 | | Verfasst am: 24.10.2011, 14:16 |
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| W.Waldner hat Folgendes geschrieben: |
vielleicht könntest Du mir mal erklären, wie "seriöse Verlage" so einen Käse wie das Buch von der Hegemann oder jetzt diese ekligen Schoßgebiete oder Feuchtgebete verlegen und gar noch zum großen Buchereignis machen können.
Andere Spezialisten des Buchgewerbes und des "seriösen Verlagswesens" wären da auch gefragt.
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Die Antwort ist extrem einfach:
Für einen Verlag ist ein Buch eine Ware - so wie für andere Unternehmen Käse, Fahrräder oder Orangensaft. Der Inhalt eines Buches ist absolut sekundär. Es geht ausschließlich um die Frage, ob sich die Investition eines mittleren fünfstelligen Betrages in ein Manuskript lohnt, indem sich entsprechend viele Exemplare verkaufen lassen, um damit die Kosten wieder einzuspielen und ggf. Gewinn zu machen.
Bücher sind Handelsware, und nur Naivlinge oder Idealisten sehen das Buch als ausschließliches Kulturgut an. Das ist nämlich nur der Nebeneffekt eines Buches.
Verlagsinhaber streben vor allem eines an: Geld verdienen. Bei einem von mir besuchten "Creative Writing Workshop" war dies das Thema der ersten Stunde: Dein Text, egal wie viel Herzblut da drin steckt, hat zuallererst einen bestimmten Marktwert - das interessiert den Verleger oder den Literaturagenten und sonst gar nichts.
Die von dir genannten Bücher führten zu entsprechender Mundpropanganda bzw. zu den bekannten "Skandal"-Artikeln in den Medien. Eine bessere Werbung für den Verlag gibt es nicht. |
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_________________ Grüße
Siegfried
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»Wer sich vor dem Ertrinken fürchtet, tut besser, schwimmen zu lernen, als dem Wasser auszuweichen.« (Karl Waggerl) |
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Siegfried |
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 | | Verfasst am: 24.10.2011, 16:14 |
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| Annorra hat Folgendes geschrieben: |
| Nun geht aber nicht jeder Gründer logisch an eine Sache ran. Im Geschäftsleben werden Fehler gemacht, auch dumme Fehler - ganz allgemein gesprochen. |
Was bei einer Unternehmensgründung nicht gerade von Vorteil ist. Wenn man Pech hat, ist durch einen leichtsinnigen Fehler auch die private Existenz ruiniert. Daher sollte man genau überlegen, was man da tut.
| Annorra hat Folgendes geschrieben: |
Und in Bezug auf die Verlagsgründung: Ich weiß nicht, ob du wirklich eine Vorstellung hast, wie neugegründete Verlage wirtschaftlich so laufen. Vielleicht hast du mehr die Gründung von Tochterverlagen bei Konzernen im Kopf, diese aber habe ich nicht untersucht, da diese unter ganz anderen Vorraussetzungen starten. |
Nein, ich gehe von der Neugründung eines Verlages aus, der selbstständig arbeitet. Da gibt es eine Reihe von Punkten, die man vorher abwägen sollte - kann man in jedem Gründerseminar bei der IHK oder sogar bei der VHS lernen. Das fängt an mit der Unternehmensform, geht über den Aufbau der Produktpalette hin zur Finanzieren und zur Analyse der Anlaufkosten. Wer das nicht macht, ist mit dem Klammerbeutel gepudert und läuft direkt ins Risiko.
Wer z. B. einen Existenzgründungszuschuss vom Staat will oder ein Darlehen von der Bank benötigt, der muss einen Business-Plan vorlegen. Da geht es dann um die nackten Zahlen - und nicht um eine Gründung auf Verdacht.
Nur mal so am Rande: Ein Verlag ist ein Handelsunternehmen, damit fällt der Inhaber als Vollkaufmann unter die Regelungen des HGB. Also entsprechende Buchführung mit allen Konsequenzen. Außerdem stellen sich die Fragen nach Eintragung ins Handelsregister, Mitgliedschaft bei der örtlichen IHK, Steuerberater, neue Steuernummer beim Finanzamt, Umsatzsteuerfrage mit Ust-ID für EU-weite Geschäfte usw.
