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Mein überarbeiteter Textausschnitt! Bitte schaut rein!

BeitragVerfasst am: 16.01.2010, 13:52
Hallo zusammen,

hier kommt meine überarbeitete Version des Textabschnittes, den ich vor kurzem eingestellt hatte.
Bitte schreibt mir wieder Eure Kritik! Ich habe gekürzt, umformuliert, wichtige Personen besser beschrieben und unwichtige weniger!

@Wesa: Also, mein Ehrgeiz ist geweckt. Meine Geschichte soll so gut wie möglich werden und in die weite Welt hinaus getragen werden. Wenn sie ein Bestseller werden soll, sage ich natürlich nicht nein!! angle
Bekomme ich nun die Seiten mit den Anleitungen und Deine Kritik???
Ich bin gespannt... cool

Zur Szene selbst: Diese dient der Vorstellung von Lilia, Randy und Dave, sowie von Lilias Vorlieben zum Theater und zur Natur, die hier erstmals erwähnt werden und später noch eine Rolle spielen. Das Kapitel geht noch etwas länger, im nächsten Kapitel sind die Hauptpersonen dann ca. 20 Jahre älter. Randy geht später wieder nach Amerika zurück, Dave wird später Lilias Ehemann. Dave hütet ein Geheimnis, welches ca. in der Mitte der Geschichte gelüftet wird. Randy stirbt kurz darauf. Durch einen Zufall, der durch Randys Tod beeinflusst wird, nimmt die Geschichte eine überraschende Wendung...
Na, hört sich das spannend an? Mehr will ich jetzt noch nicht verraten...!
Ihr sollt es ja vielleicht lesen, falls es mal fertig wird. book

Danke Euch und hier gehts los:

