 | SchreibStar-Beitrag | Verfasst am: 30.05.2010, 23:33 |
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Hallo Leute,
hier mein Beitrag zur Schreibaufgabe bei http://www.schreibstar.tv/trainingscamp/schreibaufgabe-und-gewinnspiel/ die da lautet:
Schicken Sie Ihre Figur zum Friseur
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Es gibt Schriftsteller, die ihren Leser lieben, und solche, die ihn hassen.
Dankwart P. gehörte zur zweiten Kategorie. Sein letzter Liebesroman „Geh´ sterben, du Olm!“ war gar nicht gut angekommen, und er überlegte, was er tun konnte um sich zu rächen.
Der nasskalte Kellerraum im grellen Neonlicht, ein harter Stuhl am wackelnden Tisch, und dröhnender Punk-Rock aus kratzenden Lautsprechern brachte ihn in die richtige Stimmung.
„Wer mich liest, muss leiden!“, war seine Maxime, und der grässliche grüne Tee war nicht dazu geeignet das zu ändern. Es war ihm unverständlich, wie eine Flüssigkeit den Hals derart austrocknen konnte, aber dieses Chinesen-Gesöff schaffte das spielend.
Angewidert räuspernd machte er sich an seine nächste Untat:
„Helge Mund war ein kleiner runder Sparkassenangestellter Anfang zwanzig mit lockigen blonden Haaren, der abends den letzten Bus verpasst hatte, und nun mädchenhaft quiekend versuchte den Pfützen auszuweichen, während er sich seine Aktenmappe schützend über den Kopf hielt.
Der Regenguss trieb ihn in das glücklicherweise noch geöffnete Friseurgeschäft, wo er unvermittelt einer Gruppe von zehn aufgeheizten Lederschwulen gegenüber stand, die gerade so richtig in Fahrt kamen.
Mit weit aufgerissenen blauen Augen und den schockiert gespitzten weichen Lippen begaffte Helge diese komische Szenerie, und hätte fast loslachen müssen, aber alles was er von sich gab, war ein deutliches Klicken als er hart schlucken musste, oder war das die Eingangstür, die hinter ihm verriegelt wurde?“
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Mal schauen, ob die das veröffentlichen.
Und was meint ihr?
Hoffnungsvolle Grüße
Artus |
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Artus |
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 | Re: SchreibStar-Beitrag | Verfasst am: 31.05.2010, 00:33 |
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| Artus hat Folgendes geschrieben: |
Mal schauen, ob die das veröffentlichen.
Und was meint ihr?
Hoffnungsvolle Grüße
Artus |
Wäre ich in der Jury, hätte ich den Text aussortiert.
Begründung:
a) In dem kurzen Text stecken sieben Kommafehler, die darauf schließen lassen, dass der Verfasser entweder die Zeichensetzungsregeln nicht beherrscht oder sich keine Mühe bei der Korrektur seines Textes gegeben hat. Ersteres wäre ein deutlicher Mangel an schreibhandwerklichen Grundkenntnissen, zweiteres eine Geringschätzung des Lesers durch den Verfasser.
b) Die Aufgabe lautete, seine Figur zum Friseur zu schicken. Diese Aufgabe wird im vorliegenden Text nicht erfüllt. Vielmehr wird geschildert, wie ein gescheiterter Autor namens Dankwart P. in einem Keller einen - meiner Auffassung nach schlechten - Text verfasst, um damit Rache an den ihn abweisenden Lesern zu nehmen. Der Text lässt also jegliche Motivation oder Ursache vermissen, warum die Figur zu einen Friseur geht. Genau das aber, eine ausreichende Motivation schaffen für die Handlungsweise einer Figur, ist nach meinem Verständnis der Kern der Aufgabe.
Deshalb: Text aus formalen wie inhaltlichen Gründen abgelehnt!
Sorry!
Grüße
Siegfried |
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Siegfried |
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 | | Verfasst am: 31.05.2010, 01:26 |
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Der Anlass zum Friseur zu gehen liegt wohl in Form von zu langen Haare auf der Hand, und bietet nicht wirklich eine schriftstellerische Herausforderung.
Im Übrigen heißt es, dass man seine Figur zum Friseur schicken solle, was in keiner Weise eine spezielle Motivation oder andere Gründe der Figur einfordert. Es mag sein, dass du persönlich hierbei gängige Klischees implementiert sehen möchtest, aber das ist deine Sache, mir wäre dies entschieden zu wenig.
