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Slushpile - zwar auf Englisch aber lesenswert!

BeitragVerfasst am: 05.08.2008, 12:41
Hi,

hier mal ein englischsprachiger Link zum Thema Verlagssuche, Ablehnungen und was ein Lektor darüber zu sagen hat:

http://nielsenhayden.com/makinglight/archives/004641.html

Das Ganze enthält ein paar Perlen, besonders interessant fand ich die Warnung bezüglich Veröffentlichung von Ablehnungen mit unangebrachter Kritik daran. Auch nett die Erklärung, daß Lektoren die üblichen Tricks kennen, wie Autoren versuchen festzustellen, ob ihr Manuskript überhaupt angelesen wurde und seine Reaktion darauf cheezy grin .

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Zoba

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BeitragVerfasst am: 07.08.2008, 21:10
Habe ich voll Interesse gelesen! Es entspricht meiner dienstlichen Erfahrung, daß bei jedem Menschen die Objektivität offenbar automatisch flöten geht, sobald er selbst betroffen ist. Das muß man einfach akzeptieren.
Die Differenz zwischen dem, was nach Meinung der Lektorin in den Briefen ihrer Kollegen verborgen war und dem, was die Empfänger herauslesen, ist schon enorm.

Sigrid

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BeitragVerfasst am: 07.08.2008, 21:22
Hi Arachne,

ja, es ist echt heftig teilweise. Wobei natürlich übersehen wird, daß jene wenigen Antworten, die Notizen beinhalten, dann enorme Bedeutung erlangen.

Dennoch fand ich den Artikel sogar sehr aufmunternd, man kann sich mal in die Gegenseite hineinversetzen und ihre Auflistung wie Autoren in die 99 Ablehnungen auf 100 Einsendungen fallen, ist amüsant aber wohl korrekt geschrieben.

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BeitragVerfasst am: 07.08.2008, 21:26
Purer Sarkasmus, aber immerhin erfreulich zu entdecken, dass in anderen Ländern die selben Unsitten herrschen wie bei uns.

Am besten gefiel mir – neben den Hinweisen auf neurologische Probleme der Autoren – der Satz:

Zitat:
Der Autor ist zwar talentiert, hat aber das falsche Buch geschrieben.


Danke für diesen lesenswerten Link! Laughing
 
  Der_Meinige 
 
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BeitragVerfasst am: 07.08.2008, 21:30
Hi Der Meinige,

ich fand eigentlich die Nummer mit dem Lob, das als schwerer Tadel ankam, am bemerkenswertesten.

Hast du dir die dort besprochene Seite mal angesehen? angle

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BeitragVerfasst am: 07.08.2008, 21:38
Allen Beispielen ist gemeinsam, daß die antwortenden Lektoren offenbar zu wenig direkt geschrieben haben und darauf vertrauten, daß indirekte Hinweise beim Empfänger ankommen - das nennt man wohl Kommunikationsprobleme. Natürlich kann man nicht verlangen, daß Ablehnungsbriefe als literarische Episteln verfasst werden, d.h. auch noch viel Arbeitszeit in sie hineingesteckt wird.

Sigrid

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BeitragVerfasst am: 07.08.2008, 21:44
Zitat:
ich fand eigentlich die Nummer mit dem Lob, das als schwerer Tadel ankam, am bemerkenswertesten.

Hast du dir die dort besprochene Seite mal angesehen?


Nein, ich bin aus Zeitgründen keinen Links gefolgt - mache ich morgen! Confused
 
  Der_Meinige 
 
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BeitragVerfasst am: 07.08.2008, 22:15
Hi Arachne,

viele Fälle lagen aber genau umgekehrt, oder nicht? Die Lektoren schrieben, was sie meinten, nicht mehr nicht weniger, und es wurde in ihre Sätze zu viel hineininterpretiert.

Wenn man liest, was der Lektor da schreibt, dann ist wohl das Einfachste, wahrzunehmen, wie enorm hoch das Aufkommen von Zusendungen ist. Was soll er denn machen, Romane zurückschreiben? Wäre glaube ich echt zu viel verlangt.

