 | Romanschnipsel - Bitte um Kritiken jeder Art | Verfasst am: 30.12.2008, 03:28 |
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Liebe Pool-Gefährten
Nun werde ich mich auch mal dem Wechselbad der Kritiken aussetzen.
Der folgende Text ist ein Auszug aus einem längeren fiktiven Text, an dem ich immer wieder schreibe, wenn ich nicht gerade an der Zeitzeugen-Geschichte arbeite.
Ich bin unsicher, wo der Text vom Genre her anzusiedeln ist. Und ich hab auch ein paar Unsicherheiten, was Stil und Inhalt betrifft. Aber ich wage es hier trotzdem mal, weil ich die Kommentare in diesem Forum (überwiegend) als sehr hilfreich bzw inspirierend empfinde. Ich sortiere gerne selber aus, was ich davon integriere oder nicht.
Ich weiß, es ist wirklich nur ein Schnipselchen, aber ich hoffe, das ist in Ordnung so.
Schon jetzt vielen Dank für eure Kommentare, egal wie positiv oder negativ, konstruktiv oder destruktiv. Ich finde alles nützlich.
Schönen Gruß
Ruth
Auszug:
Mehr als eine Stunde verspätet trifft der Zug endlich ein. Peter ist gerade eine rauchen gegangen. Einige Minuten lang sehe ich nur fremde Menschen an mir vorbeiziehen und frage mich gerade, ob mein Vater den Zug verpasst hat, als ich ganz hinten einen alten Mann mit kleinem Koffer beschwingt vom letzten Waggon auf den Bahnsteig springen sehe. Das ist er. Ich muss lächeln, runzel dann aber die Stirn. Er ist nicht nur mit Köfferchen, sondern auch in Anzug und Krawatte angereist. „Papa!“, rufe ich, winke und laufe zügig in seine Richtung. Er bleibt stehen, als er mich erkennt. Jetzt überkommt mich die Wiedersehensfreude und ich umarme ihn heftig. Er küsst mich herzlich zur Begrüßung, doch im nächsten Moment lehnt sein Körper kraftlos und zugleich steif gegen meinen. Ich starre auf seine Kleidung. „Hast du nicht die Wettervorhersage gehört?“ Keine Reaktion. Er schaut um mich, dann um sich. „Peter ist im Hotel geblieben?“ Seine Frage klingt wie eine Feststellung.
Ich bin einen Moment lang sprachlos. Seit Wochen reden wir am Telefon über diese Reise, und immer wieder habe ich ihm erzählt, wie sehr Peter sich darauf freut, Zeit mit ihm zu verbringen und gerade heute dabei zu sein. Fast bin ich verärgert.
Noch bevor ich die Situation erklären kann, erscheint Peter neben mir. „Bernhard, es ist so schon, dick zu sähen.“ Peters Deutsch hat sich in den letzten Jahren sehr verbessert. Mein Vater küsst Peter, drückt ihn an sich und hört nicht auf ihn anzulächeln. Auch ich würde Peter am liebsten in die Arme fallen. Dann dreht sich mein Vater zu mir, nimmt mein Gesicht in seine leicht zitternden Hände und lächelt mir zu.
„Gut siehst du aus, Sarahle, so schön braun.“
Er schaut sich auf dem Bahnsteig um, zeigt auf die Wand mit den Fahrplänen ein paar Meter hinter uns.
„Wissen wir schon, wo der Zug abfährt?“
Wieder bin ich zunächst sprachlos. Dann dämmert es mir.
„Der Zug nach Mechelen? Der fährt von Gleis 5. Willst du da jetzt hin?“
„So haben wir‘s doch geplant!“
Ohne auf meine Antwort zu warten, nimmt mein Vater sein Köfferchen und läuft Richtung Treppe. Peter lächelt mir aufmunternd zu und reicht mir die Flasche Wasser, die er für mich besorgt hat. Ich öffne sie, während ich meinem Vater kopfschüttelnd hinterherlaufe, trinke ein wenig und verschließe sie wieder. Dann halte ich das kühle Nass gegen meine Stirn. 10 Uhr morgens und schon jetzt finde ich die Hitze unerträglich.
Während mein Vater aus unserem Blickfeld verschwindet, erkläre ich Peter schnell, dass wir wohl doch nicht Zeit in Brüssel verbringen werden, sondern als erstes nach Mechelen fahren. Ich bin froh, dass ich ihn vor Wochen vorwarnte, dass der Tag ziemlich unberechenbar ablaufen könnte. „That’s okay, Sarah,” meinte er dazu. Was ich ihm nicht verriet, ist, dass ich vor allem befürchte, mein Vater könnte sich mit uns auf die Suche nach seinem Bruder begeben. |
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rbader |
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 | | Verfasst am: 30.12.2008, 09:32 |
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Valerie J. Long |
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 | | Verfasst am: 30.12.2008, 10:39 |
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Danke für die Korrektur, Valerie.
