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Schmerz eines Mädchens

BeitragVerfasst am: 25.02.2011, 18:41
Hallo^^

Mein erstes Geschriebenes, was ich in BoD veröffentliche. Als ich dies geschrieben habe, habe ich ein trauriges Lied gehört und dann kam mir einfach diese Idee zu dieser sehr kurzen Geschichte. Hoffe, sie gefällt euch. Freue mich über Kommentare.

Aislin

Schmerz (eines Mädchens)

Es war dunkel, schwarz, Nacht. Unbarmherzig verdeckten dunkle Wolken den Himmel. Und ich saß auf dem Boden, wusste nicht wohin, wusste nichts. Die Kälte des Winters tat gut... sie war meiner Seele so ähnlich. Es war, als flüsterte der Wind mit mir. Die Blätter der Bäume raschelten in einem beruhigenden Takt. Eine salzige Träne rollte über meine eiskalte Wange. Es wurden mehr, immer mehr. Meine Seele schien zu schreien, der Laut dröhnte durch meine Ohren, doch niemand würde sie hören.
Eine herzlose Hülle, so könnte man mein Dasein beschreiben. Nur wegen ihm. Ihm, der mich für immer verlassen hatte. Der, der mein Herz hatte. Für immer. Bis in alle Ewigkeit.
Er war nicht hier. Er gab mir kein Zeichen, keine Wärme, an der ich mich festhalten konnte. Nie mehr.
Ich war an seinem Sarg gestanden. Ich habe ihm eine Rede geschrieben, die er nie vernommen hatte. Ich habe ihm eine Kuss auf seine kalten, leblosen Lippen gegeben. Ich habe alle unsere Fotos aufgehoben und in einem Kästchen weggesperrt.
Seitdem habe ich mit niemandem geredet. Ich habe meine Tränen zurückgehalten, ein Lächeln aufgesetzt, als ob es mir gut ginge. Als ob alles wieder wie früher war. Jeder hat es mir geglaubt. Selbst meine Freunde und Familie haben es nicht gemerkt.
Ich umfasste meine Knie und wiegte mich in meinen Armen. Nach so etwas habe ich mich gesehnt. Nach einer warmen Umarmung, die mich beschützte vor diesem Schmerz, der mich innerlich tötete, der mich nach Luft schnappen ließ.
Mein ganzer Körper zitterte, doch ich beachtete ihn nicht.
War es falsch gewesen, mein Herz wegzugeben? War es falsch, jemandem zu vertrauen? Ich wusste es nicht.
Meine Hände griffen nach den Steinen unter mir. Ich griff so fest zu, sodass sie sich in meine Hand bohrten und dieser Schmerz, meinen seelischen Schmerz teilweise überdeckte. Ich schaute gen Himmel, suchte nach Licht. Meine Augen brannten und meine Sicht war verschwommen durch die vielen Tränen, die einfach nicht aufhören wollten, mein Gesicht zu nässen.
Ich glaubte, ihn zu sehen. Sein Lachen, seine Augen, seinen ganzen Körper. Es war, als ob er vor mir stünde, seine Hand nach mir ausstreckte und mich anlächelte. Ich versuchte, seine Hand zu ergreifen, doch ich erreichte sie nicht. Das Blut aus meiner Hand tropfte auf den steinigen Boden.
Ich spürte, wie der Boden anfing zu vibrieren. Immer und immer stärker. Ich wusste, ich konnte nicht mehr zurück. Ich streckte weiter meine Hand nach ihm aus, schaute in seine warmen Augen. Ich liebte ihn. Ich würde nie jemand anderen lieben können. Ich habe es ihm versprochen.
Ein grelles Licht fiel auf mich und ich hörte ein lautes Quietschen. Weiter sah ich zu ihm auf.
„Für immer“, flüsterte ich, als der Zug mich erfasste.


Zuletzt bearbeitet von Aislin am 25.02.2011, 20:31, insgesamt einmal bearbeitet
 
  Aislin 
 
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BeitragVerfasst am: 25.02.2011, 19:21
Ui, das ist aber schön geschrieben; sehr eindringlich und glaubwürdig. Einen Fallfehler habe ich übrigens auch gefunden:

"... in einem beruhigenden Takt"
und:
"... niemand anderes würde sie hören." / Bin ich der Meinung, wäre besser: "... niemand würde sie hören."

Echt okay, nur weiter so thumb up thumb up


rico

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BeitragVerfasst am: 25.02.2011, 19:37
Mein Gott, Desi O_O Das is soo schöön!!! Wie fallen dir nur immer solche Sachen ein?!

