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Unabhängigkeit trotz Verlag oder nur per Eigenverlag?

BeitragVerfasst am: 30.07.2011, 21:03
Ich möchte meine Sachbücher veröffentlichen und hätte nichts dagegen einige 100 oder mehr auf eigene Kosten produzieren zu lassen. Ich möchte mit keinem Verlag arbeiten weil ich alle Rechte an meinen Werken behalten will. Z.B. möchte ich eBooks der Werke selbst produzieren/vermarkten/verschenken können. Auch für andere Sprachen will ich eigenständig bleiben, etc.

Ich will aber auch dass meine Bücher im Handel zu finden sind, zumindest den großen Ketten in DACH. Daher denke ich, ohne hier Erfahrung zu haben, dass es schwer wird ohne den gängingen Vertriebskanälen inkl. Verlag dort zu finden zu sein? Auch will ich nicht selbst Bücher versenden oder Rechnungen erstellen.

Mir ist auch egal wieviel (oder ob überhaupt) pro Buch ich etwas verdiene, oder anders gesagt, wenn ein Verlag mich druckt und erfolgreich in den Handel bringt wäre ich auch mit geringsten Margen zufrieden - solange ich alle Rechte behalte. Kann man solche Verlage finden?

Bin hier ratlos. BOD wäre ja okay, aber ich denke nicht das diese mich effektiv falls überhaupt in die Regale des Handels bringen kann? Ich würde auch die eBook Ablöse an BOD zahlen.

Welche Tipps könnt Ihr mir geben? Jedenfalls vielen Dank!
 
  BillCh 
 
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BeitragVerfasst am: 30.07.2011, 21:42
Hi Bill,

ich glaube, es geht wohl vielen so, nur bin ich mir nicht sicher, wo man seine Rechte abgibt bei einem Verlag, das Urheberrecht bleibt doch immer beim Autor oder nicht? Rechtlich bin ich jetzt leider nicht so bewandert...

Bei Sachbüchern könnte man ja direkt passende Fachverlage anschreiben und es da versuchen, mehr als nein sagen können sie ja nicht. Ich weiß ja nicht, worum es in den Büchern geht, aber ein Versuch wäre es ja wert und wenn es dir so egal ist, was du an den Büchern verdienst, dann könntest du dein Hauptaugenmerk ja auf die anderen Konditionen richten. Wie gesagt, kann man nur versuchen... wenn das nicht klappt, kannst du immer noch zu einem BoD-Anbieter gehen.

Im Übrigen glaube ich, bei der Fülle von jährlich erscheinenden Büchern, dass ein Verlag nicht zwingend impliziert, dass man sein Buch überall findet und es automatisch in jedem Regal steht und entsprechend beworben wird, ich denke, sowas wird nur bei den ganz großen Verlagen gemacht und selbst da muss man sich auch selber drehen, wenn man sein Buch an den Kunden bringen will. Schaden kann es zumindest nicht. Ich glaube für Sachbücher ist BoD ideal, man muss nur bereit sein, sich wirklich Gedanken über seine Zielgruppe zu machen und sich was einfallen zu lassen cheezy grin

LG, purple

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  purple 
 
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BeitragVerfasst am: 31.07.2011, 07:31
purple hat Folgendes geschrieben:
das Urheberrecht bleibt doch immer beim Autor oder nicht? Rechtlich bin ich jetzt leider nicht so bewandert...


Ich denke, worum es Bill geht, ist nicht das Urheber-, sondern das Vervielfältigungs- und Veröffentlichungsrecht. Beides wird üblicherweise im Autorenvertrag an den Verlag abgetreten. Heißt im Klartext, du darfst deinen Text ohne Absprache mit deinem Verlag nicht nochmal woanders veröffentlichen (das schließt kostenlose Publikation z.B. im Internet oder als Gratis-e-Book mit ein).