Wer nur mal so nebenbei ein Unternehmen gründet, dürfte da schnell Probleme bekommen.
| Annorra hat Folgendes geschrieben: |
Der Großteil der neuen Verlage sind Ein-Personen-Verlage. Da ist also nix mit Personalkosten. Eher noch hilft die Familie mit. Und "Jahresprogramm" ist auch kein Wort, dass für die Mehrzahl neuer Verlage relevant ist. Der neue (Ein-Personen)Verlag geht oft mit einem Titel an den Start und versucht erstmal hier sein Glück. Später kommen dann ein paar mehr hinzu, aber ein "Jahresprogramm"-Denken wirst du in neuen Verlagen kaum finden (es sei denn, es sind Konzerntöchter). |
Ganz ehrlich: Wer einen Verlag gründet mit einem Ausstoß von ein oder zwei Büchern pro Jahr, der betreibt kein Unternehmen, sondern ein mit Gewerbeschein ausstaffiertes Hobby. Unternehmertum sieht anders aus. Das Finanzamt könnte da irgendwann einen Schlussstrich ziehen und das ganze nachträglich als Hobby einstufen, weil die Gewinnerzielungsabsicht durch dauerhaften Verkauf nicht gegeben ist.
| Annorra hat Folgendes geschrieben: |
Ein neuer Verlag bekommt erstmal keine Hunderte von Manuskripten. Dazu ist er noch gar nicht bekannt genug. Also, man muss schon einiges an Marketing betreiben, um "Hunderte von Manuskripten" zu bekommen.
|
Hier geht es nicht um neue Verlage per se, sondern um neue Verlage, die mit dem Spruch "Verlag sucht Manuskripte" in die Öffentlichkeit gehen. Bei denen dürften sich irgendwann die Manuskripte stapeln - ganz besonders, wenn das ein Ein-Personen-Betrieb ist.
Nehmen wir nur an. es kommt pro Tag ein Manuskript. Also "nur" 20 im Monat. Wie will das jemand durcharbeiten, wenn man nebenher noch den Vertrieb bearbeiten muss?
| Annorra hat Folgendes geschrieben: |
Ein neuer Verlag wird auch nicht Kontakt mit diversen Literaturagenten aufnehmen. Ein Ergebnis meiner Studie: Nur eine Minderheit der Befragten kennt das Wort "Ava International". Und das ist eine sehr bekannte Agentur.
|
Warum nicht? Professionelle Hilfe ist doch das A und O bei einer Neugründung. Dass Neu-Verleger den Namen einer bekannten Literaturagentur nicht kennen, ist doch der schlagende Beweis dafür, mit welcher Naivität die Leute in die Selbstständigkeit stolpern. Es sind offenbar tatsächlich Hobby- bzw. Amateur-Verleger. Wie kann man diese Gruppe als Maßstab für eine wissenschaftliche Untersuchung nehmen?
| Annorra hat Folgendes geschrieben: |
Es kommt nicht nur drauf an, DASS der Verlag neue Manuskripte sucht, sondern WIE er es ausdruckt. Klar, mein Einleitungssatz ist mehr DKZV-reißerisch, aber die grundsätzliche Botschaft, dass man sucht, wird man als Verlag durchaus verlauten lassen dürfen, ohne als DKZV oder amateurhaft abgestempelt zu werden. |
Ein Verlag, der Manuskripte sucht, ist ein DKZV oder eben amateurhaft geführt. Ersteres blenden wir jetzt mal bewusst aus. Letzteres zeigt, dass keine Verbindungen in die "Szene" bestehen. Zum Beispiel zu anderen Verlagshäusern, zu Lektoraten, zu Literaturagenturen. Ein Manuskript, das vom Verlag xyz abgelehnt wurde, weil es nicht zum Verlagsprogramm passt, könnte man dort gut abstauben - auch weil man vom Lektor bereits eine entsprechende Einstufung erhält. Das Thema Agentur hatten wir ja schon oben.
