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Von Heidrun mal eine kleine Leseprobe

BeitragVerfasst am: 16.01.2009, 17:14
Einleitung

Mein Name ist Elisabeth und ich wurde 1958 im Kreis Mecklenburg/ Strelitz geboren. Meine Eltern konnten mich anscheinend nicht behalten. Den damaligen Grund weiß ich nicht, könnte ihn mir denken.
Von 1958 bis 1961 bin ich in zwei Kinderheimen aufgewachsen. 1962 kam ich dann in eine Pflegefamilie, welche mich dann 1963 adoptierte. Es waren sehr liebe Eltern für mich. Sie haben mich nie spüren lassen, dass ich nicht ihr eigenes Kind war. Dadurch kann ich sagen, dass ich eine sehr gute Kindheit hatte, soweit ich mich erinnern kann. Sie hielten, in guten Zeiten und in schlechten Zeiten, immer zu mir. Durch ihre Fürsorge konnte ich damals den Entwicklungsrückstand schnell aufholen. 1972 erfuhr ich dann, dass ich ein Adoptivkind bin.
Mit den Jahren ist man viel reifer geworden. Durch den Tod meines Vaters 2006 bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Es drängte sich bei mir immer mehr die Frage auf „Wo komme ich eigentlich her? Wo sind meine Wurzeln?“ Ich begab mich dann Ende 2006 auf “Spurensuche“.

Elisabeth


Kapitel 1 Meine Kinder- und Jugendzeit

Die Heimzeit

Am 15.04.1958 wurde ich in Feldberg geboren. Meine leiblichen Eltern konnten mich anscheinend nicht behalten. Die ersten Jahre musste ich in zwei verschiedenen Heimen verleben. Dieses war 3 Jahre und 8 Monate lang. Ich kam am 23.12.1961 zu meinen späteren Adoptiveltern (im weiteren Verlauf nur Eltern genannt).
Zuerst war es ein Weihnachtsurlaub. Dieses Weihnachten war bestimmt für alle das Beste und der Urlaub war bestimmt viel zu schnell vorbei .Meine Eltern meldeten mich dann offiziell zum 02.01.1962 aus dem Vorschulheim in Zwenzow ab und ich war dann bei ihnen in Adoptionspflege.
Meine Eltern wohnten in Neustrelitz, das ist der Ort, wo ich zu erst im Heim war. Dies war vom 13.08.1958 (?) bis 05.09.1961. Das Jugendamt konnte mir nicht mal genau sagen wann ich in Heimerziehung kam, da es dort widersprüchliche Aussagen gibt.
Mein leiblicher Vater gab am 05.01.1962 und meine leibliche Mutter am 12.03.1962 ihre Unterschrift für die Freigabe zur Adoption. Am 14.03.1963 wurde ich dann adoptiert. Sie waren immer sehr liebevolle Eltern für mich.
Laut Erzählungen meiner Eltern hatte ich mit fast 4 Jahren einen Entwicklungsstand eines 2 jährigen Kindes. Mein Wortschatz war damals Tante, Auto, Onkel.
Mit sehr viel Liebe und Fürsorge konnte mein damals doch erheblicher Entwicklungsrückstand körperlich und auch geistig schnell und gut aufgeholt werden.
An die Heimzeit kann ich mich nicht erinnern. Ich war da noch einfach zu jung. Laut Erzählungen meiner Eltern hatte sich die Heimzeit aber nicht gerade Positiv auf meine Entwicklung ausgewirkt. Dies beweißt ja schon alleine der Entwicklungsrückstand. Damals war ich ein sehr schüchternes und zum Teil auch sehr verängstigtes Kind. Es waren wohl doch viele negative Erfahrungen, die mich geprägt hatten. Das Urvertrauen war weg, woran ich sehr gelten hatte.
So ergeht es vielen Heimkindern, gerade die, die in den ersten drei Jahren im Heim waren. Dieses ist auch wissenschaftlich Bewiesen. (siehe Begriffsbestimmungen, Deprivationssyndrom)
Laut Aussagen meiner Eltern war ich als Kleinstkind sehr oft krank und musste auch oft ins Krankenhaus. Dieses war ein zweiter Punkt meiner jüngsten Kindheit, der sich auch sehr negativ auf die Entwicklung ausgewirkt hatte.
Dadurch dass meine Eltern schon etwas älter waren, konnten sie sehr gut damit umgehen und hatten die nötige Erfahrung und das entsprechende Einfühlungsvermögen, welches durch die höhere Lebenserfahrung bedingt gewesen war.
Da sie sich eine gewisse Existenz aufgebaut hatten, konnten sie sich es leisten, dass meine Mutter mich die erste Zeit zu Hause betreuen konnte. Dann bin ich etwas später stundenweise in den Kindergarten gegangen und meine Mutter konnte eine Halbtagstätigkeit aufnehmen. Dann war ich sehr stolz ein Kindergartenkind zu sein.
Es hatte mich eigentlich schon immer gewundert, dass von mir keine Babybilder vorhanden waren. Habe das aber nie genauer hinterfragt. Dadurch erfuhr ich auch erst sehr spät etwas über meine Adoption. Dazu aber später etwas mehr.

