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mitten aus dem Roman...

BeitragVerfasst am: 24.02.2009, 17:09
...gerissen. Bitte um Kritik!!!

Sie saßen sich nun schon eine dreiviertel Stunde am ausgezogenen Sofa gegenüber und spielten eine Partie Schach. Es sah sehr schlecht um Webers König aus. Martina war klar im Vorteil. Im Radio trällerte angenehme Musik und es war ruhig im Zimmer. Sie redeten nur das nötigste, zu konzentriert waren die beiden.
» Was willst du eigentlich machen, wenn du dein Studium beendet hast? «, wollte er wissen.
Eigentlich stellte er die Frage nur, um sie ein wenig aus der Konzentration zu bringen. Andernfalls sah er keine Chance, die Partie herumzureißen. Sie zuckte mit den Achseln.
» Kinderpsychologie würde mich interessieren «, antwortete sie, als sie durch einen genialen Zug, Webers König in Schach setzte.
Sie musterte ihn jetzt. Weber konnte nur noch reagieren, nicht mehr agieren. Er war in der Falle. » Oder vielleicht werde ich der Polizei meine Dienste anbieten! «
Mit diesem Satz erreichte sie genau das Gegenteil, was Weber eigentlich bezweckte. Nicht er brachte sie aus dem Konzept, sondern sie ihn. Denn er wusste, was nun folgen würde. Und er war selbst schuld daran.
Bei einem ihrer letzten Treffen verriet er Martina einige Details des Falles Lind. Einige Details war nun etwas untertrieben. Wenn er zurückdachte, konnte er sich an nichts erinnern, das er ihr nicht erzählt hatte.
» Seid ihr im Fall schon weiter gekommen? «, wollte sie wissen. Weber wurde nervös.
» Du weißt doch, dass ich normalerweise mit niemandem über die Arbeit sprechen darf «, antwortete er leise, währenddessen er seinen König aus der Gefahrenzone brachte. » Aber? «
Martina lächelte ihn unmissverständlich an.
» Aber, nichts! «, gab er abrupt zurück, so als würde ihn ihr Blick nicht sonderlich berühren.
» Schach! « Wieder setzte sie ihn unter Druck. In welcher Hinsicht auch immer.
» Ihr seid noch immer nicht weiter gekommen, nicht Wahr? « Ihr Blick wurde nun ernster. Weber nickte nur flüchtig, als er seinen König weiter zurückzog.
» Ich glaube nach wie vor, dass Angelika Mayer etwas mit der Sache zu tun hat. Bei ihr müssen wir weitere Nachforschungen anstellen. «
» Machst du dir jetzt nicht irgendetwas vor? «, wollte sie wissen. Weber starrte sie an. Er wollte nicht über dieses Thema reden, doch sie ließ nicht locker. Sie deutete auf das Fenster, auf dessen Sims der einsetzende Regen prasselte.
» Ich denke, dein Mörder rennt noch da draußen herum. Und ich denke nicht, dass es einer deiner bisherigen Verdächtigen ist. «, schlussfolgerte sie und dachte einige Sekunden nach.
» Schach Matt ! « Martina hatte gewonnen. Nicht nur das Spiel, sondern auch ihr Vorhaben, über den Fall zu sprechen. Nun waren sie mitten in der Materie und es gab für ihn kein zurück mehr. Und so verrückt es auch klang. Er wollte es nun wissen. Er wollte wissen, welche Gedanken sie hegte, wollte ihre psychologischen Fähigkeiten ausnutzen. Hatte er nur deshalb Interesse an ihr?
» Wie kannst du dir da so sicher sein? « Martina konnte seine Frage nicht verstehen und blickte ihn verwundert an. » Warum könnte es nicht einer unserer bisherigen Verdächtigen sein? «, erläuterte er seine Frage. » Hast du dich schon ein Mal in die Lage des Mörders versetzt? « Jetzt war sie auf Provokation aus. » Na und ob! «, herrschte er sie an. Die Polizistenehre war verletzt. » Und? «, gab sie gelassen zurück.
» Ich kann nichts Außergewöhnliches erkennen. Der Mörder fährt in den Wald, schleppt den Toten hinter dieses Gestrüpp und richtet ihn danach so her, dass man ihn fast nicht wieder erkennt! «
» Stopp, Michael, Stopp!! «, unterbrach sie ihn energisch. » Fällt dir irgendetwas auf? «
Weber schüttelte den Kopf. » Du sagtest, der Mörder richtet ihn. Und genau das tat er auch! Der Mörder hasst. Abgrundtief ! «
» Dann wären wir wieder bei Mayer! Sie musste ihn einfach hassen! «, warf er ein. Martina schüttelte den Kopf.
» Nein Michael, lass Mayer einmal aus dem Spiel. Du hast schon Recht. Sie hatte ihn zwar sehr gehasst. Aber, wie du sagtest, konnte sie schon auf Grund ihrer Statur, die Tat nicht begehen. «
» Und was ist, wenn sie wirklich jemanden angeheuert hatte? « Wieder schüttelte Martina den Kopf und musste jetzt lächeln. » Du lässt nicht locker, oder? «
» Wie sollte ich? «
» Ich gehe davon aus, dass es ein Mann ist. Und dieser hasst. Und er richtet. « Martina überlegte einen Moment, ehe sie fort fuhr. » Richten heißt Richter sein. Unser Mörder spielt Richter und rächt sich für das, was ihm angetan wurde. «
» Aber Lind hat niemandem etwas angetan! Außer Mayer, natürlich «, antwortete Weber, dem es nicht entging, dass Martina von - unserem Mörder - sprach.
Sein Mörder war in diesem Moment auch ihr Mörder geworden. Es machte ihn Nachdenklich, trotzdem wollte er weiter hören, was sie dachte.
» Es muss nicht Lind selbst gewesen sein, der unserem Mörder etwas angetan hat. «
Wieder dachte sie einen Moment lang nach. » Es müssen tiefe seelische Schmerzen sein, die ihn quälen und antreiben. «
» Was heißt das nun wieder? «
» Das heißt, dass er generell hasst! Vielleicht Männer im Allgemeinen, oder vielleicht Männer eines bestimmten Typs? Es könnte doch durchaus sein, dass Lind zufällig sein Opfer war, weil er ins Bild des Mörders passte. «
Weber wurde unruhig, denn jetzt wusste er genau, was ihre Worte bedeuteten. Er hätte nicht mit diesem Thema beginnen dürfen. Er hätte sich gewünscht, dass es dieses Gespräch nie gegeben hätte. Doch es fand statt und er konnte ihm nicht mehr aus dem Wege gehen.
Langsam stand er auf und begab sich zum Fenster. Er blickte durch einen winzigen Spalt der Jalousie auf die regennasse Strasse. »Was denkst du gerade, Michael? «
Er drehte sich zu ihr und starrte sie angsterfüllt an.
»Ich hoffe, dass du dich in deiner Sache irrst! Denn wenn deine Theorie stimmt, war dies wohl nicht der letzte Mord den unser Mörder begangen hat. «
Plötzlich herrschte Totenstille im Raum. Irgendeine Störung lies das Radio verstummen. Es war, als wäre es ein Zeichen.
 