Wenn aber der Autor nur beauftragt ist, eine plausible Erklärung für den vorgegebenen Plot zu finden, dann ist es vollkommen wurscht, weshalb es die Figur in den Laden verschlägt, und was dann weiter passiert.
Und eben diese Freiheit habe ich mir genommen, indem ich die handelnde Figur als Ausdruck der Befindlichkeit eines fiktiven Autors konstruiert habe, die in ihrer Beschaffenheit und ihrem Erleben die Metaebene des Erzählens verkörpert.
Und darauf bin ich stolz.
Müde Grüße zu vorgerückter Stunde
Artus
P.S.. Ja, ich mache Fehler beim Schreiben, da muß ich mich mehr anstrengen. Tue es mir gleich, und gib dir mehr Mühe mit dem Verstehen des Inhalts! |
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Artus |
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 | | Verfasst am: 31.05.2010, 05:22 |
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Da sind zum Glück ein Haufen Metaebenen drin. Kann verstehen, dass das beim Niedersetzen Spass macht, den du gerne weitergeben möchtest. Haette vielleicht noch mit ein paar niedlichen Komischkeiten ausbalanciert.
LG RS |
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Zuletzt bearbeitet von Robert Schulz am 31.05.2010, 05:25, insgesamt einmal bearbeitet |
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Robert Schulz |
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 | | Verfasst am: 31.05.2010, 05:23 |
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| Artus hat Folgendes geschrieben: |
Und darauf bin ich stolz. [...]
P.S.. Ja, ich mache Fehler beim Schreiben, da muß ich mich mehr anstrengen. Tue es mir gleich, und gib dir mehr Mühe mit dem Verstehen des Inhalts! |
Stolz kannst Du besonders auf die Antwort an Siegfried sein, denn damit hast Du genau das bewiesen, was hier so oft gemacht ist: Kritik ist in der Regel nur erwünscht, wenn sie in Form von Schmalz oder Honig rüber kommt.
Wenn man als Antwort auf eine konstruktive Kritik nichts weiter als die Verteidigung der eigenen Schwächen im Sinn hat und dann als Krönung dem Rezensenten auch vorwirft, er hätte den Text nicht verstanden, bleibt mir die Spucke weg.
| Zitat: |
Mal schauen, ob die das veröffentlichen.
Und was meint ihr? |
Naja, durch den Grinse-Smiley hätte man eigentlich draufkommen können, das das wohl eher eine rhetorische Frage ist.
LG, Julia |
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julia07 |
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 | | Verfasst am: 31.05.2010, 09:23 |
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| Artus hat Folgendes geschrieben: |
Der Anlass zum Friseur zu gehen liegt wohl in Form von zu langen Haare auf der Hand, und bietet nicht wirklich eine schriftstellerische Herausforderung.
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Es gibt viele Möglichkeiten, wie eine solche Vorgabe umgesetzt werden kann. Das muss sich nicht auf den Grund des Haareschneidens begrenzen. Das wäre wirklich zu simpel.
Bei einer solchen Aufgabe halte ich es für wichtig, die Handlung - hier also der Besuch beim Friseur - mit einer ausreichenden Motivation zu versehen ("Warum geht die Hauptfigur zum Friseur?") und die Szene mit entsprechender Spannung auszustatten (äußerer oder innerer Konflikt). Das macht meiner Meinung nach den Sinn solcher Aufgaben aus.
| Artus hat Folgendes geschrieben: |
Im Übrigen heißt es, dass man seine Figur zum Friseur schicken solle, was in keiner Weise eine spezielle Motivation oder andere Gründe der Figur einfordert.
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Wenn das - seitens des Aufgabenstellers - als ausreichend gilt, dann genügt vermutlich ein Dialog-Zweizweiler, damit der Text angenommen wird:
"Karl! Du gehst heute zum Friseur. Und zwar jetzt. Sofort!"
"Ja, Mutter."
Auch das erfüllt die Vorgaben. Karl wird von seiner Mutter zum Friseur geschickt. Warum? Unwichtig, weil keine spezielle Motivation erforderlich (deine Worte!) Sonstige Gründe in der Figur? Nicht notwendig. Letztlich: Aufgabe erfüllt.
Ist das aber wirklich der Inhalt der gestellten Aufgabe? Oder soll die zu schreibende Szene nicht doch mehr enthalten - und wenn mehr, was?
| Artus hat Folgendes geschrieben: |
Es mag sein, dass du persönlich hierbei gängige Klischees implementiert sehen möchtest, aber das ist deine Sache, mir wäre dies entschieden zu wenig.