Ein Werbespruch wie "Verlag sucht Manuskripte" ist für den Verlag übel.
| Annorra hat Folgendes geschrieben: |
| Wer mit der Verlagsgründung anfängt, der weiß, dass Gründungen so ihre Hürden haben. Um es am Start nicht so schwer zu haben, werden schon mal finanziell-bürokratisch angenehmere Entscheidungen am Start getroffen. Später, sollte das Unternehmen sich professionalisieren, wird/muss (wegen juristischen Aspekten) eine andere formale Struktur geschaffen werden. |
Du schreibst es selbst: "Später, sollte das Unternehmen sich professionalisieren [...]" Wir reden hier also wirklich von Amateuren, von Hobby-Verlegern, die sich auf ein nicht abzuschätzendes Abenteuer einlassen, ohne Ahnung von der Branche und ohne Beziehungen zu Profis.
Kann man bei solchen Unternehmensgründern einen Untersuchungsanspruch auf Profil, Professionalität und Kompetenz stellen? |
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Siegfried
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Siegfried |
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 | | Verfasst am: 24.10.2011, 16:47 |
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Hallo Siegfried,
| Siegfried hat Folgendes geschrieben: |
| Für einen Verlag ist ein Buch eine Ware - so wie für andere Unternehmen Käse, Fahrräder oder Orangensaft. Der Inhalt eines Buches ist absolut sekundär. |
vermutlich, nein, ganz sicher hast Du Recht.
Ich habe den Begriff "seriöse Verlage" nur nicht richtig verstanden. Damit ist wohl ein Verlag gemeint, bei dem genug Geld vorhanden ist, um für jeden Schund in der "Qualitätspresse" die Anzeigen zu schalten und die Journalisten so zu schmieren, dass alle Medien sich in Lobeshymnen oder "Skandalberichten" überschlagen, statt den Käse zu ignorieren und totzuschweigen.
| Zitat: |
| Ein Werbespruch wie "Verlag sucht Manuskripte" ist für den Verlag übel. |
Das gilt vermutlich für die Verlage, die wissenschaftliche Arbeiten an den Universitäten publizieren, nicht. Wenn der Doktor damit erworben wurde und der Verfasser es nur noch veröffentlichen muss, braucht es keinen Lektor.
Da wird der entsprechend ausgerichtete Verlag auch ganz selbstverständlich ständig nach unbegrenzt vielen neuen "Manuskripten", also den Doktor- und Examensarbeiten oder Forschungsberichten, suchen. |
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_________________ Trugschlüsse der Volkswirtschaftslehre
Warum die Geldpolitik 1929-33 die Weltwirtschaftskrise verursacht hat
Der preußische Regierungsagent Karl Marx |
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 | | Verfasst am: 26.10.2011, 10:38 |
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Hallo Siegfried,
man merkt, dass du dich mit dem Gründen auskennst.
Aber erst wollte ich noch was zu deinem vorigen Beitrag sagen:
| Zitat: |
| Bei einem von mir besuchten "Creative Writing Workshop" war dies das Thema der ersten Stunde: Dein Text, egal wie viel Herzblut da drin steckt, hat zuallererst einen bestimmten Marktwert - das interessiert den Verleger oder den Literaturagenten und sonst gar nichts. |
Dass man im Creative Writing Kurs das so schnell und unverblümt gesagt hat, hat mich positiv überrascht. Das ist etwas, das auch ich so sehe und wo ich den Eindruck habe, dass das gerne geleugnet wird - auch gerade im Rahmen dieser Creative Writing Angebote. Beim Creative Writing gibt es nach meinem vagen Eindruck viele, die einen autoren-, erlebnis- und textzentrierten Ansatz haben.
Dann zu deinem anderen Beitrag:
Die allgemeinen Inhalte von Gründerseminaren sind mir bekannt.
Ich denke, die meisten Verleger werden sich vor der Gründung mit den juristischen Aspekten beschäftigt haben. Einen Verlag als Nebenbeschäftigung oder ohne viel Profit zu führen muss nicht heißen, dass man sich über die juristischen Aspekte einer Gründung keine Gedanken gemacht hat. Einige der juristischen Einstiegssachen kosten ein wenig Gebühren, aber das bloße Schaffen der formalen Voraussetzungen dürfte einen Verleger nicht in finanzielle Probleme bringen.
BeitragVerfasst am: 24.10.2011, 16:14 Titel:
Annorra hat Folgendes geschrieben:
Nun geht aber nicht jeder Gründer logisch an eine Sache ran. Im Geschäftsleben werden Fehler gemacht, auch dumme Fehler - ganz allgemein gesprochen.
