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Verkaufspreise

BeitragVerfasst am: 10.06.2010, 21:27
Hi!

Weil es hier immer wieder Diskussionen um die Verkaufspreise gibt, habe ich mich mal ein wenig intensiver mit dem Preiskalkulator beschäftig und zwei Listen erstellt. Die erste Liste enthält die Verkaufspreise für Bücher mit einer bestimmten Seitenzahl, die zweite Liste enthält häufig benutzte Verkaufspreise im Buchhandel und die dann bei BoD mögliche Seitenzahl.

Bei der ersten Liste habe ich den Buchpreis auf eine 25-Cent-Abstufung berechnen lassen, d. h. der Preis bewegt sich in der Abstufung

x,00 Euro - x,25 Euro - x.50 Euro - x,75 Euro

wobei das x dann durch den jeweiligen Euro-Betrag zu füllen war.

Bei der zweiten Liste bin ich mit ganz bestimmten Eckpreisen (x,95 Euro) herangegangen und habe dann die maximal mögliche Seitenzahl des Buches ermittelt.

In beiden Fällen ist die Marge nicht gegen 0 gedrückt worden, sondern sollte mindestens 1% betragen. Wer mit seinen Bücher mehr Geld verdienen will oder über den Buchpreis noch zusätzliche Kosten abdecken muss, der ist natürlich gezwungen, einen höheren Preis anzusetzen.

Buchausstattung: Taschenbuch, Standardgröße, nur s/w

Das Ganze soll ja auch nur eine Art Orientierungshilfe bei der Preisfestlegung sein. cheezy grin

Los geht's:

    Liste 1:
    Seiten - Mindest-Verkaufspreis - Marge in %

    52 Seiten - 2,75 Euro - 2,3% Marge
    80 Seiten - 4,25 Euro - 2,5% Marge

    100 Seiten - 5,50 Euro - 2,0% Marge
    120 Seiten - 6,25 Euro - 1,5% Marge
    160 Seiten - 8,25 Euro - 1,0% Marge

    200 Seiten - 10,50 Euro - 2,0% Marge
    240 Seiten - 12,50 Euro - 1,5% Marge
    280 Seiten - 14,50 Euro - 1,3% Marge

    300 Seiten - 15,50 Euro - 1,2% Marge
    340 Seiten - 17,50 Euro - 1,0% Marge
    380 Seiten - 19,75 Euro - 1,5% Marge

    400 Seiten - 20,50 Euro - 1,3% Marge



    Liste 2:
    Verkaufspreis - maximale Seitenzahl - Marge in %

    4,95 Euro - 96 Seiten - 1,1% Marge

    6,95 Euro - 132 Seiten - 2,2% Marge
    7,95 Euro - 152 Seiten - 1,9% Marge
    9,95 Euro - 192 Seiten - 1,3% Marge

    12,00 Euro - 232 Seiten - 1,2% Marge
    14,00 Euro - 268 Seiten - 1,7% Marge
    15,00 Euro - 288 Seiten - 1,6% Marge
    18,00 Euro - 348 Seiten - 1,2% Marge
    19,95 Euro - 384 Seiten - 1,4% Marge


Hoffe, ein wenig geholfen zu haben ... cheezy grin

Grüße
Siegfried
 
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BeitragVerfasst am: 10.06.2010, 21:44
Siegfried,

da hast Du Dir dankenswerterweise eine große Mühe gemacht, aber ein wenig statisch ist das natürlich schon, weil Verkaufspreise auch immer mit dem Genre zu tun haben.

Meiner Erfahrung: Vergleichbare Literatur heranziehen und den »Wert« des eigenen Werkes realistisch sehen.

Bei Regionalia z.B. kann man einen höheren VK nehmen, der anstandslos bezahlt wird, weil das Interesse an DIESEM Buch vorhanden ist.

Bei Romanen muss man sich mit vielen anderen vergleichen (lassen) und sollte sich von daher dem Gefüge anpassen.