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Ich weiß nicht, wie du auf den Gedanken kommst, ich will hier gängige Klischees lesen. Das Klischee vom "schwulen Friseur" benutzt doch du in deinem Text.
Eine - zugegebenermaßen - sehr einfache Alternative:
Wir gehen etwa 50 Jahre in der Zeit zurück. Ein junges Liebespaar steht vor der ersten gemeinsamen Nacht. Verhütung ist angesagt. Aber woher bekommen? Beim Friseur werden ganz offiziell Kondome verkauft. Also macht er sich auf den Weg, um sich solche Teile zu kaufen. Wie sieht das aus, wenn jemand sich in eine - für damalige Zeiten - recht peinliche Situation begibt? Was passiert im Inneren des jungen Mannes, wenn er den Friseurladen betritt? Damit besteht sowohl eine ausreichende Motivation für den Besuch beim Friseur (übrigens weit weg von jedem Haarschnitt) und ein starker innerer Konflikt für die zu schreibende Szene.
Wie gesagt: Sehr einfache Alternative.
Es gibt Dutzende von anderen Ideen, was so alles rund um den Friseur geschehen kann. Sie alle brauchen aber eine entsprechende Motivation für die Hauptfigur, den Friseurladen zu betreten (oder sich zumindest in Gedanken mit einem Besuch beim Friseur zu beschäftigen).
| Artus hat Folgendes geschrieben: |
Wenn aber der Autor nur beauftragt ist, eine plausible Erklärung für den vorgegebenen Plot zu finden, dann ist es vollkommen wurscht, weshalb es die Figur in den Laden verschlägt, und was dann weiter passiert.
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Da unterscheiden wir zwei uns in der Auffassung, wie eine Szene gestaltet wird, diametral voneinander. In der Belletristik ist es - meiner Meinung nach - nie "wurscht", warum etwas geschieht. Dinge des realen Lebens wie der pure Zufall sollten in Erzählungen vermieden werden, weil sie wie der deus ex machina wirken. Handlung und Handlungsweise sollten dem Leser immer ausreichend begründet werden, ansonsten landet man sehr schnell in der Trivialität.
| Artus hat Folgendes geschrieben: |
Und eben diese Freiheit habe ich mir genommen, indem ich die handelnde Figur als Ausdruck der Befindlichkeit eines fiktiven Autors konstruiert habe, die in ihrer Beschaffenheit und ihrem Erleben die Metaebene des Erzählens verkörpert.
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Mit Metaebenen zu arbeiten, ist ausgesprochen schwierig, insbesondere die Abgrenzung von Metaebene zu Handlungsebene. Ich bin mir nicht sicher, ob der Text einer entsprechenden Prüfung standhält.
| Artus hat Folgendes geschrieben: |
Und darauf bin ich stolz.
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Sei es. Aber wozu brauchst du dann hier die Leserkritik?
| Artus hat Folgendes geschrieben: |
P.S.. Ja, ich mache Fehler beim Schreiben, da muß ich mich mehr anstrengen. Tue es mir gleich, und gib dir mehr Mühe mit dem Verstehen des Inhalts! |
Damit laufen wir in den Bereich der Kommunikationslehre. Wenn ein Sender (du) einem Empfänger (ich - und vielleicht noch viele, viele andere) etwas erzählen will und der Empfänger versteht es nicht, wer muss dann einen anderen Ansatz suchen?
Wenn ich deinen Text kritisiere und du meine Kritik nicht verstehst, musst du dir dann mehr Mühe mit meiner Kritik geben - oder muss ich meine Kritik so umgestalten, dass du sie nachvollziehen kannst?
Nehmen wir an, du schreibst ein Buch und dieses Buch wird von Lesern mit schlechten Kritiken versehen, etwa bei den Online-Kritiken Amazon, müssen sich diese Kritiker einfach nur mehr Mühe mit deinem Buch geben? Oder hast du als Autor diese Leser einfach nicht erreicht?
Oder ist es tatsächlich so, dass du von deinem Text so überzeugt bist, dass du hier nur himmelstürmende Jubelarien erwartet hast? In dem Fall: Mach dir nichts daraus! Dann befindest du dich hier im Forum in bester Gesellschaft und wirst zukünftig von mir kein kritisches Wort mehr zu deinen Texten bekommen. Ich bevorzuge hier Autoren, die an sich und ihrer Schreibe ernsthaft arbeiten wollen.