  roma 
 
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BeitragVerfasst am: 24.02.2009, 17:29
Hallo roma !

Bevor ich irgendwie auf den Inhalt eingehe, eines vorweg: Die Zeichensetzung solltest du dir unbedingt noch einmal genauer anschaun.
Für meinen Geschmack enthalten deine Dialoge eindeutig zu viele Ausrufezeichen, die einem wie Stolpersteine im Weg liegen. Deine Protagonisten spielen Schach, da ist die Atmosphäre meist angespannt und konzentriert - also werden sie wohl nicht rumschreien. Die Szene ließt sich (aufgrund der Satzzeichen) aber eher so, als würden sie sich während eines Gewitters etwas zuschreien.

Beispiel:
»Oder vielleicht werde ich der Polizei meine Dienste anbieten! «
Dieser Satz hört sich für mich eher so an, als würde sie es absichtlich nebenbei und mit einem vielsagenden Lächeln im Gesicht sagen - ganz eindeutig kein Ausrufezeichen, sonst würde sie es ihm ins Gesicht rufen.

Ähnlich verhält sich die Sache mit den Kommata. Manche sind unnütz, an anderer Stelle fehlen sie ganz eindeutig.

Beispiele:
» Aber, nichts! «
Das Komma ist hier zu viel und...
Und so verrückt es auch klang. Er wollte es nun wissen.
.. hier gehört statt dem Punkt ein Komma hin.

Ansonsten kann ich zur Handlung nicht viel sagen, da es ja ein relativ kurzer Absatz ist. Manche Formulierungen solltest du aber noch einmal logisch betrachten.

Beispiel:
Im Radio trällerte angenehme Musik und es war ruhig im Zimmer. Sie redeten nur das nötigste, zu konzentriert waren die beiden.
Es kann einfach nicht ruhig im Zimmer sein, wenn das Radio läuft. Wink

Leider bin ich kein Fan von Krimis/Thrillern und der gleichen. Aber dennoch, viel Erfolg beim weiteren Schreiben!

Grüße
Maya
 
  Maya 
Gast 
 
 
   
   

Danke...

BeitragVerfasst am: 25.02.2009, 10:14
... für die Anregungen, Maya! Werde sicher wieder Änderungen vornehmen.

liebe Grüße
 
  roma 
 
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BeitragVerfasst am: 25.02.2009, 12:35
Und wenn wir schon bei den Satzzeichen sind: Vor oder nach Anführungszeichen kommt kein Leerzeichen.

Grüßle,
Judith

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  Judith 
 
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