 | Zerbrochen | Verfasst am: 16.04.2011, 11:50 |
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Tja..ähm..ich habe eine neuere Geschichte angefangen und hätte gerne Verbesserungstipps. Ja, ähm..ich weiß, nur eine kleine, dumme Geschichte eines 12-jährigen Kindes, aber sonst kann man sich ja nicht verbessern...
Hier ist sie:
Zerbrochen
You had a bad day, you're taking one down...you sing a sad song just to turn it around... you say you don't know, you tell me don't lie... you work on a smile and you go for a ride... Ich lehnte meinen Kopf an das rote Plüschkissen, das ich an die Fensterscheibe gelegt hatte. Das gleichmäßige Brummen des Motors wirkte einschläfernd, auch die graue Wolkendecke und der auf die Heckscheibe prasselnde Regen bewirkten nicht gerade das Gegenteil. Meine Mutter saß am Steuer, die Augen fest auf die Straße geheftet. Sie wollte niemanden anschauen, aus Angst, sie könnte etwas verraten. Es war irreführend, ihr in die Augen zu sehen,weil sie niemanden richtig ansah. Ihr Blick war immer in der Ferne, auf einen Punkt gerichtet, den man selbst nicht erkennen konnte. Für mich war das nichts neues. Deshalb konzentrierte ich mich wieder auf Daniel Powter's „Bad Day“, das beruhigend auf meinem iPod lief, und ließ den Blick in die Ferne schweifen. Nichts Besonderes war zu sehen, grüne Wiesen, Wälder, hin- und wieder ein Dorf, dessen rote Dächer schon von weitem erkennbar waren. Fast jedes dieser Dörfer entsprach derselben Anordnung. In der Mitte war eine alte Kirche, um die Kirche ein Friedhof. Das Gotteshaus war meist direkt am Marktplatz gelegen, um den sich dann die restlichen Häuser scharten. Das hatte ich, obwohl ich nicht sonderlich darauf geachtet hatte, bei dieser Fahrt erkannt. Eine halbe Stunde lang waren wir schon unterwegs. Der Kofferraum war voll gestopft mit Kartons und Taschen, auch auf der Rückbank stapelten sich diverse Sachen, die wir zum Leben benötigten. You had a bad day...Dieses Lied spiegelte meine Stimmung perfekt wieder. Nur eins stimmte nicht. Ich hatte nicht einen schlechten Tag. Ich hatte ein schlechtes Leben, und das schon seit 6 Jahren. Ein Auto kam uns auf der sonst so wenig befahrenen Landstraße entgegen. Ich beobachtete gelangweilt, wie es vorbei fuhr, wobei Wasser auf spritzte. Ich stellte mir vor, wo die Insassen hinfuhren. Vielleicht fuhren sie zu einem Flughafen, um dann nach Hawaii zu fliegen...Und wir fuhren nur in eine alte, vermoderte Villa, eine Stunde von unserem Heimatstädtchen entfernt.Der wiederkehrende Refrain drehte sich in meinem Kopf. Ich wusste, wenn ich die Kopfhörer abnehmen würde, dann würde mich eine nervtötende Stille umgeben, nur von den Alltagsgeräuschen unterbrochen. Beinahe sehnte ich mich danach, dass Mom endlich etwas sagte. Aber so schnell würde sie das nicht tun. Ich betrachtete sie. Ihre halblangen, selbst geschnittenen Haare hingen zerzaust bis zu den Schultern herab. Sie waren dunkelbraun und hatten die Farbe von Ebenholz. Ihre blauen Augen waren außerordentlich hübsch, sie glichen denen, die Charina hatte. Schmerz durchzuckte mich wie eine Welle von Hitze. Ich schloss die Augen. Ich spürte den Blick meiner Mutter auf mir, doch als ich die Augen wieder öffnete und der Schmerz gelindert war, hatte sie ihren Blick wieder auf die Fahrbahn gerichtet. A bad day...Ich betrachtete sie wieder. Unter ihren Augen hatten sich tiefe Augenringe festgesetzt, was einen seltsamen Kontrast zu ihrer bleichen Haut gab. Sie schminkte sich nicht.Meist trug sie schwarz, was wiederum im Kontrast zu ihrer hellen Haut stand. Diesmal hatte sie ein schwarzes T-Shirt und eine dunkle Hose an, die ihr zu lang war. An den Füßen trug sie weiße Turnschuhe, die aber nicht mehr weiß waren, weil sie schon zu lange genutzt wurden. Daniel Powter's Stimme verstummte. Ich bemerkte das nur am Rande. Es war mir auch egal, was als nächstes kommen würde, ich brauchte nur die Musik, um mich abzulenken. Wieder sah ich die düsteren Wolken an. Der Himmel schien mir wie ein Meer aus Verzweiflung. Die Wolken drückten diese gerade zu aus.