Gruß
Ruth |
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rbader |
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 | | Verfasst am: 30.12.2008, 11:59 |
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Hallo Ruth,
auch ich möchte einige Gedanken loswerden, die mir beim Lesen Deines Schnipsels gekommen sind.
Zuerst muß ich "eigentlich" als Fan von extra langen Schachtelsätzen outen. Dafür war ich schon früher in der Schule berüchtigt. Nur nicht jeder Lehrer mochte sie. Und schon in meinem Beruf mußte ich der Klarheit und Verständlichkeit wegen, daruf verzichten. Und so halte ich das auch beim Schreiben. Es ist einfach leichter lesbar und verständlicher.
Daher würde ich den langen Satz mit der Ankuft aufteilen.
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Minuten lang sehe ich nur fremde Menschen an mir vorbeiziehen und frage mich gerade, ob mein Vater den Zug verpasst hat. Ganz hinten springt ein alter Mann mit kleinem Koffer beschwingt vom letzten Waggon auf den Bahnsteig. Da ist er!
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Die Szene mit der Begrüßung. Hmm, warum lehnt er sich steif an?
Irgendwie irritieren mich die beiden Worte steif und kraftlos im Kombination.
Ich würde zumindest ein Wort ändern.
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Er küsst mich herzlich zur Begrüßung, doch im nächsten Moment lehnt er seinen Körper kraftlos und zugleich steif gegen den meinen.
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Ich würde nicht auf die Kleidung starren. Im Endeffekt irritiert sie doch. Also würde ich die Kleidung irritiert mustern oder ähnlich. Das leitet auch gut zu der Frage nach dem Wetterbericht über.
.....Telefon über diese Reise, und immer wieder habe ich ihm erzählt....
Ich glaube, da kommt kein Komma hin. Wenigstens würde ich es nicht tun. Oder ist das die NDR, mit der stehe ich auf Kriegsfuß.
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Dann dreht sich mein Vater zu mir, nimmt mein Gesicht in seine leicht zitternden Hände und lächelt mir zu.
Hmm, etwas zuviel mir zu bzw. zu mir. Außerdem ist die Frage, aber das entscheidet der Autor, ob es zittrige Hände sind, also vom Alter, oder zitternd, wegen der Situation, Anspannung etc.
Mein Vater dreht sich zu mir. Er nimmt mein Gesicht in seine leicht zittrigen Hände und lächelt. "Gut ....
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Die Szene mit der Treppe.
Da laufen alle. Wie wärs mit dem rüstigen Vater, der zur Treppe marschiert, oder wenn er nicht rüstig wäre, schlurft und den beiden anderen, die ihm folgen statt hinlaufen?
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Während mein Vater aus unserem Blickfeld verschwindet, erkläre ich Peter schnell, dass wir wohl doch nicht Zeit in Brüssel verbringen werden, sondern als erstes nach Mechelen fahren.
Hmm, nicht Zeit verbringen. Wie wäre es mit ..... ,dass wir doch keine Zeit ...., sondern zuerst nach ....
Oder umstellen: , dass wir wohl sofort nach Mechelen fahren werden und somit erst einmal keine Zeit .....
Daß Peter erst Deutsch lernt, haben wir ja schon gelesen, daher würde ich seine englische Antwort einfach so lassen, Jeder weiß, von wem sie kommt.
......ablaufen könnte. „That’s okay, Sarah,” Was ich ihm nicht verriet,......
Ok. Das waren jetzt einige Anmerkungen, die aus meinem Sprachgefühl heraus enstanden sind. Aber das ist ja auch nicht der Weisheit letzter Schluß. Fremde Texte zu kommentieren ist immer einfacher, als all die guten Ratschläge in seinen eigenen Büchern zu berücksichtigen.
Alles Gute und einen Guten Rutsch nach 2009
Uwe |
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_________________ Sci-Fi: Serie
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buchselstabe |
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 | | Verfasst am: 31.12.2008, 00:04 |
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Hallo Uwe
Herzlichen Dank für die Mühe, die du dir mit meinem kurzen Text gegeben hast. Ich werde über jeden Kommentar nachdenken und mal schauen, was ich ändere und woran ich festhalten möchte.
Ich musste übrigens über mich selbst lachen, als ich deinen Kommentar zu "kraftlos und zugleich steif" las. Denn beim erneuten Durchlesen, kurz vor dem Einstellen hier, hatte ich selbst an der Stelle gestockt, mich dann aber stur entschieden, das erstmal so zu lassen.
Auch dir einen schönen Rutsch ins neue Jahr (wir sind hier 10 Stunden vor euch dran!).
Tschüss
Ruth |
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rbader |
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