 | | Verfasst am: 01.01.2010, 17:14 |
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Also, ich wiederrufe, was ich oben an Julia07 geschrieben habe, da in dem Artikel steht, Enke hätte sich behandeln lassen; wobei er die Erkrankung als solches geheimgehalten hat - aus Angst um seine Karriere, aus Angst seine Adoptivtochter zu verlieren. Beides ist verständlich.
Nur eines bleibt fragwürdig; hat er im Adoptionsverfahren seine Krankheit geheimgehalten?
Auch möglich: Er war damals noch gesund; ich hoffe es.
Über alle diese Dinge möchte ich mir aber letztlich kein Urteil erlauben.
Bitte verzeiht das 4-fach Posting, meine Erkenntnisse kamen halt so nach und nach.
Grüße.
EDIT:
Nachtrag: Guxdu hier -> http://www.zeit.de/sport/fussball/2009-11/enke-teresa-depressionen
Also, wenn die Tochter erst im Mai adoptiert wurde, haben sie die Erkrankung verschwiegen. Denn im Mai dieses Jahres litt er schon lange an Depressionen, Enke hat sich erstmals 2003 in Behandlung begeben.. Wenn Enke und seine Frau gefürchtet haben, die jüngst adoptierte Tochter bei Bekanntwerden der Depressionen zu verlieren, so heisst das für mich, dass die Erkrankung im Adoptionsverfahren verschwiegen wurde. |
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 | | Verfasst am: 01.01.2010, 18:26 |
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@ chnuppesaager
So falsch hast Du nicht gelegen, denn Enke hat sich ja nicht grundsätzlich einer Therapie entzogen, sondern nur mehrmals einer stationären Behandlung. Sowohl sein Arzt als auch sein Vater, der ja ebenfalls praktizierender Psychotherapeut ist, hatten ihm dringend dazu geraten. Sein Vater sogar noch wenige Tage vor dem Suizid.
| chnuppesaager hat Folgendes geschrieben: |
| ... so heisst das für mich, dass die Erkrankung im Adoptionsverfahren verschwiegen wurde. |
Dem ist mit Sicherheit so, denn in den Vorschriften für Adoptionsbewerber steht sinngemäß, dass sie nicht derart krank sein dürfen, dass ein vorzeitiges Ableben zu befürchten wäre, denn dadurch würde das Kind erneut seine Eltern oder einen Teil davon verlieren. Ado-Bewerber benötigen ein Gutachten vom Arzt/Amtsarzt.
Wie "dringend" sie ein neues Kind haben wollten, kann man daraus erkennen, dass sie sich ca. ein Jahr nach dem Tod ihres Kindes um eine Adoption beworben haben - und das gleich deutschlandweit, damit es auch ja bald klappt. Ohne Promibonus (und kerngesund) warten "normale" Paare bis zu fünf Jahren.
So, ich denke, hier sollten wir dieses Thema abbrechen, auch wenn es vielleicht zu dem Buchinhalt passt.
Mal sehen, ob Titus das Buch im Detail schon vorgestellt hat ... |
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 | | Verfasst am: 01.01.2010, 18:31 |
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@ Julia
Ja, hast recht. Schluss damit.
LG |
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 | Titus | Verfasst am: 01.01.2010, 19:45 |
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Ich hatte nicht gedacht mit meinem ersten Beitrag, gleich eine so rege Diskussion auszulösen.
Vielen Dank – dass Ihr über das Thema Interesse zeigt.
In der Literatur wird nur sehr wenig über den Freitod geschrieben, das bekannteste Werk ist wahrscheinlich „Die Leiden des jungen Werthers“ von Goethe (mein Lieblingsbuch).
Dort heißt es: „Und du gute Seele, die du eben den Drang fühlst wie er, schöpfe Trost aus seinem Leiden, und lass das Büchlein deinen Freund sein, wenn du aus Geschick oder eigener Schuld keinen nähren finden kannst.“
Suizid begeht man wegen vielen Gründen, dabei ist Enke sicherlich noch mal ein Extrembeispiel, weil er einfach immer der Öffentlichkeit ausgesetzt war, weil jedes seiner Probleme breit gelatscht wurde und er als großes Fußballidol das Thema Freitod auch zu den Sportlern trägt.