Was bei einer Unternehmensgründung nicht gerade von Vorteil ist. Wenn man Pech hat, ist durch einen leichtsinnigen Fehler auch die private Existenz ruiniert. Daher sollte man genau überlegen, was man da tut.
Annorra hat Folgendes geschrieben:
Und in Bezug auf die Verlagsgründung: Ich weiß nicht, ob du wirklich eine Vorstellung hast, wie neugegründete Verlage wirtschaftlich so laufen. Vielleicht hast du mehr die Gründung von Tochterverlagen bei Konzernen im Kopf, diese aber habe ich nicht untersucht, da diese unter ganz anderen Vorraussetzungen starten.
Nein, ich gehe von der Neugründung eines Verlages aus, der selbstständig arbeitet. Da gibt es eine Reihe von Punkten, die man vorher abwägen sollte - kann man in jedem Gründerseminar bei der IHK oder sogar bei der VHS lernen. Das fängt an mit der Unternehmensform, geht über den Aufbau der Produktpalette hin zur Finanzieren und zur Analyse der Anlaufkosten. Wer das nicht macht, ist mit dem Klammerbeutel gepudert und läuft direkt ins Risiko.
Wer z. B. einen Existenzgründungszuschuss vom Staat will oder ein Darlehen von der Bank benötigt, der muss einen Business-Plan vorlegen. Da geht es dann um die nackten Zahlen - und nicht um eine Gründung auf Verdacht.
Nur mal so am Rande: Ein Verlag ist ein Handelsunternehmen, damit fällt der Inhaber als Vollkaufmann unter die Regelungen des HGB. Also entsprechende Buchführung mit allen Konsequenzen. Außerdem stellen sich die Fragen nach Eintragung ins Handelsregister, Mitgliedschaft bei der örtlichen IHK, Steuerberater, neue Steuernummer beim Finanzamt, Umsatzsteuerfrage mit Ust-ID für EU-weite Geschäfte usw.
Wer nur mal so nebenbei ein Unternehmen gründet, dürfte da schnell Probleme bekommen.
Annorra hat Folgendes geschrieben:
Der Großteil der neuen Verlage sind Ein-Personen-Verlage. Da ist also nix mit Personalkosten. Eher noch hilft die Familie mit. Und "Jahresprogramm" ist auch kein Wort, dass für die Mehrzahl neuer Verlage relevant ist. Der neue (Ein-Personen)Verlag geht oft mit einem Titel an den Start und versucht erstmal hier sein Glück. Später kommen dann ein paar mehr hinzu, aber ein "Jahresprogramm"-Denken wirst du in neuen Verlagen kaum finden (es sei denn, es sind Konzerntöchter).
| Zitat: |
| Ganz ehrlich: Wer einen Verlag gründet mit einem Ausstoß von ein oder zwei Büchern pro Jahr, der betreibt kein Unternehmen, sondern ein mit Gewerbeschein ausstaffiertes Hobby. Unternehmertum sieht anders aus. Das Finanzamt könnte da irgendwann einen Schlussstrich ziehen und das ganze nachträglich als Hobby einstufen, weil die Gewinnerzielungsabsicht durch dauerhaften Verkauf nicht gegeben ist. |
Entscheidend ist letztlich nicht die Menge an Büchern, sondern der Gewinn (bzw. generell, auch jenseits der Verlage: als Unternehmen kann man durchaus mit einem einzigen Produkt an den Start gehen und mit diesem Produkt Gewinn machen). Und wer als neuer Kleinverleger ohne viel Kapital startet, der tut gut daran, sich anfangs besser für wenige Bücher intensiv einzusetzen, statt mit einer breiten Palette anzufangen und alles "halb" zu machen. Diese Erfahrung habe ich schon mal von einem oder mehreren Verlegern wo gelesen.
Wenn das Finanzamt das Ganze nachträglich als Hobby einstuft, bringt das natürlich Nachteile, bedeutet aber nicht unbedingt das komplette Aus. Und ja, viele Gründungen scheitern - nicht nur im Verlagswesen.