„Caprice?“
Überrascht blickte ich zu meiner Mutter. Sie sah mich aus den Augenwinkeln an. Beinahe war ich froh, ihre Stimme zu hören, aber sie hatte sich so lange keine Blöße gegeben, da wollte ich auch ignorant wirken.
„Ja?“, fragte ich kühl.
Ihr Blick verfinsterte sich. Was wollte sie?
Sie sah mir kurz in die Augen.
„Du wirst mir diese Ferien helfen müssen.“
Was sie nicht sagte. Das hatten wir schon einmal besprochen. Dad's und Charinas Villa war alt und würde Einiges an Renovierungen benötigen. Sie schien auf eine Antwort zu warten.
„Ja, ich weiß“, erwiderte ich.
Wir sahen beide wieder in entgegengesetzte Richtung. Der Regen drang tiefer in mein Gehirn ein, das Trommeln wurde lauter. Erst jetzt bemerkte ich, dass die Musik verstummt war. Ich blickte auf meinen iPod. Die Batterieanzeige war rot. Akku leer. Na toll. So etwas passierte immer mir. Wahrscheinlich war ich besser dran als andere, aber das stimmte mich auch nicht positiv.
Ich sah wieder hinaus und betrachtete die weite Wiese neben uns genauer. Sie war gänzlich von Kräutern und Blumen unbewachsen, bestand nur aus Gras. Es schien saftig grün, daraus ließ sich schließen, dass es hier oft regnete. Ich rutschte weiter nach vorne. Irgendwie wirkte mein Gehirn...so leer. Ich schrieb gerne Geschichten, aber mir fiel einfach nichts ein. Ich wusste, den besten Stoff könnte ich aus meinem Leben verfassen, aber ich war noch nicht bereit, alles aufzuschreiben. Ich stellte mir vor, wie die Tränen auf die Tastatur fallen würden, wenn ich den Namen meiner Schwester schreiben würde. Charina. Mir traten bereits wieder die Tränen in die Augen, aber ich wollte meine Fassade gegenüber meiner Mom nicht bröckeln lassen. Als sie damals gefunden wurde, wurde kein Motiv herausgefunden. Ich wusste es bis jetzt noch nicht, warum sie sich hatte gehen lassen. Ich ballte meine Hand zur Faust. Charina war mir immer ein Vorbild gewesen. Ich konnte mir nicht vorstellen, was sie dazu getrieben hatte. Meine Adern traten hervor. Wenn ich jetzt allein wäre, würde ich in mein Kissen beißen, aber nun blieb mir nichts anderes übrig. Meine Mutter schielte mich aus den Augenwinkeln an, aber sagte nichts.
„Mom?“, fragte ich.
„Caprice?“, erwiderte sie. Ich wurde leicht sauer. In der Schule wurde ich immer „Cappa“ genannt, aber sie nannte mich immer beim vollständigen ersten Namen. Mein ganzer Name war nämlich Caprice Alice Luna Corinna Vogelnauer. Auf den Zeugnissen sah das immer total komisch aus, die ganze erste Zeile war immer voll geschrieben. „Caprice“ fand ich eigentlich recht schön, weil er außergewöhnlich war.
Peinlich. Ich hatte vergessen, was ich sagen wollte.
„Öhm...“, stotterte ich, „nichts.“ Ich errötete. Daran war nur mein Name Schuld! Wegen ihm hatte ich so viel Stoff zum Nachdenken gehabt!
Sie wandte sich wieder ab. Ein schwarzes Auto kam uns entgegen. Erst im Vorbeifahren merkte ich, dass es ein Leichenwagen war. Was wohl passiert war? |
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Splatter |
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 | | Verfasst am: 20.04.2011, 04:21 |
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:) Richtig gute Story!!!
GEfaellt mir
Du hast einen wunderbaren Schreibstil, und dein Alter heisst gar nichts...
nur eine Kleinigkeit habe ich, glaub ich, entdeckt:
Sie waren dunkelbraun und hatten die Farbe von Ebenholz.
Ich dachte, Ebenholz sei schwarz? Wie bei Schneewittchen?
Es sei denn natuerlich du redest ueber mein Haarfarbe... dann ist das was anderes...
Jedenfalls ein bisschen verwirrend.
Trotzdem tolle Story :)
Du bringst nicht zufaellig noch ein Buch raus?
Muesst ich dann dringendst auf meine Wunschliste setzen...
(Das muss sein: Meine Worte: Wie waers, wenn du mal in Chat kommst?)  |
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Amethy |
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 | | Verfasst am: 22.04.2011, 18:48 |
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hm..Ebenholz...da gibt es verschiedene Arten...eine ist dunkelbraun, die anderen schwarz..
danke!
ABer ein Buch..da bin ich noch zu schlecht...und muss erstmal eins schreiben...;D
Soll ich noch mehr Teile reinstellen?
(Im Chat komm ich mir immer so deplatziert vor....) |
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Splatter |
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