Was ich dir raten soll, Bill, weiß ich leider nicht. Meine Einschätzung deckt sich mit deiner. Bei BoD und bei allen anderen Formen der Selbstveröffentlichung ist ausschließlich der Autor für Werbung und Marketing zuständig. Wie ich in den Erfahrungsberichten hier gelesen habe, kann es durchaus gelingen, einen BoD-Titel in einzelnen Filialen großer Ketten unterzubringen, über persönliche Beziehungen, wegen regionaler Bezüge etc. Aber dafür sorgen, daß die gesamte Kette es ins Sortiment nimmt? - Ich denke, dafür braucht es tatsächlich einen entsprechend großen Verhandlungspartner, der von den Buchhandelsketten auch wahr- und ernstgenommen wird.

Wende dich vielleicht an eine Sachbuch-Agentur, die mit den Branchengrößen zusammenarbeitet. Wenn die Interesse zeigt, kann sie es vielleicht in einem geeigneten Verlag unterbringen.

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  Perchta 
 
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Re: Unabhängigkeit trotz Verlag oder nur per Eigenverlag?

BeitragVerfasst am: 31.07.2011, 08:27
BillCh hat Folgendes geschrieben:

Ich will aber auch dass meine Bücher im Handel zu finden sind, zumindest den großen Ketten in DACH. Daher denke ich, ohne hier Erfahrung zu haben, dass es schwer wird ohne den gängingen Vertriebskanälen inkl. Verlag dort zu finden zu sein? Auch will ich nicht selbst Bücher versenden oder Rechnungen erstellen.



Hallo Bill,

es gibt keine realistische Möglichkeit, in die großen Ketten reinzukommen. Ich habe für dich mal zwei Artikel im Forum gesucht, die sich mit der Problematik befassen:


http://www.zeit.de/2009/42/DOS-Dick-und-doof?page=6

http://www.kurt-wolff-stiftung.de/Grafik/jetzt.pdf

In die Ketten kommt man nur rein, wenn man viel Geld bezahlt an die Kette. Und das können sich nur große Verlage leisten. Keine kleinen.

Deshalb kommst du nicht in die Buchhandelsketten, weil du nicht genug Rabatt geben kannst.

BoD bringt dein Buch in den Handel. Du hast eine ISBN, dein Buch erscheint im Verzeichnis Lieferbarer Bücher. Daß es gekauft wird, dafür mußt du sorgen. Auch dafür, daß es in den Regalen im Handel steht.

Die Alternative ist: Du schließt einen Vertrag mit einem renommierten Sachbuchverlag. Verlage wollen ja (unter anderem) auch Geld verdienen. Wenn deine Bücher das Potential haben, ein Verkaufsschlager zu werden, dann wird ein Verlag sie in sein Programm aufnehmen. Heißt im Umkehrschluß auch: Wenn Verlage Bücher ablehnen, dann sehen sie keine Verkaufschancen.

BillCh hat Folgendes geschrieben:

Bin hier ratlos. BOD wäre ja okay, aber ich denke nicht das diese mich effektiv falls überhaupt in die Regale des Handels bringen kann? Ich würde auch die eBook Ablöse an BOD zahlen.


Eine eBook-Ablöse bei BoD gibt es meines Wissens nicht. BoD schließt mit dir einen Vertrag über die Print-Version, der die gesamten Vertriebsrechte mit umfaßt. Entweder erscheint dein Buch in Papierform UND als eBook bei BoD, oder du verzichtest komplett auf die eBook-Form, dann gibt es nur die Papierform. Eine Ablöse ist nur bei vorzeitiger Vertragskündigung vorgesehen. Dann wird die Papierform eingestellt und du kannst dein eBook selbst vermarkten. Es steht dir natürlich frei, BoD ein solches Vertragsangebot zu unterbreiten.

Welche Rechte du bei einer Veröffentlichung an den Verlag abtrittst, steht in dem Vertrag drin, den du unterzeichnest. Verträge sind in gewisser Weise verhandelbar. Aber bevor du einen Vertrag bekommst, mußt du ein Buch haben, das den Verlag auch interessiert. Je interessanter das Buch, desto mehr Verhandlungsspielraum bekommst du. Was für Bücher willst du veröffentlichen?