Unter Unternehmertum kann man verschiedenes verstehen. Unternehmertum bezieht sich nicht nur auf die großen Unternehmer mit viel Kapital, sondern es gibt auch viele Ein-Personen-Unternehmen ohne viel Kapital. Das kann man durchaus als Unternehmertum betrachten - mindestens, so lange es nicht scheitert oder eben als Liebhaberei eingestuft wird.
| Zitat: |
| Nehmen wir nur an. es kommt pro Tag ein Manuskript. Also "nur" 20 im Monat. Wie will das jemand durcharbeiten, wenn man nebenher noch den Vertrieb bearbeiten muss? |
20 Manusktipte im Monat ist nun nicht "Unbewältigbares". Der Verleger ist ja nicht gezwungen, die komplett zu lesen oder eine Stunde drüber zu brüten. Bei einigen MS wird nur das Anschreiben gelesen, bei einigen lediglich das Exxpose überflogen, einige schaffen es immerhin bis zu den ersten Seiten der Leseprobe. Angeblich - glaubt man den diversen Aussagen von größeren Verlagen bzw. anderer Branchenexperten - sei ja der Großteil der MS schon bei den ersten Blicken nicht zu gebrauchen. Sofern der Verleger nicht wirklich 20 sehr vielversprechende MS kriegt, ist er in Monat vielleicht eine oder zwei Stunden mit 20 MS beschäftigt.
Was nun Ava International und Co betrifft: Klar, das ist ein deutliches Zeichen. Allerdings sollte man auch die Relevanz dieses Begriffs für eine Verlagsart beachten. Nur weil ein Verlag, der sich z. B. auf Diplomarbeiten spezialisiert hat, Agenturen nicht kennt, macht ihn das nicht unprofessionell. Ist für seinen Geschäftsbereich nicht relevant. Dasselbe gilt für Verlage mit DKZ-Modell. Und wer von vornherein einen Fachverlag für Taucherfachbücher o. ä. plant, der braucht sich der Unkenntnis von Ava International ebenfalls nicht zu schämen.
| Zitat: |
| Dass Neu-Verleger den Namen einer bekannten Literaturagentur nicht kennen, ist doch der schlagende Beweis dafür, mit welcher Naivität die Leute in die Selbstständigkeit stolpern. Es sind offenbar tatsächlich Hobby- bzw. Amateur-Verleger. Wie kann man diese Gruppe als Maßstab für eine wissenschaftliche Untersuchung nehmen? |
Für meinen Untersuchung habe ich alle 200 Buchverlage angeschrieben, die ich für die Gründungsjahre 2004-2010 über Google finden konnte. Diese Verlage haben sehr unterschiedliche Professionaliätsstadien gehabt. Nicht angeschrieben wurden Konzerntöchter und reine Selbstverlage. Auch die Verleger hatten unterschiedliche Qualifikationen. Manche waren erfahrende Mitarbeiter aus großen Verlagen oder ausgebildete Verlagskaufmänner, andere waren mehr diese Hobby-Verlagstypen.
Wie man diese Gruppe in eine wissenschaftliche Untersuchung reinnehmen kann? Hast du zufällig irgendein Fach studiert? Wenn ja, solltest du wissen, dass dies aus wissenschaftlicher Sicht kein Argument ist. Studien untersuchen Erfolgsfälle und Erfolgslose. Gewiss könnte man die Stichprobe strenger auswählen - aber dann bleibt die Frage, nach welchen Kriterien. Websites sind zwar recht informativ, aber nicht hinter jeden schlechten Website versteckt sich ein amateurhafter Verlag und umgekehrt. (sieht man auch gerade bei Websites von Literaturagenturen; wenn ich da Professionalität nach Websites beurteilen solle ... manche Professionelle kämen nicht gut weg ...)
Und die völlig Erfolgslosen habe ich eher nicht untersucht - diese sind nämlich gar nicht mehr am Markt. Auch ist es wahrscheinlich, dass an meiner Studie schon eher die Erfolgreicheren teilgenommen haben.
| Zitat: |
| Du schreibst es selbst: "Später, sollte das Unternehmen sich professionalisieren [...]" Wir reden hier also wirklich von Amateuren, von Hobby-Verlegern, die sich auf ein nicht abzuschätzendes Abenteuer einlassen, ohne Ahnung von der Branche und ohne Beziehungen zu Profis. |
Aber was ich NICHT geschrieben habe: Dass in meiner Studie nur Hobby-Verleger drin waren. Nein, im Gegenteil! Wie gesagt, für meine Studie habe ich alle Verlage angeschrieben, die ich finden konnte aus den entsprechenden Gründerjahren.
| Zitat: |
Kann man bei solchen Unternehmensgründern einen Untersuchungsanspruch auf Profil, Professionalität und Kompetenz stellen?