Bei Ratgebern/Erfahrungsberichten spielt wieder der Leidensdruck eine Rolle.

Wesentlich ist, sich vor der Preisfestlegung ein Bild vom Markt zu machen ... wenn Käufer bereit sind, für ein bestimmtes Genre € 15,00 auszugeben, muss ich ein gleichartiges Werk nicht für € 9,90 verkaufen, weil der BoD-Kalkulator das will. € 13,90 z. B. sind ein Tick unter Marktschnitt, aber immer noch besser für die eigene Marge.

Andersherum sollte man auch beurteilen, welchen Umfang potenzielle Wettbewerber haben. Wenn die Mehrzahl der Bücher eines Genres im Umfang von +/- 240 Seiten aufweisen, wird man kaum ein 400-Seiten-Werk dort unterbringen können, zumal Bücher dieses Umfanges bei BoD nicht mehr konkurrenzfähig produziert werden können.

Deine Zahlen sind ein guter Start – aber ohne Weiterdenken geht es da auch nicht ...

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BeitragVerfasst am: 10.06.2010, 22:52
Hallo Siegfried,

das ist eine ganz wunderbare Liste. Ich gebe aber zu bedenken, daß man nicht zu knapp kalkulieren darf, sonst bleibt keine Luft für Marketingausgaben. Und ohne Marketing kann es schwer werden. Wenn sich das Buch dann nicht ausreichend verkauft, und man sieht sich doch zu Marketing gezwungen, dann kann das Buch zum Dauerzuschußgeschäft werden. Daher würde ich zu höheren Margen von vielleicht 5-10% raten.

Viele Grüße

Torsten

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BeitragVerfasst am: 10.06.2010, 22:58
Bevor es irgendwo irgendwem in den falschen Hals gerät:

Die genannten Verkaufspreise und Seitenzahlen sind jene, die zwangsweise von BoD vorgegeben sind - also Unter- und Obergrenzen.

Es ist natürlich jedem freigestellt, für ein 52seitiges Buch über die "Auswirkungen der Walpurgisnacht auf die Varus-Schlacht im Hinblick auf die Borkenkäfer-Population des Teutoburger Waldes" cheezy grin glatte 30 Euro zu verlangen. Nur: Weniger als 2,75 Euro ist eben nicht drin. Untergrenze eben.

Umgekehrt: Wer sein Buch für weniger als 10 Euro in den Handel bringen will, darf nicht mehr als 192 Seiten im Buchblock haben. Hier setzt BoD eine Obergrenze.

Wenn sich z. B. jemand darüber beklagt, dass bei 248 Seiten 15 Euro ein zu hoher Preis sei, dann kann ich mit dieser Tabelle nur sagen: Mit 232 Seiten und Reduzierung der Marge auf 1,2% sind 12 Euro Ladenpreis möglich.

Damit sollte jeder problemlos abschätzen können, wo das eigene Buch preislich (oder seitenmäßig) ungefähr liegt.

Das war meine Intention.

Grüße
Siegfried
 
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BeitragVerfasst am: 11.06.2010, 07:13
Die Frage ist was schreibt man! Wer spezialisierte Sachbücher schreibt werfe einen Blick hier rein http://www.beck-shop.de/index.aspx Beckpublikationen sind nicht zufällig so teuer sondern werden garantiert niemals Bestsellers.

Die Frage lautet, für wenn schreibe ich was! Wie groß ist das Zielpublikum.
Also mein Rat, sein Buch mit vergleichbaren Büchern vergleichen und dann den Preis festsetzen.

Einfach bei Amazon sich etwas die Preise ansehen und dabei natürlich noch das Erscheinungsjahr berücksichtigen. Zudem sich die Frage stellen, welche Kosten habe ich (Korrektorat, Lektorat, Designer, BoD) und von dort aus ausrechnen, wie viele Bücher muss ich verkaufen um die reinen Unkosten drin zu haben. Selbstausbeutung nicht rein rechnen cheezy grin

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BeitragVerfasst am: 11.06.2010, 09:02
SandraR hat Folgendes geschrieben:
Die Frage ist was schreibt man! Wer spezialisierte Sachbücher schreibt werfe einen Blick hier rein http://www.beck-shop.de/index.aspx Beckpublikationen sind nicht zufällig so teuer sondern werden garantiert niemals Bestsellers.


