 | Poesie AG | Verfasst am: 06.02.2010, 01:13 |
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Hallöle alle zusammen,
ich hätte mal eine Frage. Ich wollte evtl. an meiner alten Schule eine selbstständige AG leiten.
Das Motto lautet „Schüler schaffen Dichtung“.
Ich dachte, die Schüler könnten lernen Gedichte zu schreiben bzw. ihre Kenntnisse weiter ausbauen, dass alles evtl. ein bisschen untermauert von Fachwissen. Welche Versreime gibt es? Bedeutende Dichter? Wie stelle ich richtig ein Buch vor?
Den Zugang zu den Schülern wollte ich über die Musik bekommen. Songs als poetische Texte ansehen und so nicht nur an toten Dichtern, sondern sich auch an großen POP-Stars etc. ein Beispiel nehmen.
Hätte einer von Euch eine Idee, wie man solch eine AG umsetzen, kreativ gestalten, ... könnte.
Bin für jede Idee dankbar!!!
LG Titus |
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Titus |
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 | | Verfasst am: 06.02.2010, 09:16 |
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Hallo Titus,
ich finde die Idee sehr gut, habe auch über Songtexte
meine Liebe zum Gedicht entdeckt.
Anfangs ist die einmalige Anschaffung eines Reimlexikons
zu empfehlen, zum Beisiel "Das große Reimlexikon" von
Günter Pössiger. Dort sind auch Wörter der nord-, mittel-,
nieder- und süddeutschen Umgangssprache einbezogen,
und in den Reimgruppen wurden nur "reine Reime"
berücksichtigt.
Zuerst solltest du mit einfachen 2-Zeilern anfangen, dann
auf 4-Zeiler erweitern und zum Schluss 5-Zeiler (Limericks)
üben.
Sobald die Schüler ein gewisses Gefühl für den Sprachrhythmus
entwickelt haben, würde ich englische Songtexte zuerst frei
übersetzen lassen, um sie dann in die richtige Form zu pressen.
Auch da ist ein Reimlexikon sehr hilfreich. Gedichte muss man
sich oft erarbeiten, man wird ja nicht ständig von der Muse
geküsst...
Wünsche dir jedenfalls viel Erfolg mit der geplanten Poesie AG.
Mit Sicherheit findest du hier noch ein paar weitere Tipps, damit
deine Idee umgesetzt werden kann.
LG, Amber |
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AmberStuart |
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 | | Verfasst am: 06.02.2010, 19:43 |
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Hallöle,
also, was das Fachwissen angeht kriegt man die Tür nicht zu, wenn sie erst einmal offen ist, dann kannst du dich nämlich ewig mit den wunderbarsten Reimschemen und Metren auseinandersetzen (Jambus, Daktylus usw.), kannst anfangen bestimmte Gedichtformen zu untersuchen (Elfchen, Haiku, Sonett etc.). Fachliteratur dürfte es dahingehend wie Sand am Meer geben, inklusive den typischen Merkmalen der Dichtungen aus bestimmten Epochen, von Sturm und Drang bis Dada. Wenn es nciht zu theoretisch und trocken werden soll, würde ich einfach mal in Deutschschulbücher schauen und den ein oder anderen Deutschlehrer fragen, ob er Infomaterial hat, oder zumindest empfehlen kann.
So, wie sieht es mit bedeutenden Dichtern aus? Da könnte ich mir eine Interessenkolision vorstellen, denn einerseits sind die meisten Klassiker seit mindestens sechzig jahren tot sind, du aber andererseits berechtigterweise aktuelle Poesie einbringen willst, was die ganze Sache natürlich interessanter macht. Da würde ich aber vor allem deutsche Texte anschauen, weil nur bei diesen Texten (wenn man nicht gerade von ENglisch-Profis umringt ist) wirklcih auch eine Analyse der Sprache und der sprachlichen Bilder machen kann. Bei Übersetzungen ist man nämlich immer der Willkür des Übersetzers unterworfen, was meiner Meinung nach Lyrik im Allgemeinen unübersetzbar macht. Nur gibt es eben Klassiker wie Heu. Da würde ich einfach so vor gehen, in den sauren Apfel zu beißen (der vielleicht gar nciht so sauer ist, Lyrik lesen ist was tolles) und mich mal quer Beet durch die deutschen Klassiker zu lesen, von Walther von der Vogelweide und Gryphius über Goethe und WilhelmMüller bis zu Benn, Brecht und Robert Gernhardt und dann eben die interessantesten Texte raussuchen. Da macht es wirklich die Vielfalt, damit es nicht langweilig wird.
So, das ist alles was mir spontan zu deiner Idee, die ich übrigens ziemlich gut finde, eingefallen ist. Ich hoffe es hat dir geholfen
Gruß
Maro |
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_________________ Tränenauge und Lächelmund ISBN 978-3-8391-1756-9 |
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Maro |
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 | | Verfasst am: 06.02.2010, 23:56 |
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Danke für eure Antworten ihr beide.
