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Übersetzungen

BeitragVerfasst am: 11.04.2009, 07:49
Hallo alle zusammen,

ich bin kein Autor, sondern "nur" der Ehemann einer Autorin. Beruflich habe ich mit technischer Dokumentation und Übersetzungsmanagement zu tun. Daher liegt es nahe, dass ich mich um Dinge wie Layout, Publishing und Übersetzungen kümmere und meiner Frau dabei sehr hilfreich (und kostensparend) zur Seite stehe.

Meine Frau schreibt in brasilianischem Portugiesisch und ich übersetze ins Deutsche. So schreibt meine Frau statt einem Buch immer gleich zwei Bücher: das eine auf Portugiesisch und das andere von mir übersetzt auf Deutsch.
Das macht bei Amazon dann auch etwas her http://www.amazon.de/exec/obidos/search-handle-url?_encoding=UTF8&search-type=ss&index=books-de&field-author=T%C3%A2nia%20Maria%20Rodrigues-Peters

Hat jemand schon einmal darüber nachgedacht, sein Buch zu übersetzen?
Wir sind gerade bei der Übersetzung ins Englische. Vielleicht ist mein Englisch recht passabel, aber für einen stilistisch hochwertigen und schlüssigen Text reicht es nicht. Man braucht also einen muttersprachlichen, erfahrenen Übersetzer...
Ein Beispiel: Ich selbst habe Übersetzen in Englisch und Spanisch studiert. Ich habe acht Jahre in Spanien gelebt und dort auch unterrichtet. Mein Spanisch ist also logischerweise (berufsbedingt) auf einem recht hohen Niveau. Dennoch würde ich niemals mein eigenes Buch ins Spanische übersetzten. Das kann ein Spanier einfach besser!

Hier mal ein paar Hinweise, die dem einen oder anderen hilfreich erscheinen könnten.

Soll ich mein Buch überhaupt übersetzen (lassen)?
Das ist eine Kostenfrage. Aber ich habe den Eindruck, dass ein übersetztes Buch an Stellenwert gewinnt, d. h. die Übersetzung gibt dem Original Aufwind. Aber grundsätzlich sollte man sich erst einmal über die Vermarktungsstrategie Gedanken machen.
Englisch, Französisch, Dänisch und Finnisch bieten sich an, weil man dadurch mit BoD recht einfach auf den jeweiligen Markt kommt. Es ist auf jeden Fall hilfreich, wenn man die Zielsprache relativ gut beherrscht, damit man sich selbst besser vermarkten kann. Bei Englisch z. B. in englisch-sprachigen Foren usw.


Wo finde ich einen Übersetzer?
Die meisten professionellen Übersetzer tummeln sich auf www.proz.com. Dort kostet es etwas, wenn man einen Übersetzer finden will. Wer aber etwas mit Google umgehen kann, findet dort auch die entsprechenden Profilseiten der Übersetzer durch das Hintertürchen. Ich suche außerdem gerne auf www.translatorscafe.com. Dort ist das angebot etwas geringer, aber immer noch reichlich.
Beruflich habe ich mit 20 Sprachen zu tun, die alle aus dem Deutschen übersetzt werden. Ich finde in etwa 90% der Übersetzer auf proz und 10% auf translatorscafe. Woanders suche ich nicht, aber es gibt noch viele mehr.