Darum geht es überhaupt nicht. Wie ich versucht habe darzustellen, geht es um die Untergrenzen des Verkaufspreises aufgrund einer vorliegenden Seitenzahl bzw. um die Obergrenze der Seitenzahl, wenn man sich einen bestimmten Verkaufspreis vorstellt. Alles andere ist "freier Wille" des Buchautors

Auch wenn ich hochkomplexe Fachliteratur für einen elitären Leserkreis schreibe - die Preisvorgaben von BoD anhand der Seitenzahl kann ich nicht unterschreiten. Und für einen ganz bestimmten geplanten Verkaufspreis kann ich nicht die von BoD vorgegebene maximale Seitenzahl überschreiten.

Mindestpreis und maximale Seitenzahl haben also nichts mit dem zu tun, was man schreibt.

SandraR hat Folgendes geschrieben:

Die Frage lautet, für wenn schreibe ich was! Wie groß ist das Zielpublikum.


Auch das spielt für die Listen und die darin enthaltenen Angaben keine Rolle. Wenn ich einen Polit-Thriller schreibe, der eine Zielgruppe von mehreren Hunderttausend Lesern ansprechen soll, dann kann ich ein Buch von 240 Seiten nicht für 10 Euro Laden-VK bei BoD produzieren lassen. Das geht einfach nicht, weil BoD da nicht mitspielt.

Und wenn ich mir vornehme, mein Buch soll im Laden unter 8 Euro kosten, dann darf ich nicht mehr als 152 Seiten im Buch haben. Bei mehr Seiten sagt BoD mir ganz klar: Nicht möglich.

SandraR hat Folgendes geschrieben:

Also mein Rat, sein Buch mit vergleichbaren Büchern vergleichen und dann den Preis festsetzen.


Gut - dann berate mich mal. Ich habe hier ein Taschenbuch, inhaltlich ein Polit-Thriller (ein Genre, das mich sehr interessiert!), 576 Seiten stark, mit einem Preis von 9,95 Euro. Wie kriege ich das bei BoD hin? cheezy grin

Laut meiner Liste - und dafür ist sie gedacht - kann ich für 9,95 Euro ein Buch mit maximal 192 Seiten produzieren lassen.
Oder anders herum: Bei 576 Seiten liege ich weit über 20 Euro, denn schon 400 Seiten benötigen einen Verkaufspreis von mindestens 20,50 Euro.

Das sollen die Listen leisten.

SandraR hat Folgendes geschrieben:

Einfach bei Amazon sich etwas die Preise ansehen und dabei natürlich noch das Erscheinungsjahr berücksichtigen.


Hab ich mal gemacht. cheezy grin

Christian Schoenborn - Operation Ismael - 352 Seiten - 8,95 €
Rolf Diekmann - Die Toskana Verschwörung - 399 Seiten - 8,99 €
Markus Stromiedel - Feuertaufe - 496 Seiten - 8,95 €
Jan von der Bank - Die Farbe der See - 418 Seiten - 9,95 €
Rainer C. Koppitz - Machtrausch - 325 Seiten - 11,90 €

So ... wie komme ich in diese Preiskategorien?

Gar nicht! Weil nicht möglich.

Ich brauche mir noch nicht mal im Ansatz Gedanken über diese Preise zu machen, weil selbst 325 Seiten nicht für 11,90 € machbar sind (siehe Liste 1). Egal, was mir Amazon noch so alles erzählt - BoD macht da nicht mit.

Wenn ich umgekehrt an die Preisfrage heran gehe, dann weiß ich: "Bei 11,90 € darf ich nicht mehr als etwa 220 Seiten haben."

