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Menschheitsirrtum: Menschlichkeit

BeitragVerfasst am: 02.01.2010, 19:54
Titel: Menschheitsirrtum: Menschlichkeit
Autor: Titus

Verlag: BoD
ISBN: ISBN 978-3-8391-4882-2
Seiten: 148
Preis: 7,90 €

Der Autor über das Buch:

Um seine Werke zu deuten, muss man den Künstler nicht kennen.
Um den Künstler zu kennen, muss man die Werke verstehen.

Klappentext:

Jährlich sterben in Deutschland 11.000 bis 12.000 Menschen durch Suizid.
800 davon sind Kinder. Damit ist Selbstmord die zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen. Jede 4 Minuten wird ein Suizidversuch unternommen, jede 47. Minute geht einer tödlich aus.
Zu den Fakten: Im Jahre 2006 gab es in Deutschland 5.107 Verkehrstote. Es sterben also pro Jahr in Deutschland doppelt so viele Menschen durch Selbstmord wie durch den Straßenverkehr. Während die Gesellschaft die Selbstmordrate in den vergangenen Jahren durch erweiterte Therapiemethoden senken konnte, bleiben Ursache und Wirkung für die Betroffenen nach wie vor unberührt. Gegen Kummer helfen keine Pillen, kein Alkohol, keine Klingen, nicht die zurückgezogene Einsamkeit in unseren Herzen – und genau in diese Richtung drängt Ihr uns.
Wenn es keinen Ausweg mehr zu scheinen gibt und Ihr Euch wundert, lustig macht und das soziale Bild des Bedauerns nach außen tragt, dann wenn Ihr unter Eures gleichen seid. Und nichts könne eine größere Lüge sein, als sich dem „Schwachsinn“ dieses Buches zu entziehen und zu trauern.

Verfehlt diese Beschreibung den Inhalt meines Buches? – Ich denke nicht.
In Form von Kurzgeschichten, Briefen, Gedichten (...) wird über das alltägliche Leben berichtet, über Schicksalsschläge, die nicht so kühl und distanziert sind, wie sie zunächst scheinen. Gefühlswandlungen und Erlebnisse, die einen selbst an das untergehende Leben fesseln und doch viel normaler wirken, als es zunächst den Anschein hat.
Kinder, Kinder klein und bunt / rennen vergnügt, der ganze Spund / spielen mit dem Ball, der ist rund / Achtung, Kinder, da kommt der Hund (…) Teils amüsant und heiter, im nächsten Moment zynisch und makaber spricht die Muse von Poesie. Vom klassischen Gehirntumor über „Borderlinchen“ bis hin zu „[m]einem Wort, das sich Liebe nennt“.
Suizid, Krieg, Liebe, Missbrauch,...
Was auch immer ich von den Nächten meines Schreibens habe auftreiben können, veröffentliche ich hier in meinem Erstlingswerk „Menschheitsirrtum: Menschlichkeit – Ein Buch für uns und die anderen...“.


Inhalt:

Hallo,
erstmal vielen Dank für eure Nachrichten,
hier stelle ich drei meiner Werke kurz vor.

SORRY, ich habe leider ein Problem meinen Beitrag wirklich in die Publikation neuer Bücher zu kriegen, laden bricht immer ab.


BORDERLINCHEN

Schwarzer Schatten, weißes Licht
sag einmal: Kennen wir uns nicht?

Borderlinchen – sechsundzwanzig
aus der Großstadt Dürrenkamp
Sie sucht Ihn in der Zeitschrift
BEZ für jung doch krank

Nähe gewünscht, gesucht, gefürchtet
aggressiv und auf Abwehr
Er: Nichtraucher, weißer König
distanziert und will sie sehr

Will doch nur am Leben leben
ihre Wunden tags und nachts
ihre Schnitte tiefer dehnen
kleines Kind, jetzt sag’ mal was!

Stürmerisch und impulsiv
haben wir das Linchen lieb
immer schwarz und manchmal weiß
lausch mal, wie das Linchen schreit!

In jeder Nacht mit Wahngedanken
schließt sie ihre Äuglein zu
dann, dann fallen ihre Schranken
lass sie lieber Mal in Ruh’

Zwischen Neurose
`ner Psychose
und `ner gewissen Präferenz
zeigt sich bei unserm Borderlinchen
eine akute Mordtendenz

Inn’re Leere mit schwarzen Phasen
mit viel Wut und weißem Licht
schenken wir ihr doch `nen Hasen
damit sie was zum Spielen kriegt

Für das strukturierte Ich
braucht sie Menschen, wir sie nicht!
im Alltag und durch die Nacht
da wird sie durch `ne Stimme wach

Nach Kernberg und nach andern Typen
bleibt sie unser Wunderkind
deshalb wollen wir’s alle sehen
pack, die Kamera, wohl geschwind!