Was kostet eine Übersetzung?
Tja, das kommt drauf an. Übersetzungen werden entweder nach €/Quellwort oder €/Normzeile abgerechnet. €/Quellwort ist international am üblichsten, €/Normzeile ist typisch deutsch. In Russland, Brasilien und anderen Länder sind auch "Geld"/Normseite üblich.
Am besten man geht erst mal in Word oder OpenOffice auf Menü Extras > Wörter zählen und schreibt sich die Anzahl der Wörter und Zeichen (inkl. Leerzeichen) auf.
Jetzt wird es mathematisch...
€/Quellwort ist einfach. Da braucht man nur zu multiplizieren.
Bei €/Normzeile und €/Normseite braucht nur zu wissen, dass eine Normzeile 55 Zeichen und eine Normseite in der Regel 2100 Zeichen hat.
Was mache ich jetzt, wenn mir ein Übersetzer ein Angebot mit €/Quellwort und ein anderer ein Angebot mit €/Normzeile macht?
Umrechnen ist nicht ganz so einfach, denn Wörter können verschieden lang sein und somit mehr oder weniger Zeichen haben.
Bei technischer Dokumentation variiert der Umrechnungsfaktor bei deutschsprachigen Texten zwischen 6 und 8,5. Umrechnen ist also nur bedingt möglich. Ich akzeptiere nur Angebote in €/Wort und gehe somit dieser Diskussionen aus dem Weg.
Wenn es sich ganz konkret um nur ein Buch handelt, dann hat man ja sowohl die Anzahl der Zeichen als auch die Anzahl der Wörter und kann somit genau den Endpreis ausrechnen.

Woher weiß ich, ob es der richtige Übersetzer ist?
Man muss sich natürlich einerseits die Referenzen und andererseits den Lebenslauf des Übersetzers anschauen, aber letztendlich muss man sich auf sein Bauchgefühl verlassen.
Ich telefoniere erst einmal mit dem Übersetzer und bekomme so einen ersten Eindruck.

Wie mache ich ein Korrektorat?
Genauso wie im Deutschen. Man nimmt also eine professionelle Dienstleistung in Anspruch oder man kennt Leute, die einem helfen. Die letztere, günstigere Variante ist selten die bessere. Welcher eurer Freunde und Bekannten beherrscht den wirklich alle Kommaregeln? Aber das Thema wurde hier im Forum schon ausführlich diskutiert.
Bei der Übersetzung ins Deutsche, wo ich selbst der Übersetzer bin, habe ich eine Dienstleistung in Anspruch genommen. Wir haben mit http://www.redaktionsbuero-korn.de/start.htm, wo Ulrich Korn dahinter steht, eine schnelle, zuverlässige und gute und günstige Dienstleisung eingekauft. Ich bin zu frieden und poste deshalb gerne seinen Link hier.
Bei der Übersetzung ins Englische, macht es der Ehemann der Übersetzerin. Die sind ein eingespieltes Team. Natürlich habe ich das schon beim ersten Telefonat erfragt.

Den Übersetzer motivieren!
Die Übersetzerin darf in unserem Buch eine Seite "Über mich" erstellen. Das motiviert und ist Werbung für die Übersetzerin. Das mache ich gerne, so kann ich helfen und mich kostet es nichts. Letztendlich ist es aber auch Werbung für das Buch, denn die Übersetzerin wird das Buch gerne als Referenz auf ihren Seiten nennen. So ergibt sich eine Win-Win-Situation, für die mir jetzt kein deutsches Wort einfällt.
So habe ich auch unseren Illustrator in unserem Buch verewigen lassen. Allerdings gehe ich mit fremden Internetadressen eher vorsichtig um.
Wir haben z. B. die Domain http://www.rodrigues-peters.com Die URL des Illustrators ist ein Blog auf blogspot. Vielleicht ändert sich diese Adresse aber irgendwann und dann habe ich einen toten Link in meinem Buch. So habe ich auf unserer Seite einen Link installiert, den ich jederzeit ändern kann.
http://www.rodrigues-peters.com/pedro
Pedro Caraça kann ich übrigens sehr empfehlen, sowohl als Mensch als auch als Illustrator.

So, jetzt habe ich viel geschrieben und warte auf Kommentare, Kritik, möchte ausgelacht oder gelobt werden usw.

Liebe Grüße aus Vorarlberg, Österreich,
Carsten


Zuletzt bearbeitet von calutateo am 11.04.2009, 08:15, insgesamt einmal bearbeitet

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BeitragVerfasst am: 11.04.2009, 07:53
Hallo Carsten!

Jedenfalls ein guter Hinweis, der sicher etliche unter uns interessieren dürfte. thumb up

Gruß aus der Steiermark!
Hans
 
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BeitragVerfasst am: 11.04.2009, 15:35
Hallo Carsten,

die Informationen sind bestimmt für den einen oder anderen hilfreich.

