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Rechtschreibung, Komma setzen , etc.

BeitragVerfasst am: 22.01.2010, 07:54
Hallo zusammen... Very Happy

ich habe folgende Frage :

Ich beabsichtige ( bzw. bin dabei ), ein sachbuch zu schreiben , bzw. zu veröffentlichen durch BOD ( Tchibo Aktion )

Da ich mir ein Lektorat zusätzlich nicht leisten kann, wollte ich mal fragen, wie ihr es handhabt ?

In der Rechtschreibung bin ich mir ziemlich sicher, aber mit der Komma verteilung sowie einheitlich im Fluß zu bleiben mit der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft hapert es bei mir. Sad

Ich habe die Möglichkeit im Bekanntenkreis grob das Manuskript prüfen zu lassen, aber es sind halt auch keine Profis, die 100% ein Lektorat durchführen können. book

Hat es trotzdem Sinn, ein Buch mit pi mal daumen Lektorat zu veröffentlichen ?

Ich denke jetzt daran, wie ein Leser reagieren würde ( wird ) wenn das Buch von der Satz und Kommagestaltung nicht 100%tig ist.

Herzlichen Dank für eure Hinweise im Vorwege.

Viele Grüße

Bensid
 
  Bensid 
 
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Re: Rechtschreibung, Komma setzen , etc.

BeitragVerfasst am: 22.01.2010, 08:01
Hallo Bensid,

Bensid hat Folgendes geschrieben:
Ich denke jetzt daran, wie ein Leser reagieren würde ( wird ) wenn das Buch von der Satz und Kommagestaltung nicht 100%tig ist.


Lies mal ein wenig hier im Forum. Manche, zu denen auch ich gehöre, würden ein solches Buch nicht lesen, andere sagen wiederum, sie interessiere das überhaupt nicht. Mit Sicherheit denken jene großzügiger, die selbst Probleme mit Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung haben.

Es hängt also sehr von deiner Zielgruppe ab. Und du solltest ein dickes Fell haben, denn negative Amazon-Kritiken sind dann ziemlich sicher.

Beste Grüße,

Heinz.

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BeitragVerfasst am: 22.01.2010, 14:09
100% sind ein sehr hoher Anspruch.

Als unabhängige Selbstverlegerin sage ich: professionelle Qualität ist selbstverständlich, ich will mindestens so gut sein wie die Großen.

Als Autorin tut mir jeder einzelne Fehler weh, und wenn es nur eine verrutschte automatische Trennung ist.

Als Leserin sage ich: wenn ich in einem 600-Seiten Buch ein Dutzend klitzekleine Tippfehler finde, beeinträchtigt das meinen Lesespaß nicht. Wenn ich schon auf den ersten paar Seiten ein Dutzend Fehler finde, fliegt das Buch in die Ecke.

Als Word-Benutzerin sage ich: wer nicht einmal die Fehler behebt, die der Computer automatisch findet und markiert, ist ein Schlamper.

Als IT-Qualitätssicherer finde ich fünf Sigma (99,97%) angemessen - ich definiere das als weniger als drei Fehler auf zehntausend Worte. Die nächstbessere Stufe ("Six Sigma", 99,99966%, 3 Fehler auf eine Million Worte) ist vom Aufwand her kaum zu rechtfertigen, eine Stufe darunter (vier Sigma, 99,38%, 63 Fehler auf zehntausend Worte oder elf Fehler pro Normseite) betrachte ich nicht mehr als erträglich.
smart

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BeitragVerfasst am: 24.01.2010, 13:00
OK.. Danke für eure Antworten!!

Also gehe ich davon aus, das ein Lektorat zwingend waere, wenn man sich in der Kommasetzung etc.. nicht so sicher ist.

Gruß Bensid
 
  Bensid 
 
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BeitragVerfasst am: 24.01.2010, 13:43
Hallo Bensid,

Bensid hat Folgendes geschrieben:
Also gehe ich davon aus, das ein Lektorat zwingend waere, wenn man sich in der Kommasetzung etc.. nicht so sicher ist.


Nein, ein Korrektorat. Zu den Unterschieden siehe z.B. http://www.pahlke-online.de/buchsatz/korrektorat-lektorat.html

Beste Grüße,

Heinz.