Kleine Frage, könntest du den Link zu dem Lied posten, das du gehört hast, als dir die Idee für diesen kleinen Text kam? Würde mich echt interessieren, was das für eins war.

Mit den allerliebsten Grüßen,
dein Friedenskind love

Ps: Ich schlage dich, falls du irgendwann einmal aufhören solltest, zu schreiben! cheezy grin

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BeitragVerfasst am: 25.02.2011, 20:34
Danke Rico, dass du meine Fehler gefunden hast. Hab es auch geradewegs verbessert Very Happy

Und an dich Kazu:

Ich finds echt gut, dass er dir gefällt^^. Immerhin hast du schon mehr Erfahrung als ich.

Das Lied heißt: Yann Tiersen - Comptine D'un Autre Été

Es ist sehr inspirierend für mich. Kannst es dir ja auf Youtube anhören^^

Und nein, ich glaube nicht, dass ich aufhören werde zu schreiben. Nicht, solange ich noch Ideen habe^^
 
  Aislin 
 
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:D

BeitragVerfasst am: 28.02.2011, 14:26
süüüüß
aber ich mache mir sorgen...
seit wann bist du depri drauf???
 
  Amethy 
 
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BeitragVerfasst am: 28.02.2011, 14:30
jetzt hab ich s auch gelesen und ich find s genauso (darf man bei selbstmordgeschichten "geil" sagen oder ist das geschmacklos?)
coooll thumb up thumb up thumb up
echt ich hab bis zum schluss nicht gepeilt, dass sie sich umbringen will.. doch doch als das licht auf sie zukam aber an einen zug hatte ich nicht gedacht
okay, kazuko hat recht ich schlag dich wenn du aufhörst zu schreiben!
also schreib weiter

PS: der erste fallfehler der markiert war stimmt nicht, das war so richtig
smart
also bb
lg Frieda^^

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Worte bestimmen unser Leben und darüber hinaus, mehr als unser Wille es tut.
Einfache Zeichen, aneinander gereiht, mit Tinte auf Papier geschrieben.
Und ein einziger Tropfen Wasser lässt sie einfach verschwimmen.
 
  Frieda^^ 
 
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BeitragVerfasst am: 08.04.2011, 21:44
Wunderschön geschrieben, irgendwie sehr malerisch. Und der Inhalt ist irgendwie authentisch.
Das ist zwar wenig hilfreich, aber in dem Fall habe ich keine Kritik...
 
  LittleRebel 
 
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BeitragVerfasst am: 09.04.2011, 21:17
LittleRebel hat Folgendes geschrieben:
Wunderschön geschrieben, irgendwie sehr malerisch. Und der Inhalt ist irgendwie authentisch.
Das ist zwar wenig hilfreich,


Wieso denn? Es hilft Aislin bestimmt auch, wenn sie liest, dass man die Geschichte als wunderschön geschrieben und irgendwie sehr malerisch empfindet.

LG

rico

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BeitragVerfasst am: 09.04.2011, 21:26
ricochet hat Folgendes geschrieben:
LittleRebel hat Folgendes geschrieben:
Wunderschön geschrieben, irgendwie sehr malerisch. Und der Inhalt ist irgendwie authentisch.
Das ist zwar wenig hilfreich,


Wieso denn? Es hilft Aislin bestimmt auch, wenn sie liest, dass man die Geschichte als wunderschön geschrieben und irgendwie sehr malerisch empfindet.

LG

rico


hm... Ich persönlich finde einfach, dass man es zumindest schön machen wollte, ist ja klar, was man falsch macht weniger. Häufig werden Leute in Foren oder von Freunden einfach nur mit Lob überschüttet. Ich persönlich freue mich zar darüber, finde aber, dass es mehr hilft zu erfahren, was man noch verbessern kann. Nur dass mir hier leider nichts eingefallen ist, was ich schlecht fand.
 
  LittleRebel 
 
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BeitragVerfasst am: 10.04.2011, 09:20
Lieber Little Rebel,


LittleRebel hat Folgendes geschrieben:
Häufig werden Leute in Foren oder von Freunden einfach nur mit Lob überschüttet.


Das ist in der Tat eine alte Erfahrung in jedem Forum. Wer sich negativ äußern müsste, sollte er einen Kommentar abgeben, hält lieber die Klappe. Er begibt sich in eine schwierige Position, da er Reibungsfläche bietet. Kurz: Er muss gewärtig sein, dass die Seilschaft des kritisierten Autors über ihn herfällt wie die Hyänen. Das tun sich die meisten gar nicht an.