Mich würde aber mal interessieren, wie du auf 2100 Zeichen/Normseite kommst. Ich kenne eine Normseite nur mit 1800 Seiten und rechne dementsprechend ab.


Darüber hinaus vereinbare ich meine Preise im Bereich Literatur nur auf der Basis Normseite, eine andere Möglichkeit wäre sonst auch noch pro Stunde abzurechnen, aber dann müsste man seinem Übersetzer/Lektor/Korrektor wirklich sehr vertrauen können.

Dabei noch ein wichtiger Hinweis: Die Preise pro Normseite/Normzeile orientieren sich normalerweise an der Zielsprache, es lässt sich also im Vorfeld nur schätzen. Gute Übersetzer kommen mit ihren Schätzungen i. d. R. aber recht genau auf den endgültigen Preis. Ich selber wende dabei noch einen Tipp an, den ich während meines PRaktikums in einem Übersetzungsbüro bekommen habe: Erstell das Angebot lieber etwas zu hoch, wenn du dir nicht sicher bist. Dein Kunde wird sich freuen, wenn er hinterher weniger bezahlen muss, und kommt gerne wieder. Wenn er allerdings mehr bezahlen soll als veranschlagt, wird er nicht so gerne wiederkommen ...

Liebe Grüße,
Theresa

(die selber ins Deutsche und Englische übersetzt, Quellsprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch)
 
  Thesken 
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BeitragVerfasst am: 11.04.2009, 15:47
Wie sieht es denn mit den Möglichkeiten aus, sein Buch im anderssprachigen Ausland zu vertreiben? Denn es nur übersetzten zu lassen, reicht ja nicht. Man muss es im Ausland ja auch an den Mann bringen.

Bod ist mir da nicht ausreichend...aber hat man als deutscher Autor überhaupt eine Chance in einem richtigen, ausländischen Verlag unterzukommen?
 
  Weasel 
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BeitragVerfasst am: 11.04.2009, 16:54
Hallo Theresa,
Thesken hat Folgendes geschrieben:

Mich würde aber mal interessieren, wie du auf 2100 Zeichen/Normseite kommst. Ich kenne eine Normseite nur mit 1800 Seiten und rechne dementsprechend ab.

Ich glaube, ich hatte "in der Regel" oder so geschrieben. In Brasilien sind es 2100 Zeichen, in Russland 1800 Zeichen. Genau daran sieht man aber auch wie ungenau das ist. Auch die Normzeile ist nur "in der Regel" 55 Zeichen lang. Man fragt halt einfach nach, was der eine oder andere Übersetzer unter Normzeile oder -seite versteht, und dann lässt es sich berechnen.
Thesken hat Folgendes geschrieben:

Dabei noch ein wichtiger Hinweis: Die Preise pro Normseite/Normzeile orientieren sich normalerweise an der Zielsprache, es lässt sich also im Vorfeld nur schätzen.

Da muss ich leider wiedersprechen. Eine seriöse Übersetzung rechnet man immer nach Quelltext ab. Dann weiß jeder, wovon man redet. Der professionelle Übersetzer weiß, um wieviel länger die Übersetzung wird und dem Auftraggeber ist das egal.
Ich würde jedem abraten auf Zielsprache abzurechnen. Vor allem in weniger seriösen Ländern werden die Übersetzer dann plötzlich sehr kreativ...

Thesken hat Folgendes geschrieben:

Erstell das Angebot lieber etwas zu hoch, wenn du dir nicht sicher bist. Dein Kunde wird sich freuen, wenn er hinterher weniger bezahlen muss, und kommt gerne wieder. Wenn er allerdings mehr bezahlen soll als veranschlagt, wird er nicht so gerne wiederkommen ...

Ja, super. Für solche Ideen bin ich immer zu haben. Ich lass mich auch von meinen Übersetzern bei der Arbeit gerne mal hinters Licht führen. Unsere niederländische Übersetzerin hat mir letztens einen Auftrag geschenkt (ca. 150 Euro). Das werde ich ihr nicht vergessen. Die Geschäftsbeziehung hat sich gefestigt, obwohl ich weiß, dass ich ihr ohnehin recht viel bezahle...

