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Thrystals Feste

BeitragVerfasst am: 09.12.2010, 00:45
Ein Freund und ich haben einen Blog, auf welchem wir seit ein paar Monaten an einer Geschichte schreiben. Er heißt Thrystal.wordpress.com, und ich würde an dieser Stelle gerne die Einleitung/ die erste Geschichte präsentieren:

„Hört mich an.“, Die rasselnde Stimme des Alten wehte, vermischt mit dem Geruch starken Alkohols, über den Tisch, und die junge Frau ihm gegenüber wusste nicht, was schlimmer war- der Klang, oder der Geruch. Sie, eine schlanke, in eine Lederrüstung gekleidete Frau, hatte langsam genug hiervon. Seit Tagen durchsuchte sie eine Kneipe nach der anderen nach einem Mann, dessen Beschreibung ungefähr so umfangreich war wie das Vokabular eines Trolles. Doch sie musste es herausfinden. Sagarina konnte kein Land mitregieren, dessen wahre Geschichte sie nicht kannte, koste es, was es wolle. „Hört mich an.“, wiederholte der Alte, und beugte sich näher zu ihr herüber „Ihr wisst, wie sie mich nennen. Der Alte…“ Er sah sich um und schrie fast: „der Verrückte!“ Er kicherte, und spätestens jetzt wusste sie weshalb sie ihn so nannten. Doch der Alte beruhigte sich wieder, und sie sah eine beunruhigende Klarheit in seinen Augen, fast als sähe er direkt in ihre Seele. „Ihr sucht nach Wissen, nicht wahr?“ – Natürlich tat sie es… wer sonst sollte diesen Verrückten aufsuchen – „Doch welches Wissen soll ein Verrückter wie ich Euch schon geben?“ Abermals lachte der Kerl, und wie schon so oft überlegte Sagarina, ob es eine gute Idee war, hierher zu kommen. „Vielleicht… bin ich ja doch nicht so verrückt wie Ihr denkt… was?“ Was soll schon passieren. Sagarina räusperte sich, beugte sich näher zu ihm heran, und murmelte ihm zu: „Mir ist zu Ohren gekommen, Ihr wüsstet mehr, als Euer Ruf es vermuten lässt. Etwas über…“ Sie senkte die Stimme noch weiter „… die Vergangenheit.“ Sie erschrak, als er plötzlich wieder lauthals anfing zu lachen, doch zu Ihrem Glück sprach er daraufhin leise genug weiter, um ihr keine Probleme zu bereiten. „Die Vergangenheit also… Ihr sprecht doch sicher von jener Zeit, welche nichts weiter als eine Lüge ist, deren Verbreitung mit dem Tode belohnt wird?“ Sagarina zögerte. Weshalb sollte dieser Mann noch am Leben sein, außer um als Falle zu dienen, um jene zu finden, welche die Vergangenheit zu ergründen suchen? Doch der Alte schien ihre Gedanken gelesen zu haben, denn er begann zahnlos zu grinsen, und flüsterte ihr mit der Miene eines Verschwörers zu: „Keine Sorge, ich habe meine eigenen Mittel und Wege, am Leben zu bleiben.“ Er zwinkerte „Und… wer sollte schon einem Verrückten wie mir glauben? Was ist jetzt. Wollt Ihr die Wahrheit wissen? Oder seid Ihr nur hier um einen Grog mit mir zu trinken.“ Sagarina war nicht komplett überzeugt, doch ihre Neugier obsiegte über die Vorsicht, und sie sah dem Mann direkt in die Augen. Sagarina hatte ob dieser klaren, mitternachtsblauen Augen das Gefühl, sie könne ihm vertrauen. Sie wollte gerade anheben, um Fragen zu stellen. Als seine Augen sie plötzlich in ihren Bann zogen, und sie unfähig machten, sich zu bewegen. Sagarinas Geist verschwand in dunkler Leere

Doch sie war weiterhin bei Bewusstsein. Die Kneipe, der Alte.. alles war verschwunden. Sie kam nicht mehr dazu, sich zu fragen, was geschehen war. Denn plötzlich erstreckte sich vor ihr ein Panorama, wie sie es noch nie zuvor gesehen hatte. Sie sah weite Wälder, Berge, und das verwunderlichste: Sie sah ganze Scharen von schlohweißen Pferden direkt vor sich. Die Stimme des Alten ertönte hallend über der Welt, und sie klang so klar als wäre sie die eines Zwanzigjährigen.

„Vor langer Zeit, als die Einhörner noch jung waren und die Völker frei, lebten die Menschen, die Zwerge, und die Elfen friedlich im Einklang.“ Das Panorama vor Sagarina schwand, und statt seiner sah sie große, blühende Städte, in welcher die Völker glücklich zusammenlebten. Einzelne Bilder rasten an ihrem Auge vorbei. Elfen, die das Schmieden von Zwergen erlernten. Zwerge, die gemeinsam mit Menschen ritten. Und sie fragte sich gerade, was diese Schönheit, diese Harmonie je zerreißen könnte, als die Stimme des Alten weitersprach: „Das Land blühte, und die Wissenschaften entwickelten sich. Die Zauberer lernten, die Übergänge zwischen den Ebenen zu kontrollieren um sich die mächtigsten Geister untertan zu machen. Die Zwergenschmiede entwickelten Techniken, um selbst Klingen aus reinem Iurdum fertigen zu können und die Elfen schafften es, ihren Einklang mit der Natur soweit zu perfektionieren, dass sie mit allen Geistern und sogar mit den Göttern sprechen konnten.

Doch der Friede konnte nicht ewig währen.“

Abermals wechselte das Panorama. Und Sagarina sah einen menschlichen Zauberer, einen Zwerg und einen Elf, wie sie etwas beratschlagen. Nachdem sie zu einer Einigung gekommen zu sein schienen, leuchteten vor Sagarinas Augen drei Bilder auf.

Das erste Bild zeigte den Zwerg, wie er in seiner Schmiede an etwas arbeitet- Sagarina glaubte, ein riesiges Skelett aus Iurdum erkennen zu können, vielleicht das Gerüst für ein Schiff oder ein Gebäude. Im darauffolgenden Bild sah Sagarina den Zauberer vor dem Gerüst stehen. Nun, da es fertig war, konnte sie erkennen, dass es sich um eine Art Portal handelte, welches der Zauberer nun mit Sprüchen und Gesten zu aktivieren suchte.

Als das letzte Bild erschien, erfuhr sie, was die Welt aus dem Lot gebracht hatte.

Der Älteste sprach: „Im ewigen Bestreben, die Grenzen zu überwinden, erschufen die Völker ein gemeinsames Werk. Ein Portal, geschaffen aus dem starken Element. Die Magier aktivierten es, um es den Göttern zu ermöglichen, auf der Erde zu wandeln, wie der Elf es prophezeit hatte. Doch nicht die Götter hatten zu ihm gesprochen…“, seine letzten Worte hallten wie ein Echo über die Ebene, während vor Sagarinas Auge hunderte Bilder brennender Städte, sterbender Wesen und jagender, infernalischer Bestien aufleuchteten-

Und sie verstand.
 
  Sagarina 
 
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Thrystals Feste
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