Forum für Books-on-Demand-Autoren » Leseraum » Wie weit gehen wir? II. Gehe zu Seite 1, 2, 3  Weiter
Hier klicken, um Mitglied zu werden  Hier klicken, um Mitglied zu werden » Bazell, Josh: Schneller als der Tod
» Der Graf von Monte Christo: Welche Ausgabe ist ungekürzt?

Wie weit gehen wir? II.

BeitragVerfasst am: 24.03.2010, 04:11
"Sie müssen bis zum Ende gehen": Ein modernes Milgram-Experiment schockiert Frankreich. Es zeigt, dass TV-Kandidaten nicht davor zurückschrecken, Mitspieler mit Stromschlägen zu foltern.
Der Schauspieler Lauren Le Doyen, der den gefolterten TV-Kandidaten mimt, sitzt auf einem vermeintlichen Elektrischen Stuhl.
Gehorsam oder Gewissen, das ist der Gegensatz, um den sich das Milgram-Experiment dreht. Der amerikanische Psychologe Stanley Milgram entwickelte es Anfang der sechziger Jahre, um herauszufinden, was durchschnittliche Menschen alles anrichten, wenn eine respektierte Obrigkeit es befiehlt. In dem Experiment wurde den Testpersonen eingeredet, sie müssten zu Forschungszwecken anderen Leuten immer stärkere Stromschläge erteilen. Das Ergebnis verstörte die Öffentlichkeit. 65 Prozent der Probanden gingen soweit, Schläge bis zur Höchststufe von 450 Volt zu erteilen.
Der französische Filmemacher Christophe Nick hat diesen Versuch jetzt in einem anderen Kontext wiederholt. Die Autorität ist hier nicht mehr die Wissenschaft, sondern das Fernsehen. Das Resultat: Diesmal haben 81 Prozent der Versuchspersonen die "Höchststrafe" vollstreckt. Nick folgert, die Menschen seien durchs Fernsehen derart an Gewalt und Voyeurismus gewöhnt, dass man im TV sogar eine Hinrichtung inszenieren könnte. Er sagt: "Das Fernsehen kann fast jeden dazu bringen, alles zu machen."
Der Filmemacher warb für seinen Versuch Freiwillige mit einem Casting an. Den Leuten wurde mitgeteilt, sie sollten an der Pilotsendung für eine neue Fernsehshow namens La Zone Extrême mitwirken. Dabei müsse sich ein Kandidat Begriffe merken und wiedergeben. Bei Fehlern werde er mit Stromschlägen von 20 bis zu 460 Volt bestraft. Nick und sein Wissenschaftlerteam hatten keine Probleme, 80 Freiwillige zu finden und in die vermeintliche Show zu nehmen.
Eine schrille Studiobühne, eine hübsche Moderatorin, ein johlendes Publikum - das Übliche scheinbar. Die Testpersonen mussten sich an ein Pult mit Stromhebeln setzen. Neben ihnen wurde der Kandidat auf einem elektrischen Stuhl festgeschnallt und unter einer Metallglocke verborgen. Die Probanden konnten ihn nicht sehen, aber hören. Sobald er eine Frage falsch beantwortete, befahl die Moderatorin, ihm einen Stromschlag zu versetzen. Anfangs stöhnte der Kandidat noch und rief: "Das tut wirklich weh." Später schrie er vor Schmerzen und flehte, das Ganze abzubrechen. Doch die Moderatorin feuerte, unterstützt vom Publikum, die Testperson an: "Lassen Sie sich nicht beeindrucken! Sie müssen bis zum Ende gehen!" Bei 380 Volt war von dem Kandidaten nichts mehr zu hören. Dennoch schickten ihm vier Fünftel der Testpersonen einen Schlag von 460 Volt hinterher. Etliche zögerten zwar, versuchten zu mogeln oder die Moderatorin umzustimmen. Doch am Ende griffen sie zum Hebel. Dabei wussten sie nicht, dass der Stromschlag fingiert und der vermeintliche Kandidat ein Schauspieler war.
Spiel mit dem Tod
Der staatliche Sender France 2 wollte das schauerliche Experiment am Mittwochabend als Dokumentarfilm mit dem Titel Spiel des Todes ausstrahlen. Ein Sprecher erklärte dazu: "Dies (die Testpersonen) sind weder Sadisten noch Feiglinge, sondern ganz normale Leute. 80 Prozent von ihnen haben sich wie mögliche Folterknechte verhalten. Das zeigt die furchterregende Macht, die das Fernsehen erlangt hat."
In Frankreich entfesselte die Dokumentation schon vor der Ausstrahlung eine Debatte. Etliche Journalisten und Wissenschaftler teilen die These von Christophe Nick, das Fernsehen, insbesondere das private, sei auf gefährlichen Abwegen. Es würden immer mehr Perversitäten, Erniedrigungen und Gewalttätigkeiten inszeniert. Wohin das führen könne, zeige das Experiment.
Andere kritisieren, bei Spiel des Todes gehe es nicht um Erkenntnis, sondern um Ideologie und einen Angriff auf die Privatsender. Dabei würden die Testpersonen manipuliert. Und dennoch: Wer sie in Spiel des Todes beobachtet, dürfte künftig mit anderen Augen fernsehen. Der Nouvel Observateur fragt: "Wie hätten wir an ihrer Stelle gehandelt? Hätten wir die Kraft gefunden, ungehorsam zu sein?"
Quelle: Sueddeutsche.de