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BeitragVerfasst am: 26.01.2010, 11:37
Hallo Bensid,

Zitat:
Ich denke jetzt daran, wie ein Leser reagieren würde ( wird ) wenn das Buch von der Satz und Kommagestaltung nicht 100%tig ist.


Meine bisherige Erfahrung hat mir folgendes gezeigt:
1. Auch Verlagsbücher sind nicht zu 100 % rechtschreibfehlerlos.
2. Rechtschreibfehler ist nicht gleich Rechtschreibfehler: Viele Rechtschreibfehler "auf hohem Niveau" werden von der Mehrheit der Leser gar nicht als solche empfunden oder bemerkt. Leser sind nämlich auch keine Rechtschreibprofis, auch sie haben "falsche Regeln" im Kopf oder wissen etwas nicht.

Nach dem Duden ist zum Beispiel hier ein Komma falsch: "Du musst dich entweder für uns, oder gegen uns entscheiden." Na? Hättest du es als Fehler wahrgenommen? Das ist so ein Fehler, da könnte ich wetten, den nehmen nur eingefleischte hochsensible Rechtschreibprofis und Akribisten wie ich wahr. Die Mehrheit der Leser wird sich daran, so vermute ich, nicht stören.

Hier dagegen muss nach dem Duden zwingend ein Komma: "Es war schön, alles fallen zu lassen." - Sehe ich oft falsch in Büchern, was mich auch verunsichert. Diese Regel "Zielt ein hinweisendes Wort oder eine hinweisende Wortgruppe auf die Infinitivgruppe, dann müssen Kommas gesetzt werden." (Dudenzitat) Na, was glaubst du, wie viele Leser das wissen? cheezy grin Das scheinen mir nicht mal so viele Lektoren zu wissen. Das fällt den Leuten noch viel weniger auf als das obere Beispiel.

Beide hier zitierten Beispiele stammen aus dem Duden von 1996 (Zeit der Rechtschreibreform). Ich weiß nicht, ob sich bei einer neuen-neuen-Rechtschreibung da etwas verändert hat, in "meinem" Duden sind diese beiden Regeln hier aber kein Teil der Reform gewesen, sondern haben bereits zur alten Zeit gegolten.

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BeitragVerfasst am: 26.01.2010, 11:57
Das mag ja alles richtig sein ... aber Eines verstehe ich nicht:

Warum werden Rechtschreibe- oder Flüchtigkeitsfehler so dermaßen verteidigt, als stünden sie auf der Liste der schützenswerten Tierarten????

Es muss doch für jeden Autor einen Herzens- wie Kopfangelegenheit sein, ein möglichst fehlerfreies Werk abzuliefern, d.h. im Vorfeld auch gerne 20 x zu checken. Dass hinterher immer noch etwas nicht stimmt, kann passieren. Aber selbst dann kann man die Fehler mit einer zweiten Auflage ausmerzen.

Das ist doch das Schöne am on-demand-Verfahren: Wir haben es selbst in der Hand! Und die Zeit, die man zum Erfinden für Ausreden oder zur Rechtfertigung von Fehlern aufwendet, ist doch besser für eine nochmalige Überprüfung eingesetzt...

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BeitragVerfasst am: 26.01.2010, 12:33
Annorra hat Folgendes geschrieben:
Nach dem Duden ist zum Beispiel hier ein Komma falsch: "Du musst dich entweder für uns, oder gegen uns entscheiden." Na? Hättest du es als Fehler wahrgenommen? Das ist so ein Fehler, da könnte ich wetten, den nehmen nur eingefleischte hochsensible Rechtschreibprofis und Akribisten wie ich wahr.


Allein mein Bauchgefühl sagt mir, dass dieses Komma falsch ist. Denn weder

"Du musst dich entweder für uns"
noch
"oder gegen uns entscheiden"

ist ein korrekter Hauptsatz. Das deutet schon mal auf kein Komma hin.

Außerdem sind Aufzählung mit "und", "oder", "sowie", "entweder - oder", "sowohl - als auch" und "weder - noch" nie durch Komma getrennt. Das ist Grundschulwissen.

Annorra hat Folgendes geschrieben:

Hier dagegen muss nach dem Duden zwingend ein Komma: "Es war schön, alles fallen zu lassen." - Sehe ich oft falsch in Büchern, was mich auch verunsichert. Diese Regel "Zielt ein hinweisendes Wort oder eine hinweisende Wortgruppe auf die Infinitivgruppe, dann müssen Kommas gesetzt werden." (Dudenzitat) Na, was glaubst du, wie viele Leser das wissen? cheezy grin


Ich merke mir das mit einem wesentlich einfacheren Satz:
Steht da nur ein Verb im Infinitiv mit einem "zu" davor, wird kein Komma gesetzt.