Viele Grüße

Torsten

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Re: Unabhängigkeit trotz Verlag oder nur per Eigenverlag?

BeitragVerfasst am: 31.07.2011, 09:20
BillCh hat Folgendes geschrieben:
Bin hier ratlos. BOD wäre ja okay, aber ich denke nicht das diese mich effektiv falls überhaupt in die Regale des Handels bringen kann?

Ich glaube nicht, dass Dir ein klassischer Verlag die physische Präsenz im Handelsregal garantieren kann. Auch ein Buchhändler muss rechnen (können) - und die Publikation in einem klassischen Verlag ist keine Garantie für Erfolg.

Du kannst aber - so mache ich das gerade - ein Buch fertigstellen und bei einer Druckerei günstig in einer Auflage X produzieren lassen, Dir selbst eine ISBN besorgen (bei meinem Projekt bekomme ich eine vom Stadtarchiv, das auch als Mitherausgeber fungiert) und das Buch selbst im VLB und bei Amazon anmelden. Bei meinem aktuellen Projekt übernimmt die Distribution ein befreundeter Buchhändler. D.h. Bestellungen laufen bei ihm auf und er übernimmt den Versand. Da es sich bei mir allerdings um ein regionales Projekt handelt, wird der Anteil der woanders bestellten Bücher, die des Versandes bedürfen, eher gering sein.

Aber das Prinzip wäre vielleicht eine Alternative für Dich.

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LG - matthias

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BeitragVerfasst am: 05.08.2011, 19:46
Vielen Dank für Eure Antworten!

Ihr habt meine Zielvorstellungen trotz mangelhafter Beschreibung meinerseits perfekt getroffen.

Ich liebe eben eine gewisse Unabhängigkeit. Verlage sind marktwirschaftlich orientiert, das sollen sie auch sein. Natürlich entsteht dadurch ein gewisser Porotektionismus. Der Vertriebsweg steht den eingesessenen Großen offen. So mein Eindruck.

Mein Freund hat über einen Fachverlag zwei Bücher veröffentlicht. 11.000 mit dem Ersten (6. Aufl.) und knapp 5.000 aktuell mit dem Zweiten erreicht. Ich denke dass ist sehr gut, oder?

Jedenfalls stört ihn, dass praktisch trotzdem nichts gemacht wurde, was Marketing etc. angeht. Die Dinger wurden einfach gekauft. Wie viel im Handel, wieviel über Amazon, nichteinmal das sagt ihm der Verlag.

Meine Strategie wird nun vermutlich sein: Wir geben ein Buch gemeinsam raus, über den Konkurrenzverlag seines Ersten - inklusive all der Einschränkungen die ich eigentlich nicht will (der neue Verlag würde uns zumindest die Fremdsprachenrechte einräumen). Damit hoffe ich mal einen ersten Schritt zu machen, meine Bekanntheit in unserer Fachszene zu erhöhen.

Solltet ihr jemanden kennen der es trotzdem schaffen kann - vielleicht für ein weiteres, alleiniges Buch - Vermarktung (=Bemühen um in die großen Läden zu kommen) und Administration (Lagerung, Versand) zu machen bin ich für jeden Hinweis dankbar.
 
  BillCh 
 
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Vermarktung

BeitragVerfasst am: 26.09.2011, 11:03
Hallo Bill

das Thema wurde ja schon treffend analysiert und ich gebe euch allen Recht. Ich bin der Meinung, dass von den Selbstverlagen BOD schon super im Vertrieb aufgestellt ist. Es gibt jedoch noch die Alternative Tredition, dieser Verlag hat wirklich eine sehr sehr umfangreiche Anbindung an den Buchhandel

Schau mal hier:
http://www.tredition.de/buch-veroeffentlichen/vertrieb

Vorteil ist auch, dass nur Bücher veröffentlicht werden, die vorher vom Verlag auf Inhalt und Formatierung geprüft wurden. Das gibt dem Buchhandel eine gewisse Sicherheit und auch gute Referenzen.

Viele Grüsse,
jea

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Autorin von Abenteuer Weltreise und Happy Landings.
 
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