 | | Verfasst am: 23.07.2008, 10:20 |
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Lieber PvO!
BoD mit Sozialismus zu vergleichen, ist doch sehr gewagt.
Produzenten wie BoD dienen vorrangig der Kapitalvermehrung auf
Kosten derer, die sich das Vergnügen einer Buchveröffent-
lichung leisten können. Der "echte" Sozialismus würde ja am
Turbo-Kapitalismus zumindest "nagen"...
Freundschaft!
Hans |
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hwg |
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 | | Verfasst am: 23.07.2008, 10:32 |
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Hi Hans,
ich glaube PvO hat diese Analogie bezüglich des "Scheiterns einer Grundidee" gemeint.
Auch wenn BOD u.a. solchen oft genannten "Vorwürfen" ausgesetzt sind, finde ich die Idee, die dahinter steckt als nicht gescheitert. Viel Ballast vielleicht, aber auch gute Sachen.
In diesem oder in einem anderen Post erwähnte jemand, dass es dem Leser oft nicht klar ist, dass BODs keine richtigen Verlage sind und er über die Probleme, die damit zusammenhängen auch oft nichts weiß. Für den Leser zählt das Buch in erster Linie; sicher, er wird sich ärgern, wenn es besonders fehlerbehaftet ist, aber er wird sich nicht lange mit der hier diskutierten Problematik befassen, denke ich.
Wir sehen dass hier alles durch unser Vergrösserungsglas, weil wir in der Materie stecken müssen, um damit arbeiten zu können. Der Leser sitzt meist außerhalb unserer Problemkreise hier.
LG
Lorenz |
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 | | Verfasst am: 23.07.2008, 11:12 |
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| Zitat: |
| ich glaube PvO hat diese Analogie bezüglich des "Scheiterns einer Grundidee" gemeint. |
Genau so meinte ich das. Und mit dem Rest hast du auch Recht. Ich schrieb es schonn mal, dem Gast ist es egal, ob sein Essen auf Gas, Elektro- oder Holzfeuer gekocht wurde. Hauptsache, es schmeckt.
Gescheitert ist die Idee BOD keinesfalls, aber bestimmt ist nicht gewollt worden, was draus wurde. Die Nachteile liegen genau wie die Vorteile auf der Hand. Was ich aber nicht verstehe: Es hieß immer, die Bücher sind deshalb so teuer, weil der digitale Druck noch so teuer ist. Das ist Jahre her. Da gab es nur ein paar BOD Verlage. Die Technik hat sich entwickelt. Warum sind die Bücher aber immer noch som teuer? |
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PvO |
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 | | Verfasst am: 23.07.2008, 11:49 |
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Dass die Bücher so teuer sind, könnte an Folgendem liegen:
BOD muss damit rechnen, dass sie theoretisch ein einzelnen Buch (bei Bestellung z.B.) drucken müssen. Die Kosten für die Herstellung eines einzelnen Buch im Digitaldruck ist immer noch sehr hoch.
Hinzu kommt, dass BOD seiner Mami (Libri) ca. 45% Rabatt einräumt, wenn Amazon und ähnliche noch mit dazukommen, ist der Rabatt noch höher. Die müssen also grundsätzlich auch noch draufgeschlagen werden. Und Bod selbst will schließlich auch noch was verdienen.
Also wird bei der Preisfindung der teuerste mögliche Preis berechnet:
Druck eines einzelnen Buches, plus höchstem therotischen Buchhandelsrabatt, plus Gewinn für Bod, plus Gewinn für den Autor.
Da ich nicht genau weiß, was Bod für den Druck bezahlt, weiß ich auch nicht genau, ob die Rechnung stimmt. Aber es wird hinkommen.
Gruß
Hakket |
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M-F Hakket |
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 | | Verfasst am: 23.07.2008, 12:05 |
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Hallo Peter,
| PvO hat Folgendes geschrieben: |
| Was ich aber nicht verstehe: Es hieß immer, die Bücher sind deshalb so teuer, weil der digitale Druck noch so teuer ist. Das ist Jahre her. Da gab es nur ein paar BOD Verlage. Die Technik hat sich entwickelt. Warum sind die Bücher aber immer noch som teuer? |
Der Digitaldruck ist deutlich billiger geworden, aber gleichzeitig sind die Ansprueche erheblich gestiegen.
Dass Schriften mit grossen Strichstaerkenunterschieden ein loecheriges Schriftbild ergeben oder Graustufenbilder von einer Dunstwolke ueberlagert zu sein scheinen, wird heute vermutlich von keinem Autor oder Leser mehr akzeptiert. Stattdessen wird eine Qualitaet aehnlich jener im Offsetdruck erwartet. 200.000 oder 300.000 Euro fuer eine Digitaldruckmaschine sind keine Ausnahme mehr.
Der schnelle technische Fortschritt erfordert zudem Ersatzinvestitionen in sehr kurzen Abstaenden, so dass die Maschinen sich in vergleichsweise kurzer Zeit amortisieren muessen.