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Ja, natürlich! Schließlich habe nicht nicht die Kompetenzen DER Verleger untersucht, ich habe die Kompetenten frisch gegründeter Verlage untersucht. Und der Gründer, der quasi schon vor seiner Gründung der Vollprofi ist, ist nicht allzu häufig anzutreffen, ob in der Verlagsbranche oder anderswo. Wo wäre der Sinn meiner Untersuchung, wenn ich nur Professionelle untersuchen würde? Außerdem war der Untersuchungszeitraum 2004-2010 sehr begrenzt. Das sind nur sieben Jahre. Und wenngleich es Tausende von Verlagen gibt, es werden nicht Tausende von Verlagen in sieben Jahren gegründet. Da waren faktisch also nicht einmal 1000 Verlage, unter denen ich die 200 professionellsten auswählen könnte. Nein, da waren nur 200 Verlage - aller Professionalitätsstufen höher als reiner Selbstverlag. |
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_________________ Macht, Liebe und Verrat in einer exotischen Fantasy Welt:
„Astarian – Das Universum der Ancris“
als Ebook bei Amazon und auf www.flyfiction-fantasy-verlag.de |
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Annorra |
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 | | Verfasst am: 26.10.2011, 11:02 |
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Annorra, dein letztes Posting war etwas chaotisch, da Zitate teilweise nicht als solche markiert waren.
Meine Fragen:
Wie hoch war der Rücklauf? Du hast 200 Verlage angeschrieben. Haben gleich alle einen Fragebogen bekommen? Oder erst nur ein Anschreiben?
Wie viele von ihnen haben die Fragebogen verwertbar ausgefüllt?
Was ist für dich das Erfolgskriterium?
Wie konntest du die Gesamtheit der Rückläufe - es sind ja Verlagsgründungen bis 2010 darin, zumindest theoretisch, so rasch auswerten, dass bereits im Oktober 2011 ein gedrucktes Buch mit den Ergebnissen vorliegt?
Welche Arbeitshypothesen hast du eingangs formuliert?
Gehe ich recht in der Annahme, dass es sich bei dieser Studie um deine Bachelorarbeit handelt?
Würdest du bitte genauer definieren, was du meinst mit "Studien untersuchen Erfolgsfälle und Erfolgslose"?
Und mit Verlaub: "irgendein Fach" studiert zu haben befähigt definitiv nicht zwangsläufig zur Beurteilung wissenschaftlicher Studien und deren Hintergründe schlechthin.
Ansonsten darfst du beruhigt sein, auch hier in diesem Forum gibt es Leute, die studiert haben, Jahrzehntelange Berufserfahrung und auch wissenschaftliche Studien veröffentlicht haben.
Haifischfrau |
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_________________ www.maryanne-becker.de |
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Haifischfrau |
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 | SandraR - Die dampfende Publizistin | Verfasst am: 07.11.2011, 01:19 |
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| SandraR hat Folgendes geschrieben: |
Zu Nachvollziehbar, neue Verlage suchen Autoren! Hier lautet die Antwort eindeutig "Nein"! Ein seriöser neuer Verlag erscheint nicht aus dem Nichts. Und für Autoren die ihn interessieren hat er seine Quellen.
Zudem, kein Verlag egal ob neu oder alt, verlangt ein ganzes Manuskript! Das gibt es nie! Wenn überhaupt will der Verlag lediglich ein Exposee.
Lies deinen hier eingestellten Text nochmals durch! Bei mir als Verlag, ist man mit so einem Fehler in einem Exposee gleich wieder draußen. |
Und was ist mit so einem Satz im Beschreibungstext eines bereits erschienenen eBooks? Zitat: »Die Publizistin dampft und war selber Kettenraucher.« Also wenn ich Verleger wäre, ich würde mich glatt wegschmeißen vor Lachen …  |
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| Anmeldedatum | 06.11.2011 | | Beiträge | 11 | |
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Forum für Books-on-Demand-Autoren » Buchvorstellung: Sach- und Fachliteratur
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