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Tucholsky und die Weimarer Republik

BeitragVerfasst am: 20.07.2009, 12:28
Titel: Tucholsky und die Weimarer Republik
Autor: Antje-Marianne Di Bella

Verlag: Grin-Verlag München
ISBN: Als E-Book publiziert, ISBN: 978-3-638-00922-5, Als Buch publiziert, ISBN: 978-3-638-91475-8,
Seiten: 62
Preis: Buch 35,30 €, E-Book: 14,99€

Der Autor über das Buch:

Tucholsky „- ein kleiner dicker Berliner wollte mit der Schreibmaschine eine Katastrophe aufhalten…“ (Erich Kästner über Kurt Tucholsky) Das große Problem der Weimarer Republik war, dass sie nur eine Minderheitsregierung bilden oder weit auseinander strebende Parteien in einer großen Koalition zusammen fassen konnte. Beides bot keine Stabilität auf lange Sicht, und so waren häufige Regierungswechsel an der Tagesordnung. Zwischen 1919 und 1932 gab es dreizehn Kanzler. Daraus wird deutlich, dass diese instabile Republik, die der Bevölkerung als Kriegsfolge übergestülpt wurde, weder mit innen- noch mit außenpolitischen Krisen und Problemen fertig werden konnte.

Tucholskys Wirken spielte sich vor allem in dieser Zeit ab. Er war der Starautor der Weltbühne, dem wichtigsten Forum der intellektuellen Linken. Mit seinem ganzen Können als packender Redner und gewandter Journalist setzte er sich ein, um den Menschen seiner Zeit die Augen zu öffnen über das, was ist und vor allem über das, was er kommen sah. Und dies war so beunruhigend, dass er mit „eiserner Schnauze“ kämpfte und zur Gefahr für die Nazis wurde. Das Scheitern der Weimarer Republik und die Wirkungslosigkeit seines Schreibens, das ja mit vollem Einsatz seines ganzen Wesens und Herzbluts geschah, führten ihn schließlich in den verbitterten Rückzug und eisiges Schweigen.

Viele sahen ihn als kompromissunfähigen Besserwisser oder war er doch ein produktiver Kritiker? Die Meinungen gehen noch heute auseinander, Tucholsky ein kämpferischer Pazifist („Soldaten sind Mörder“) oder ein republikzersetzender Deutschenhasser? Er war jedenfalls sowohl ein polarisierender Agitator und ein politischer Pamphletist als auch ein erfolgreicher Kabarett-Dichter und sensibler Lyriker. Er wurde berühmt als Mann mit „eiserner Schnauze“ und „goldenem Herzen“. Obwohl er ein Bundesgenosse der Kommunisten war, setzte er sich kritisch mit dem Stalinismus auseinander. Arnold Zweig sah ihn als „tiefverletzte jüdische Seele “ während der Jude, Gersholm Scholem, ihn für einen „jüdischen Antisemiten“ hielt. Die Meinungen gingen wirklich sehr auseinander.

Dieses Buch ist ein Versuch des komprimierten Überblicks über sein Wirken in der Weimarer Republik. Es versucht Tucholskys zugespitzte Publizistik zu erfassen, die heute noch aktuell ist und politischen Streit auslöst, denn auch in unserer Zeit ist Tucholsky ein viel gelesener und politisch umstrittener Dichter.
Antje Di Bella

Inhalt:

Biographie 4

Vorwort 6

Einleitung 8

Anfänge der Weimarer Republik 8

Hauptteil 10

1. Tucholsky 10
1.1. Der politische Tucholsky 11
1.2. Tucholsky, der gefragte Redner 11
Wirklich helfen, nicht nur schreiben und reden 13
1.3. Ignaz Wrobel 13
Drei Minuten Gehör 14
1.4. Resignation 17
1.5. Tucholsky in Frankreich 19
1.6. Der Kampf geht weiter 22
1.7. Kaspar Hausers „Herr Wendriner“ 25
Herr Wendriner steht unter der Diktatur 26
1.8. Unfreiwillige Heimkehr nach Deutschland 26
Feldfrüchte 27
1.9. Tucholsky und Georg Ledebour 29
1.10. Kampf gegen die Klassenjustiz 29
1.11. Arbeit für die AIZ 32
1.12. Das Deutschlandbuch – eine abschließende Bilanz 34
1.13. Gefährliche Tournee 36
1.14. Kritiker der Kirche 38
1.15. Kampf gegen den Faschismus 40
1.16. Ende eines militärischen Ideals 45
1.17. Das Ende der Weimarer Republik 49
1.18. Das Aus 51
1.19. Tucholskys letzte Lebensmonate 54
1.20. Nachruf 56

Schluss 58

Literatur 61
 
  Anna48 
 
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Re: Tucholsky und die Weimarer Republik

BeitragVerfasst am: 20.07.2009, 19:52
Anna48 hat Folgendes geschrieben:
Viele sahen ihn als kompromissunfähigen Besserwisser oder war er doch ein produktiver Kritiker? Die Meinungen gehen noch heute auseinander, Tucholsky ein kämpferischer Pazifist („Soldaten sind Mörder“) oder ein republikzersetzender Deutschenhasser?

Das, was er kritisierte, war es ja nun allemal wert, kritisiert zu werden. Hut ab, vor dem, der diese Courage besaß! Kampf gegen Fremdbestimmung, Intoleranz und Ungerechtigkeit! Ich wünschte mir heute so sehr das Fach "Kritikfähigkeit" in den Schulen. Es müßte nicht heißen "ich denke - also bin ich", sondern "ich vermag kritisch zu denken - also leb ich". Nur aus kritischem Denken erwächst echtes verantwortungsvolles Handeln. Aber schön blöd, wenn der Kritiker nur kritisieren könnte. Er sollte zu erkennen geben, ein Ziel zu wissen, um dessen Willen sich Kritik lohnt. Und den Weg dorthin mit Lob begleiten. So muss Kritik letztendlich sich wenigstens unbewußt mit Pädagogik paaren.

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