„Halt, Stopp! So geht das nicht! Kinder Ihr müsst euch verdammt noch mal konzentrieren! Benjamin, etwas lockerer, mehr aus der Hüfte heraus!“ hallte die laute Stimme von Andrea Blumberg durch den Raum. Die Musik endete abrupt und Lilia und ihre Mitschüler schauten genervt zu ihrer Theaterleiterin. Frau Blumberg war Musik- und Kunstlehrerin am Albert-Einstein-Gymnasium in Ravensburg und leitete nebenher noch die Theater-AG.
Am Freitagabend sollte Premiere sein, und sie kamen nicht einmal annähernd ohne Unterbrechungen durch das Stück. Es war ein Mix aus diversen Tanzszenen aus Filmen und Musicals, den die 16 jugendlichen Mitglieder der Theater-AG bei der 20-Jahresfeier der Schule vortragen wollten. Die Proben fanden in der Aula der Schule statt, wo auch die Jubiläumsfeier stattfinden sollte.
Lilia stand gerade mit aufgerissenen Schlaghosen und einer am Bauch zusammengebundenen Bluse auf der Bühne, um sich mit ihrem Partner Benjamin durch ein Medley aus dem Musical „Hair“ zu kämpfen. Sie wirkte frustriert, ständig wurden sie unterbrochen, weil Benjamin seine Schritte nicht konnte. Er wirkte insgesamt sehr ungeschickt und steif. Eher würde sie einem Baum das Tanzen beibringen, als ihrem Partner diese Hippie-Nummer.
Lilia wirkte mit ihren 18 Jahren sehr weiblich, meist wurde sie älter geschätzt. Sie hatte einen sehr sportlichen und wohl definierten Körper. Heute hatte sie ihre blonden Naturlocken mit zwei bunten Bändern zu zwei lockeren Zöpfen zusammengebunden, die ihr über die Schulter bis auf Höhe ihrer Brüste hingen. Man hätte glauben können, sie wäre mit ihrem Hippie-Outfit gerade der Broadway-Truppe des Musicals entsprungen.
Ihr bester Freund Randy stand am Rand der Bühne. Ihre Blicke trafen sich und sie grinsten sich viel sagend zu. Randy fand, dass Lilia als Hippie bezaubernd aussah. Er beobachtete sie gerne, wenn sie tanzte, egal ob in der Disco oder bei den Theaterproben.
Randy schaute müde auf die Uhr.
„Frau Blumberg, können wir nicht morgen weitermachen? Wir proben nun schon seit geschlagenen dreieinhalb Stunden und so langsam kann sich keiner mehr richtig konzentrieren!“ frage Randy schließlich.
„Also gut, ich möchte noch einmal die Abschluss-Szene sehen und dann machen wir Feierabend! Dave, Nelly, los geht’s! Marc, Musik bitte“ ordnete Frau Blumberg schließlich an.
Den Abschluss bildete die bekannte Mambo-Szene mit der Hebefigur aus dem Film „Dirty Dancing“.
Dave Logan spielte „Johnny“. Er war ein begnadeter Tänzer und mit seinem sportlichen Körper ein Mädchenschwarm. Er war 1,80 m groß, hatte blonde Haare und eine leicht gebräunte, gesund aussehende Haut. Seine Partnerin war gute 20 cm kleiner als er, ebenfalls sportlich und hatte einen kinnlangen Lockenkopf. Die beiden hatten wirklich hart trainiert und das sah man auch.
Jetzt begannen sie mit dem Mambo. Sie tanzten die Nummer mit sehr viel Körperspannung, die Bewegungen wirkten fließend und natürlich. Lilia fand, dass die beiden super zusammen aussahen. Sie beobachtete die beiden neidisch, wie gerne hätte sie auch mit einem talentierten Partner wie Dave ihren Auftritt getanzt.
Jetzt kam die Hebefigur, alle hielten gespannt den Atem an, aber auch diese klappte auf Anhieb. Die Anderen klatschten kurz, dann kam der Einsatz für den Synchronteil, bei dem alle mitmachten und zum Schluss von der Bühne hüpften um das Publikum ebenfalls zum Tanzen aufzufordern.
Frau Blumberg war zufrieden. Sie war optimistisch, dass die Aufführung ein guter Schlussakt des offiziellen Abendprogramms werden würde, auch wenn sie mit einigen kleineren Pannen rechnen musste.
„Ok, Ihr Lieben, gut gemacht!“ rief sie in die Menge, als die Musik endete. „Schluss für heute! Seid pünktlich morgen!“ und an Benjamin gerichtet fügte sie grinsend hinzu „Und du übst bitte zu Hause weiter bis du umfällst heute Abend!“ Er schaute sie mürrisch an.
„Also mit deinem Partner hast du wirklich kein großes Los gezogen“, sagte Randy spöttisch hinter der Bühne zu Lilia, als diese sich gerade ihre Schuhe zuband.
„Aber du siehst verdammt sexy aus in deinem Outfit! Das wird die Zuschauer milde stimmen“ plapperte er munter weiter, als er merkte, dass Lilia in genervt anblinzelte. „Vielleicht sollte Benjamin auch etwas bauchfreies tragen“ entgegnete Lilia, und beide fingen an zu lachen.
„Lass uns lieber was für Samstagabend ausmachen“ sagte Lilia und knöpfte sich die Jacke zu. „Bis Freitag sind wir sowieso mit den Proben beschäftigt und am Wochenende muss ich mal was anderes sehen als die Bühne“ erklärte Lilia.
„Und so was aus deinem Munde!“ witzelte Randy.
„Ja, nach der Tortour mit Benjamin brauche selbst ich mal eine Pause!“ musste sie zugeben.
„Du hast Glück, ich hab schon eine Idee“ bemerkte Randy während er sich seine Sporttasche lässig über die Schulter schwang. Sie verabschiedeten sich von den anderen und schlenderten Richtung Ausgang.
„Was hältst du von einem Besuch in „Dan´s Roadhouse“? Da spielt am Samstag eine Art Rock ´n Roll-Band und es gibt ein All You Can Eat- Barbecue dazu! Die Band kenn ich zwar nicht, aber es hört sich interessant an. Die Jungs kommen aus Kalifornien, ich hab einen Artikel in der Zeitung drüber gelesen, und – wir waren sowieso schon lange nicht mehr im Roadhouse!“ Randy schaute Lilia fragend an. Diese veränderte kaum ihre Miene.
„Hört sich gut an“ entgegnete sie mit müder Stimme. „Na, das klingt aber begeistert!“ bemerkte Randy spöttisch. „Ich bin totmüde, lass uns einfach die Tage eine Uhrzeit ausmachen und dann gehen wir da hin, ok?“ fragte Lilia.
„Schon gut, ich werde einen Tisch reservieren, soll ich sonst noch jemanden fragen?“ „Wie du willst, ich gehe auch gerne mit dir alleine hin!“ Lilia lächelte ihn an. Randy mochte dieses warmherzige Lächeln, bei dem ihr ganzes Gesicht strahlte. Seit etwa 2 Jahren waren die beiden unzertrennlich. Für Lilia war Randy die beste Freundin, und Lilia war Randys bester Kumpel. Es war eine sehr enge, jedoch rein platonische Verbindung. Randy war vor 3 Jahren mit seinen Eltern aus den Staaten gekommen, weil sein Vater beruflich in Deutschland zu tun hatte. Damit hatte er Lilias Interesse bereits auf sich gezogen und kaum hatten sie ein paar Worte gewechselt, war beiden klar, dass dies eine echte Freundschaft werden würde. Lilia kam generell besser mit Jungs als mit Mädchen zurecht. Woran dies genau lag, konnte sie selbst nicht beantworten, allerdings waren ihre besten Freunde meist männlichen Geschlechts.
Sie waren draußen bei ihren Fahrrädern angekommen. Lilia sperrte ihr Schloss auf und schnallte sich ihren Rucksack auf den Rücken.
„Also wir sehen uns morgen im Unterricht, schlaf gut!“ sagte Lilia während Randy noch mit seinem Fahrradschloss beschäftigt war.
„Komm gut nach Hause!“ rief er noch, als sie schon los gefahren war.
Lilia liebte ihr Fahrrad und die damit verbundene Freiheit, nicht an einen Fahrplan gebunden zu sein. Von der Schule waren es etwa 7 km bis zum Haus ihrer Eltern. Sie konnte auch mit dem Bus zur Schule fahren, aber sie hasste diese engen überfüllten Busse, in denen man den Mundgeruch seines Gegenübers unweigerlich einatmen musste. Selbst bei schlechterem Wetter oder im kalten Winter fuhr sie lieber mit dem Fahrrad. Lilia liebte die Natur und das Freiheitsgefühl, welches sie ihr bescherte. Bereits als Kind war sie bei jedem Wetter zum Spielen ins Freie gegangen, und wenn das Wetter so schlecht war, dass die anderen Kinder drinnen spielten, war sie alleine draußen unterwegs gewesen.
 
