Unter Strom
Gegenüber ein Flaschenmeer und mein zerkratztes Spiegelbild
in schummriges Spelunkenlicht getaucht auf der letzten Station
nächtlicher Wanderung, wenn Grenzen zwischen Gedanke und
ausgesprochener Wirklichkeit zu einem Mahlstrom zerlaufen.
Die Stripperin an meiner Seite hält vor müder Eitelkeit ihre Lider
halb gesenkt, ehe sie das Glas kippt sitzt auf ihrem Hocker
der Tod, schneidet mir ins Wort mit dem Skalpell der Erinnerung.
Zeit aufzubrechen, den Rest schmachvoller Stunden vor dem
Fenster der Spektakel zu verbringen, darin monströse Insekten
fühlerzuckend die Plasmaschirme rammen - ein Festmahl
hingestreckter Leiber vor orgastischen Bildern erstarrt (beim
Verdrängen unheimlicher Taten), Lebensmodelle aus
Hollywood dröhnen durchs Hirn gleich Echos, Kurzschlüsse
desselben Programms ohne spürbare Variationen, noch beim
Einschlafen summen alle Fernbedienungen der Welt eine
berauschende Monotonie durch den Äther des Morgens.
Peter Pitsch, Übelungen |
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_________________ Texte von Peter Pitsch - Satire, Lyrik, Romane
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Peter-Pitsch |
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| Anmeldedatum | 16.01.2009 | | Beiträge | 418 | | Wohnort | Dänemark | |
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