Der Aspekt der Ausgrenzung, den Siegfried angesprochen hat, finde ich sehr zutreffend. Nicht nur in der Öffentlichkeit, sonder auch im normalen Leben.
Wie Ihr vielleicht meinem obigen Text entnommen habt, bin ich selbst Schüler und stecke somit in einem Umfeld drin, was sich gerne über solche Themen auslässt.
Nach außen scheinen sie so sozial zu sein (Jungen als auch Mädchen), aber sobald kein Lehrer vor einem steht, werden sie ganz anders. (Und ich bin inder 12. Klasse!!!)
Neulich hatte sich ein ehemaliger Lehrer meines Gymnasiums (kannte ich selber nicht persönlich), das Leben genommen, nachdem er einer Versetzung in eine andere Schule zugestimmt hatte. Ich weiß keine genauen Gründe, nur, dass Schüler darüber lachten und sagten, er schulde ihnen noch Geld. „Da könnten wir doch mal zu seiner Frau gehen und sagen, sie solle uns was ausgeben.“
Suizid zu begehen heißt nicht immer, krank zu sein!
Dazu las ich vor einiger Zeit ein sehr interessantes Buch von Paul Quinnet „Es gibt etwas Besseres als den Tod“. Nach ihm seien die meisten Menschen depressiv, bei einigen würden diese Phasen länger andauern, bei anderen nur ganz kurz. Jeder kennt vielleicht, wie es ist, zu lieben und diese Liebe nicht erwidert zu bekommen (Werther) oder unaushaltbare Familienzustände zu haben, Geldprobleme, ...
Sicherlich sind alle diese Probleme bei jedem unterschiedlich stark ausgeprägt und so kann nicht jeder wissen, wie es dem anderen in Wirklichkeit geht.
Es ist oft sinnlos darüber zu philosophieren, wie es dem Opfer, der gleichzeitig auch Täter ist, in den letzten Minuten seines Lebens ging. Zum Teil schreiben sie auch keine Abschiedsbriefe.
Ist es egoistisch Selbstmord zu begehen?
Ja und Nein, würde ich sagen. Auf der einen Seite verletzt man diejenigen, von denen man geliebt wird (oder, wie erwähnt) tötet andere, wenn man mit einem Autocrash fremde Menschen mit in den Tod reißt. Auf der anderen Seite ist es eine Befreiung für den Leidenden. Niemand begeht Suizid nur aus Spaß. „ Denn freilich ist es leichter zu sterben, als ein qualvolles Leben standhaft zu ertragen.“ - Goethe.
Wie auch immer, nicht alle Zustände sind wirklich behandelbar. Ich kenne einen, der ständig Kopfschmerzen hatte, nie schlafen konnte, Tagelang wach war und selbst in eine Klinik ging, um sich helfen zu lassen. „Ein Schlaf, durch Medikamente erzwungen ist kein erholsamer Schlaf“, sagte er. Es war irgendwas vorgefallen, weshalb es ihm nicht gut ging, irgendeine zwischenmenschliche Beziehung, keine Ahnung.
Irgendwann ging es ihm wieder besser und er wurde entlassen. Später kamen alle seine Probleme wieder und musst erneut in die Klinik (Liebenburg – Fontheim). Zunächst in die Geschlossene, weil auf der „normalen“ Station kein Platz frei war.
Als es endlich so weit war ging er spazieren und kam nie wieder. Sachen blieben auf seinem Zimmer, er hat eine Frau und kleines Kind zurückgelassen. Eine Leiche oder Abschiedsbrief wurde nie gefunden. Ich denke, dieses Beispiel beinhaltet alles. Unwissenheit. Wut auf den Vermissten, der seine Familie allein gelassen hat. Mitgefühl für den Vermissten...
Schlecht kann man in wenigen Worten das Themengebiet Suizid abgrasen.