  RobinHood 
 
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Re: Mein überarbeiteter Textausschnitt! Bitte schaut rein!

BeitragVerfasst am: 16.01.2010, 14:42
RobinHood hat Folgendes geschrieben:
Also, mein Ehrgeiz ist geweckt. Meine Geschichte soll so gut wie möglich werden und in die weite Welt hinaus getragen werden. Wenn sie ein Bestseller werden soll, sage ich natürlich nicht nein!! angle
Bekomme ich nun die Seiten mit den Anleitungen und Deine Kritik???
Ich bin gespannt... cool


Das ist doch lobenswert. Da will jemand arbeiten. Das ist mir sympathisch.

Du hast die Sätze sprachlich schon etwas ausgestaltet, aber mir fehlt noch der Pep.

Zum Einen: Überprüfe jeden Satz auf seine Daseinsberechtigung. Ist er wirklich SO wichtig, dass es dafür eines eigenen Satzes bedarf oder könnte man ihn nicht auch kürzen, bzw. seine Aussage in einem anderen Satz unterbringen? Viele Sätze wirken zu allgemein, zu oberflächlich. Versuche einmal, jeden Satz mit einem Detail zu versehen. Stell Dich selbst auf diese Bühne und sei eine deiner Figuren: Was fühlt sie?

Zum Anderen: Kauf Dir bitte ein Synonymwörterbuch und versuche die Wiedeholungen damit auszumerzen.

Und die Seiten: Na, da musst Du Dich selbst ransetzen, je nachdem was Du brauchst, so einfach mach ichs Dir nicht mein Lieber zwinker
Ein Tipp hierzu: Schreibe eine Liste mit allem, was ein Buch braucht. Die einzelnen Elemente wie Figuren, Stil, Spannung etc musst Du herausarbeiten und beherrschen.