Grüße
Siegfried |
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Siegfried |
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 | | Verfasst am: 31.05.2010, 21:49 |
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| julia07 hat Folgendes geschrieben: |
Wenn man als Antwort auf eine konstruktive Kritik nichts weiter als die Verteidigung der eigenen Schwächen im Sinn hat und dann als Krönung dem Rezensenten auch vorwirft, er hätte den Text nicht verstanden, bleibt mir die Spucke weg.
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Es soll doch gerne jeder das schreiben, was er zu sagen hat. Als konstruktiv habe ich den Teil von Siegfrieds Beitrag empfunden, mich auf meine unkorrekte Kommatasetzung hinzuweisen. Deshalb habe ich in Hinblick darauf mein Buchmanuskript erneut überarbeitet, wenngleich ich mich auch heute sicher nicht der diesbezüglichen Perfektion rühmen kann.
Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob der Sache damit gedient ist, wenn der vorgeblich wohlmeinende Rezensent den Kritisierten dabei der moralischen Verwerflichkeit zeiht.
Es ist in der Literaturszene ja vielleicht Usus, sich als Autor nach Vorstellung des eigenen Textes reflexhaft auf den Rücken zu werfen und jedem Kritiker die Weichteile feil zu bieten.
Ich persönlich möchte das nicht tun, insbesondere dann nicht, wenn ich bemerke, dass der Leser zu meinem Sujet keinen Zugang hat.
Kollegiale Grüße
Artus |
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 | | Verfasst am: 31.05.2010, 22:55 |
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| Siegfried hat Folgendes geschrieben: |
Wenn ich deinen Text kritisiere und du meine Kritik nicht verstehst, musst du dir dann mehr Mühe mit meiner Kritik geben - oder muss ich meine Kritik so umgestalten, dass du sie nachvollziehen kannst?
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Wenn du einen arrivierten Schriftsteller liest, aber zu seinem Buch keinen Zugang findest, schreibst du ihm dann und beschwerst dich darüber, oder versuchst du es noch einmal unter der Annahme, dass du ihn nur finden musst?
Die Frage, ob du dir nur bei solchen Texten Mühe gibst oder auch bei unbekannten Autoren, musst du dir selbst beantworten.
Bundespräsidiale Grüße
Artus |
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 | | Verfasst am: 01.06.2010, 03:34 |
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Bitte Leute, macht Euch nicht kompliziert gegenseitig fertig, bleibt sachlich oder zerfleischt Euch fachmännisch! *
Thomas
*klar und deutlich
@Julia 07, ich liebe Dich, aber Du hast als Erste Gift versprüht. |
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Thomas Becks |
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 | | Verfasst am: 01.06.2010, 05:32 |
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@ Thomas
Das ist zwar korrekt, aber es nervt ungeheuer (nein, es kotzt mich inzwischen regelrecht an), wenn in neun von zehn Fällen nach der Frage: "Wie findet ihr meinen Text?", Antworten wie die von Artus kommen.
Ich wollte gerade ernsthaft zu dem kurzen Text antworten, und die Antwort wäre sogar eher positiv ausgefallen, denn der Text ist durchaus witzig, als ich die Zusammenfassung der Reaktion auf Siegfried las:
| Zitat: |
| P.S.. Ja, ich mache Fehler beim Schreiben, da muß ich mich mehr anstrengen. Tue es mir gleich, und gib dir mehr Mühe mit dem Verstehen des Inhalts! |
Siegfried hat bereits dazu seine Gedanken geäußert, aber ich möchte das auch noch einmal betonen:
Ich finde es unmöglich, wenn ein Autor erst um Meinungen fragt, dann aber ziemlich überheblich dem Rezensenten empfiehlt, sich beim Lesen mehr Mühe zu geben. Der Ton machte hier die Musik.
Sorry, ist nicht der Autor verpflichtet, dem Leser diesen Vorgang möglichst schmackhaft zu machen? Dazu gehören nun einmal die Schreibtechnik selbst und die inhaltliche Aussage. Das eine lässt sich nicht vom anderen abkoppeln, es sei denn, es handelt sich um eine unfertige Textprobe. Das war hier nachweislich nicht der Fall.
LG, Julia |
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julia07 |
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 | Re: SchreibStar-Beitrag | Verfasst am: 01.06.2010, 08:58 |
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 | | Verfasst am: 01.06.2010, 13:22 |
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Ehe des Vorhangs Fasern
purpurfarben zusammenflossen,
o nein, verweigerte die Mechanik
ein finales Schließen voll Dramatik
und auf halbem Wege, da weiche
Stühle schon Wärme abstrahlten,
blieb die Szene am Auge befangen:
die Ironie entblöße jedewede Maske,
im Spiegelbild zweifachen Starrens,
das Dasein kehrte ungeschminkt ein,
fielen Illusionen der Stille anheim.