Mein Buch beschäftigt sich nicht ausschließlich mit Selbstmord. Da springt einer vom Dach, dort hängt sich einer auf, der da ritzt und die wirft sich vor den Zug.
Es sind vielmehr menschliche Probleme, die zum Suizid führen können, das Thema Suizid selbst ist auch beschrieben. Kurzgeschichten und Gedichte handeln von Magersucht, Kindesmissbrauch, Ritzen, Gehirntumor (auf eine zynische Art und Weise), Kriegserlebnisse, die nicht verarbeitet werden konnten, verlorene oder unerwiderte Liebe, aber oft sind auch Texte dabei, die sich nicht so einfach interpretieren lassen. Wie gesagt, ist mein Erstlingswerk und ich werde mal schauen, wie meine Gedichte ankommen. Habe versucht immer verschieden Stilmittel zu verwenden.
LG Titus |
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 | Titus | Verfasst am: 01.01.2010, 19:45 |
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Ich hatte nicht gedacht mit meinem ersten Beitrag, gleich eine so rege Diskussion auszulösen.
Vielen Dank – dass Ihr über das Thema Interesse zeigt.
In der Literatur wird nur sehr wenig über den Freitod geschrieben, das bekannteste Werk ist wahrscheinlich „Die Leiden des jungen Werthers“ von Goethe (mein Lieblingsbuch).
Dort heißt es: „Und du gute Seele, die du eben den Drang fühlst wie er, schöpfe Trost aus seinem Leiden, und lass das Büchlein deinen Freund sein, wenn du aus Geschick oder eigener Schuld keinen nähren finden kannst.“
Suizid begeht man wegen vielen Gründen, dabei ist Enke sicherlich noch mal ein Extrembeispiel, weil er einfach immer der Öffentlichkeit ausgesetzt war, weil jedes seiner Probleme breit gelatscht wurde und er als großes Fußballidol das Thema Freitod auch zu den Sportlern trägt.
Der Aspekt der Ausgrenzung, den Siegfried angesprochen hat, finde ich sehr zutreffend. Nicht nur in der Öffentlichkeit, sonder auch im normalen Leben.
Wie Ihr vielleicht meinem obigen Text entnommen habt, bin ich selbst Schüler und stecke somit in einem Umfeld drin, was sich gerne über solche Themen auslässt.
Nach außen scheinen sie so sozial zu sein (Jungen als auch Mädchen), aber sobald kein Lehrer vor einem steht, werden sie ganz anders. (Und ich bin inder 12. Klasse!!!)
Neulich hatte sich ein ehemaliger Lehrer meines Gymnasiums (kannte ich selber nicht persönlich), das Leben genommen, nachdem er einer Versetzung in eine andere Schule zugestimmt hatte. Ich weiß keine genauen Gründe, nur, dass Schüler darüber lachten und sagten, er schulde ihnen noch Geld. „Da könnten wir doch mal zu seiner Frau gehen und sagen, sie solle uns was ausgeben.“
Suizid zu begehen heißt nicht immer, krank zu sein!
Dazu las ich vor einiger Zeit ein sehr interessantes Buch von Paul Quinnet „Es gibt etwas Besseres als den Tod“. Nach ihm seien die meisten Menschen depressiv, bei einigen würden diese Phasen länger andauern, bei anderen nur ganz kurz. Jeder kennt vielleicht, wie es ist, zu lieben und diese Liebe nicht erwidert zu bekommen (Werther) oder unaushaltbare Familienzustände zu haben, Geldprobleme, ...
Sicherlich sind alle diese Probleme bei jedem unterschiedlich stark ausgeprägt und so kann nicht jeder wissen, wie es dem anderen in Wirklichkeit geht.
Es ist oft sinnlos darüber zu philosophieren, wie es dem Opfer, der gleichzeitig auch Täter ist, in den letzten Minuten seines Lebens ging. Zum Teil schreiben sie auch keine Abschiedsbriefe.
Ist es egoistisch Selbstmord zu begehen?