Viel Spaß,
Wesa
 
  Wesa 
 
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BeitragVerfasst am: 16.01.2010, 15:07
Wesa schreibt:

Zum Anderen: Kauf Dir bitte ein Synonymwörterbuch und versuche die Wiedeholungen damit auszumerzen.

Dafür kann ich Dir doch das hier geben RobinHood
http://ein.anderes-wort.de/index.php

Gruß Maxi
 
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BeitragVerfasst am: 16.01.2010, 16:21
@Wesa: Kannst Du mir bitte einige Sätze aufzählen, die unnötig/zu langweilig/nicht besonders genug etc. sind?

LG
RobinHood
 
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BeitragVerfasst am: 16.01.2010, 16:53
RobinHood hat Folgendes geschrieben:
@Wesa: Kannst Du mir bitte einige Sätze aufzählen, die unnötig/zu langweilig/nicht besonders genug etc. sind?


Bin zwar nicht Wesa, aber ich stell dir mal ein paar Fragen zu deinem Text, dann findest du vielleicht das eine oder andere selbst heraus:

a) Welche Funktion soll diese Szene haben? Du schreibst weiter oben, du möchtest ein paar Figuren vorstellen. Ist das alles, was du erreichen möchtest?

b) Was ist der zentrale Konflikt in dieser Szene? Womit willst du den Leser in der Geschichte halten? Gibt es einen Streit, und wenn ja, zwischen wem? Oder wird ein Geheimnis angedeutet?

c) Wer ist deine Perspektivfigur in der Szene, d. h. aus welcher deiner Figuren heraus wird das Geschehen erlebt und bewertet? Mit wem soll sich dein Leser identifizieren?

d) Trifft die Erzählstimme deines Textes die Stimmung der entsprechenden Figur? Ist der Text - auch in den Beschreibungen - so geschrieben, wie die Figur denken würde?

e) Wie bringst du notwendige Informationen im Text unter? Werden diese Informationen über deine Figuren transportiert oder erzählst du als Autor diese Fakten einfach?

Ich mache das mal an ein, zwei Stellen ganz zu Anfang des Textes deutlich:

Die Musik endete abrupt und Lilia und ihre Mitschüler schauten genervt zu ihrer Theaterleiterin

Wenn ich davon ausgehe, dass Lilia der Sympathieträger in dieser Szene sein soll, dann wird dieses "genervt Dreinblicken" von außen - also von dir als Autor - geschildert und nicht aus der Figur Lilia heraus. Wie sieht das in Lilia aus, wie fühlt es sich in Lilia an, wenn sie genervt ist? Also rein in die Figur, und viel näher an der Figur schreiben (das ist ein Problem, was viele Anfänger beim Schreiben haben - sie trauen ihren Figuren keine eigenen Gefühle oder eigene Gedanken zu! cheezy grin )


Frau Blumberg war Musik- und Kunstlehrerin am Albert-Einstein-Gymnasium in Ravensburg und leitete nebenher noch die Theater-AG.

Das ist der Autor, der da spricht. Nicht die Figur, die in der Szene handelt. Lilia weiß, wer die Frau Blumberg ist. Sie würde niemals denken: "Das da ist die Frau Blumberg. Die ist Musik- und Kunstlehrerin .... " usw. usw.


Am Freitagabend sollte Premiere sein, und sie kamen nicht einmal annähernd ohne Unterbrechungen durch das Stück. Es war ein Mix aus diversen Tanzszenen aus Filmen und Musicals, den die 16 jugendlichen Mitglieder der Theater-AG bei der 20-Jahresfeier der Schule vortragen wollten. Die Proben fanden in der Aula der Schule statt, wo auch die Jubiläumsfeier stattfinden sollte.

Auch das hier: Viel Informationen, die vom Autor kommen und nicht aus der Szene heraus. Solche Infos müssen in die Figuren gelegt werden, damit das nicht einen Reportage-Charakter bekommt. Lilia könnte z. B. Sorgen bekommen, ob in dem Tempo die Proben bis zur Aufführung beendet werden können, oder sich umgekehrt über die Genauigkeit der Lehrerin aufregen.