Zudem werden moegliche Preissenkungen eher ueber niedrigere Grundkosten als ueber die Buchpreise weitergegeben. Fuer viele Autoren scheint es wichtiger zu sein, kostenlos oder nahezu kostenlos veroeffentlichen zu koennen als die Buecher anschliessend preiswert unter das Volk zu bringen.
Beste Gruesse,
Heinz. |
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hawepe |
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 | | Verfasst am: 23.07.2008, 12:07 |
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| Corvinus hat Folgendes geschrieben: |
| Zitat: |
julia07 hat Folgendes geschrieben:
Im Übrigen ist es sicher nicht so, dass BoD am "schlechten" Image leidet - jedenfalls noch nicht. Sieh Dir einmal deren Zuwächse an ... |
Das Image von BOD war aber auch noch nie "gut". Zumindest nicht in der Verlagswelt, nicht im Buchhandel und selbst bei den Autoren nicht zwangsläufig. |
Das hast Du etwas gründlich missverstanden und dies sogar noch selbst zum Ausdruck gebracht, denn BoD (kleines o) ist nicht gleich BOD.
Ich meinte tatsächlich die Firma "BoD", denn um deren Ruf hat sich Cornelia ja auch "gesorgt".
Dass der Ruf, der mittels des BOD-Verfahrens gedruckten Bücher schlecht ist, das ist unbestritten. Dazu brauche ich hier nichts weiter zu sagen. A never ending story ...
LG,
Julia |
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julia07 |
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 | BoD | Verfasst am: 23.07.2008, 17:52 |
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Wenn das Buch sich gut verkauft - natürlich in erster Linie über Mundpropaganda bzw. Eigenaktivitäten des Autors- ist es völlig wurscht, ob BoD oder ein Verlag dahinter steht, sofern - und das halte ich für wichtig - die Qualität stimmt. Ärgerlich bei BoD finde ich z. B. die 5 € Versandkosten. Leider hatten sich etliche Interessenten direkt an BoD gewandt und mein Buch bestellt. Ich finde meine Autorenmarge zwar nicht allzu beglückend, aber durch den Eigenverkauf kann ich vieles ausgleichen.
Ich hatte BoD-Comfort gewählt, das Cover professionell gestalten lassen, selbst sehr sorgfältig gearbeitet und eine fachlich versierte Freundin Korrektur lesen lassen. Das war natürlich eine große Investition, mal abgesehen von den immensen Kosten für Recherche und Transkription (beides wurde gesponsert).
Es hat sich gelohnt: das Buch ist im Dez. 2007 - de facto aber erst im Januar 2008 erschienen, es richtet sich an eine bestimmte, eingegrenzte Zielgruppe - aber meine Investition habe ich schon eingefahren.
Im Übrigen hatte ich niemals Probleme mit BoD - deren Lektorat ich nicht in Anspruchgenommen hatte.
Haifischfrau |
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Haifischfrau |
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 | | Verfasst am: 24.07.2008, 22:46 |
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| julia07 hat Folgendes geschrieben: |
Das hast Du etwas gründlich missverstanden und dies sogar noch selbst zum Ausdruck gebracht, denn BoD (kleines o) ist nicht gleich BOD.
Ich meinte tatsächlich die Firma "BoD", denn um deren Ruf hat sich Cornelia ja auch "gesorgt".
Dass der Ruf, der mittels des BOD-Verfahrens gedruckten Bücher schlecht ist, das ist unbestritten. |
Sorry, aber falsche Blickrichtung... Ich meinte auch BoD als Firma. BOD oder BoD macht hier nämlich keinen Unterschied. Im PoD (Print on Demand) Verfahren gedruckte Bücher genießen keinen besseren oder schlechteren Ruf als die im Offsetdruck erstellten Exemplare. Mittlerweile drucken teils auch große und angesehene Verlage im PoD Verfahren. Ganz klar, es ist einfach kostengünstiger und die Qualität des Drucks kommt auch auf das Projekt an. Eine teure "Herr der Ringe" Ausgabe von Klett-Cotta unterliegt eben anderen Qualitätsanforderungen als ein 08/15 Taschenbuch.
| Hakket hat Folgendes geschrieben: |
| Die Kosten für die Herstellung eines einzelnen Buch im Digitaldruck ist immer noch sehr hoch. |
Nun ja, das wird einem Laien gerne weiß gemacht. Die Kosten im Digitaldruck sind für 1 Exemplar aber kaum höher als für 100. Die Datei ist im Computer, wird wie beim normalen Haus- und Heim-PC an die Maschine als Druckauftrag geschickt und alles andere läuft vollautomatisch. Ob da nun 1 Exemplar hinten rauskommt oder 100 und dann ein Folgeauftrag startet ist nicht von Bedeutung.
Musst Dir mal bei DATEV Nürnberg das System anschauen. Funktioniert ganauso wie bei BoD...
