Revier bringen zu müssen, wo sie ihren Rausch ausschlafen konnten. Oder Jugendliche daran zu hindern, fremde Autos zu knacken, damit sie nicht auf der Hauptstraße Rennen fuhren.
Mit diesen Gedanken im Kopf schlief ich morgens gegen ein Uhr endlich ein. Merkwürdige Träume durchkreisten meinen Schlaf. Scheußliche Kreaturen wechselten ihre Häupter und schrien in mein Unterbewusstsein, dass ich endlich aufstehen solle. Durch lautes Klingeln wurde ich schließlich munter. Mit einer Hand tastete ich nach dem Wecker und warf ihn an die Wand. Eine unglaubliche Stille trat ein und gab mir das Gefühl, ich sei taub.
Merkwürdige Geräusche ließen mich hellwach werden. Vorsichtig öffnete ich meine Augen und sah zur Tür. Denn irgendetwas war draußen im Flur. Nur was? Steif lag ich in meinem Bett. Von erholsamem Schlaf konnte nicht die Rede sein. Dafür hatte ich umso tiefer geschlafen. Bleischwer lag mein Körper auf der Matratze und fühlte sich zu keiner Bewegung imstande. Nun öffnete sich wie von Geisterhand die Tür. Eine kleine Gestalt, in hellblauem Gewand, trat in mein Schlafzimmer. „Guten Morgen, Papa! Hast du gut geschlafen?“, begrüßte mich mein kleiner Sohn und kletterte auf das Bett. Ich nahm sein leichtes Gewicht wahr und setzte mich auf. Er schlang seine kleinen Ärmchen um meinen Hals und wir begannen, ein wenig herum zu albern.
 
  Dozen-Roses 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 29.12.2008, 14:46
hmm ... toll was man alles aus so einem kleinen Abschnitt herausholen kann!

@ dozenrose

So könnte ich den Text übernehmen. Ich werde mir alles genau überlegen, weil ich dann den Rest des Textes anpassen muss. Danke für deine Hilfe!! thumb up

lg
Bianca

_________________
Augustus ISBN: 978-38370-9066-6

www.schulz-bianca.de
www.board-4you.de/v82/127/index.php
 
  Bianca 
 
Anmeldedatum 19.08.2007
Beiträge 365
Wohnort Fürth
 
 
   
   

Re: Mein nächster Versuch!

BeitragVerfasst am: 29.12.2008, 14:52
Valerie J. Long hat Folgendes geschrieben:

(4) Beschreiben! Show, don't tell! Wie sieht eine skurrile Kreatur aus?


Da möchte ich doch deutlich widersprechen! Das ist genau das, was ich mit meiner Kritik an der zu großen Verwendung von z.B. Adjektiven meinte: Autoren beschreiben in der Regel viel zu viel, vor allem Dinge, die sich jeder Leser eh vorstellen kann.
Vergleiche mal Fontanes "Effi Briest", wo jeder Ort des Geschehens äußerst detailliert beschrieben wird, mit z.B. "Bald" von Stephan Krawczyk. In letzterem Buch gibt es eine Stelle, in der die Familie zu einer Taufe fährt. Es heißt dort: "Um elf Uhr vormittags hatten sich die Familien vor dem Gemeindesaal der Fehrunger Kirche getroffen."
- das wars! Kein: "Die unglaublich große Kirche war ein bedeutendes Bauwerk im neugotischen Stil und überragte mit ihrer beeindruckenden Größe alle anderen Häuser des Ortes. Es war bitterlich kalt, obwohl feine Sonnenstrahlen sanft den imposanten Kirchturm beleuchteten,"
Warum lässt Krawczyk das weg? Weil es überflüssig ist. Jeder Mensch weiß, wie eine Kirche aussieht. Warum soll man sie dann beschreiben? Lass doch dem Leser seine Phantasie. Die Forderung nach einer ausführlichen Beschreibung ("Show, don't tell" ist übrigens gerade die Idee, nicht zu beschreiben, sondern Handlung und Dialog zu nutzen) ist somit der ungeschickteste Vorschlag, den man einem Autoren machen kann. Ich würde sogar zum genauen Gegenteil raten. Wer es schafft, so geschickt auf Beschreibungen zu verzichten und die Phantasie des Lesers anzuregen, dass dieser die fehlenden Beschreibungen gar nicht vermisst und nach der Lektüre des Textes steif und fest behaupten würde, sie hätten ausführlich im Text gestanden - der ist ein guter Autor.
Dass diese Fähigkeit selten vorkommt, gebe ich allerdings gerne zu.

edit, da inzwischen Beiträge hinzugekommen sind: Was dozen-rose aus Deinem Text gemacht hat, ist wirklich eine deutliche Verbesserung. Der Text hat jetzt viel mehr Stimmung, mehr Ambiente, er saugt den Leser stärker ein. Aber ein Teil meiner Kritik bleibt. Warum muss es zwangsläufig die wärmste Nacht sein? Was würde sich an dem, was Du sagen willst, ändern, wenn es "nur" die zweit- oder drittwärmste Nacht war? Solche Korrekturfragen sollte man sich ständig stellen. Ist ein notierter Inhalt wirklich konstitutiv notwendig für die Aussage oder das Ambiente des Textes?
 
  Poet 
 
Anmeldedatum 21.06.2007
Beiträge 68
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 29.12.2008, 15:02
Bianca hat Folgendes geschrieben:
hmm ... toll was man alles aus so einem kleinen Abschnitt herausholen kann!

@ dozenrose

So könnte ich den Text übernehmen. Ich werde mir alles genau überlegen, weil ich dann den Rest des Textes anpassen muss. Danke für deine Hilfe!! thumb up

lg
Bianca


Gerne geschehen, Bianca. angle
 
  Dozen-Roses 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 29.12.2008, 15:15
@Poet

inzwischen wurde aus den skurrilen Kreaturen scheußliche Kreaturen.

Mit der wärmsten Nacht möchte ich sagen das es keine Kalte war. Es spielt im sommer und jeder Sommer hat eine kalte und warme Nacht, die Temperatur ist nicht immer gleich. Daher wärmste Nacht. Und genau dass soll gezeigt werden. Es wäre schlimm, wenn die Temperatut immer unter null wäre oder über vierzig. Keine Regen und kein Schnee. Das wär doch total öde, oder nicht? Man kann zwar sagen das morgen die kälteste Nacht/der kälteste Tag wird. Aber das sind leider nur Prognosen. In wirklichkeit spielt uns das Wetter immer einen Streich. Hatten die nicht auch gesagt das wir weiße Weihnachten haben. Jetzt stell ich mir die Frage, warum kann ich nicht schreiben, dass es die wärmste Nacht war. Sie hätte ja auch die kälteste Nacht sein können! shocked eyes

_________________
Augustus ISBN: 978-38370-9066-6

www.schulz-bianca.de
www.board-4you.de/v82/127/index.php
 
  Bianca 
 
Anmeldedatum 19.08.2007
Beiträge 365
Wohnort Fürth
 
 
   
   
Mein nächster Versuch!
  Forum für Books-on-Demand-Autoren » Lektorat
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht herunterladen
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde  
Seite 1 von 2  
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
  
  


Powered by phpBB, advisormap.de, SEO by SEO-united.de
Literaturtipps Literaturseiten Banner & Buttons Impressum & Rechtliches