 | Plotten - macht ihr das? | Verfasst am: 21.10.2008, 18:10 |
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Hi!
Vor einiger Zeit hatte ich eine Umfrage gestartet, wo es um die Textart geht, mit der ihr euch hauptsächlich befasst (siehe hier: http://www.autorenpool.info/umfrage-was-schreibt-ihr-t4427.html )
Von den 32 Teilnehmern haben 12 sich für Roman entschieden, weitere 4 für Kinder-/Jugendbuch - und einige äußerten sich dahingehend, dass sie eigentlich bei mehreren Alternativen ihr Kreuzchen setzen müssten, was dann wohl zu noch mehr "Roman-Schreibern" geführt hätte.
Gestern habe ich die Herbst-Ausgabe der "BoD Aktuell" bekommen und darin einen Artikel gefunden, dessen Kern mich zu meiner Frage veranlasst hat (wobei diese Frage sich vorrangig an die Romanautoren unter uns richtet, alle anderen aber nicht ausschließen soll):
Plottet ihr?
Wenn ja, wie macht ihr das? Habt ihr eine bestimmte Vorgehensweise dabei? Habt ihr Vorbilder oder Vorgaben für das Plotting?
Oder lehnt ihr Plotting kategorisch ab?
LG
Siegfried
P.S.: Wer die "BoD Aktuell"-Herbstausgabe hat - wie findet ihr den Artikel auf Seite 13? |
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Siegfried |
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 | Re: Plotten - macht ihr das? | Verfasst am: 21.10.2008, 18:30 |
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| Siegfried hat Folgendes geschrieben: |
Plottet ihr?
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Ja, natürlich. Schreiben und gleichzeitig eine Handlung erfinden kann ich nicht, da bleib ich nach ein paar Seiten stecken.
| Zitat: |
Wenn ja, wie macht ihr das? Habt ihr eine bestimmte Vorgehensweise dabei? Habt ihr Vorbilder oder Vorgaben für das Plotting?
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Ich lege einen Anfang, die Mitte und den Schluss fest, und dann versuche ich, die Zwischenräume auszufüllen.
Ich arbeite mit Karteikarten, d.h. ich schreibe für jede Szene (Kapitel/Abschnitt/Wasweißich) eine Karte. Die Karten kommen an eine sehr große Pinnwand, wo ich sie so lange umsortiere, bis ich eine runde Szenenabfolge habe. Ich orientiere mich gern an Campbell, nehme ihn jedoch nicht wörtlich.
| Zitat: |
Wer die "BoD Aktuell"-Herbstausgabe hat - wie findet ihr den Artikel auf Seite 13? |
Nuja, Allgemeinplätze halt. Nix besonderes.
Gruß
Chris |
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ChrisK |
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 | | Verfasst am: 21.10.2008, 18:32 |
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Teils - teils.
Für einen Roman, den ich geschrieben habe, hatte ich nur eine einzige Szene im Kopf.
Dann habe ich einfach eine Geschichte drumherum gebaut.
Es kommt oft vor, dass ich nur eine ganz grobe Idee habe, mich einfach hinsetze und schreibe.
Irgendwas wird schon passieren.
Vor allem kann man sich so sehr schön selbst überraschen.
Gruß
Hakket |
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M-F Hakket |
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 | | Verfasst am: 21.10.2008, 19:00 |
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Hi,
ich habe eine Grundidee im Kopf. Die bildet das Zentrum meines Mindmaps. Und dann warte ich, bis mir weitere Unterideen, Themen einzelne Handlungen, Mataphern etc. in diesem Zusammenhang einfallen. So wächst das Mindmap allmählich an. Handlungszwischenräume kreiere ich meistens im Fluß des Schreibens.Manchmal ergeben sich dann aber auch beim Schreiben Geschichtsänderungen aufgrund plötzlicher Einfälle oder dem Verlauf der Handlung, so dass mein Mindmap nie eine starre Vorgabe ist und ich bereit bin, jederzeit Änderungen vorzunehmen.
VG
Lorenz |
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 | | Verfasst am: 21.10.2008, 19:15 |
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Abend Leute
Falls die zwischenfrage erlaubt ist:
was ist "Plotten"??
mfg
Chris |
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_________________ Wenn Kaffee Coffein enthält
dann muss Kakao eigentlich Kokain enthalten...
