 | Schreibblockade | Verfasst am: 27.05.2010, 14:32 |
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Hallo liebe Kritiker!
Bitte um Beurteilung (bitte nicht den Kopf abbeißen) folgender Kurzgeschichte. Ist eine Übung meinerseit um meinen Stil zu verbessern.
Danke im Voraus.
Liebe Grüße
Irmgard.
Schreibblockade
Der weiße Bildschirm ist wie eine Wand.
Undurchdringlich. Undurchsichtig. Unerhört!
Ich bin empört über diese fleckenlose Makellosigkeit. Möchte sie gerne durchbrechen. Chaos hier verbreiten und sie mit meinem Wörterdreck bewerfen.
Meine Finger hüpfen fröhlich über die Tastatur und der Schmutz wird schön, gleichmäßig verteilt. Buchstabe für Buchstabe. Wort für Wort. Satz um Satz. Seite um Seite...
Wer hat gesagt: "Kritik ist Dreck, den man über Dreck schüttet!"?
Was soll's? Es kann nicht schlimmer kommen. So versuche ich weiter an meiner Geschicht zu schreiben.
Im nächsten Absatz wird es spannend. Die Atmosphäre wird so geladen sein, dass schon der geringste Funke das Buch in Flammen aufgehen lässt und dann...nichts mehr. Gar nichts. Nicht einmal ein Satzzeichen das mir weiterhilft.
Das Telefon klingelt. Welche Erleichterung. Was für eine grandiose Ausrede sich wenigstens für kurze Zeit von diesem Desaster zu verabschieden.
"Wie steht es? Bist du schon fertig?"
Die Stimme meines Mentors klingt ungeduldig. Der spöttische Unterton ist nicht zu überhören..
Die Drängelei macht mich wütend. Was soll das? Wieso kann er mich nicht in Ruhe lassen?
Ich beende das Gespräch. Die Fragen die er stellt sind zu quälend.
Wieso fragen die Leute nach Geschichten, wenn sie hinterher nur darüber meckern? Sollen sie doch selber schreiben. Ich werde sie zu gerne kritisieren.
Zurück am Bildschirm. Die Tastatur darunter, starrt mich an. Viele schöne Tasten, mit vielen schönen Buchstaben. Man muss sie nur nutzen. Etwas daraus formen. Wie ein Bildhauer aus einem groben Stein, muss ich daraus nur eine wunderschöne Figur schlagen...
Ich konzentriere mich darauf, um zu erkennen, wie die Geschichte weiter gehen soll.
Aber das Gehirn hat abgeschaltet. Der einzige Gedanke ist: "Warum? Warum ich? Wieso soll ich schreiben? Wieso sollte jemand deinen Dreck lesen?"
Also weg von hier. Hinaus in die Natur und spazieren gehen. Sinnlos in der Gegend herumlaufen und nichts denken.
Es regnet in Strömen. Die Straße ist leer, geradezu trübselig.
Das wäre doch ein schöner Aufhänger für ein Gedicht. 0der?
"Regentropfentraurigkeit" Neues Wort. Prima. Noch mehr Schmutz den man über die wehrlose Leserschaft verteilen kann.
"Rinnsteinmelancholie"
Wieso nicht?
Wieder vor dem Bildschirm schreibe ich die neuen Wörter auf. Reimt sich nicht. Muss es sich reimen?
Egal. Alles aufschreiben.
Das Grauen nimmt seinen Lauf. Denn ich muss erkennen, dass das Gedicht nicht in die Geschichte passt. Was für eine Verschwendung.
Abermals rettet mich das Telefon. Wieder ist es der Mentor.
"So leicht kommst du mir nicht davon und untersteh dich wieder solchen Mist zu schreiben!"
Danke. Sehr hilfreich. Eindeutige Befehle machen das Leben ja so leicht. Gerade wenn es ums Schreiben geht.
"Ich habe eine Blockade." antworte ich.
"Unsinn! Reiß dich zusammen!"
Seine Stimme ist unangenehm laut. Angewidert werfe ich das Telefon zu Boden. Das Akku fällt heraus.
Wie schrecklich. Jetzt kann ich nicht mehr angerufen werden. Ich bin untröstlich.
Der Bildschirm und die Tastatur warten mit der üblichen Geduld. Es gibt kein Entrinnen.
"Schreib es später." flüstert es in mir.
Später ist gut. Oder gar nicht. Niemals wieder.
Es gibt schon genug Geschichten.
Oder?
:P |
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Irmgard |
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 | | Verfasst am: 03.08.2010, 20:16 |
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Liebe Mitschreiberlinge,
entweder ist meine Schreibübung so grottenschlecht, dass niemand dazu etwas zu sagen weiß oder so gut, dass es dazu nichts zu sagen gibt. (?) Ich hab ja keine Angst vor Kritik, obwohl Kritik immer weh tut aber gar nichts dazu zu hören, ist wohl das Schlimmste was es gibt!
Bitte traut Euch doch. Ich beiße auch nicht zurück.
Irmgard. |
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Irmgard |
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 | | Verfasst am: 04.08.2010, 02:57 |
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Artus |
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 | | Verfasst am: 04.08.2010, 04:30 |
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Hallo Irmgard,
das hast Du sehr schön beschrieben.
Der Grund, warum sich noch keiner von uns dazu geäußert hat,
liegt wahrscheinlich daran, dass wir BoD Autoren sind und keinen Druck eines Mentors kennen.
Wenn wir uns einbilden, eine Schreibblockade zu haben,
sind wir in Wirklichkeit nur faul.
Gruß
Thomas |
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Thomas Becks |
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 | | Verfasst am: 04.08.2010, 16:03 |
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CeKaDo |
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 | | Verfasst am: 08.09.2010, 22:26 |
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| CeKaDo hat Folgendes geschrieben: |
| Zitat: |
Wenn wir uns einbilden, eine Schreibblockade zu haben,
sind wir in Wirklichkeit nur faul. |
Ich bin nicht faul. Ich bin nur latent aktiv.
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*lol*
Darf ich diese Aussage für mein zweites Buch verwenden? Das passt sooo wunderbar... |
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cavac |
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