Ich denke, dass Hauptproblem ist die unklare Erzählperspektive. Wenn dies Problem gelöst ist, dann verschwinden auch automatisch eine ganze Reihe von Macken aus der Szene.

Grüße
Siegfried

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BeitragVerfasst am: 16.01.2010, 18:46
Hallo zusammen,

danke Siegfried, Deine Anmerkungen helfen mir bestimmt weiter. thumb up

Gibt es dafür Richtwerte, wieviel man aus Sicht der Figuren erzählt oder wieviel aus der Sicht des Autors? Oder ist das Geschmackssache? Ich meine, wenn man besonders viel beschreiben möchte, ist es schwer, alle Informationen in die Gedanken der Figuren zu packen!? Zum Beispiel das mit "Frau Blumberg", der Leser soll ja wissen wer sie ist, und wie Du (Siegfried) schreibst, Lilia würde nicht denken, dass sie ihre Musik- und Kunstlehrerin ist... Confused

Ich werde mal meine Romane durchstöbern...

LG
Robin
 
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BeitragVerfasst am: 17.01.2010, 01:34
RobinHood hat Folgendes geschrieben:
Gibt es dafür Richtwerte, wieviel man aus Sicht der Figuren erzählt oder wieviel aus der Sicht des Autors?


Richtwerte? Klingt nach Vorgabe einer zentralen Schreibstelle ... cheezy grin

Nein, Richtwerte gibt es nicht. Ich persönlich halte es so:
So viel wie möglich aus der Sicht der Figur schildern, so wenig wie möglich aus der Sicht des Autors.


Du musst dir vergegenwärtigen, dass es in einer Erzählung immer drei Ebenen gibt.

Die unterste Ebene ist die der Figuren in deiner Handlung. Eine Figur kann handeln, denken und ihre sechs Sinne einsetzen. Was sie nicht kann, ist Dinge zu beschreiben, die außerhalb ihrer Wahrnehmung liegt. Ein Satz wie

Tom bemerkte nicht, wie sich die zwei Killer mit gezogenen Revolvern an ihn heranschlichen.

kommt nicht aus Toms Perspektive. Denn - wie der Satz schon sagt - Tom hat die beiden Killer ja gar nicht bemerkt. cheezy grin

Wenn die Szene aus Toms Sicht geschrieben wird, dann müsste das ungefähr so aussehen:

Tom stand am Straßenrand, die Zigarette im Mundwinkel, und starrte zum Haus auf der anderen Straßenseite. Irgendwo veranstalteten ein paar Grillen ein Nachtkonzert. Und als sie für ein paar Sekunden schwiegen, hörte Tom ein Knirschen hinter sich. Wie von Schuhen mit harten Sohlen auf Asphalt. Er wollte sich umdrehen, da spürte er bereits einen harten Schlag an seinem Hinterkopf, und er stürzte in tiefste Schwärze.


Die Ebene oberhalb der Figuren ist die Erzählerebene. Diese Ebene darf nicht verwechselt werden mit der dritten Ebene, der Ebene des Autors! Der Autor weiß alles über die Handlung, über die Figuren, über die Hintergründe, über den Ablauf und das Ende der Geschichte (na ja, er sollte es wissen, aber da gibt es immer wieder Meinungsverschiedenheiten cheezy grin )

Der Erzähler gibt dem Leser immer nur Teile dessen bekannt, was für die Geschichte wichtig ist. Dabei gibt es eine direkte Beziehung zwischen dem Erzähler und der handelnden Figur.

Möglichkeit 1: Der Erzähler weiß mehr als die Figur in der Szene und verrät das dem Leser auch (die Eben "Erzähler" ist größer als die Ebene "Figur"). Der Erzähler gibt Kommentare ab, berichtet von anderen Personen, die in der Szene auftauchen, schildert Gedanken und Gefühle von den auftretenden Figuren, ohne in den jeweiligen Figuren zu sein. Diesen Erzähler nennt man "auktorial" (viele Bücher des 19. Jahrhunderts sind so geschrieben, weil Romane damals auch einen Bildungscharakter hatten). Ein Beispiel für den auktorialen Erzähler:

Damals wusste Tom noch nicht, was ihm bevorstand. Er lungerte auf der Straße herum, rauchte eine Zigarette nach der nächsten, beobachtete das Haus auf der anderen Straßenseite und hatte keine Ahnung davon, dass er bei Big Joe längst auf der Abschussliste gelandet war.