_________________
Orácoli
Nonstop Taxi
Hexenänneken
 
  Thomas Becks 
 
Anmeldedatum 04.09.2007
Beiträge 2225
Wohnort Ruhrgebiet
 
 
   
   

Re: Wie weit gehen wir? II.

BeitragVerfasst am: 24.03.2010, 04:44
Zitat:
Die Probanden konnten ihn nicht sehen, aber hören.
Das ist genau was ich meinte, im alten Thread. Es macht einen Unterschied, ob man sein Opfer sieht oder nicht.
Gruß Thomas

_________________
Orácoli
Nonstop Taxi
Hexenänneken
 
  Thomas Becks 
 
Anmeldedatum 04.09.2007
Beiträge 2225
Wohnort Ruhrgebiet
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 24.03.2010, 08:52
Kann sein.

Aus einem ähnlichen Grund des "nicht sehen könnens" heraus schmeissen Köche ja auch lebende Hummer ins kochende Wasser - ein Hummer schreit nicht und zeigt auch keine schmerzverzogene Mimik. Eine Kuh, ein Hund, eine Katze würde man niemals so behandeln - da diese Tiere anhand ihrer Mimik und ihres Verhaltens ganz deutlich zeigen, dass sie genauso leiden wie Menschen. Nur weil der Hummer diese Reaktionen nicht zeigt, heisst das ja nicht, dass er nicht genauso leiden würde - es ist mMn absurd zu glauben, es wäre dem Hummer "egal", wenn er dermaßen verendet. Der Hummer ist nunmal weder fähig zu schreien, noch kann er seinen Gefühlen mittels Mimik Ausdruck verleihen.

Grüße

_________________
Trinkt ein Vampir Bier? Die Antwort findest Du in meinem Vampir-Lexikon.
Suche Verlag für mehrere Vampir-Projekte. Wenn die Konditionen stimmen, gern Diogenes.
 
  chnuppesaager 
 
Anmeldedatum 05.04.2009
Beiträge 1330
Wohnort Düsseldorf
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 24.03.2010, 09:32
... trotzdem ist das Ganze unfassbar, - man will es fast nicht glauben, wie Menschen sich in diesen Exprimenten verhalten.

