 | Wie mache ich weiter? | Verfasst am: 02.02.2011, 00:24 |
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Erstmal hallo an alle!
Ich bin ganz neu hier und habe auch gleich schon eine Frage: Ich bin gerade dabei, ein Fantasybuch (mit Elfen) zu schreiben und weiß auch schon worum es gehen soll, wie die Charaktere aussehen u.s.w... Bloß wie soll ich das alles zu einer ganzen Geschichte verbinden?
Ich kann auch kurz den Inhalt beschreiben, wenn euch das weiterhilft
Freue mich auf Antworten und schon mal vielen Dank!
lg, Thyra
P.S.: Sry, wenn das Thema im falschen "Oberthema" ist...Gehört das eher zu "Geschichten"? |
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Thyra |
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 | | Verfasst am: 02.02.2011, 01:13 |
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Super, dass du dir schon über die Figuren und die handlung gedanken gemacht hast- das ist ja schon die halbe Miete .
In der Regel fängt man mit dem Prolog an- will sagen: Die Einleitung- man stellt die Hauptfigur vor (das ist in der Regel auf der Protagonist- also die Figur aus der du die Geschichte erzählst).
Um ein Beispiel zu nennen das du vielleichst kennst: Herr der Ringe (Film/ nicht Buch)
Frodo (die Hauptfigur) wird in seiner gewohnten Umgebung (dem Auenland) gezeigt. Wie er handelt/ agiert, wo er sich wohl fühlt und wo die Geschichte noch in Butter ist. Am Anfang hat man in der Regel genug Zeit die wichtigen Figuren, ihre Beziehung zueinander und auch ihr Umfeld (Landschaft- Ort, Zeit etc.) aufzuzeigen. Auch hier heißt es aber schon "Show- don`t tell. Also lass die figur nicht 10 seiten über seine welt und seine Kumpels labern sondern lass sie auch etwas tun dabei- von mir aus Brot backen (Nur ein Beispiel ) wenn es ein Elfenmädchen ist und lass sie dabei auch von ihren Freunden gestört werden oder über (KLEINERE) Sachen nachdenken in einem (KÜRZEREN) inneren Monolog oder so.
Ein anderes Beispiel aus einem meiner Stücke (schon alt und bitte nicht übernehmen). Meine Hauptfigur hat erstmal einen Traum von dem Mädchen das er begehrt und wacht dann auf und merkt dass ihn nicht das Mädchen küsst sondern eine Ziege sein Gesicht abschleckt (hier wurde sofort klar meine Hauptfigur ist kein Weiberheld, nicht groß und stark sondern ein ganz armes Würstchen- ein Ziegenhirt). Dann treibt mein Protagonist seine Ziegen nach Hause- es wird die Landschaft eingeführt, ein wenig Hintergrundwissen zum Beispiel wie die Bauern zu ihm stehen oder wer ein großer Grundherr ist. Dann kommt der Ziegenhirt zum Dorfplatz wo ihn die anderen Jungen, die auf ihn herabsehen dumm anmachen und wo ihn das Mädchen aus seinen Träumen nicht mal beachtet. Während er depremiert die Ziegen in den Stall seines Lehnsherrn treibt wird dieser auch noch eingeführt und wie er zum Ziegenhirt steht.
Hier der Link als Beispiel (ALTES BEISPIEL schämschäm - aber so in der Art könnte es aussehen. )oder sieh dir den Anfang in einigen deiner Bücher zuhause an. (mehr Fragen die du nicht hier drin stellen möchtest?- komm irgendwann abends in den Chat- keine Werbung nur Vorschlag)
http://www.bod.de/autorenpool/der-traum-des-hirten-t6504.html |
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Kris. K. |
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 | Re: Wie mache ich weiter? | Verfasst am: 02.02.2011, 02:23 |
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| Thyra hat Folgendes geschrieben: |
Erstmal hallo an alle!
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Auch ein Hallo ... an dich!
| Thyra hat Folgendes geschrieben: |
Ich bin ganz neu hier und habe auch gleich schon eine Frage: Ich bin gerade dabei, ein Fantasybuch (mit Elfen) zu schreiben und weiß auch schon worum es gehen soll, wie die Charaktere aussehen u.s.w... Bloß wie soll ich das alles zu einer ganzen Geschichte verbinden?
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Das Problem, das du beschreibst, nennt sich "Dramaturgie". Klingt furchtbar, kann man aber ganz einfach lernen ... und es hilft garantiert!
Ein handlungsorientierter Roman - ich gehe mal davon aus, du willst so etwas schreiben - benötigt vor allem eines: Konflikt!
Was ist Konflikt? Ein Konflikt entsteht, wenn jemand etwas will, dann aber jede Menge Schwierigkeiten auftauchen. Das können innere oder äußere Konflikte sein.
