Hallo mein Freund, zugegeben, der Titel war ein Köder mit unterschiedlichen Geschmäckern, aber du hast ihn geschluckt, und jetzt
habe ich dich am Haken; du wirst mindestens die ersten drei Zeilen meines Textes lesen, und auch wenn du dann aufhörst, sind die Aufrufe gestiegen, und Aufruf für Aufruf, wird die Zahl weiter steigen, und als Folge werden immer mehr Leute den Text lesen, denn alle werden denken, bei so vielen Aufrufen muss der Text etwas besonderes sein, und treiben ihrerseits die Aufrufe in die Höhe …ein Schneeballsystem, und vielleicht wird der Schneeball groß genug um die Welt zu überrollen und in ein gigantisches Skigebiet zu verwandeln, wer weiß …
Kapitel 1
In dem Sommer, als ich von meiner HIV-Infektion erfuhr, gab es Horden von asiatischen Marienkäfern, die durch Kannibalismus die einheimischen Arten auszurotten drohten.
AAAMarla, du Miststück.
AAASie ruft bei mir an und fragt, wie ich mich fühle, ob ich vielleicht Fieber habe, oder starke Übelkeit verspüre, sie fragt, ob ich in letzter Zeit chronisch müde sei und stark schwitze, und ich sage nein. Ich fühle mich gut, ganz normal, sage ich zu Marla, sage ich zum Telefon. Sie fängt an zu heulen, aber nur ein bisschen, und mit jedem Schluchzer von ihr spürte ich eine Welle eiskalter Angst durch meine Eingeweide kriechen, eine Angst, die durch Leber, Niere, Milz und Darm schleicht und sich dann im ganzen Körper ausbreitet. Was ist los frage ich, und sie schluchzschluchzschluchzt und sagt, ich soll einen Test machen, einen HIV-Test, weil wir miteinander gefickt haben, weil wir kein Gummi benutzt haben, damals, auf der Rückbank meines Opel Kadett.
AAAMarla, du Seuchenherd.
AAASie schreit: »Ich bin verseuchter Menschlicher Abfall …« Sieben Tage lang hatte ich ein schrilles Piepen im rechten Ohr.
AAAAlso gehe ich zu meinem Hausarzt und frage die Rezeptzionistin nach einem HIV-Test, am besten, sage ich zu ihr, ein Schnelltest, denn seit dem Telefonat mit Marla kann ich an nichts anderes mehr denken als an mikroskopisch kleine Viren, die durch meine Blutlaufbahn schwimmen und an Immunzellen andocken, sich dort reproduzieren und mein Immunsystem zerfressen, Biss für Biss, bis mich eine leichte Erkältung killt.
AAAIch sitze im Wartezimmer und lese die Gala, ich blättere drei Gala und eine Für Sie durch, bis die Sprechstundenhilfe meinen Namen aufruft.
AAADer Doc erklärt, beim Schnelltest würde mein Blut auf Antikörper gegen das eigentliche Virus überprüfen werden, und während er das erzählt, sticht er in mein Ohrläppchen und träufelt einen Tropfen Blut auf so ein Testgerät, das aussieht, wie ein Schwangerschaftsstreifen.
AAAIch muss wieder warten, den es dauert dreißig Minuten bis das Ergebnis feststeht, und ich rutsche auf meinem Stuhl hin und her, und dann gehe ich auf die Toilette und kotze ein bisschen in die Kloschüssel, weil ich so nervös bin. Ich bete alles runter, was ich während meiner Konfirmationszeit so an Gebeten gelernt habe, und ich verspreche Gott, wenn er mich verschont, dann werde ich ihm ewig danken, und ich werde ein besserer Mensch und helfe hungernden und Obdachlosen und all so was.
AAAIn meinem Blut sind mögliche Antikörper, sagt der Doc nach der halben Stunde, aber, fügt er hastig hinzu, so ein Schnelltest ist sehr unzuverlässig, es gäbe eine hohe Fehlerquote, und ich soll erst mal den PCR-Test abwarten.
AAAMarla, du Wirt meiner Immunschwäche.
AAAIch gehe zu einer HIV-Beratungsstelle und bevor die den PCR-Test durchführen, gibt es ein Beratungsgespräch. Das ist Pflicht, damit der Infizierte nach der Diagnose nicht vor den erstbesten Zug springt. Die Dame, die mit mir die Formalien durchspricht, hat große Titten, und sie sitzt so nah bei mir, dass ich riechen kann was sie zuletzt gegessen hat, ich tippe auf Lasagne. Ihr Mund ist ein gerader Strich und ihre Augen, die nur wenige Zentimeter von meinen entfernt sind, weil sie direkt neben mir sitzt, sind Frostschutzmittelblau. Ihr Knie berührt meinen Oberschenkel und mir ist das ein bisschen unangenehm, aber ihr macht das nichts aus.
AAABeim PCR-Test wird mir ein bisschen Blut abgezapft und anschließend zum Labor geschickt, um das Blutplasma auf Bruchstücke des Humane Immundefizienz-Virus zu überprüft. Bis zur Diagnose vergehen drei Werktage, und diese drei Tage, glaub mir, die waren die Hölle.
AAAIch litt an Schlaflosigkeit und erbrach in regelmäßigen Abständen braunen Schleim; mein Hals war vom Magensaft so entzündet, dass Husten sich anfühlte, als würde Batteriesäure durch meine Speiseröhre gespült. Am dritten Tag sah mein Gesicht aus wie ein verschrumpelter Apfel; meine Augen hingen in schwarzen Höhlen und meine Haut bekam die Farbe von Bienenwachs. Ich sah aus wie ein Junkie.
AAAWeil du bis zum Ende gelesen hast ein Kompliment: Ich habe dich beobachtet, beim lesen, wenn du die Worte lautlos mit den Lippen nachsprichst, dann siehst du verdammt heiß aus Baby![/size] |
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_________________ Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun. |
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Tyler Durden |
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| Anmeldedatum | 06.07.2009 | | Beiträge | 7 | |
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