Leute
ich geh mich ma schnell zudröhnen ^^
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hast du ein Problem?
dann jag es in die Luft! |
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Chaos Overlord |
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 | | Verfasst am: 21.10.2008, 19:17 |
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Unter plotten versteht man das Anlegen von mehr oder weniger groben Verlaufsstrukturen einer Geschichte im Vorfeld oder auch während der Manuskripterstellung (unter Einbeziehung spezieller Kernthemen oder Szenen)
VG
Lorenz |
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 | | Verfasst am: 21.10.2008, 19:24 |
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k
thx
wieder was gelernt ^^
mfg
Chris |
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_________________ Wenn Kaffee Coffein enthält
dann muss Kakao eigentlich Kokain enthalten...
Leute
ich geh mich ma schnell zudröhnen ^^
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hast du ein Problem?
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Chaos Overlord |
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 | | Verfasst am: 21.10.2008, 22:05 |
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Also ich habe zu Anfang eines Manuskriptes schon so was wie einen Plott im Kopf und notiere mir stichpunktartig, wie ich ihn aufbauen möchte. Leider Gottes gehöre ich aber auch zu den Schreibern, die gerne mal ausbrechen und so ihr ganzes Konzept übern Haufen schmeißen. Meinen Fantasy- Jugendroman musste ich schon mal zur Hälfte wieder umschreiben, weil ich im Schreibfluss eine vermeindlich gute Idee hatte, die sich jedoch so auf Seite 120 als Sackgasse entpuppt hat. Tja, wäre ich doch besser beim Plott geblieben.
Aber die Idee mit den Karteikärtchen finde ich prima! Vielleicht versuche ich das auch mal.
LG, Conny |
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Conny |
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 | | Verfasst am: 21.10.2008, 22:29 |
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AUF JEDEN FALL
zuerst gibt´s bei mir eine grobe idee, dann dazu eine knappe ideenskizze (stichpunktartig runtergeschrieben) danach wird dieses bild weiter ausgemalt (die geschichte bekommt konturen). meistens beginnt nun die geschichte lebendig zu werden und ich fange an die "leben" der figuren auszuformen (auch wenn später 4/5 von diesen dingen in der tonne landen, finde ich es wichtig, dass die figuren eine vorgeschichte haben, so dass deren handeln in sich logisch und nachvollziehbar ist)
schließlich male ich den plott auf große papierbögen (vgl. mindmap). so kann ich gut kontrollieren, ob die szenen sinnig verknüpft sind, ob es lose enden gibt, ob eine figur richtig eingeführt und dann auch regelmäßig im plott auftaucht (oder nur eine karteileiche ist, die für die geschichte eigentlich unnötig wäre). bei drehbüchern gibt es hier theoretisch sogar "vorgaben", wie ein tv-plott aufzubauen ist, in welchen szenen wer einzuführen ist, etc. etc.
letzten endes entscheidet bei mit aber der bauch. ändert sich beim schreiben das gefüge oder eine figur bekommt eine dimension, die ich ihr gar nicht zugedacht hatte, muss ich mein konzept eben überdenken und neu "gestalten".
ich muss allerdings dazusagen, dass meine romane in die richtung justiz- wissenschaftsthriller gehen. da ist es m.e. besonders wichtig, eine logische story zu haben, die in sich stimmig ist und keine fragen offen lässt.
ich hoffe, das hilft ein wenig weiter?
VG
MW
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MW |
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 | | Verfasst am: 22.10.2008, 01:17 |
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Ich mache meist erst einen Plot, wenn ich etwa in der Mitte des Buches bin. Weil ich erst dann weiß, woraus es hinausläuft. Am Anfang gibt es nur eine Grundidee, einen Satz oder zwei, dann gehe ich mit dem Hund spazieren, entwickle im Groben ein Kapitel oder einen Anfang im Kopf, gebe zu Hause dem Hund was zum Fressen, lege mich kurz hin, dann schreibe ich los.
Eigentlich merkwürdig, dass ich nicht plotte. Ich war früher in der Schule bei den Erörterungen immer die Fachfrau für Gliederungen.
Die Personen beschreibe ich aber schon vorher für mich.
Der Artikel im BoD-Heft war in meinen Augen oberflächliches Bla-Bla.
Grüßle,
Judith |
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Judith |
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 | | Verfasst am: 22.10.2008, 02:08 |
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Interessante Antworten bisher.
Ich sitze gerade an einer Geschichte, deren Kern mir beim Anschauen eines Filmes eingefallen ist (es handelte sich um den Film "Ausnahmezustand" mit Denzel Wahsington, Anette Bening und Bruce Willis). Wer den Film kennt: Es geht um die Schluss-Szene, wo der Oberbösewicht, ein Selbstmordterrorist, die CIA-Agentin Anette Bening als Schutzschild vor sich festhält, ihr eine Pistole an den Kopf drückt und so den FBI-Agenten Denzel Washington zum Rückzug zwingt (Anette Bening wehrt sich schließlich gegen den Terroristen, kämpt sich frei und der Terrorist wird dann von Denzel Washington erschossen).
