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Millionen machen ...

BeitragVerfasst am: 25.08.2011, 00:42
Womit macht man in der Literatur das dicke Geld?

Die Zeitschrift "Forbes" hat eine Liste der erfolgreichsten Autoren/Autorinnen des Jahres 2010 zusammengestellt:

J. K. Rowling (Harry Potter) - 5 Millionen US-Dollar

Nicholas Sparks (Kitsch-Romane) - 16 Millionen US-Dollar

Jeff Kinney (Kinder-Comics) - 17 Millionen US-Dollar

John Grisham (Anwaltsromane) - 18 Millionen US-Dollar

Dean Koontz (Horrorromane) - 19 Millionen US-Dollar

Rick Riordan (Jugendbuchserien) - 21 Millionen US-Dollar

Stephanie Meyer (Vampir-Liebes-Rromane) - 21 Millionen US-Dollar

Janet Evanovich (Krimis) - 22 Millionen US-Dollar

Stephen King (Gruselromane) - 25 Millionen US-Dollar

Danielle Steel (Kitsch-Romane) - 35 Millionen US-Dollar

James Patterson (Krimi) - 84 Millionen US-Dollar


Fußnote:
Patterson hat mit seinem Verlag einen Vertrag über 17 Romane abgeschlossen und erhält dafür 150 Millionen US-Dollar. cheezy grin


Also, Leute, haut rein! Offenbar liegt das Geld auf der Straße (Kitsch-Romane, Krimis, Horror-Geschichten) cheezy grin

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Siegfried

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Es rührt mich

BeitragVerfasst am: 25.08.2011, 01:31
wären die armen Hungerleider bei BoD könnten sie sich wenigstens eine warme Mahlzeit leisten dozey

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BeitragVerfasst am: 25.08.2011, 05:34
Wäre es so einfach, einen solchen "Kitsch"-Roman zu schreiben, wäre wohl kaum noch was anderes auf dem Markt.

Ich hab vor kurzem mal ernsthaft versucht, den ersten der "Bis(s)"-Romane zu lesen. Man will ja mitreden können, nich wahr. Zugegeben, ich hab mich durchgequält und mußte nach zweihundert Seiten aufhören, weil ich eine derartige Antipathie gegen die Protagonisten entwickelt habe, daß ich sonst an meiner Wut erstickt wäre Laughing .
Aber kann mir keiner erzählen, daß das nicht handwerklich gut produzierte Bücher sind. Da kann die Story noch so hanebüchen und die Sprache noch so sehr 0815-Prosa sein - das folgt alles präzisen Regeln. Jeder Satz ist genau auf die Zielgruppe zugeschnitten.

Nee, nee. Ich muß S. Meyers Bücher zwar nicht lesen mögen, aber ich werde mich hüten, darüber zu spötteln. Ich könnte sowas nicht.

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BeitragVerfasst am: 25.08.2011, 06:09
Perchta hat Folgendes geschrieben:
Wäre es so einfach, einen solchen "Kitsch"-Roman zu schreiben, wäre wohl kaum noch was anderes auf dem Markt.



Dann schaue dich doch einfach mal bei BoD um. Auch hier tauchen doch mittlerweile an jeder Ecke irgendwelche Vampire auf. Das ist das Kreuz mit Nachahmerbüchern. Die von Siegfried aufgezählten Schriftsteller können für sich wenigstens sagen, dass sie ein Genre bereichert, wenn nicht gar erst ins Leben gerufen haben. Über Meyers Bücher spöttel ich auch nicht, aber über die meisten, die diesen Erfolg durch eigene Werke nutzen wollen. Das gilt übrigens nicht nur für BoD-Autoren, sondern auch für "Verlagsschriftsteller" und die dazugehörigen Verlage, die einen Hype nutzen wollen und die Welt zuschrotten.

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BeitragVerfasst am: 25.08.2011, 08:04
Das ist alles Marketing... ein halbwegs lesenswertes Buch schreiben und es dann geschickt in den Markt pressen.

Wenn ein Autor dann mal einen Namen hat ist es egal was er schreibt....
 
  Jenselina 
 
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BeitragVerfasst am: 25.08.2011, 10:51
Ist es wirklich nur eine Frage des Marketings?

Wenn ja, dann haben die deutschen Marketing-Firmen im hiesigen Literaturbetrieb jämmerlich versagt, denn ich kenne keinen deutschen Autor, der ähnliche Einkommen hat.

Oder muss man sich die Frage stellen: Was haben die Bücher dieser Autoren gemein? Liegt es an der "Schreibe" dieser Leute - oder sind sie einfach nur in der Lage, Bücher zu schreiben, die den Wünschen der Leser entsprechen? Frei nach dem Motto: "Schreiben kann jeder - aber will es auch einer lesen?"

Warum haben so wenige deutsche Autoren größeren kommerziellen Erfolg im Ausland? Sind wir zu "literarisch" und zu wenig "erzählend"? Ist "unterhaltend" bei uns noch immer ein Schimpfwort, wenn es um Bücher geht?

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BeitragVerfasst am: 25.08.2011, 11:00
Ich denke, dieser Artikel trifft ins Schwarze.

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,494123,00.html

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BeitragVerfasst am: 25.08.2011, 11:11
Danke fürs Einstellen, Nicolas.