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BeitragVerfasst am: 17.01.2009, 15:57
Hallo Heidrun,

da will ich einmal den Anfang machen, denn wie Du Dir sicher denken kannst, bin ich als ebenfalls Betroffene natürlich sehr an Deiner Geschichte interessiert. Wink

Als erstes fällt mir auf, dass die Erzählung zu sehr einem Lebenslauf ähnelt, anstatt einer Geschichte. An Deiner Stelle würde ich vielleicht von der Ich-Form Abstand nehmen und lieber einen Roman daraus machen, den jemand anders über das Leben des kleinen Mädchens erzählt. Ich könnte mir denken, dass so mehr "Fluß" in die Geschicht kommt.

Was die Namen und Orte angeht, würde ich Phantasienamen nehmen, falls es jetzt keine sind. Solche authentischen Geschichten bringen oft viele Steine ins Rollen und da ist es besser, wenn man weniger preis gibt. Ich selbst habe mir darüber auch sehr viele Gedanken gemacht und bin heute froh, dass in meiner "Lisa" nur die Handlung echt ist Wink

Sehr gut finde ich die positive Grundstimmung, welche die Geschichte offenbar haben wird, aber das mag an meiner eigenen Geschichte liegen.

Zunächst möchte ich es hierbei belassen. Mal sehen, was die anderen meinen.

LG,
Julia

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BeitragVerfasst am: 17.01.2009, 18:49
Hallo Heidrun,
ja auch für mich liest sich das eher wie ein Lebenslauf. Wenn du nicht die Romanform wählen möchtest, gäbe es ja noch die Möglichkeit, aus einer Erzählerperspektive (3. Person) zu schildern. Auch würde ich die Ortsangaben verfälschen bzw. durch Phantasienamen ersetzen.

Hast du dir die Frage gestellt, was du mit dem Buch erreichen möchtest?
Ich halte dies sehr hilfreich für das weitere Vorgehen.

Alles Gute
maryanne

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BeitragVerfasst am: 17.01.2009, 18:54
Danke für Eure ersten Antworten und Hilfestellungen!

Was ich erreichen will, ist das diese Geschichte einer Zwangsadoption an die Öffentlichkeit kommt.

Es ist damals zu viel passiert, um es der Öffentlichkeit vorzuenthalten. Es soll anderen Mut machen, sich dem Thema zu widmen. Es wird von obersten Stellen immer noch viel als unwahr dargestellt.

Besonders der § 249 ist dort zu erwähnen, welcher sehr oft missbraucht wurde.