Möglichkeit 2: Der Erzähler ist identisch mit der handelnden Figur. Hier sind die Ebenen "Erzähler" und "Figur" gleichgroß. Was den Erzähler im Text ausmacht, ist die Art und Weise des Ausdrucks in der Szene. Der Erzähler benutzt den Sprachstil, den auch die Figur z. B. in der wörtlichen Rede benutzt. Diesen Erzähler nennt man "personal". Besonders stark wird die Verschmelzung von Erzähler und Figur bei einer Geschichte in Ich-Form.

Möglichkeit 3: Der Erzähler ist kleiner als die handelnde Figur. Die Erzählstimme des Textes kann nichts berichten, was sich in der Figur abspielt. Ein Satz wie "Tom fühlte sich kotzübel" ist bei diesem Erzähler nicht möglich, weil der Erzähler nichts vom Übelkeitsgefühl Toms wissen kann. Er kann allenfalls das schildern, was man sieht: "Tom griff sich mit der Hand in die Magengegend und verzog das Gesicht.". Diese Art des Erzählens wird häufig bei Action-Szenen benutzt, wo es ausschließlich um das sichtbare Geschehen geht.

Heute werden Romane vozugsweise in der personalen Erzählform geschrieben, entweder in Ich-Form (was einige Probleme mit sich bringt, da sie sehr emotional ist) oder in der Er/Sie-Form.

Wichtig ist letztlich, dass der Leser sich mit einer Figur des Romanes identifiziert, die Geschehnisse und deren Bewertung durch die Augen der Figur erfährt und nicht Opfer eines vom Autor ausgelösten "Info-Dumpings" wird (also der Autor an allen möglichen Stellen Informationen durch reines Herunterschreiben oder Aufzählen in den Text knallt - genau das zu vermeiden, macht u. a. die Kunst des Schreibens aus). cheezy grin

Grüße
Siegfried

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BeitragVerfasst am: 17.01.2010, 13:01
Hallo zusammen,

Leute ich habe versucht, meine Hausaufgaben zu machen, hier nochmal ein Teil des Textes, mal wieder in neuer Version!

Wie findet ihr es jetzt?

Die Musik endete abrupt und Lilia hielt mitten in ihrer Bewegung inne.
„Halt, Stopp! So geht das nicht! Kinder Ihr müsst euch verdammt noch mal konzentrieren! Benjamin, etwas lockerer, mehr aus der Hüfte heraus!“ hallte die laute Stimme von Andrea Blumberg ihr entgegen. Lilia stand mit ihren aufgerissenen Schlaghosen und ihrer am Bauch zusammengebundenen Bluse auf der Bühne und schaute genervt in Richtung ihrer Theaterleiterin. Sie hegte den Wunsch, das Medley aus dem Musical „Hair“ nur einmal ohne Unterbrechung durchzutanzen. Doch mit ihrem untalentierten Partner schien dies unmöglich und sie fragte sich, ob es am Freitagabend nicht einen totalen Reinfall geben würde mit Benjamin. Sie sah schon die Schlagzeilen in der Schülerzeitung vor sich:
Mitglied der Theater-AG wurde bei Musical-Aufführung an der Jubiläumsfeier der Schule mit Tomaten und faulen Eiern beworfen.
Sie seufzte. Ihre Idee dieses Programm für die Jubiläumsfeier des Albert-Einstein-Gymnasiums vorzuschlagen entpuppte sich so langsam als ein bedauerliches Unterfangen. Ihr Partner war eine besonders harte Nuss. Eher würde sie einem Baum das Tanzen beibringen, als Benjamin diese Hippie-Nummer.