Danke für das Feedback, Theresa!

Viele Grüße
Carsten

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BeitragVerfasst am: 11.04.2009, 17:12
Hallo Weasel,
Weasel hat Folgendes geschrieben:
Wie sieht es denn mit den Möglichkeiten aus, sein Buch im anderssprachigen Ausland zu vertreiben? Denn es nur übersetzten zu lassen, reicht ja nicht. Man muss es im Ausland ja auch an den Mann bringen.
Bod ist mir da nicht ausreichend...aber hat man als deutscher Autor überhaupt eine Chance in einem richtigen, ausländischen Verlag unterzukommen?

Zunächst müsstest du "ausländisch" genauer definieren. BoD bietet ja die Möglichkeit in verschiedenen Sprachen zu publizieren. Und wenn ich das richtig gedeutet habe, dann scheint es bzgl. Finnland, Dänemark und Frankreich auch Marketing-Unterstützung zu geben.
Den angelsächsischen Buchmarkt kann man mit nur 9,90 Euro mehr schnell erreichen. Damit ist das Buch dann theoretisch auf dem Markt.
Wie bei der Vermarktung mit BoD in Deutschland stellt sich jetzt die Frage nach dem Marketing-Konzept: Anzeige im Buch Journal schalten? Auf die Buchmesse gehen? Selbst Anzeigen schalten? In Foren aktiv für das Buch werben? Lesungen veranstalten? Den Bekanntenkreis aktivieren? Website? Google AdWords? etc.?

Die o. a. Fragezeichen werde ich für meinen Teil durch Ausrufezeichen ersetzen. Vielleicht ist die Internetwerbung für den angelsächsischen Markt besser und in Deutschland geht man lieber auf eine Buchmesse. Das muss man selbst entscheiden.
In Brasilien sind wir selbst die Verleger. Wir haben uns die ISBN-Nummern selbst besorgt, uns eine Druckerei gesucht, mit Buchhandlungsketten Verträge ausgehandelt, usw. Meine Frau fliegt im Mai nach Brasilien und hält viele Lesungen, hat sich die Zeitung und sogar das Fernsehen mit ins Boot geholt.
Na ja, einerseits sprechen wir beide die Sprache und kennen Land und Leute, andererseits hat meine Frau Publizistik und Marketing studiert und weiß, was sie tut. So ist das eine Ausnahme, die hier niemandem weiterhelfen wird.

Was würden wir jetzt z. B. in Ungarn tun? Ich war noch nie in Ungarn, ich spreche die Sprache nicht und habe keine Ahnung, was ich mit einer ungarischen Übersetzung des Buches tun sollte.
In dem Fall würde ich den einen oder anderen Verlag ansprechen.

Das Ganze ist zeitaufwendig und man muss voll dahinter stehen, Lust dazu haben oder durch Zufall, Glück und/oder Geschicklichkeit auf einen Verlag stoßen, dem das Buch gefällt.
Und natürlich: Gute Freunde im entsprechenden Land können Wunder wirken.

Viele Grüße
Carsten

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BeitragVerfasst am: 11.04.2009, 17:43
Hallo Carsten,

calutateo hat Folgendes geschrieben:
Ich glaube, ich hatte "in der Regel" oder so geschrieben. In Brasilien sind es 2100 Zeichen, in Russland 1800 Zeichen. Genau daran sieht man aber auch wie ungenau das ist.


Die Normseite ist in D eindeutig geregelt, also alles andere als ungenau. Sie geht von 30 Zeilen und einer Satzbreite von maximal 60 Anschlägen aus. Ob jede Zeile tatsächlich gefüllt ist oder gar Leerzeilen im Text vorkommen, spielt keine Rolle. Von daher hat eine Normseite eben keine 1800 Anschläge, sondern deutlich weniger.

Zitat:
Auch die Normzeile ist nur "in der Regel" 55 Zeichen lang.


Wo wird denn mit Normzeilen gerechnet? Ich kenne sonst nur Druckzeilen, und die werden mit 35 Zeichen veranschlagt.

Zitat:
Man fragt halt einfach nach, was der eine oder andere Übersetzer unter Normzeile oder -seite versteht, und dann lässt es sich berechnen.