Diese Art von "Lösung" finde ich immer saudoof - ganz besonders aus Sicht des Verbrechers. Denn wenn der FBI-Mann wegen der Geiselnahme seine Waffe auf den Boden legt, was hindert den Verbrecher (insbesondere wenn es sich um einen Terroristen handelt), den unbewaffneten Polizisten über den Haufen zu schießen?
Und dann hatte ich meine Idee: Wie stellt sich diese Situation eigentlich aus der Sicht des Polizisten dar, wenn er weiß, dass der Verbrecher schießen wird? Egal wie sich der Polizist entscheidet, er kann nur verlieren. Legt er seine Waffe nieder, wird er selbst erschossen und ggf. dann auch die Geisel. Schießt er auf den Verbrecher, wird die Geisel durch einen Reflex des Verbrechers im Todeskampf erschossen. Damit war meine Kernidee geboren: Manchmal steht man in seinem Leben vor grundlegenden Entscheidungen, und egal wie man sich entscheidet - man verliert.
Die Grundidee ist also da, die Anfangs- und Ende-Szene der Geschichte kam nahezu von alleine, ebenso die Rahmenhandlung, die alles als Klammer zusammenhält. Dazu noch ein halbes Dutzend anderer Szenen sowie eine Parallelhandlung und eine Handvoll Anekdoten für die Nebenfiguren, die die Hauptthese der Geschichte unterstützen: Wie du dich auch entscheidest, es ist falsch.
Die Frage, die sich mir nun stellt, ist: Wie bekomme ich die einzelnen Ideen und Szenen miteinander verknüpft und in einen sinnvollen und spannenden Zusammenhang? Zumal, wenn die Geschichte einen Umfang von 200 bis 240 Seiten haben soll.
Deshalb interessiert mich bei jenen, die ihre Geschichten plotten, welche Technik sie dabei anwenden. Szenen auf Karteikarten und die hin und her sortieren ist so eine Technik. Mit dem Hund spazieren gehen und dann einfach drauflos schreiben - das dürfte bei mir nicht funktionieren!
Weitere Tipps sind also gerne gesehen!
LG
Siegfried |
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Siegfried |
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 | | Verfasst am: 22.10.2008, 08:19 |
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Ich plotte nicht. Ich kenne aber kollegen, die da eine Wissenschaft draus machen und fürn das Plotten so viel Zeit benötigen, in der ich das ganze Manuskript runter schreibe. Ich nutze allerdings ein Stufendiagramm. Das finde ich besonders nützlich, wenn man über einen länf´geren Zeitraum schreibt und demnach auch längere Pausen macht.
[url][/url]
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PvO |
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 | | Verfasst am: 22.10.2008, 09:31 |
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| Wer Lesestoff für die "breite Masse" produziert, kommt ums Plotten nicht herum. Schließich müssen die Texte in Serie abgeliefert werden - und da gibt es einen vorgegebenen Zeitplan. Ich bin dabei so richtig "altmodisch" und versinke manchmal in meiner Zettelwirtschaft. Versuche, die Handlung in einem Text während des Schreibens zu entwickeln, schlagen bei mir fehl. Diesen "Luxus" leiste ich mir dann, wenn ich etwas für eine Literaturzeitschrift schreibe, das sind dann aber Kurzprosa-Variationen für einen relativ kleinen Leserkreis. |
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hwg |
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 | | Verfasst am: 22.10.2008, 15:10 |
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also beim ausgestalten der idee bleibt wohl nicht mehr übrig, als sich hinzusetzen und ideenskizzen aufzuschreiben.
was mir nützt, sind auch "elektronische zettel". ich schreibe eine grobe gliederung, glieder diese dann immer weiter unter. steht der grobe inhalt, schließlich sammle ich kräftig fakten, die ich den einzelnen überschriften zuordne. dann ist schon einmal ein rahmen da. dann geht´s wie oben weiter ... sprich charaktere ausarbeiten etc. |
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 | | Verfasst am: 16.05.2009, 01:29 |
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Also ich plotte nach dem Muster:
Kapitel:
Darsteller:
Ort:
Perpektive:
Beschreibung:
Und Szenen sortiere ich in einer Wordtabelle |
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Jarda |
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