Steht vor dem Verb im Infinitiv mit "zu" noch etwas, was zum Verb gehört, dann wird da ein Komma gesetzt.

Beispiele:
"Das ist gut zu wissen." (Hauptsatz mit Verb im Infinitiv und führendem "zu")
"Wir tun alles, um euch zu helfen." (Hauptsatz mit Nebensatz, der ein Verb in der Infinitivform mit "zu" und zuätzlichem Text enthält)

Das deckt zwar nicht alle Fälle ab (insbesondere jene mit dem hinweisenden Wort), aber es liefert eine erstaunlich hohe Trefferquote.

Die Gleichgültigkeit gegenüber der korrekten Rechtschreibung ist eine sehr gefährliche Unterschätzung des Lesers. Wer viel liest, bemerkt Fehler in der Rechtschreibung.

Grüße
Siegfried

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BeitragVerfasst am: 27.01.2010, 11:38
Zitat von Siegfried
Zitat:
Die Gleichgültigkeit gegenüber der korrekten Rechtschreibung ist eine sehr gefährliche Unterschätzung des Lesers.


Das ist natürlich richtig und ein wenig mehr Gelassenheit sollten sich auch nur akribische Perfektionisten gegenüber solchen Dingen gönnen, die bereits gut genug sind, um für ihre Rechtschreibung ein "sehr gut" zu erhalten. Wer den Thread gestartet hat, sprach eben von 100 % Fehlerfreiheit und 100 % sind eben ein verdammt hohes Maß. Man kann sich mit so was auch verrückt machen (und ich gehöre da zumindest zu den Gefährdeten). Irgendwo schleicht sich auf 500 Buchseiten einfach oft was ein und ist es nur ein Tippfehler. Ich bin auch bei meinen eigenen oft überarbeiteten Sachen erstaunt, wenn ich dann dich mal so einen offensichtlichen Tippfehler irgendwann bemerke.

Zitat:

Wer viel liest, bemerkt Fehler in der Rechtschreibung.

Prinzipiell schon. Aber wer viel liest, der bermekt auch manches als Fehler, was laut Duden gar kein Fehler ist oder zunehmend tatsächlich als "legal" anerkannt wird (Sprache ist ein veränderliches Gebilde, auch Regeln verändern sich, was Fehler ist und was nicht, ist manchmal fließend). Leute streichen auch schon mal als Fehler an, was kein Fehler ist, weil sie die Regel zu eng kennen oder die Rechtschreibreformen durcheinanderwerfen oder gar nicht ahnen, was die neue Rechtschreibung alles möglich macht. Ich gestehe, ich habe auch schon mal Fehler angestrichen, die streng Duden keine (mehr) sind. Manchmal bereue ich meine Strenge im Nachhinein, manchmal auch nicht, denn manches, was theoretisch geht, ist einfach grausig für einen sprachsensiblen Leser und könnte auch von ihm als Fehler empfunden werden - dass es theoretisch keiner ist, wird dem Autor nichts nutzen. Es kommt also auch drauf an, innerhalb des theoretisch Möglichen das in der Praxis breit Akzeptierte zu finden.

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BeitragVerfasst am: 27.01.2010, 12:10
Rechtschreibfehler sind immer ärgerlich und schleichen sich selbst bei echten Profis ein. Ist der Inhalt auch noch so mitreißend – fallen mir als Leser zu viele Fehler auf, lege ich das Buch weg, da ich einfach Angst habe, mir dadurch Fehler anzugewöhnen.

Inakzeptabel finde ich Fehler in Kinderbüchern Twisted Evil
Wie sollen denn Kinder dann die Sprache erlernen???

Ganz wichtig ist ein Korrigieren / Lektorieren am ausgedruckten Text!
Nur am Computer ... das wird 100% nix!

Grüße
 
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BeitragVerfasst am: 28.01.2010, 08:04
Hallo Matthias,

mtg hat Folgendes geschrieben:
Warum werden Rechtschreibe- oder Flüchtigkeitsfehler so dermaßen verteidigt, als stünden sie auf der Liste der schützenswerten Tierarten????


