Titel: Vermisst: Abrechnung auf Karpathos
Autor: Frank Kossack
Verlag: BoD
ISBN: 978-3837096811
Seiten: 216
Preis: 11,90 €
Der Autor über das Buch:
Sicher waren es viele Dinge, die mich nach Jahren dazu bewogen haben, mein erstes Buch zu schreiben. Aber ohne Zweifel ist es allein meiner Liebe zur griechischen Insel Karpathos zu verdanken, dass ich die Story nicht, wie eigentlich vorgesehen zum Teil in Deutschland, sondern überwiegend auf der kleinen Ägäis-Insel spielen lasse.
Auch eine Fortsetzung, die es (ganz unabhängig von Erfolg oder Nicht-Erfolg) ganz sicher geben wird, soll dort spielen. Und bis dahin werde ich bestimmt den ein- oder anderen Anfängerfehler ausgemerzt haben. Natürlich mit Hilfe Eurer Kritik (hoffentlich!)
Als Mysterie-Story geplant, ist es ein kleiner Krimi geworden.
Denen, die es lesen werden, gute Unterhaltung!
Klappentext:
Der arbeitslose Reiseleiter Tom Färber erhält einen Hilferuf von der griechischen Insel Karpathos. Sein alter Freund Ioannis ist unter mysteriösen Umständen spurlos verschwunden. Herausgerissen aus seinem tristen und langweiligen Leben in einer Dortmunder Vorstadt, bricht er sofort in die Ägäis auf. Als er dort die überaus attraktive Sarah kennenlernt ahnt er noch nicht, in welchen Strudel aus Hass und Gewalt er in den folgenden Tagen geraten wird.
Inhalt:
Und hier eine kleine Textpassage:
Ioannis zog genüsslich an seiner Zigarette. Das hatte sich gelohnt! Die weite Fahrt hier rauf taten sich nur wenige Fischer an. Zum Vorteil für ihn. Ioannis stand am Bug seines kleinen Fischerbootes und betrachtete den üppigen Fang. Einige Rotbarben und Brassen, vor allem aber Sardellen, Kalamar und Octopus in großer Zahl. Er nahm seine schwarze Baseballkappe mit dem „Kreta“-Schriftzug ab und kratzte sich an seiner faltigen, tief-braunen Stirn. Wie oft hatte seine Frau ihn gebeten doch dieses zerfetzte alte Ding nicht mehr aufzusetzen. Sie vergaß dabei jedes Mal, dass er Kreter war, und das zeigte er gerne und voller Stolz, sei es auch nur mit so einer alten Kappe. In seinem dicken, grau-blauen Wollpullover und dem von den vielen Jahren auf See son-nengegerbtem Gesicht stellte er das typische Bild eines griechischen Fischers dar. Hier oben in der Bucht von Tristomo war er sicher der einzige, der seit Tagen, wahrscheinlich gar seit Wochen seine Fangnetze und Körbe ausgelegt hatte. Mit seinem zweiten, viel größerem Boot wäre er wohl wie die anderen und somit wie jeden Tag weit raus gefahren. Aber nicht heute!
Heute Morgen ganz früh, noch vor allen anderen und nur Gott weiß warum, war er hier hinauf nach Tristomo gefahren.
Die Fjordartige Bucht war in der Antike einer der wichtigsten Häfen von Karpathos und stark besiedelt.
Heute wohnte hier niemand mehr und nur die verlassenen Häuser und kleinen Kapellen zeugten von menschlichem Einfluss in die-ser wohl einsamsten Gegend der Insel.
Es rankten sich immer wieder schaurige Geschichten um diesen Ort, und da der Aberglaube zumindest unter der Landbevölkerung noch sehr verbreitet war, mieden die meisten Einwohner die Gegend. Lediglich zu bestimmten kirchlichen Festen wagte man sich hier raus. Touristen traf man hier auch nur selten an.