LG |
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Corvinus |
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 | | Verfasst am: 25.07.2008, 09:52 |
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| Zitat: |
| da nun 1 Exemplar hinten rauskommt oder 100 |
Mein Verleger hat mir mal gesagt, es müssen immer mindestens 2 Exemplare gedruckt werden. |
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PvO |
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 | | Verfasst am: 25.07.2008, 10:47 |
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Wie gesagt, der Digitaldruck, welcher im PoD Verfahren grundsätzlich zum tragen kommt, realisiert durchaus auch Einzelexemplare. Die Kosten muss man aber von mehreren Seiten betrachten. Allein die Druckkosten werden hier nicht ausschlaggebend sein. Bei einer Maschine die 24 Stunden am Tag läuft und 120000 Exemplare (Einzelblatt) rauslässt, verursacht Blatt 47588 keine höheren Kosten als all die anderen auch. Und wenn Einzelblatt 47588 bis Einzelblatt 47792 zu meinem Druckauftrag gehören, so macht das in den Druckkosten selbst keinen Unterschied. Die Maschine fügt automatisch nach Blatt 47587 und 47792 ein Kennblatt ein und druckt die nächste Datei auf den gleichen Stapel. Das Ganze wir dann aussortiert und weiterverarbeitet. Glaube, die vorgesehene Art der Bindung / Heftung macht dann nochmal einen Unterschied, aber da kann ich mich dann eher weniger zu äußern.
Der Aufwand und dadurch auch die Kosten sind aber in dem Punkt höher, als dass sich die Verpackungs- und Versandkosten bei einem Exemplar kaum amortisieren. Der Unterschied ob ich 20 Exemplare für 3,80 € Verpackung- und Versand verschicke oder nur 1 Exemplar liegt ja klar auf der Hand.
Wer sich dafür interessiert sollte sich echt mal DATEV Nürnberg anschauen ( oder ähnliche Unternehmen ) und eine Führung mitmachen. |
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Corvinus |
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 | | Verfasst am: 25.07.2008, 11:14 |
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@ corvinus:
Es kann sein, dass das bei BOD tatsächlich so ist. In der Regel - wenn du z.b. andere Papiersorten benutzt -, musst du auch die Rüstzeiten einberechnen. Und wenn du nur ein Buch druckst, aber die Rüstzeiten für das eine Buch mitberechnest, ist dieses eine Buch wesentlich teurer als würdest du 100 drucken. In jedem anderen Druckverfahren ist das so - und ich glaube nicht, dass es im Digidruck so viel anders ist.
Warum sollte eine Druckerei sich nicht die Rüstzeiten bezahlen lassen? Angenommen, die Rüstzeit kostet 5€ und das einzelne Buch 2€, so kostet also ein Buch insegesamt 7€. Wenn du zwei Bücher druckst, kostet es insegesamt 9€ und das einzelne Buch nur noch 4,50€. Die gleiche Rechnung könntest du auch auf Zeit machen.
Klar, wenn Bod überall das gleiche Papier und das gleiche Format benutzt, könnte das egal sein.
Gruß
Hakket |
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M-F Hakket |
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 | | Verfasst am: 25.07.2008, 11:45 |
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Der Einwand ist natürlich nicht gänzlich unberechtigt, obgleich die Rüstzeiten im Digitaldruck in der Regel so marginal sind, dass sie nicht ins Gewicht fallen. Wobei eine professionelle Großdruckerei mit 30 oder 40 Maschinen andere Möglichkeiten hat wie eine kleine Hinterhofdruckerei mit 2 oder 3 Maschinen. Papier muss aber so oder so eingelegt werden, ob als Einzelblatt oder von der Rolle und die Druckaufträge selbst kommen aus dem Rechner. In der Regel ist das Ganze in Großdruckereien schon soweit automatisiert, dass der Mitarbeiter an der Druckmaschine auf den Druck selbst gar keinen Einfluss mehr hat. Er schaut nur, dass die Maschine läuft, der Papiernachschub funktioniert und die fertig bestückten Kassetten ihren Weg gehen.
Bei DATEV zum Beispiel sieht das durchaus auch schon mal so aus, dass der Druckauftrag am PC gestartet wird und das fertig verpackte Packet hinten wieder rauskommt ohne dass sich auch nur einer damit befasst hat. Aber wie gesagt, das kommt letztlich auf die technische Ausstattung der Druckerei an...
In Anbetracht der Tatsache, dass BoD nur 2 Papiersorten anbietet sollte das aber auch kein Problem darstellen. Natürlich würde man sehen, dass man den Auftrag an die Maschine weiterleitet, die gerade im selben Format und der selben Papiersorte druckt. Das ist dann aber eher eine Frage der allgemeinen Arbeitsorganisation. |
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Corvinus |
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 | | Verfasst am: 25.07.2008, 12:40 |
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@ Corvinus:
Jep, Organisation . Ich war selbst 13 Jahre (Offset)Drucker ... von Organisation haben die da nie was gehört ... wenn du den ganzen Tag damit beschäftigt bist, die Maschine umzurüsten, macht das echt keinen Spaß ...
Gruß
Hakket |
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M-F Hakket |
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 | | Verfasst am: 25.07.2008, 13:32 |
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Das glaub ich dann allerdings gern...  |
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Corvinus |
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