Eigentlich ist die Normseite eindeutig geregelt, nur tummeln sich inzwischen viele Übersetzer, Lektoren, Korrektoren usw. als Quereinsteiger auf dem Markt, die sich nie um irgendwelche Regelwerke gekümmert haben.

Beste Grüße,

Heinz.

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BeitragVerfasst am: 11.04.2009, 18:19
hawepe hat Folgendes geschrieben:
Wo wird denn mit Normzeilen gerechnet?


Nach ein wenig Googlen stelle ich mit Verblüffung fest, dass Übersetzer tatsächlich teilweise mit Normzeilen rechnen, die allerdings sehr viel ungenauer festgelegt zu sein scheint als die Normseite. Sie beläuft sich auf 50 bis 55 Anschläge und wird von der Zielsprache her berechnet Sad

Beste Grüße,

Heinz.

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BeitragVerfasst am: 11.04.2009, 19:37
Hallo Carsten,

es schmerzt ein wenig, wenn du behauptest, nur unseriöse Übersetzer würden in der Zielsprache abrechnen. Ich habe es in einem seriösen Übersetzungsbüro so gelernt, weshalb ich es als Freie genauso handhabe.

Da man den Preis dabei vorher nicht 100 %ig festsetzen kann, sollte man lieber ein paar Euro zu hoch schätzen, als zu niedrig, um dem Kunden nicht hinterher mehr als geschätzt in Rechnung stellen zu müssen oder sich selber um den Lohn zu bringen. Mit ein wenig Erfahrung wird man aber recht genau mit diesen Schätzungen.

Natürlich gibt es sicherlich genug schwarze Schafe, die in der Zielsprache dann unnötig lange Sätze einbauen. Das macht sich aber auch schnell in der Qualität der Übersetzung bemerkbar, da es dann oft merkwürdig oder gestelzt klingt. Es gibt wohl nur eine Möglichkeit, schon vor Auftragserteilung die schwarzen Schafe auszusortieren: sich REferenzen nennen lassen und eventuell eine Probeübersetzung zeigen lassen.

Bei größeren Aufträgen, zu denen eine Literaturübersetzung sicherlich gehört, biete ich grundsätzlich an, ein Stück auf Probe zu übersetzen, ohne weitere Verpflichtungen bei Nichtgefallen. Schließlich fordere ich von meinen Kunden auch eine Textprobe an, um Länge und Schwierigkeitsgrad für die Angebotserstellung einschätzen zu können.

Außerdem mache ich bei Literaturübersetzungen ein Angebot mit Festpreis, das zwar auf meiner Rechnung mit Normseiten basiert, aber nicht mehr im Nachhinein verändert wird. Sollte ich mich also doch verschätzt haben und mehr Zeilen schreiben (müssen), so ist das mein Pech. Die Qualität würde ich aber nie leiden lassen.

Ich möchte dich bitten, nicht die eine oder andere Arbeitsweise grundsätzlich als unseriös abzutun. Es gibt hier im Forum sicherlich genug Leute, die sich mit der Thematik nicht auskennen und sich dadurch beeinflussen lassen. Sicherlich gibt es verschiedene Herangehensweisen bei Übersetzungen, die alle Vor- und Nachteile mit sich bringen, aber ich würde mir nie anmaßen, die eine oder andere davon als besser oder schlechter zu bewerten. Letztendlich kommt es eben immer auf den Übersetzer an. Ist der gut, ist seine Arbeitsweise für ihn die richtige.

Liebe Grüße,
Theresa
 
  Thesken 
Gast 
 
 
   
   

Übersetzung - Abrechnung nach Zeile

BeitragVerfasst am: 17.07.2009, 10:18
Ich bin seit 2003 selbstständig und mache bei jenem Übersetzungsbüro Übersetzungen ins Deutsche. Dort aber auch bei anderen Anbietern wird grundsätzlich nach der Wortzahl des Ausgangssprache abgerechnet. Aber am Ende entscheidet wohl der Kunde nach Preis- Leistungsverhältnis.
 
  Sylvia71 
 
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