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Wer das Leben sucht

BeitragVerfasst am: 27.07.2009, 17:12
Titel: Wer das Leben sucht
Autor: Uwe Ottensmann

Verlag: Reinhold Kolb Verlag
ISBN: 978-3-941422-04-9
Seiten: 148
Preis: 9,80

Der Autor über das Buch:

Das Buch handelt von Hass und Liebe, Freundschaft und Feindschaft, Toleranz und Menschlicher Grausamkeit, verpackt in eine erfundene Geschichte um einen amerikanischen Farmerjungen im Jahre 1943.
Sehr viel Stoff für ein so dünnes Buch. Aber es soll ohne Umschweife und unnötigen Füllstoff direkt auf die Alltagssorgen die jeden Menschen, über alle Generationen hinweg bewegen hinweisen.
Vorurteile, Rassenhass, Versöhnung, Zielstrebigkeit und Respekt vor jungen Menschen.
Mit all diesen Herausforderungen des alltäglichen Lebens wird die kleine Farmerfamilie konfrontiert, und der Leser begleitet sie ein Stück des Weges.

Klappentext:

Die Geschichte des zwölfjährigen Farmersohnes Tim Faller beginnt im Jahre 1943. Er lebt allein mit seiner Mutter und seiner kleinen, rauflustigen Schwester auf einer Farm in Minnesota. Sein Vater, im Krieg vermisst, kann ihm im Leben keinen Halt geben. Den findet er in dem Indianer Mnota Ha und dessen Sohn Nko Ete, seinem besten Freund.
Ein schlimmes Erlebnis bringt einen Wendepunkt in seinem Leben. Er verlässt seine innig geliebte Familie und seine besten Freunde um in der Stadt ein Internat zu besuchen. Dort findet er schnell neue Freunde und entdeckt seine Leidenschaft für Leichtathletik. Doch auch in der Schule muss er sich mit den Niederungen des Lebens auseinandersetzen. Er droht daran zu zerbrechen.
Tim geht durch ein tiefes seelisches Tal, hat aber den festen Willen ein Leichtathlet zu werden. Traurige Erlebnisse stellen den Jungen vor große menschliche Prüfungen. Aber er sieht seine geliebte Schule als sein Sprungbrett ins Leben.

Inhalt:

Dann kam kurz vor Weihnachten der Tag den ich in meinem Leben nicht mehr vergessen würde. Im Musikunterricht, in dem Steve mal wieder über sich selbst hinauswuchs,( mit so einer Stimme konnte er bestimmt mal auf eine Gesangsschule gehen) kam der Pförtner Mr. Blair herein.
"Tim Faller, du sollst sofort mit mir kommen, ein Mr. Miller wartet im Besucherzimmer auf dich."
Ich stand auf, entschuldigte mich pflichtgemäß bei Mrs. Ellington und wollte dem Besucherraum zustreben, neugierig was der Bürgermeister von Willing Falls von mir wollte.
Aber Mr. Blair schob mich in mein Zimmer.
"Schrank auf, Sachen packen, du hast vorzeitig Ferien, komm, mach schnell, ich helfe dir beim Packen!"
Jetzt ging alles in Windeseile, wir packten meinen Koffer. Ich sollte keine Gelegenheit bekommen mich von meinen Freunden zu verabschieden.
Im Besucherraum ließ Mr. Blair mich mit dem Bürgermeister allein.
"Tag Tim."
"Guten Tag Sir," sagte ich brav.
"Tim bitte komm, ich werde dir auf der Rückfahrt im Wagen alles erzählen."
Langsam wurde ich unruhig. Ich ließ mich auf die Rückbank des neuen großen Wagens des Bürgermeisters plumpsen, schloss die Tür und wartete bis er meinen Koffer verstaut und hinter dem Steuer platzgenommen hatte.
Er fuhr los und sah mich im Rückspiegel auf der Bank herumrutschen, denn langsam konnte ich meine Neugier nicht mehr im Zaume halten. Dann begann er langsam zu erzählen.
"Tim, bleib bitte ruhig sitzen, ich habe eine traurige Nachricht für dich. Eigentlich hättest du nicht vorzeitig aus der Schule weggedurft, aber es ist wirklich wichtig."
Zuerst hatte ich gehofft, dass vielleicht mein Dad aus Europa zurückgekehrt war, aber der Tonfall des Bürgermeisters ließ mich diese Hoffnung schnell begraben.
"Ist was mit Mum, oder ist Immankahn krank?" fragte ich.
Nein," erwiderte er "Es geht um deinen Freund Nko Ete. Du weist, dass mein Verhältnis zu den Indianern in unserer Gegend sich erst durch dich geändert hat. Ich habe in den letzten Monaten eine ganz gute Beziehung zu ihnen aufgebaut, der kleine Nko Ete ist mir sogar ans Herz gewachsen. deshalb fällt es mir sehr schwer dir zu sagen, dass Nko Ete einen schweren, einen sehr schweren Unfall hatte."
Ich begann zu schwitzen."Nicht schon wieder Nko Ete!" dachte ich verzweifelt.
Mr. Miller fuhr fort:"Ich hoffe wir kommen noch früh genug, denn er liegt im Sterben und würde dich gern noch einmal sehen. Er ist Vorgestern in eine Großwildfalle geraten, die von Wilddieben im Wald aufgestellt war. Die Falle hat ihm das rechte Bein fast abgetrennt.Der Arme hat Stundenlang im Wald gelegen bis man ihn fand. Der Doc sagt, man könne nichts mehr tun. Eigentlich müsste er längst verblutet sein, nur seine..."
"Aufhören!" schrie ich von der Rückbank nach vorn. Ich wollte es nicht hören.Ich konnte es nicht glauben, nein, nicht mein bester Freund!!
Mr. Miller fuhr mich direkt zu dem kleinen Haus in dem Nko Ete mit seiner Familie wohnte.
"Geh nur hinein, ich warte hier auf dich, und laß dir ruhig Zeit.
Ich klopfte an die Tür und ging hinein. Eigentlich hätte ich nicht klopfen müssen, denn ich war hier immer willkommen wie in meiner eigenen Familie.
Ich biss auf die Zähne um meine Tränen zu unterdrücken. Nur jetzt hier nicht heulen, das wäre Nko Ete sicher nicht Recht.
Mnota Ha nahm mich in Empfang. "Mein kleiner Bruder," sagte er. "Du kommst zu spät. Der Jäger Nko Ete ist vom großen Wakan Tanka in den ewigen Jagdgründen aufgenommen. Sei nicht traurig mein kleiner weißer Freund. Auf seiner letzten großen Jagd wird er nun, wie seine Vorfahren den großen weißen Büffel jagen."
Ich konnte mich kaum beherrschen, ich wollte weglaufen, allein sein. Aber das wäre nicht in Nko Ete´s Sinn gewesen. Also ging ich in sein Zimmer, wo er bis zum Klagegesang nach indianischer Art aufgebahrt lag.
Es brach mir das Herz, ich hatte meinen besten Freund nicht mehr sprechen können. Er war jetzt weit, weit weg. Schweigend in meine Gedanken versunken stand ich eine ganze Zeit vor ihm. Ich würde natürlich an der traditionellen Trauerfeier teilnehmen. Aber jetzt wollte ich hier leise für ihn beten.
Nach meinem Gebet drehte ich mich um, grüßte kurz und ging zurück zum Wagen.
Mr. Miller fuhr mich nach Hause, wo mich meine Mum schon erwartete. Ich fiel ihr in den Arm und konnte es nicht mehr aufhalten, ich lag schluchzend an ihrer Schulter. Meine Mum, ich brauchte sie jetzt, sie sollte mich nicht loslassen. Ich war doch nur ein kleiner Junge von gut zwölf Jahren, was hatte ich im letzten Jahr alles erdulden müssen. Mein Dad war einfach verschwunden, ich mußte miterleben wie mein bester Freund schwer misshandelt wurde, der Wechsel an die neue Schule mit neuen Freunden, kleinen Erfolgen und großer Traurigkeit.
Wie sollte das alles in meinen Kopf gehen? Ich weinte hemmungslos in den Arm meiner Mutter.
 
  UWE 
 
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BeitragVerfasst am: 27.07.2009, 23:00
Hallo Uwe,

erstmal ein Willkommen!

Dann eine neugierige Frage: Was hast du für die Veröffentlichung bezahlt?

Grüßle,
Judith

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  Judith 
 
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BeitragVerfasst am: 28.07.2009, 10:47
Hi Uwe!

Diese Zeit interessiert mich - auch ich habe ein Buch dazu geschrieben, allerdings handelt es von einer Familie in Berlin: "Meine Berliner Kindheit".

Ich wünsch dir viel Erfolg!
Gruß, Barbara angle

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  skipteuse 
 
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BeitragVerfasst am: 29.07.2009, 19:43
hallo barbara,
vielen dank für deine guten wünsche. Der zeitpunkt meiner erfundenen geschichte ist eher zufällig. Es war wichtig den Vater schlüssig verschwinden bzw. wieder auftauchen zu lassen. Die botschaft der geschichte soll aber generationsübergreifend sein.
gruß uwe
 
  UWE 
 
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