Mir ist das egal und in allen Foren, in denen ich werkle bin ich bekannt/berüchtigt dafür, dass ich das, was ich als gelungen empfinde genauso zum Ausdruck bringe, wie das, was ich als nicht gelungen empfinde.

Die (sachliche, natürlich!) Begründung ist mir ohnehin wichtiger als die Meinung. Eine Meinung haben darf ein jeder und diese artikulieren detto. Das gilt aber auch für die Oma in Unterpremstätten oder Onkel Kuno in Zumpershausen. Weil die bloße Meinung im Rahmen solcher Webseiten wie einem Literaturforum nicht genügen sollte bzw. darf, ist es wichtig, dass sie von "kundiger Seite" mit adäquater Begründung abgegeben wird.

Wie oft habe ich mich schon über Kommentare geärgert, wie: „Hübsch erzählt, hab's gern gelesen.“ Die meisten Teilnehmer eines Forums würden sich freuen, ich will wissen, warum. Wieso ist es hübsch erzählt, bzw. wurde es gern gelesen? Wenn jemand "Wunderschön erzählt" bei meiner KG "Engel auf Brücken weinen nicht" kommentiert sehe ich das ein und lasse es mir gefallen. Wenn das bei "Marc Duchute" geschieht, ließe mich das stutzig werden.

Nehmen wir an, wir lesen eine Geschichte, an der alles bestens ist, nur die Schlusspointe ist verpatzt. Wenn wir: "Schlusspointe Scheiße." kommentieren, entsteht zwangsläufig ein schräges, inadäquates Bild, weil der gesamte, weitaus überwiegende Teil, der gelungen ist, unter den Tisch gefallen ist. Es müsste zumindest heißen: "Finde die Geschichte bestens, aber die Schlusspointe ..."

Und ganz ehrlich gesagt: Ich lerne zum Teil durch meine eigenen Kommentare mehr, als durch die besprochenen Texte. Warum? Ich stelle mir vor, der Mensch säße mir gegenüber und sei dazu verurteilt, mir, sagen wir mal fünf Minuten schweigend zuzuhören. Was würde ich diesem Menschen sagen? Im Interesse eines ökonomischen Umganges mit diesen wenigen Minuten und mit dem mächtigen Instrument "Kommunikation" würde ich das Wichtige auf den Punkt bringen. Dadurch denke ich zwangsläufig nach, was denn nun das Wichtige für mich ist, wo ich meine, die fundamentalen Fehler eines Textes zu orten (so es diese gibt), was seine wichtigsten Qualitäten sind und wie ich all das am besten (= sprachlich korrekt und inhaltlich dergestalt, dass der Andere etwas damit anfangen kann) rüberbringe.

Das schult mein Auge für die Strukturen literarischer Texte und deren Fehlerquellen. Das kommt letzten Endes wieder meinen eigenen zugute.

LG und schönen Sonntag

rico

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  ricochet 
 
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BeitragVerfasst am: 10.04.2011, 09:36
ricochet hat Folgendes geschrieben:
Lieber Little Rebel,


LittleRebel hat Folgendes geschrieben:
Häufig werden Leute in Foren oder von Freunden einfach nur mit Lob überschüttet.


Das ist in der Tat eine alte Erfahrung in jedem Forum. Wer sich negativ äußern müsste, sollte er einen Kommentar abgeben, hält lieber die Klappe. Er begibt sich in eine schwierige Position, da er Reibungsfläche bietet. Kurz: Er muss gewärtig sein, dass die Seilschaft des kritisierten Autors über ihn herfällt wie die Hyänen. Das tun sich die meisten gar nicht an.

rico


Ja, und genau deswegen mag ich meine eigenen Kommentare oft nicht... Ich probiere meine Meinung eigentlich auch ab zu geben, wenn ich etwas schlecht finde, ist mir aber bisher hier nicht passiert. Aber logisch ist es so, dass jeder eigentlich wissen will, was das ganze den schön macht oder eben auch nicht. Nur dass ich das oft einfach nicht weiß, sondern es eben mein subjektives Empfinden ist und ich keine Ahnung habe warum.
In den restlichen Punkten stimme ich dir auch voll und ganz zu, aber ich will jetzt nicht alles umformuliert wiederholen. ^^
 
  LittleRebel 
 
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