Wenn, dann nur in den Sommermonaten den ein - oder anderen Wanderer. Bis vor wenigen Jahren hatte ein Schäfer mit seiner Frau eines der alten Häuser bewohnt, doch als die Frau starb zog auch er weg. Nein, kein wirklich einladender Ort. Und doch fas-zinierend schön, selbst in den heißen Sommermonaten. Die kahlen Felsen, welche die Bucht umschlossen, bildeten dann ein sanftes Farbenspiel aus beigen, hellbraunen und erdig-grauen Tönen, nur hier und da von einigen niederen Pflanzen bewachsen. Einige der Sträucher schafften es im Sommer sogar der Tag für Tag gnadenlos brennenden Sonne zu trotzen und einige grüne Blätter zu behalten. Jetzt im Frühling allerdings waren weite Teile der Felsen mit einem satten Grün übersäht, durchbrochen von bunten Blüten. Aus der Luft betrachtet boten die zerklüfteten Felsen einen harmonischen Kontrast zu dem von türkis-grün nach dunkelblau schimmernden Wasser, welches die Bucht und die am Eingang gelegenen zwei Felseninseln umspülte.
Aber für diese so ursprüngliche und reine Naturschönheit hatte Ioannis jetzt kein Auge. Er musste vorsichtig sein Boot durch eine der drei Durchfahrten manövrieren, welche durch die Felsen-inseln gebildet wurden.
Draußen auf dem Meer hatte es drei Tage und Nächte hindurch gestürmt. Erst letzte Nacht war es ruhiger geworden und die Fischer waren froh, endlich wieder mit ihren Booten rauszukommen. Jetzt im April wurde das Wetter zwar schon langsam beständiger, aber trotzdem war es nicht weniger gefährlich. Das Meer um Karpathos und seine beiden Nachbarinseln Kassos und Saria erreicht Tiefen bis fast 2500 Meter und weist gefährliche Strömungen auf, nur erfahrene Seeleute wagten es hier bei der oft unruhigen See zu fischen.
Ioannis war begeistert von der überdurchschnittlich großen Menge Meeresbewohner, die er hochgeholt hatte. Es war noch früh, nicht einmal Mittag, und eigentlich könnte er ja kurz an Land gehen. Ja genau, er würde in die kleine Kapelle gehen und Gott für diesen Fang danken. Christos, sein Sohn, sowie dessen Schwager Georgios würden sich sicher freuen wenn er zurück kam und ihnen den Fang zeigte. Die beiden besaßen zwei gut gehende, beliebte Tavernen in Arkassa und Finiki, und schon jetzt im April zum Saisonbeginn waren viele Stammgäste da, die ihre frischen, schmackhaften Fischgerichte zu schätzen wussten.
Ioannis versorgte seine Familie mit dem Fischfang solange er zurückdenken konnte, so wie sein Vater und dessen Vater davor. In den letzten Jahren war das wieder einfacher geworden. Die Gewässer hier in der südlichen Ägäis hatten sich vom jahrelangen Dynamitfischen erholt und galten sogar wieder als Fischreich. Nur wenige Male in all den Jahren konnte er nicht hinausfahren. An diesen Tagen saß er wie ein Fisch auf dem Trockenen. Vor ein paar Jahren war sein Boot defekt gewesen und er hatte auf Getriebeteile aus Kreta warten müssen. Es wurden vier langweili-ge Tage für ihn. Er war es nicht gewohnt, so lange untätig rumzu-sitzen. Auf See, ja auf See da hatte er immer zu tun. Und als er das einzige Mal krank gewesen war, betete er vor Glück, als er wieder rausfahren durfte, denn krank sein bedeutete keinen Verdienst zu haben. Und so verlief halt jeder Tag gleich für Ioannis. Nur der jetzige nicht. Er war nicht rausgefahren. Er hatte keinen seiner beiden Gehilfen mitgenommen. Nein, diesmal war er alleine mit dem Boot hier rauf in den Norden der Insel gefahren.
Er wollte gerade sein Boot vertäuen, als er aus dem Augenwinkel heraus oberhalb der von den brachliegenden Jahren gezeichneten Anlegestelle eine Bewegung wahrnahm. Eine Bergziege? Nein, dafür war es zu schnell und zu groß. Er blickte hoch auf die Anhöhe über dem kleinen Naturhafen, aber da war nichts. Da hatten ihm die Sinne wohl einen Streich gespielt.
Wer sollte um diese Jahreszeit auch schon hier sein?
Niemand!
Also war da auch nichts! |
|
|
|
| |
|
Frank K. |
| |
| Anmeldedatum | 30.05.2009 | | Beiträge | 51 | | Wohnort | NRW | |
|
|
| |
|
| |
|
| |
|