Ja und Nein, würde ich sagen. Auf der einen Seite verletzt man diejenigen, von denen man geliebt wird (oder, wie erwähnt) tötet andere, wenn man mit einem Autocrash fremde Menschen mit in den Tod reißt. Auf der anderen Seite ist es eine Befreiung für den Leidenden. Niemand begeht Suizid nur aus Spaß. „ Denn freilich ist es leichter zu sterben, als ein qualvolles Leben standhaft zu ertragen.“ - Goethe.
Wie auch immer, nicht alle Zustände sind wirklich behandelbar. Ich kenne einen, der ständig Kopfschmerzen hatte, nie schlafen konnte, Tagelang wach war und selbst in eine Klinik ging, um sich helfen zu lassen. „Ein Schlaf, durch Medikamente erzwungen ist kein erholsamer Schlaf“, sagte er. Es war irgendwas vorgefallen, weshalb es ihm nicht gut ging, irgendeine zwischenmenschliche Beziehung, keine Ahnung.
Irgendwann ging es ihm wieder besser und er wurde entlassen. Später kamen alle seine Probleme wieder und musst erneut in die Klinik (Liebenburg – Fontheim). Zunächst in die Geschlossene, weil auf der „normalen“ Station kein Platz frei war.
Als es endlich so weit war ging er spazieren und kam nie wieder. Sachen blieben auf seinem Zimmer, er hat eine Frau und kleines Kind zurückgelassen. Eine Leiche oder Abschiedsbrief wurde nie gefunden. Ich denke, dieses Beispiel beinhaltet alles. Unwissenheit. Wut auf den Vermissten, der seine Familie allein gelassen hat. Mitgefühl für den Vermissten...
Schlecht kann man in wenigen Worten das Themengebiet Suizid abgrasen.
Mein Buch beschäftigt sich nicht ausschließlich mit Selbstmord. Da springt einer vom Dach, dort hängt sich einer auf, der da ritzt und die wirft sich vor den Zug.
Es sind vielmehr menschliche Probleme, die zum Suizid führen können, das Thema Suizid selbst ist auch beschrieben. Kurzgeschichten und Gedichte handeln von Magersucht, Kindesmissbrauch, Ritzen, Gehirntumor (auf eine zynische Art und Weise), Kriegserlebnisse, die nicht verarbeitet werden konnten, verlorene oder unerwiderte Liebe, aber oft sind auch Texte dabei, die sich nicht so einfach interpretieren lassen. Wie gesagt, ist mein Erstlingswerk und ich werde mal schauen, wie meine Gedichte ankommen. Habe versucht immer verschieden Stilmittel zu verwenden.
LG Titus |
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 | Re: Titus | Verfasst am: 01.01.2010, 21:05 |
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Hallo Titus,
vielen Dank für diese sehr ausfühlichen Erklärungen
Dein Buch werde ich mir auf jeden Fall bestellen.
| Titus hat Folgendes geschrieben: |
| ... Wie Ihr vielleicht meinem obigen Text entnommen habt, bin ich selbst Schüler und stecke somit in einem Umfeld drin, was sich gerne über solche Themen auslässt. |
Schreibst Du in Deinem Buch auch etwas über die Beweggründe, die Euch junge Leute zu solchen Themen führt? Als ich Gymnasiastin war (Ende der 60-er Jahre), da haben wir uns garantiert nicht so intensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt.
Hat das heutzutage damit zu tun, dass es einige Amokschützen gab oder gab es diese etwa deswegen, weil man sich heute so intensiv mit dem Thema befasst? Hast Du das irgendwie im Buch behandelt?