Ein innerer Konflikt findet in der Romanfigur statt. Beispiel: Jemand ist überzeugter Gegner der Gewalt, ein totaler Friedensapostel. Dann wird die Romanfigur samt Familie von Verbrechern als Geisel genommen, und die einzige Chance, die Familie zu retten, ist - Gewalt! Wie entscheidet sich die Romanfigur?
Ein äußerer Konflikt entsteht, wenn Dinge von außen auf die Romanfigur einwirken und die Figur am Erreichen des erwünschten Zieles hindern. Der Romanheld erfährt von einem geplanten Anschlag; er informiert die Polizei, die ihm nicht glaubt; er will das Opfer des Anschlages informieren, wird aber abgeblockt; er setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um den Anschlag zu verhindern und wird dadurch selbst verdächtig usw. usw.
Um die Handlung in Gang zu bekommen, braucht man also ein Ziel: Was ist der Wunsch deiner Hauptfigur? Was ist ihr Ziel?
Das Ziel muss in der Hauptfigur verankert sein. Es muss einen Grund geben, warum die Hauptfigur das tut, was sie tut. Frag dich immer: Warum riskiert meine Hauptfigur ihr Leben? Du musst deine Figur also mit ausreichend Hintergrund ausstatten.
Je nach Zielsetzung deiner Hauptfigur musst du dann eine Anfangssituation schaffen, die durch ein besonderes Ereignis aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Dieses Ereignis muss so stark sein, dass es zur Motivation deiner Figur passt.
Nehmen wir als Beispiel "Rache". Zu Beginn bewegt sich die Hauptfigur in ihrer bekannten und sicheren Welt. Dann passiert etwas, was diese Welt kaputt macht. Die Hauptfigur leidet unter dieser Veränderung und will Wiedergutmachung sowie die Bestrafung der Verantwortlichen. Weil das aber nicht geschieht, kommt die Hauptfigur zum Entschluss, dass sie sich nur selbst helfen kann - und begibt sich auf einen Rachefeldzug.
Zielsetzung der Hauptfigur: Bestrafung des Bösewichts
Konflikt: die Hauptfigur stellt sich außerhalb des Gesetzes; der Bösewicht wird sich zu wehren wissen; die Hauptfigur verstrickt sich so tief in der Rache, dass Unschuldige leiden und die Hauptfigur dadurch Schuld auf sich lädt
Die Handlung ist dann so aufzubauen, dass die Hauptfigur mit allem, was sie unternimmt, sich immer mehr Konflikten ausgesetzt sieht. Es gibt immer mehr Widerstände, die sich der Hauptfigur in den Weg stellen.
Am Ende kommt es zur entscheidenden Auseinandersetzung mit dem Gegenspieler. Die Hauptfigur besteht diesen abschließenden Kampf und geht erfolgreich aus der Auseinandersetzung hervor und erreicht ihr Ziel - oder die Hauptfigur scheitert und geht unter.
So in etwa funktionieren Geschichten. Die werden natürlich in viele kleine Schritte unterteilt. Und auch der Gegenspieler muss mit viel Hintergrund ausgestattet sein. Auch Bösewichter haben ein Motiv, warum sie etwas tun.
Nehmen wir als Beispiel den von Kris genannten "Herrn der Ringe". Held der Geschichte ist Frodo, der durch Zufall in den Besitz eines Rings gerät. Hinter diesem Ring ist auch Sauron her. Der hat so viel Macht angehäuft, dass er die ganze bestehende Welt bedroht. Diese Bedrohung kann nur aufgehoben werden, wenn Frodos Ring zerstört wird. Das geht aber nur an einer bestimmten Stelle.
Damit haben wir Frodos Ziel: Der Ring muss zerstört werden, um die Welt zu retten (so ähnlich funktioniert auch jeder James-Bond-Film).
Konflikte: Sauron wird alles aufbieten, was er hat, um an Frodos Ring zu gelangen; dann gibt es noch eine ganze Reihe anderer Figuren, die auf den Ring scharf sind - die Bedrohung Frodos ist also überall; Frodo selbst läuft Gefahr, von den Eigenschaften, die der Ring ermöglicht, überwältigt zu werden und in das Reich des Bösen abzudriften.
Die detaillierte Struktur ergibt sich zudem aus dem Plot. Ein Rache-Geschichte ist anders aufgebaut als etwa eine Liebes-Geschichte oder eine reine Abenteuer-Geschichte oder eine Geschichte um das Erwachsenwerden.
Ich habe mal in meinen alten Kursunterlagen zum Thema "Klassische Dramaturgie" gekramt und stelle sie bei Wunsch hier ein.
Grüße
Siegfried |
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Siegfried
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»Wer sich vor dem Ertrinken fürchtet, tut besser, schwimmen zu lernen, als dem Wasser auszuweichen.« (Karl Waggerl) |
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Siegfried |
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 | | Verfasst am: 02.02.2011, 22:10 |
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Vielen, vielen Dank für die tollen Tipps! Einen Konflikt habe ich, und ich weiß jetzt auch, wie ich ungefähr anfangen kann
lg, Thyra |
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Thyra |
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