_________________
Trinkt ein Vampir Bier? Die Antwort findest Du in meinem Vampir-Lexikon.
Suche Verlag für mehrere Vampir-Projekte. Wenn die Konditionen stimmen, gern Diogenes.
 
  chnuppesaager 
 
Anmeldedatum 05.04.2009
Beiträge 1330
Wohnort Düsseldorf
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 24.03.2010, 10:30
Hallo zusammen,

man muß natürlich anmerken, daß eine gewisse Vorauswahl getroffen wurde: die potentiellen Kandidaten, die die Mitarbeit an der vermeintlichen Show von vorneherein verweigerten, kamen ja nicht ins Experiment rein. Und diejenigen, die sich gar nicht beim Fernsehsender bewarben, auch nicht. Wir haben also eine doppelte Auslese:

1. Leute, die sich generell für eine Fernsehshow bewerben.
2. Aus der Gruppe 1: Leute, die gewillt sind, das Konzept der vermeintlichen Show mitzumachen.

Von dieser Auslese (in welchem Sinne auch immer Wink ) sind 81% bereit, bis zur Höchststrafe zu gehen. Man kann aber nicht schlußfolgern, daß 81% der Gesamtbevölkerung so weit gehen würden. Ich wage zu behaupten, daß es weit weniger sind.

Das war der positive Aspekt. Negativ allerdings muß ich bewerten, daß es immer noch so leicht ist, willfährige Helfershelfer zu rekrutieren.

Das, so fürchte ich, liegt in der Natur des Menschen. Der Mensch ist irgendwo ein Herdentier und fühlt sich wohl, wenn in der Herde alle das Gleiche machen wie er. Wenn das Tun jetzt von einer höheren Instanz abgesegnet wird, fallen alle moralischen Hemmschwellen. Und in die lange Reihe der höheren Instanzen der Geschichte reiht sich nun auch das Fernsehen ein. Es wäre zu wünschen, daß sich dieses Experiment so mancher zu Herzen nimmt. Mancher Zuschauer und mancher Fernsehproduzent.

Viele Grüße

Torsten

_________________
Heitere Lexika:

Garten - Heimwerker - Haushalt - Weihnachten - neu! Autofahren (das Wendebuch)

www.NIMMSmitHUMOR.de
 
Ambassador
 
Torsten Buchheit 
Ambassador 
Anmeldedatum 13.12.2009
Beiträge 3474
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 24.03.2010, 10:34
Ja. Es ist erschreckend.

Es ist aber auch erschreckend, dass sich Leute dazu hergeben, die "Probanden" psychisch so zu bedrängen.

Selbst wenn die zur Henkerstätigkeit bedrängten Menschen hinterher erfahren, dass die Stromschläge nicht echt waren (hätten sie das erraten oder vermuten können?), müssen sie doch den Rest ihres Lebens mit der Erkenntnis klar kommen "ich hätte gemordet". Das ist schlimm - wie werden die Opfer dieser Psychofolter behandelt? Wer entschädigt sie für den psychischen Schaden, den man ihnen angetan hat? Denn hierfür ist der "Wissenschaftler" verantwortlich - genauso wie für das Austeilen eines Stromschlags. Die Mitwirkenden - einschließlich der "Moderatorin" gehören bestraft.


Und irgendwie ist es zugleich irreal - wie glaubhaft ist es denn, dass man eine solche Showveranstaltung durchführen könnte? Wieviel Vertrauensvorschuss darf man dem Fernsehen entgegen bringen, dass es eigentlich gar nicht so schlimm sein kann, solange die Kamera dabei ist?
Wer rechnet denn schon mit einem geplanten MORD vor laufenden Kameras?

_________________
LG, Valerie

http://zoe-lionheart.net | Lies mich: Alle Titel, Lioness' Heart, Lioness' Combat.
 
  Valerie J. Long 
 
Anmeldedatum 19.11.2008
Beiträge 779
Wohnort Wiesbaden
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 24.03.2010, 10:43
Ja, es stellt sich hier wirklich die Frage: War das ein seriöses psychologisches Experiment, oder wollte man Sensationsfernsehen mit pseudowissenschaftlichem Touch machen? Wenn die Sendung ausgestrahlt wird, werden ja wohl auch die Kandidaten als Henker bloßgestellt. Ist das verantwortbar? Kann das noch Wissenschaft sein?

Wobei wir darüber erst urteilen können, wenn wir die Sendung selbst gesehen haben.