Zu Siegfrieds Überlegungen: Kann es sein, dass der Selbst-Wiedererkennungsfaktor in der modernen deutschen Literatur im Vergleich zur angelsächsischen oftmals fehlt. Vielleicht möchte sich der Leser mit dem Prot. identifizieren können, möchte ihn als Leitfigur sehen?

"Die Lage des Landes" klingt jedenfalls verlockend - mal schauen, ob es mir gelingt, auf meinem Weg zu den ersten 50 Millionen (oder waren es Milliarden) blink diesen Wälzer zu lesen.

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BeitragVerfasst am: 25.08.2011, 11:15
Nicolas Fayé hat Folgendes geschrieben:
Ich denke, dieser Artikel trifft ins Schwarze.

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,494123,00.html


Danke für den Link! Sehr schöne Analyse. Besonders gut fand ich diese Stelle:

"Das emphatische Hineinwühlen ins Leben der Figuren [...]"

Ich denke, das ist eines der Geheimnisse des Erfolges.


@Haifischfrau:

Haifischfrau hat Folgendes geschrieben:
Vielleicht möchte sich der Leser mit dem Prot. identifizieren können, möchte ihn als Leitfigur sehen?


Bei vielen Protagonisten in der deutschsprachigen Literatur komme ich immer auf den Gedanken: "Du arme Sau - aber selbst in Schuld, was bist du auch so weltfremd!" cheezy grin

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BeitragVerfasst am: 25.08.2011, 11:21
Nicht zu vernachlässigen ist auch die Tatsache, dass zumindest zwei dieser topverdienenden Autoren einen Stab von Schreibern um sich herum haben, die Recherche betreiben bzw. ganze Kapitel selbst verfassen. Auf diese Weise sind Bücher extrem schnell auf den Markt geworfen, es entstehen keine Lücken, in denen die Leser sich möglicherweise einem anderen Lieblingsautor zuwenden. Außerdem ist die "Stilsicherheit" gewährleistet, die Bücher sind immer genau gleich durchkonstruiert. Wofür ein einzelner Autor Monate oder gar Jahre braucht, das ist mit so einem Stab kleiner Helferleins innerhalb von Wochen erledigt.
Bei Patterson und Grisham ist dieses Verfahren seit Jahren Brauch.

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BeitragVerfasst am: 25.08.2011, 11:38
Anke Höhl-Kayser hat Folgendes geschrieben:
Nicht zu vernachlässigen ist auch die Tatsache, dass zumindest zwei dieser topverdienenden Autoren einen Stab von Schreibern um sich herum haben, die Recherche betreiben bzw. ganze Kapitel selbst verfassen.


Aus diesem Grund interessieren mich bei Erfolgsautoren immer die Erstlinge, mit denen sie ihren Durchbruch geschafft haben.

Dass der Verlag dem Autor dann ordentlich Feuer unter dem Hintern macht ("Nachlegen, nachlegen!"), führt zu solchen Verhaltensmustern wie von dir beschrieben. Aber das war am Beginn ja nicht gegeben.

Rowling hat den ersten "Harry Potter" bekanntlich im Café geschrieben, und der Erfolg setzte nicht wegen eines Marketing-Konzeptes ein.

Patterson, der "Tabellenführer" aus der Liste, hat mit kleinen Einzelromanen begonnen (um 1976 herum) und ist erst seit 1992 dick im Geschäft mit seinen "Alex Cross"-Romanen. Ich glaube kaum, dass er zu der Zeit bereits ganze Büros beschäftigen konnte. Die Frage bleibt also: Was hat Pattersons Roman, was ihn so nach oben katapultiert hat?

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BeitragVerfasst am: 25.08.2011, 11:45
Beim Lesen des Spiegel-Artikels kam mir die Analogie zum Film:

US-Kino: Erzählfilm, publikumsorientiert
Deutsches Kino: Autorenkino, problemorientiert
(Ausnahmen gbt es natürlich immer...)

Erst seit einiger Zeit brechen da die alten Krusten ein wenig auf ...

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BeitragVerfasst am: 25.08.2011, 11:47
Patterson hat nicht mit dem mainstream geschrieben, er hat ihn in seinem Genre erst gemacht. Krimis waren bis dahin nahezu tot oder ins Groschenheftmileu abgesunken.

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BeitragVerfasst am: 25.08.2011, 11:48
Siegfried hat Folgendes geschrieben:
Die Frage bleibt also: Was hat Pattersons Roman, was ihn so nach oben katapultiert hat?


Mainstream pur? Literatur mit pfiffig gebauten und durchaus immer wieder aufs Neue überraschenden Spannungsbögen, jedoch so ohne jegliche Ecken und Kanten, dass sie massentauglich ist, vom Fliesenleger bis hinauf zum Universitätsprofessor?

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BeitragVerfasst am: 25.08.2011, 13:00
Will ich wirklich ein Buch lesen wo ich dem Protagonisten bis aufs Klo folgen muss? Interessieren mich Prostataprobleme? Interessiert mich der Einzelne oder nicht doch das Ganze?

Ich gehöre zu denen, wenn schon Roman dann bitte keinen amerikanischen, wenn schon Kino dann europäisches.

Richtig, nicht Mainstream und immer wie weniger anzutreffen.

Geld ist nicht alles.

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