Die Vorstellung hinsichtlich der Qualität eines Textes - ob von Engeln höchstselbst diktiert oder als Metapher aus nasskalten Kellergewölben hervorgestiegen - wird sich weder heute noch irgendwann in eine allgemeingültige Form gießen lassen. Der Grad seiner sprachlichen und inhaltlichen Güte beziehungsweise seiner Stümperhaftigkeit liegt im Ermessen des Betrachters, demzufolge muss der Autor seinen Text keineswegs dem persönlichen Empfinden eines Lesers angleichen und unterordnen, genauso wenig wie der Leser auf Teufel schau her dem Werk mehr Sinnhaftigkeit zu entziehen hat, als sich ihm trotz Hinsehens erschließen will.
Gestern bekam ich eine Nachricht von einem Buchhändler - in Bezug auf eines meiner Bücher - mit folgendem Wortlaut: Hat mir ganz gut gefallen. War nicht der Überflieger, war aber angenehm überrascht ob der inhaltlichen Qualität.
Ein Ausruf wie "einsame Spitze!" wäre natürlich viel viel besser gewesen ...
Dann liest man weiter: Ist bei Kleinverlagen und Selbstverlegern ja nicht die Regel und ich bin da eher skeptisch.
Ja, die Perspektive. Jenes des Autors - abhängig von den abermillionenfach interpretierten Versionen eines Weltgeschehens mitsamt seinen Banalitäten und Katastrophen und Mummenschanz und Traurigkeit und Vermissen und Todesangst und Kaltschnäuzigkeit und Lethargie und Verunglimpfung und Missverständnis ... Und jene des Lesers: "Eigentlich mag ich diese Form der Literatur nicht." Oder: "Herrlich, das ist genau mein Ding!"
Nachdem dies gesagt ist, ein Fehler bleibt ein Fehler, Lücken in der Logik (nicht auf Artus Text bezogen) werden durch guten Willen nicht gestopft, unvollendete Stimmungsbilder, zusammengeschusterte Handlungsabläufe lassen stest zu wünschen übrig.
Sowohl Siegfried als auch Klaus haben sich freundlicherweise eingehend mit dem obigen Stück Prosa auseinandergesetzt, einen persönlichen Angriff kann ich aus den jeweiligen Einschätzungen nicht ersehen. Andere Meinungen - die es glücklicherweise noch gibt - regen den einen auf, den anderen eher an, nämlich zur Reflexion.
Ja, auch meinen Texten sind im Verlaufe der schriftstellerischen Tätigkeit kritische Stimme entgegengebracht worden - innerhalb dieses Forums scheint mir einsolches doch gerade den eigentlichen Sinn des Austausches auszumachen. Bei den wenigen, die sich die Mühe gemacht haben, sich ernstlich mit meinen Werken auseinanderzusetzen, bedanke ich mich an dieser Stelle.
Artus Text betreffend: aus meiner Perspektive wirkt die Geschichte unvollkommen, obwohl gerade darin wohl eine Absicht liegt, nur ist mir das abschließend suggerierte Szenario, welches vor dem inneren Auge des Lesers schnippisch sich entfalten soll, aufgrund seiner stereotypen Verunglimpfung zuwider.
Gruß
Peter |
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_________________ Texte von Peter Pitsch - Satire, Lyrik, Romane
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Peter-Pitsch |
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 | | Verfasst am: 01.06.2010, 14:43 |
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Das:
| Peter-Pitsch hat Folgendes geschrieben: |
| demzufolge muss der Autor seinen Text keineswegs dem persönlichen Empfinden eines Lesers angleichen und unterordnen |
und das:
| Zitat: |
| Schreiben kann jeder - aber mag's jemand lesen? |
ergäbe eine interessante Diskussion. Die aber hier obsolet ist.
So mögen diejenigen, die Kunst um der Kunst willen fertigen, ihre Kunst erschaffen, ohne dabei an ihre Kunst-Konsumenten zu denken
(warum dann also Rückmeldungen, frage ich mich da),
und jene, die schreiben, um gelesen zu werden, sich um ihre Leser kümmern (und Wert auf deren Resonanz legen).
So einfach ist das.
Grüße
Siegfried |
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Siegfried |
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 | | Verfasst am: 01.06.2010, 14:55 |
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Klaus D. Klimke |
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 | | Verfasst am: 01.06.2010, 15:01 |
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Forum für Books-on-Demand-Autoren » Textvorstellung: Prosa
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