Lilias bester Freund Randy stand am Rand der Bühne. Ihre Blicke trafen sich und sie grinsten sich viel sagend zu. Randy fand, dass Lilia als Hippie bezaubernd aussah. Er beobachtete sie gerne beim Tanzen, egal ob am Samstagabend in der Disco oder bei den Theaterproben. Lilia wirkte mit ihren 18 Jahren sehr weiblich, meist wurde sie älter geschätzt. Sie hatte einen sehr sportlichen und wohl definierten Körper. Heute hatte sie ihre blonden Naturlocken mit zwei bunten Bändern zu zwei lockeren Zöpfen zusammengebunden, die ihr über die Schulter bis auf Höhe ihrer Brüste hingen. Man hätte glauben können, sie wäre mit ihrem Hippie-Outfit gerade der Broadway-Truppe des Musicals entsprungen.
Er war sofort begeistert gewesen von Lilias Idee, verschiedene Tanznummern aus Filmen und Musicals an der 20-Jahresfeier aufzuführen. Jetzt fragte er sich, warum Frau Blumberg gerade Benjamin als Partner für Lilia ausgewählt hatte. Vielleicht war es eine Art Trotzreaktion auf die ablehnende Haltung gegenüber ihrer Vorstellung, ein klassisches Stück vortragen zu müssen. Aber was sollte das, schließlich waren ihre Vorschläge bei Allen auf wenig Begeisterung gestoßen. Aber Lilia war eben der „Star“ der Theatergruppe. Sie war eine sehr talentierte Darstellerin, und hatte oft originelle Einfälle, die nicht zu Frau Blumbergs eher altbackener Denkweise über Theaterkunst passten, bei den jugendlichen Amateurschauspielern jedoch sehr großen Anklang fanden. Der Abschluss des Rahmenprogramms sollte schließlich etwas Besonderes sein, etwas mit Tempo und Esprit, und keine Nummer, bei der die Zuschauer nach dem ohnehin schon von langatmigen Reden geprägten Rahmenprogramm nur noch mit Mühe die Augen offen halten konnten.
Randy schaute müde auf die Uhr.
„Frau Blumberg, können wir nicht morgen weitermachen? Wir proben nun schon seit geschlagenen dreieinhalb Stunden und so langsam kann sich keiner mehr richtig konzentrieren!“ frage er schließlich.
„Also gut, ich möchte noch einmal die Abschluss-Szene sehen und dann machen wir Feierabend! Dave, Nelly, los geht’s! Marc, Musik bitte“ hörte er Frau Blumberg schließlich sagen.

Lilia schlenderte frustriert von der Bühne. Sie war froh, dass sie ihre Szene nicht mehr wiederholen mussten. So konnte sie sich in Ruhe den Mambo aus „Dirty Dancing“ anschauen.
Lilia beobachtete Dave, wie er mit seiner Partnerin zur Bühne kam. Er war ein begnadeter Tänzer und mit seinem sportlichen Körper ein Mädchenschwarm. Er war 1,80 m groß, hatte blonde Haare und eine leicht gebräunte, gesund aussehende Haut. Er passte bestens in die Rolle des „Johnny Castle“. Seine Partnerin war gute 20 cm kleiner als er, ebenfalls sportlich und hatte einen kinnlangen Lockenkopf. Die beiden hatten wirklich hart trainiert und das sah man auch.
Sie tanzten den Mambo mit sehr viel Körperspannung, die Bewegungen wirkten fließend und natürlich. Lilia beobachtete die beiden neidisch, wie gerne hätte sie auch mit einem talentierten Partner wie Dave ihren Auftritt gemeistert.
Jetzt kam die Hebefigur, sie sah, dass alle gespannt den Atem anhielten, aber es klappte auf Anhieb. Es wurde kurz geklatscht, dann stellte sie sich zu den Anderen, die auf den Einsatz für den gemeinsamen Synchronteil warteten, der damit endete, von der Bühne zu springen und das Publikum ebenfalls zum Tanzen aufzufordern.
Frau Blumberg schien zufrieden. Sie äußerte sich optimistisch, dass die Aufführung ein guter Schlussakt des offiziellen Abendprogramms werden würde, auch wenn sie mit einigen kleineren Pannen rechnen musste.
„Ok, Ihr Lieben, gut gemacht!“ rief sie in die Menge, als die Musik endete. „Schluss für heute! Seid pünktlich morgen!“ und an Benjamin gerichtet fügte sie grinsend hinzu „Und du übst bitte zu Hause weiter bis du umfällst heute Abend!“ Er schaute sie mürrisch an.
 
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