Diese Frage ist inhaltlich schon etliche Male gestellt worden. Antworten gab es meines Wissens nie Sad Ein Grund könnte sein, dass es sich um verkappte Politiker handelt, die immer nur nach hinten blicken und ein verzweifeltes "In ... ist es aber noch viel schlimmer; warum regt ihr euch also auf?" kennen.

Man könnte natürlich auch noch vorne schauen und sich an den Besseren orientieren. Aber das seien "kleine erbärmliche Seelen" und "Oberlehrer", die man nur verabscheuen könne, wie hier im Forum schon einige Male zu lesen war. Und wer möchte schon zu diesen niederen Kreaturen gehören?

Beste Grüße,

Heinz.

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BeitragVerfasst am: 28.01.2010, 08:33
@t mtg: weil man sich alles gerne schön "redet"! Laughing

Ich ärgere mich über Rechtschreibfehler und falsche Trennfehler.
Und am meisten ärgert mich sowas bei Büchern großer Verlage, die da Lektoren haben, teure Programme usw. und die ihr Buch ja nicht für einen Appel und ein Ei rausgeben.

Aktuelles Beispiel der Erfolgsroman "Seelen". Ich bin noch nicht ganz durch und hab bereits 2 Fehler gefunden. Und das regt mich dann einfach auf.

Andererseits denke ich mir: Wenn DIE das schon nicht hinkriegen, dann soll man bitte bei einem Tippfehler meinerseits die Klappe halten. Razz
Nein - wer einen Fehler findet soll ihn nicht behalten, sondern mir sagen. So kann ich ihn a) korrigieren und b) ärgere ich mich schwarz. Denn ich nehme mir solche Fehler zu Herzen.

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BeitragVerfasst am: 28.01.2010, 08:52
SonjaTsch hat Folgendes geschrieben:
Nein - wer einen Fehler findet soll ihn nicht behalten, sondern mir sagen. So kann ich ihn a) korrigieren und b) ärgere ich mich schwarz. Denn ich nehme mir solche Fehler zu Herzen.

Exakt! Bei meinem letzten Buch wurden direkt nach der Veröffentlichung - Gottseidank im Freundeskreis - etliche Fehler gefunden, die mir wirklich fast körperlich wehgetan haben. Quintessenz: Neue korrigierte Auflage ... und ich kann wieder ruhig schlafen. Nichts ist schlimmer, als wenn man glaubt, etwas zu sagen zu haben, und das dann noch nicht einmal in seiner Muttersprache kann. Aber so denkt wohl nur eine Minderheit ... Sad

Aber man kann das auch positiv verkaufen: Ich habe einem Journalisten (dem die Fehler gar nicht aufgefallen waren ...!) genau das als Vorteil der on-demand-Produktion verkauft. Man kann sofort agieren und Fehler korrigieren. Versuche so etwas mal bei einem klassischen Verlag ... Razz

Nur: Man muss die Korrektur auch wollen ...

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BeitragVerfasst am: 28.01.2010, 13:09
Zitat von Heinz
Zitat:

Man könnte natürlich auch noch vorne schauen und sich an den Besseren orientieren. Aber das seien "kleine erbärmliche Seelen" und "Oberlehrer", die man nur verabscheuen könne, wie hier im Forum schon einige Male zu lesen war. Und wer möchte schon zu diesen niederen Kreaturen gehören?


Bin recht neu im Forum, kenne diese damaligen Diskussionen daher nicht, aber schade, dass sich hier ab und zu auch noch solche hartnäckigen Verteidiger dieser Fehler finden (und vermutlich immer mal wieder). So was zieht den Ruf von BoD-Autoren so herab ...

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BeitragVerfasst am: 28.01.2010, 13:30
Hol dir von Duden den Korrektur, den kannst du mit Word verbinden und überprüft Rechtschreibung und Grammatik (ok, ein wenig selbst denken muss man schon).

Und dann lass dein Werk von zwei Leuten durchlesen, die nichts miteinander zu tun haben - und alles bezüglich Logik, Schlüssigkeit und Ausdruck prüfen. Nicht immer steht auf dem Papier (oder Monitor) das, was du auch tatsächlich schreiben willst.

Das Buch wird dann zwar nicht perfekt, aber wesentlich besser als ohne diese Maßnahmen - glaube mir. Wink
 
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