@ AmberStuart
Ja, ein Reimlexikon habe ich schon. Sogar zwei. Eines heißt: Die kleine Reimschule. Auch mit verschiedenen Reimen und wie man einen Zugang zur Dichtung findet. Naja, hatte für mich zu wenig Ideen gehabt.
Dass man sich nach und nach in der Versen steigert ist ne gute Idee. Ich glaube, die kann ich gut einbauen - Danke!!!
@ Maro
Von der Dada - Richtung fällt mir momentan nur Walters Serner ein. Muss ich aber noch mal gründlich googeln.
Ja, du hast Recht. Soll ein bunter Mix werden. Die entsprechende Literatur habe ich schon in meinen Regalen stehen. Kafka, Brecht, Goethe, Schiller, ...
auch Kurzprosa wie Borchert. Fange gerade an mich viel mit Kleist zu beschäftigen, interessanter Mensch. Die verschiedenen Epochen wären Ideal, um inhaltlich die AG (neben Techniken) zu füllen.
Danke auch Dir!!!!
LG Titus |
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Titus |
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 | | Verfasst am: 07.02.2010, 10:13 |
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Ein ganz "unfachlicher" Vorschlag.
Ich lasse meine Gesangs-Schüler ihren ganz eigenen Ton finden und singen. In der Gruppe kommt oft ein wunderbarer Chorklang heraus.
Lasse doch einfach jeden seinen eigenen Rhythmus ausdrücken - ohne Regeln von außen. Die Worte fließen von allein.
Und dann schau Dir mal das Kettengedicht hier im Forum an. So etwas wäre doch auch eine wunderbare Gemeinschaftsarbeit. Mit 4-Zeilern und einem Gruppen-Rhythmus.
Auf jeden Fall wünsche ich Dir mit Deiner AG ganz viel Spaß - denn mit Spaß kommen die besten Sachen heraus.
Liebe Grüße
Barbara |
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_________________ Barbara Zell
Sängerin - Heilerin - Lehrerin und schriftlicher Kanal für Engelworte |
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Engelworte |
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 | | Verfasst am: 07.02.2010, 14:37 |
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Hallo Barbara,
auch vielen Dank für deinen Vorschlag!
Ja, du hast Recht, jeder sollte irgendwo seinen Rhythmus beibehalten, was (finde ich) schwer in einer Gruppe ist. Weil man ja auch irgendwie was fachliches, Stile vermitteln möchte.
Das mit den Kettengedichten habe ich hier im Forum mal beobachtet.
Bin selber ein nicht ganz so großer Freund davon, aber für das Üben mit einem Kurs von Schülern vielleicht wirklich nicht so eine schlechte Idee.
Ich denke, ich kann von deinem Vorschlag was übernehmen.
Vielen Dank mein Engel!!!
Titus |
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Titus |
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 | | Verfasst am: 07.02.2010, 15:22 |
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Da führt kein Weg an lyrikline vorbei. Die Dichter selbst lesen lassen.
www.lyrikline.org
z.B. Gerhard Rühm (Glaubensbekenntnis) |
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holz |
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 | | Verfasst am: 07.02.2010, 15:40 |
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Hallo Titus,
zunächst einmal finde ich es klasse, wenn ein ehemaliger Schüler aus eigener Initiative eine AG an seiner alten Schule gründen will.
Was und wie Du arbeiten willst hängt natürlich auch davon ab mit welcher Altersgruppe du arbeiten wirst.
Für jüngere Schüler muss der Ansatz, denke ich, etwas anders sein als bei Oberstufenschülern.
Was sich, meiner Meinung nach, immer gut als Einstieg ins selber Dichten anbietet, ist es sich ein Gedicht zu einem Thema vorzunehmen, und dann umzuschreiben in ein ähnliches Thema.
Also zum Beispiel ein Frühlingsgedicht umzuwandeln in ein Herbstgedicht.
Der Rhythmus des Gedichts, das Versmass etc. bleiben also bestehen, aber der Inhalt wird verändert.
Je nach Niveau des Ursprungsgedichts ergibt sich aus dieser Aufgabe auch der Schwierigkeitsgrad.
Mit meinen Schülern ( 1.-3. Jahrgangsstufe Förderschule) schreibe ich öfters kleine Gedichte gemeinsam. Jeder gibt etwas zum Inhalt vor und wir versuchen dann gemeinsam ein Gedicht daraus zu machen.
So etwas ließe sich in einer AG sicher auch als Gruppenaufgabe umsetzen.