Natürlich kann ich 220 Seiten für 18 Euro anbieten, aber das war nicht Inhalt der Diskussion. Es geht um die Grenzwerte - und ob es sich überhaupt lohnt, sich auch nur ansatzweise Gedanken darüber zu machen, wie man 325 Seiten für unter 12 € über BoD anbieten kann.

Wenn du eine Lösung hast - immer her damit. Ich finde keine. Das sagen mir jedenfalls die zwei Listen cheezy grin

Grüße
Siegfried
 
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BeitragVerfasst am: 11.06.2010, 09:10
Hallo Siegfried,

ich habe den Sinn deiner Listen sofort verstanden! Wink

Und ich finde sie sind ein guter erster Anhaltspunkt. So eine ähnliche Idee hatte ich auch schon, habe sie aber noch nicht umgesetzt.

Der Sinn deiner Liste liegt unter anderem (neben den Unter- und Obergrenzen) ja auch darin, dass man nicht deine 20 Fälle im Preiskalkulator durchklicken muss, um zu einem Ergebnis zu kommen. D.h. man hat sofort eine gewisse Übersicht vor Augen.

Ich finds super! cheezy grin

Gruß, David.

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BeitragVerfasst am: 11.06.2010, 09:20
David Damm hat Folgendes geschrieben:


ich habe den Sinn deiner Listen sofort verstanden! Wink


Endlich! cheezy grin

Ich war schon dabei, an der Welt zu verzweifeln! cheezy grin cheezy grin cheezy grin

Grüße
Siegfried
 
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BeitragVerfasst am: 12.06.2010, 18:10
Hallo,

da hast Du Dir aber wirklich viel Mühe gemacht.
Deine Listen können jedem Interessierten auf jeden Fall schon mal einen kleinen Überblick über die Möglichkeiten der Preisgestaltung geben, so braucht man sich nicht selbst bis an das jeweilige Preis- bzw. Seiten- Limit herantasten.

Viele Grüße
Cornelia

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Man kann jeden Preis verlangen ...

BeitragVerfasst am: 21.06.2010, 19:49
Ein guter Bekannter hat mal zu mir gesagt: Du kannst jeden Preis für ein Buch verlangen. Du musst nur Leute finden, die ihn bezahlen.

Nach meinen Erfahrungen verkaufen viele Autoren/innen ihre Werke zu billig. Die Ausgaben für Bilder, Druck, Verpackungsmaterial, Porto, Werbung und Steuer sind so hoch, dass sie selten auf ihre Kosten kommen.

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BeitragVerfasst am: 21.06.2010, 21:20
das Prinzip ist doch: Entweder, du findest einige Leute, die bereit sind, viel für (d)ein Buch zu bezahlen - oder du findest (relativ) viele Leute, die ein bisschen (bis 10, max. 15 EUR) bezahlen.

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BeitragVerfasst am: 21.06.2010, 22:28
Taschenbücher großer Verlage sind im Regelfall Zweitverwertung dH. zuerst wurde ein Jahr lang gebundene Ausgaben verkauft (zu eher astronomischen Preisen) und dann folgt eine billige Taschenbuchausgabe!

Diesen Fakt sollte man als Autor der nur eine Taschenbuchausgabe macht nicht aus den Augen verlieren.

Ansonsten, spezialisierte Sachbücher Obergrenze 15 Euro alles andere Obergrenze knapp unter 10 Euro, das würde ich so sofort mit unterschreiben.

Die Lösung, bei Romanen eine Serie schreiben und den Roman nicht in einem Buch sondern in drei Büchern auf den Markt bringen. Ist der Roman gut, werden die Leser nach der Fortsetzung lechzen, ist er Schrott dann natürlich ist der Schaden groß.

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BeitragVerfasst am: 22.06.2010, 12:27
Schade, dass es in diesem Forum unmöglich zu sein scheint, Sachinformationen einfach mal so zu akzeptieren. Hier ging es ausschließlich um eine Arbeitserleichterung, die unschlüssigen Autoren die Rechnerei erleichtern sollte.

Beste Grüße,

Heinz.

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