Viele Fragen
Du siehst, mich beschäftigt das Thema auch sehr.
| Zitat: |
| Suizid zu begehen heißt nicht immer, krank zu sein! |
Diese Aussage überrascht mich, es sei denn, Du klammerst hier z. B. totkranke Menschen aus, die sich selbstbestimmt und still davonschleichen. Ich glaube, ich muss einmal intensiv zu diesem Thema googeln.
| Zitat: |
| Es sind vielmehr menschliche Probleme, die zum Suizid führen können, das Thema Suizid selbst ist auch beschrieben. Kurzgeschichten und Gedichte handeln von Magersucht, Kindesmissbrauch, Ritzen, Gehirntumor (auf eine zynische Art und Weise), Kriegserlebnisse, die nicht verarbeitet werden konnten, verlorene oder unerwiderte Liebe, aber oft sind auch Texte dabei, die sich nicht so einfach interpretieren lassen. Wie gesagt, ist mein Erstlingswerk und ich werde mal schauen, wie meine Gedichte ankommen. Habe versucht immer verschieden Stilmittel zu verwenden. |
Respekt
Du machst mich richtig neugierig
Ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deinem Erstling!
LG, Julia |
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julia07 |
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 | AW Julia | Verfasst am: 01.01.2010, 21:49 |
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Hey Julia,
insgesamt ist mein Buch „nur“ Lyrik, da ein Drama und eine Mischung von Kurzgeschichten mit verschiedenen Hintergründen. Wie viele so sagen: Dichtung ist dicht.
Es ist leider keine richtige Reportage, wie du dir das vielleicht erhofft hast. Eher eine Sammlung von Geschichten und Gedichten, in denen der Leser zwischen den Zeilen lesen muss.
Hatte mir mal zu Beginn gefragt, ob man nicht wirklich ein Buch schreibt, das eher der Aufklärung dient. Habe zum Teil auch schon Ansätze gefunden, aber mich dann doch umentschieden. Weißt du? Die fiktionale Literatur beißt sich sehr schnell mit dem Fachlichen.
Erwarte am besten nicht so viel von mir, wie gesagt, Erstlingswerk!
Suizid war so das Zugangsthema zu meinen Gescichten, am Ende hatte ich viele Themen mehr gefunden, habe versucht allerdings bei menschlichen Problemen zu beleiben und versucht sie als Hintergrund zum Suizid zu betrachten.
Hast du eigentlich gute Erfahrungen mit deinem Buch gemacht, mit dem Verkauf und so.
Eigentlich schrieb ich nur, um etwas eigenes von mir rauszubringen, bin aber jetzt doch etwas neugierig wie das denn mit dem Verkauf klappt.
Liebe Grüße
Dein Titus |
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 | | Verfasst am: 01.01.2010, 22:44 |
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Hallo Titus,
das mit Deinem Buch habe ich inzwischen verstanden, Danke!
Trotzdem ist es für mich sehr interessant zu sehen, wie Du und Deine Generation darüber denkst/denkt. Das kann man schon anhand der Gedichte oder der Auswahl davon erahnen.
Ja, das mit der Vermarktung von BOD-Büchern ist ein eigenes Kapitel.
Hier empfehle ich Dir unbedingt unser Unterforum "PR/Marketing"! Dort findest Du viele nützliche Anregungen.
Meine "Lisa" verkauft sich nicht schlecht, aber es könnte viel besser laufen, wenn ich mich mehr kümmern würde. Dafür habe ich momentan leider noch keine Zeit. Ich verkaufe inzwischen viele Bücher (signiert) in eigener Regie, weil ich mich in der "Szene" bekannt gemacht habe. Außerdem gibt es so gut wie keine authentischen Berichte von anderen Herkunftsmüttern. Aber an die 1.000 verkaufter Exemplare von "Barbara Schillings "Colombo komme ich nicht ran. Bei diesem Buch stand der Kommerz für mich erst einmal nicht im Vordergrund, sondern die Aufklärung. Dass beides sehr eng miteinander verknüft ist, habe ich auch erst später kapiert
Im Mai erscheint allerdings in einem sehr bekannten und seriösen Magazin eine mehrseitige Reportage über mich. Das sollte wieder ein Stück weiter helfen.
Dein Thema ist aktuell und allgegenwärtig. Deswegen denke ich, Du hast gute Chancen Aufmerksamkeit zu erlangen. Wenn Du magst, stelle ich Dein Buch auf meiner Homepage vor, wenn ich es gelesen habe.
Was hältst Du von einem Büchertausch? Ich schicke Dir 'ne PN.