Viele Grüße

Torsten

_________________
Heitere Lexika:

Garten - Heimwerker - Haushalt - Weihnachten - neu! Autofahren (das Wendebuch)

www.NIMMSmitHUMOR.de
 
Ambassador
 
Torsten Buchheit 
Ambassador 
Anmeldedatum 13.12.2009
Beiträge 3474
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 24.03.2010, 11:47
chnuppesaager hat Folgendes geschrieben:
Aus einem ähnlichen Grund des "nicht sehen könnens" heraus schmeissen Köche ja auch lebende Hummer ins kochende Wasser - ein Hummer schreit nicht und zeigt auch keine schmerzverzogene Mimik. Eine Kuh, ein Hund, eine Katze würde man niemals so behandeln - da diese Tiere anhand ihrer Mimik und ihres Verhaltens ganz deutlich zeigen, dass sie genauso leiden wie Menschen.


Schau dir das mal an:

http://www.youtube.com/watch?v=T4XMOYnEQ7U

... dann wirst du deine Meinung ändern.
Und wie es in dem Beitrag heißt: Tendenz zunehmend!

Grüße
Siegfried
 
  Siegfried 
 
Anmeldedatum 09.07.2008
Beiträge 3839
Wohnort Hannover
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 24.03.2010, 12:39
@ Siegfried.

ungestörte Religionsaussübung vs. Tierschutz

Natürlich, die Problematik des Schächtens aus religiösen Gründen ist mir grundsätzlich bewusst, auch wenn ich das in meinem vorigen Posting tatsächlich nicht im Hinterkopf hatte.

Ich bin der Meinung, der Schutz von Tieren steht in diesem Fall über dem Recht auf ungestörte Religionsausübung.

Im Namen der Reiligion, - und zwar ganz gleichgültig welcher Religion, sollte niemals unnötiges Leid anderer Lebewesen in Kauf genommen oder gar willentlich verursacht werden.

Ist halt meine Meinung.

Viele Grüße.

_________________
Trinkt ein Vampir Bier? Die Antwort findest Du in meinem Vampir-Lexikon.
Suche Verlag für mehrere Vampir-Projekte. Wenn die Konditionen stimmen, gern Diogenes.
 
  chnuppesaager 
 
Anmeldedatum 05.04.2009
Beiträge 1330
Wohnort Düsseldorf
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 24.03.2010, 13:02
chnuppesaager hat Folgendes geschrieben:
@ Siegfried.

ungestörte Religionsaussübung vs. Tierschutz

Natürlich, die Problematik des Schächtens aus religiösen Gründen ist mir grundsätzlich bewusst, auch wenn ich das in meinem vorigen Posting tatsächlich nicht im Hinterkopf hatte.


Ich wollte auch nicht auf den Konflikt Religion vs. Tierschutz hinaus, sondern generell auf den Zusammenprall zweier unterschiedlicher Rechte, den daraus entstehenden Konflikt und - und das ist m. E. der Kern der ganzen Angelegenheit - die persönliche Haltung und Verantwortung dazu.

Es läuft auch in dem Experiment zum guten Schluss auf die Frage hinaus, welche Haltung ich zu dem vorhandenen Problem habe und wie ich mich ganz persönlich entscheide. Die bequemste Haltung ist die des Nicht-Entscheidens und des Verlagerns der Verantwortung auf andere ("Entscheide du für mich!")

Im Experiment übernimmt der Fernsehsender (beim Original-Milgram-Versuch der Wissenschaftler) die Verantwortung dafür, dass ein Mensch - scheinbar - zu Tode kommen kann. Bei dem Youtube-Beitrag wird ebenfalls eine klare Haltung weggeschoben - dieses Mal in Richtung Grundgesetz: "Religionsfreiheit steht im Grundgesetz, also darf geschächtet werden - ich bin doch für das Grundgesetz nicht verantwortlich!" (nett dazu der Kommentar am Ende, wo Länder genannt werden, die klare Konsequenzen gezogen haben).

Die Frage ist also: Bin ich in der Lage, eine klare und eindeutige Position einzunehmen und diese auch anderen gegenüber zu vertreten?