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BeitragVerfasst am: 17.01.2009, 19:33
Liebe Heidrun,
auf deiner Website habe ich ein bisschen mehr über dich erfahren, als hier eingestellt ist. Ich kenne den aktuellen Stand der Dinge nicht, in wie weit sicher ist, dass es sich um eine Zwangsadoption mit politischem Hintergrund handelt. Dies zu klären finde ich auch für das Buch sehr wichtig und ich denke, dass dieser Aspekt in die Einleitung gehört!
Heute ist bekannt, dass Zwangsadoptionen in der DDR keine Seltenheit waren, doch zu wenige Menschen wissen darüber Bescheid. Von daher sehe ich durchaus ein öffentliches Interesse.

Alles Gute
Maryanne

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BeitragVerfasst am: 17.01.2009, 20:02
Hallo Elisabeth (ist das richtig oder doch Heidrun? book ),

rein sprachlich empfand ich Deine Sätze als zu kurz, zu wenig vermittelnd, besonders am Anfang, am Ende des Textes wird es besser. Ist das ganze Buch in dieser Art geschrieben? Ganz ehrlich, als Leser würde es mich nicht anziehen, aber ich kann mir vorstellen, daß Betroffene mehr den Inhalt im Auge haben werden und vielleicht keine "literalisierende" Schreibweise verlangen.

Nichts für ungut.

Sigrid

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BeitragVerfasst am: 17.01.2009, 21:51
Hallo Heidrun,

also ich würde dir Folgendes empfehlen:

1.) Überlege dir eine Zielgruppe für dein Buch.
- Soll es ein Drama sein, in welchem das Leid und der Schmerz von Elisabeth dargestellt werden soll, der mit ihrem Aufwachsen verbunden war (so ist deine Zielgruppe sehr groß, da es jeder lesen soll, der sich für Dramas interessiert)
- Soll es eine Kurzgeschichte sein, die Eltern / Kinder mit ähnlichen Problemen als Hilfsmittel dienen soll (z,B. eine Art von Ratgeber oder etwas unpersönlich geschrieben damit man sich die Leser nicht direkt mit Elisabeth identifizieren müssen)
- Soll es eine Biografie sein von dir selbst oder soewas in der Art ,,,

2) Abhängig davon, wen du mit deiner Geschichte ansprechen willst, solltest du auch darauf achten, wie du deinen Text verfasst. Denn so wie sich die Geschichte bis jetzt lesen lassen hat, würde ich davon ausgehen, dass es sich um etwas handelt, dass du selbst durchgemacht hast und somit würde ich es auch in die Kategorie Biografie einordnen. Wenn es jedoch ein Drama werden soll, müsstest du es halt entsprechend anpassen.
Soll es beispielsweise ein Roman werden, würde mir die Art, wie du alles schilderst, nicht sonderlich gefallen, weil einfach die Gefühle von Elisabeth fehlen. Da könntest du sehr viel mehr machen. Da würde ich auch in der Gegenwart anknüpfen (dass du eine Situation beschreibst, die der Auslöser dafür ist, dass sie sich auf "Spurensuche" begibt. Naja und dann könntest du mittels eines Kindertagebuchs, Träumen, Erinnerungen, Visionen etc. Elisabeths Vergangenheit erzählen erzählen. Wichtig ist, das der Leser mitfühlen kann.

LG
Christopher
 
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BeitragVerfasst am: 18.01.2009, 13:41
Zur allgemeinen Erklärung noch ein paar Hinweise.

Es soll eine Autobiographie werden. Das habe ich alles tatsächlich erlebt.

100 %ig kann man eine Zwangsadoption selten nachweisen. Aber ich gehe zu mindest zu 90% davon aus.

Mit meine Biographie möchte ich dieses Thema versuchen etwas mehr in die Öffentlichkeit zu bringen, weil es sehr viele gibt.


Ich werde in dem Buch unter dem Namen "Elisabeth" zu finden sein, also ein Pseudonym.

Es ist auch nur ein ganz kleiner Ausschnitt aus dem Werk.

Ihr dürft mich Heidrun nennen. Very Happy

Nochmals Danke für Eure Ratschläge bis hier her. Da ich wirklich ein blutiger Anfänger bin, würde ich mich über weitere freuen.

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L.G.

Heidrun


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