Viele Grüße, Julia |
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julia07 |
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 | | Verfasst am: 01.01.2010, 23:39 |
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Klar, danke. Klingt nicht schlecht.
Eine Frage, klingt wahrscheinlich doof, das von einem 19jährigen Jungen zu hören, bin allerdings nicht der Beste, wenn es darum geht mich im Internet oder Computersachen auszukennen. PN?
Ist das jetzt e-mail oder Chat? Bin darin nicht sonderlich bewandert. Ist das erste Forum, in dem ich angemeldet bin.
Vielen Dank, es ist schön gleich nach einem Tag hier irgendwo Anschluss gefunden zu haben.
Ist eine tolle Idee mit dem Bücheraustausch.
LG
Titus |
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 | MM | Verfasst am: 02.01.2010, 01:03 |
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Hallo Julia,
So habe, endlich heraus gefunden, wie man separat Nachrichten versendet. Melde dich bitte kurz, wenn du eine von mir bekommen hast.
LG Titus |
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 | | Verfasst am: 02.01.2010, 10:08 |
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hier Titus!
Du scheinst ein sehr bemerkenswertes Buch geschrieben zu haben, das neugierig macht. Ehrlich gesagt finde ich es auch ein wenig beängstigend, wenn sich ein so junger Mensch mit derartigen Themen so sehr auseinandersetzt. Und dass du dich mit PC usw. nicht sooo gut auskennst, finde ich sehr sympathisch.
Weiteres per PN (inzwischen weißt du ja, wie das funktioniert!
Ich wünsche dir viel Erfolg!
Haifischfrau |
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Haifischfrau |
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 | | Verfasst am: 02.01.2010, 10:41 |
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Hi Titus,
auch ich wünsche Dir viel Erfolg! Ich finde es bewundernswert, dass Du Dich in Deinen jungen Jahren so verantwortungsvoll mit dem Thema beschäftigst.
Die Selbstmordfrage, besonders aber auch in letzter Zeit diese Sache mit Enke, lässt mich nicht los; deswegen noch ein paar Gedanken, mit denen ich meine obigen Postings auf den Punkt zu bringen hoffe. Grundsätzlich ist jemand, der an einer psychischen Krankheit leidet und sich selbst tötet, freizusprechen von Schuld und Verantwortung. Da spielt es genau genommen auch keine Rolle, ob der Kranke sich in Behandlung begibt oder nicht - denn es ist allzu oft gerade ein Teil der Erkrankung, sich der Behandlung zu verweigern. Ich erinnere mich da an mich selbst; ich hatte jede Behandlung jahrelang abgelehnt, da ich felsenfest glaubte, dass die Psychiatrie diejenigen Krankheiten, die sie zu heilen vorgibt, selbst erschafft. Ich war in meiner Psychiatrie-Paranoia so felsenfest davon überzeugt, dass ich jeden, der mich vom Gegenteil überzeugen wollte als Todfeind betrachtete und den Kontakt abbrach. Das Ergebnis: ich landete in totaler Isolation.
Bei Enke waren die Gründe, dass er die dringend angeratene stationäre Behandlung ablehnte aber nicht in Wahnvorstellungen zu suchen, sondern tatsächlich im Umfeld, in dem er sich bewegte. Der Fall Deisler mag Enke als mahnendes Beispiel vor Augen gestanden haben, wie Siegfried ja oben schrieb. Angst um die Karriere als Bundesligaprofi, Angst, ausgegrenzt zu werden, Angst mit seinen Problemen in der Öffentlichkeit bloßgestellt zu werden. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, eine längere stationäre Behandlung abzulehnen.
Und doch ist hier genau der Punkt, wo ich an der gänzlichen Entschuldbarkeit zweifle. Denn sind das eigene Wohl und das der Familie nicht wichtiger als gesellschaftliches Ansehen? Muss man da nicht Prioritäten setzen?
Ja, man müsste. Und ich denke, fast jeder würde sich in diesem Fall in Behandlung begeben und sagen: "Okay, meine Karriere ist durch, aber ich muss das tun, und zwar für mich und meine Familie."