Soll ich einen anderen Menschen auf einem elektrischen Stuhl grillen, nur weil mir jemand sagt, er übernimmt die Verantwortung dafür und ich muss es tun, weil ich mich für die Fernsehshow freiwillig gemeldet habe? Warum fällt es so schwer zu sagen: Bis hierher und keinen Zentimeter weiter!

Grüße
Siegfried

(*Zitat entfernt, weil Grund für Missverständnis - siehe weiter unten)


Zuletzt bearbeitet von Siegfried am 26.03.2010, 14:52, insgesamt einmal bearbeitet
 
  Siegfried 
 
Anmeldedatum 09.07.2008
Beiträge 3839
Wohnort Hannover
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 24.03.2010, 13:10
Nachtrag

... ob ich allerdings, - wenn ich die Macht dazu hätte, das Schächten tatsächlich gesetzlich verbieten würde, steht wieder auf einem ganz anderen Blatt.

Es gibt halt alte religiöse Traditionen, die man nicht einfach so hopplahopp "von oben herab" verbieten kann; Traditionen, die einem nicht gefallen mögen, die man aber schon alleine deswegen respektieren muss, weil ein Verbot letztlich gar nicht durchzusetzen wäre.

_________________
Trinkt ein Vampir Bier? Die Antwort findest Du in meinem Vampir-Lexikon.
Suche Verlag für mehrere Vampir-Projekte. Wenn die Konditionen stimmen, gern Diogenes.
 
  chnuppesaager 
 
Anmeldedatum 05.04.2009
Beiträge 1330
Wohnort Düsseldorf
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 24.03.2010, 13:31
Es wundert mich nur, dass das Schächten - mit dem Hintergrund der Religionsfreiheit - in diesem Zusammenhang aufgeworfen wird, der Stierkampf - mit der einzigen Entschuldigung, es sei "Tradition" oder "Kultur" - dagegen nicht erwähnenswert scheint... na ja, das habe ich hiermit nachgeholt.


Wenn es um Tradition oder althergebrachte Sitten - einschließlich religiöser Sitten - geht, dann könnte man auch für Gladiatorenkämpfe, Todesstrafe und Hexenverbrennung votieren. Ach ja, dann sind da noch die rituelle Beschneidung, Selbstverstümmelung, Menschenhandel und Kindesmißbrauch... wo soll ich aufhören?


Wo soll ich anfangen? Um mit dem kürzlich verstorbenen Herrn Jackson zu sprechen: beim "man in the mirror".

Ich muss stark genug sein, Nein zu sagen. Ich muss andere in meiner Umgebung darin bestärken, Nein zu sagen, sich Gruppenzwängen zu entziehen und eigene Entscheidungen zu treffen. Hmmm - ich muss sie erst einmal darin bestärken, nachzudenken...

Das ist nicht einfach, aber wenn es einfach wäre, würden wir hier nicht diskutieren, nicht wahr?

_________________
LG, Valerie

http://zoe-lionheart.net | Lies mich: Alle Titel, Lioness' Heart, Lioness' Combat.
 
  Valerie J. Long 
 
Anmeldedatum 19.11.2008
Beiträge 779
Wohnort Wiesbaden
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 24.03.2010, 14:04
Valerie J. Long hat Folgendes geschrieben:
Es wundert mich nur, dass das Schächten - mit dem Hintergrund der Religionsfreiheit - in diesem Zusammenhang aufgeworfen wird, der Stierkampf - mit der einzigen Entschuldigung, es sei "Tradition" oder "Kultur" - dagegen nicht erwähnenswert scheint... na ja, das habe ich hiermit nachgeholt.


Das Schächten bietet sich einfach an, weil es eben die Gegenkomponente "Religionsfreiheit" hat. Beide - Tierschutz wie Religionsfreiheit - sind gesetzlich verankert. Und daraus resultiert der Konflikt.

Der Stierkampf ist mit Sicherheit ein Punkt, über den höchst kontrovers diskutiert werden kann (und muss), allerdings weiß ich nicht, ob die Ausübung des Stierkampfes durch Grundrechte (Verfassung, Menschenrechte o. ä.) entsprechend untermauert ist.