Es gibt auch sehr einfache Gedichtsformen wie das Elfchen oder das Rondell bei denen auch unsichere Schüler etwas Kreatives schaffen können. Schau mal auf folgende Seite, wenn es Dich interessiert
http://www.learn-line.nrw.de/angebote/litweb_schreiben/wirschreibenged.htm
Ich weiß nicht ob Dir meine Ansätze für Deine AG etwas bringen, aber vielleicht ist ja doch die eine oder andere nützliche Anregung dabei.
Auf jeden Fall lohnt es sich immer, Kreativität zu fördern.
Viel Spaß und Freude mit den zukünftigen Dichtern
Marion |
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Zuletzt bearbeitet von Marion am 07.02.2010, 21:08, insgesamt einmal bearbeitet |
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Marion |
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 | | Verfasst am: 07.02.2010, 16:49 |
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Vielen Dank für Eure Antworten!!!
@ holz
Soweit ich das überblicken kann, bietet die Seite eine riesen Auswahl. Ich weiß allerdings nicht (muss ich noch mal Morgen gucken), ob es irgendwo eine kleine Begleitung (Anleitung) ... gibt, um Texte zu deuten, Reimschemen zu verstehen...
Danke!
@ Marion
Ich war auch mal auf deiner Seite drauf. Wenn ich die vorher gehabt hätte, hätte ich mir eine Menge Arbeit ersparen können.
Die Idee mit dem Elfchen und Rondell (kannte beide noch selber nicht) ist glaube ich, der beste Einstieg für die Dichtung.
Und nein, ich mache die AG nicht für eine Oberstufe. Ich mache sie für meine alte RS, wo ich früher mal war.
Bin heute in einem Gym, im gleichen SZ. Mache schon seit drei Jahren selbstständig eine Mathe-AG für die 10. Klassen als Vorbereitung für die Abschlussprüfungen.
Ich glaube den Schülern kann ich damit wirklich helfen, aber einige Lehrer sind total gegen mich. Wollen mich wohl nicht mehr in meiner alten Schule sehen. Dabei war ich doch immer ganz brav
Gedichte schreiben als Anleitung in einem Förderdeutschkurs, wäre ich am Anfang gar nicht drauf gekommen, dass man sowas machen könnte.
Aber ich glaube den Schülern hilft es echt und Spaß macht es ja auch!!!
Liebe Grüße an euch beide
Titus |
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Titus |
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 | | Verfasst am: 07.02.2010, 19:37 |
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Also, was Dada angeht, so lässt sich immer der Dauerbrenner "An Anna Blume" von Kurt Schwitters empfehlen  |
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_________________ Tränenauge und Lächelmund ISBN 978-3-8391-1756-9 |
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Maro |
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 | | Verfasst am: 08.02.2010, 17:51 |
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holz |
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 | | Verfasst am: 08.02.2010, 18:08 |
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skipteuse |
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 | | Verfasst am: 09.02.2010, 00:22 |
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Danke erneut für eure lieben Antworten!!!!
@ Maro
Dass Schwitters auch Gedichte schreibt hätte ich nie gedacht!
Habe es mal gegoogelt. "Ich - liebe - Dir"
Irgendiwe ein ganz verrücktes Gedicht, aber so war ja Dada.
An einer wirklichen Interpration würde man sich glaube ich die Zähne ausbeißen.
Man lernt immer wieder was dazu. Vielen Dank!!!
@holz
Habe mal deinen Link angeklickt.
Leider müsste man sich für jedes Werk einen Extraband kaufen, dabei wollte man ja auf eine Vielfalt von Werken zurückgreifen. Aber Reclam ist ja nicht so teuer!!!
Vielleicht schaue ich mich mal nach einem Sammelwerk von Interpretationen um, die sich nicht nur auf einen Künstler beziehen.
Mal schauen, ob ich da was finde. Lieben, lieben Dank!!!
@ skipteuse
Ja, Lyrik wird oft in die alte Mythenkiste der Alten oder von Jugendlichen als lästigen Schulstoff angesehen.
Einige aus meiner letzten Jahrgangsstufe (11. Klasse!!!) sollten mal ein Buch vorstellen. Keiner wusste so recht was, weil sie ja immer nur Zeitung lesen. So kam es, dass 8 Leute das gleiche mit brachten und das war ein Buch, was wir schon mal im Unterricht durchgenommen hatten. Oh Mann!!
Aber zurück zur Lyrik. Die Jugend steckt ja heute eigentlich mit der Musik tief drin in poetischen Texten und selbst der Rap kann als eigener Stil angesehen werden.
Wenn man bei den Jugendlichen heute mal Interesse erzielen will, darf man nicht immer nur auf Goethe, Kleist, Brecht oder Kafka rumreiten. Da sollte man schon auch auf die heutige Zeit ein bisschen Bezug nehmen.
Was da wohl raus kommt... mal schauen was Stiefmutterchen sagt!
Auch dir lieben Dank!!!
Herzliche Grüße an euch drei
Euer Titus |
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Titus |
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