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BeitragVerfasst am: 08.08.2008, 10:20
@Zoba

Ich habe mir die Seite nochmal durchgelesen, und Du hast recht. Für jeden Klardenkenden ist die Botschaft ausreichend.
Ich meinte auch nicht, daß Lektoren den Einsendern Gratislektionen geben sollten. Ich weiß nicht, ob es in Verlagen üblich ist, aber sicherlich wird ein Lektor zumindest im Kopf - wenn nicht auf Papier - eine Checkliste abarbeiten, wenn er in ein Manuskript schaut: Rechtsschreibung i.O.? Wortwahl? Syntax? bis zu Spannungsbogen? etc.

Wenn Formschreiben-Antworten gegeben werden (ist ja gerade nicht der Fall bei der o.g. Seite), warum nicht das Ergebnis dieser Checkkriterien offenlegen? Würde nicht mehr Zeit brauchen, wenn ich 2 Checklisten, eine für Belletristik und eine für Sachbücher, beim Prüfen neben mir hätte, und diese Checkliste gleich auf dem Formschreiben angebracht ist. Ähnlich wie wenn ich mein Auto in die Werkstatt bringe. Nur noch die Adresse oben eingesetzt und fertig. Beleidigt sind manche Autoren offenbar so und so.

Sigrid

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BeitragVerfasst am: 08.08.2008, 10:35
Hi Sigrid,

der Lektor der/die diesen Artikel geschrieben hat, arbeitet zwar als Vollprofi, hat aber nicht die Antworten geschrieben, die er da bespricht.

Er/sie ist im Netz auf eine Seite gestoßen, auf der Autoren ihre Absageschreiben einstellen und besprechen können und will mit seinem Artikel zum einen klarstellen, was der Lektor jeweils gemeint hat und wie hirnrissig teils die Interpretationen der Autoren sind, aber auch zeigen, daß es zB nicht sinnvoll ist, personalisierte Absagen online zu setzen und sich darüber aufzuregen, weil der Lektor, der diese Absage schrieb sie wiedererkennen könnte. Zusätzlich erklärt er die diversen Absagekategorien, was jeweils damit gemeint ist, was eben genau nicht usw. und er zeigt auf, warum es so viele Absagen gibt.

Da spielt natürlich eine amerikanische Eigenart mit rein, nämlich daß es dort nicht die feine, politisch korrekte Art ist, ganz direkt zu sagen "ist Kacke, verlegen wir nicht" oder "lern erst mal Grammatik", selbst nicht in höflicherer Form. Dabei entsteht die perverse Situation, daß solche Absagen manchmal ambivalent geschrieben werden, obwohl es ganz konkrete, negative Gründe für sie gibt. Und die Autoren fangen an, oft sehr wild zu interpretieren.

King beschreibt es ja in "on writing" sehr schön, wie er sich an den Ablehnungen sogar selbst positiv bestärkt hat, indem er sie nämlich sammelte und als Nachweis der zurückgelegten Arbeitsstrecke nahm.

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BeitragVerfasst am: 08.08.2008, 10:50
Zum ersten Teil Deiner Antwort: jaja, das hatte ich begriffen smart , das maht ja gerade den Reiz der Analyse aus!

Zum zweiten Teil: das ist genau das, was ich am Anfang gemeint hatte: zu unkonkret und zu allgemein (weil zu höflich-konventionell).

Sigrid

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BeitragVerfasst am: 08.08.2008, 10:58
Hi,

was ich dabei erstaunlich finde, ist daß überhaupt so regelmäßig geantwortet wird, das ist bei uns ja nicht so wirklich üblich.

Hakket hat das Thema auch woanders angesprochen, in den USA *muß* man positiv sein, auch wenn das was tatsächlich transportiert wird, negativ ist. Das (diese Ambivalenz bei den Absagen) ist dann ein Resultat.

Ich muß aber sagen, daß ich die meisten seiner Beurteilungen teilte und nicht so ganz verstehe, warum sie derart mißverstanden wurden.

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