Valerie J. Long hat Folgendes geschrieben:

Ich muss stark genug sein, Nein zu sagen. Ich muss andere in meiner Umgebung darin bestärken, Nein zu sagen, sich Gruppenzwängen zu entziehen und eigene Entscheidungen zu treffen. Hmmm - ich muss sie erst einmal darin bestärken, nachzudenken...


Genau das ist der Punkt: Selber denken! Oder wie einer meiner Lehrer mal sagte: "Alles ist es wert, in Zweifel gezogen zu werden". - Genau das führt uns aber schon in den nächsten Konflikt: Was machen wir, wenn jemand behauptet, es gäbe etwas, das niemals in Zweifel gezogen werden darf? shocked eyes

Grüße
Siegfried
 
  Siegfried 
 
Anmeldedatum 09.07.2008
Beiträge 3839
Wohnort Hannover
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 24.03.2010, 14:04
@ Valerie J. Long

Valerie J. Long hat Folgendes geschrieben:
Wenn es um Tradition oder althergebrachte Sitten - einschließlich religiöser Sitten - geht, dann könnte man auch für Gladiatorenkämpfe, Todesstrafe und Hexenverbrennung votieren. Ach ja, dann sind da noch die rituelle Beschneidung, Selbstverstümmelung, Menschenhandel und Kindesmißbrauch... wo soll ich aufhören?


Völlig richtig, und trotzdem hat es immer einige Zeit gedauert, bis die Menschen so weit waren, barbarische Gebräuche zu hinterfragen und schließlich und endlich zu verbieten. Traditionen sind in den Menschen tief verankert, die lassen sich - wie ich oben schrieb - nicht so einfach und "hopplahopp" aus den Köpfen verbannen. Im Übrigen glaube ich beim besten Willen nicht, dass ich mit meiner Aussage für die Beibehaltung bzw. Wiedereinführung der oben aufgeführten barbarischen Gebräuche votiert hätte.




@ Siegfried
Habe es geschafft, jetzt den ganzen "Report - Mainz" anzuschauen. Um ehrlich zu sein, habe ich vorher abgeklemmt, als die erste "Schächtungs-Szene gezeigt wurde. Ich konnte es einfach nicht ertragen, es war zu grausam.

Vor dem Hintergrund der Fatwa, dass das Schächten mit Betäubung okay sei, kann ich die Weigerung der Politik, wenigstens das Verbot des betäubungslosen Schächtens durchzusetzen, tatsächlich nicht mehr verstehen.

Das ist echt feige.

_________________
Trinkt ein Vampir Bier? Die Antwort findest Du in meinem Vampir-Lexikon.
Suche Verlag für mehrere Vampir-Projekte. Wenn die Konditionen stimmen, gern Diogenes.
 
  chnuppesaager 
 
Anmeldedatum 05.04.2009
Beiträge 1330
Wohnort Düsseldorf
 
 
   
   

BeitragVerfasst am: 24.03.2010, 14:19
chnuppesaager hat Folgendes geschrieben:
Im Übrigen glaube ich beim besten Willen nicht, dass ich mit meiner Aussage für die Beibehaltung bzw. Wiedereinführung der oben aufgeführten barbarischen Gebräuche votiert hätte.
Wenn das aus meinem Beitrag herauszulesen wäre, bäte ich um Entschuldigung.

_________________
LG, Valerie

http://zoe-lionheart.net | Lies mich: Alle Titel, Lioness' Heart, Lioness' Combat.
 
  Valerie J. Long 
 
Anmeldedatum 19.11.2008
Beiträge 779
Wohnort Wiesbaden
 
 
   
   
Wie weit gehen wir? II.
  Forum für Books-on-Demand-Autoren » Leseraum
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht herunterladen
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde  
Seite 1 von 3  
Gehe zu Seite 1, 2, 3  Weiter
  
  


Powered by phpBB, advisormap.de, SEO by SEO-united.de
Literaturtipps Literaturseiten Banner & Buttons Impressum & Rechtliches