Im Fall Enke ist es aber noch komplizierter, denn er hatte erst kürzlich eine Tochter adoptiert. Die mächtigste Angst, die ihn hinderte, sich in die nötige Behandlung zu begeben, war sicher die Angst vor dem Verlust seiner Adoptivtochter - das Bekanntwerden seiner psychischen Probleme musste also um jeden Preis verhindert werden.
Und wieder zweifle ich an der gänzlichen Entschuldbarkeit; denn wie konnten Enke und seine Frau überhaupt ein Kind adoptieren, wenn Enke doch an einer psychischen Krankheit litt?
Die Antwort: indem sie es verschwiegen. Es war eine bewusste Täuschung. Das ist es, was ich weiter oben im Thread gemeint habe, als ich von Verantwortungslosigkeit und Versagen sprach.
Und doch komme ich nach einigem Nachdenken wieder dazu, Enke und seine Frau in ihrem Tun zu verstehen; denn hinter dem Verschweigen seiner Erkrankung stand sicher die große Hoffnung, dass ein Kind Enke helfen würde, sich zu stabilisieren. Ihre Absichten waren gut, ja, da bin ich mir sicher: Die Adoptivtochter sollte Enke helfen, die Depression zu überwinden.
Das allertraurigste an dieser Geschichte ist für mich, dass die Adoption der Tochter, die Enke doch helfen sollte, das Gegenteil erreicht hat; der Druck, der auf ihm lastete wurde noch größer. Vor der Adoption hätte er immerhin noch die Möglichkeit gehabt, sich in angemessene Behandlung zu begeben - wenngleich er damit einhergehend viel an Ansehen verloren hätte; aber damit kann man leben. Deisler kann es auch.
Nach der Adoption stand ihm diese Möglichkeit nicht mehr offen. Enke musste um jeden Preis verhindern, dass seine Erkrankung bekannt wurde; er konnte sich deshalb nicht in die notwendige, langfristige Behandlung begeben, ohne dass das Verschweigen seiner psychischen Erkrankung ans Tageslicht gekommen wäre. Seine Adoptivtochter wäre ihm genommen worden; ebenso wäre die Täuschung im Adoptionsverfahren aufgeflogen.
Wo Enke sich auch hinwandte, er stand unter immensem Druck.
EDIT: Rechtschreibung |
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Zuletzt bearbeitet von chnuppesaager am 02.01.2010, 11:16, insgesamt 2-mal bearbeitet _________________ Trinkt ein Vampir Bier? Die Antwort findest Du in meinem Vampir-Lexikon.
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 | | Verfasst am: 02.01.2010, 11:00 |
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 | Danke!!!!!! | Verfasst am: 02.01.2010, 19:12 |
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Vielen Dank für so viel Anerkennung im Vorfeld.
Leider frage ich mich als Jungautor mit seinem Erstlingswerk, ob ich euren Anforderungen gerecht werde. Ich bin schon drauf und dran ein zweites Buch zu verfassen, in dem eher Aufklärung statt Lyrik steht.
Wie gesagt, es ist Dichtung, und auch wenn mich die Frage des Suizids zum Schreiben meines Buches inspiriert hat, weiß ich nicht, ob ihr so viel zum Thema Selbstmord findet wie erhofft. Wie gesagt, teilweise kritische Themen werden vorgestellt (auch zynisch und makaber!).
Das ihr euch einen kleinen Eindruck machen könnt, werde ich euch mal zwei, drei Werke vorstellen.
Danke an alle!!!
Titus |
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 | Re: Danke!!!!!! | Verfasst am: 02.01.2010, 19:56 |
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| Titus hat Folgendes geschrieben: |
| ... weiß ich nicht, ob ihr so viel zum Thema Selbstmord findet wie erhofft. |
Keine Sorge, habe schon verstanden, dass Suizid nur eines der Themen ist, die Du in Deinem Buch behandelst. Allerdings ist ja auch der Rest "schwere" Kost.
Viele grüße,
ch. |
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