Destruktiv stark gebunden
finden wir sie im Kerker vor
Schachbrettwelt in schwarz und weiß
Lausch nur, wie sie wieder schreit!

Schwarzer Schatten, weißes Licht
sag einmal: Kennen wir uns nicht?

Weißer Schatten schwarzes Licht,
ja so ist’s richtig, anders nicht!

Rose

sehen – verlieben – sprechen – essen
gehen – spielen – infolgedessen
pille – davor – danach – geh ich
sie wacht auf – „ein brief für dich“

„schatz“ – erstes wort – sie wundert sich
liest – rose – riecht – dornen
pickt sie sich – stich – schmerz

Wer hat gesagt, dass sie nicht weh tut
die Rose, nur weil sie von der Liebe spricht?


Mich hassen…

Gedanklich war ich auf gar nichts mehr zentriert. Nicht mehr aufnahmefähig.
Einfach nur traurig sitze ich in der Ecke und schreibe. Wie gerne wäre ich doch mal angekommen, gesagt, dass ich Euch gerne hab. Irgendwie mal in den Arm genommen werden, um mich nicht so zu fühlen, als ob ich der letzte Mensch auf der Erde sei.
Am liebsten wäre ich auf alle sauer gewesen, geschrien: Nehmt mich doch in den Arm, wenn Ihr mich liebt!
Ihr sagtet alle, dass ich nicht immer in dieser Schiene drin stecken solle, dabei lag es doch in Eurer Hand. Wie sollte ich das schaffen, wenn ich allein dastand. Niemand, der mich gern haben durfte. Mich in den Arm nahm, wo ich mich ausweinte. Jeder, der seine eigenen Ausreden hatte.
Die Narben auf meiner Stirn, nur um mich aus diesen Phasen rauszureißen, in denen ich unterging. In denen ich traurig war und nicht mehr denken konnte. Die Phasen, die Ihr alle unterbrechen wolltet, es aber nicht tat.
Deshalb war ich sauer, wütend auf Euch. Aber anstatt, Euch was zu sagen, hasste ich mich selbst dafür, den Mund nicht aufzukriegen. Alle hatten ihre Vorwände, dass man mich nicht gern haben durfte und so. Von dem was Ihr sagtet, kam doch nichts mehr bei mir an. Da auch nichts raus kam von meinen Problemen.
Er tut weh, der Selbsthass.
Aber nur durch ihn lebe ich.

Gruß Titus
 
  Titus 
Gast 
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 02.01.2010, 21:02
Zu "Borderlinchen" kann ich (noch) nicht viel sagen. Das muss ich vielleicht noch ein- oder zweimal lesen. Wink

Die "Rose" gefällt mir sehr gut thumb up

"Mich hassen ..." ist heftig. Das bewegt! (gut, dass wir zuvor diskutiert haben, denn sonst hätte ich da einiges falsch verstanden)

LG, Julia

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BeitragVerfasst am: 02.01.2010, 21:45
@ Titus

Zu Borderlinchen

Es geht um eine 26-jährige Frau, die am Borderline Syndrom leidet. In Deinem Gedicht schilderst Du die wesentlichen diagnostischen Kennzeichen der Erkrankung: Das typische Schwarz-Weiss Denken; weiterhin die zum Bersten gespannte Zerrissenheit, ausgelöst durch die Angst vor Nähe und dem gleichzeitigen Wunsch nach Nähe; die Selbstverletzung und Selbstverstümmelung als "Antipsychotikum", als Mittel sich in die Realität zurückzuholen; impulsives, selbst- und fremdschädigendes Verhalten; rasende Wut; wahnhafte, paranoide Ängste; chronische innere Leere; schließlich die "Ich"-losigkeit und damit einhergehend, die Abhängigkeit des Erkrankten von Personen, die gleichsam als Krücke von außen seine Identität stabilisieren.

Zum Versmaß Deines Gedichts kann ich nichts sagen, ich verstehe nichts davon.


Ansonsten Riesenkompliment: Du hast Dich ernsthaft mit der psychischen Erkrankung des Borderline-Syndroms auseinandergesetzt.

Grüße

EDIT: Ergänzung / Rechtschreibung

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BeitragVerfasst am: 08.01.2010, 16:27
Hallo,

ich wollte nur Bescheid geben, dass mein Erstlingswerk "Menschheitsirrtum: Menschlichkeit" ab heute bei Amazon bestellt werden kann.
Leider ist es bisher ohne Abbildung, weiß jemand, wie man die da rein kriegt?
Ansonsten sehr ihr ja die genauere Beschreibung unter:
http://www.bod.de/index.php?id=1132&objk_id=299038
Vielen Dank!
 
  Titus 
Gast 
 
 
   
   
Menschheitsirrtum: Menschlichkeit
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