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Zur Strafe ein Buch

BeitragVerfasst am: 27.04.2010, 08:35
Guten Morgen,

das fand ich gerade: http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,690802,00.html

Also ich weiß nicht so recht! Erinnert mich an die Aufsätze, die wir früher immer nach einem Schulausflug schreiben mussten, wenn wir uns daneben benommen hatten. Hat schon damals nichts genutzt.

Aber mal was anderes in dem Zusammenhang: Soll man als Autor eines derart "ausgewählten" Buches damit Werbung machen oder jeden verklagen, der damit rausrückt, dass man neuerdings strafeshalber gelesen wird. cheezy grin Und muss man dann den Richtern womöglich Provision zahlen? cheezy grin

Liebe Grüße
Marlene

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Re: Zur Strafe ein Buch

BeitragVerfasst am: 27.04.2010, 09:00
Hallo Marlene,

MarleneGeselle hat Folgendes geschrieben:
Also ich weiß nicht so recht!


Spontan fand ich die Idee auch schlecht, aber dann ... Mehr dazu in meinem Blog.

Beste Grüße,

Heinz.

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BeitragVerfasst am: 27.04.2010, 09:24
Da würde es wohl doch mehr bringen, das Lesen an sich UNTER STRAFE ZU STELLEN. Vielleicht wäre es dann wieder reizvoller. Male mir das grad so aus, wie unter der Hand Bücher getauscht werden...

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BeitragVerfasst am: 27.04.2010, 09:49
Witziger Gedanke, Blanca!

Aber mal im ernst: Da drückt man den Kids ein Buch in die Hand, sie müssen eine Inhaltsangabe machen (jeder kennt nen Klassenkameraden, der das blitzschnell und für ne Packung Zigaretten erledigt), ein bisschen drüber reden - und Feierabend!

Keine Konfrontation mit der Tat und mit dem Opfer, kein Gedanken an die Wiedergutmachung des Schadens. Die lieben Kleinen müssen nur brav das von sich geben, was der Richter hören will, dann war's das! Unter den Konsequenzen einer Tat stelle ich mir was anderes vor.

Und wen will man als Richter präventiv damit erreichen. Es lesen die, die eine solche Prävention doch kaum nötig haben. Die anderen verhalten sich auch dann ordentlich, wenn sie keine Bücher lesen müssen.

Schönen Tag noch
Marlene

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BeitragVerfasst am: 27.04.2010, 09:50
Wie das wäre, wenn Lesen verboten wäre, kannst du nachlesen oder ansehen.
Es gibt ein Buch "Fahrenheit 451" von Ray Bradbury und auch einen Film mit demselben Titel.
Ich kenne zwar nur den Film, fand ihn aber sehr eindrucksvoll.

Gruß Uwe

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BeitragVerfasst am: 27.04.2010, 09:53
Also ich finde diesen Ansatz hochinteressant und vielversprechend - vor allem wenn es nicht als Patentrezept, sondern indiviuell angewendet wird!

Ich kann mir gut vorstellen, dass es sich auf der Grundlage eines guten Textes treffender und nachhaltiger reflektieren lässt als beim "Laub harken". Gerade da die Strafarbeit an sich ja selten etwas mit der eigentlichen Tat zu tun hat - und sich der "Lernerfolg" ja auf "Strafe" beschränkt; bei einem entsprechend zugeschnittenen Buch ist der "Empatiegewinn" in den meisten Fällen sicher höher.

Ich wünsche mir mehr solcher innovativer, engagierter Ansätze.
Mal schauen, was aus dieser Sache wird, wie sie sich in der Praxis entwickelt ...

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BeitragVerfasst am: 27.04.2010, 10:42
Falsch finde ich diesen Ansatz nicht, vielleicht sollte er noch ausgebaut werden, dahingehend, dass diese "Straflektüre" von einem fachlich versierten Menschen begleitet wird.
StrafARBEIT bringt rein gar nichts. Die betroffenen Jugendlichen ziehen dann das Ding durch, nerven meist noch diejenigen, bei denen sie diese Arbeit ausführen müssen. Ich hatte im Beruf des öfteren mit derartigen "Sträflingen" zu tun; sie haben mir die Zeit gestohlen und im Rahmen der begleitenden pädagogischen Gespräche klar kundgetan, dass sie ohnehin null Bock haben, die Schule blöde sei und sie später irgendwie gut Kohle machen wollen (bzw. einen reichen Kerl heiraten).

Vielleicht wäre ein zeitgemäß angepasstes Lesen schon in der Grundschule hilfreich, die jungen Menschen zu sensibilisieren, bevor sie auf die schiefe Bahn geraten.

Haifischfrau

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Zur Strafe ein Buch

BeitragVerfasst am: 27.04.2010, 11:39
Ich habe mir das auch durchgelesen und bin da etwas skeptisch. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das bei - wie ich finde - schon recht schweren Vergehen wie Körperverletzung oder betrunken fahren und dann jemanden verletzen hilft, den Täter zum Lesen zu verdonnern. Der Ansatz mag ja vielleicht aus psychologischer Sicht richtig sein. Aber jeder von uns kennt doch den Unterschied zwischen Theorie und Praxis, oder? Ich selbst kenne an der Schule meiner Tochter etliche Jungen und Mädchen, die sich mit diesem Buch den A...abwischen würde. Das Problem liegt in der mangelnden Sensibilität der Menschen und im Umgang miteinander. Niemand hat mehr so richtig Zeit für die Jugendlichen. Und gerade im gefährlichen Alter (Pubertät) werden sie am meisten ignoriert.
Ich arbeite viel mit solchen Kindern und ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Probleme größtenteils immer wieder in einen Fluß münden: Sie wünschen sich mehr Aufmerksamkeit von ihren Mitmenschen. Die Probleme sind sehr vielschichtig und ich glaube nicht, dass das Lesen eines Buches die vielen Schichten durchdringt.
Aber das ist nur meine persönliche Meinung. Ich denke, dass dieser Richter sich das auch nicht aus den Fingern gesaugt hat, sondern vorher mit Fachleuten darüber gesprochen hat (hoffe ich jedenfalls)
Positiv gedachte Grüße
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BeitragVerfasst am: 27.04.2010, 11:57
buchselstabe hat Folgendes geschrieben:
Wie das wäre, wenn Lesen verboten wäre, kannst du nachlesen oder ansehen.
Es gibt ein Buch "Fahrenheit 451" von Ray Bradbury und auch einen Film mit demselben Titel.
Ich kenne zwar nur den Film, fand ihn aber sehr eindrucksvoll.

Gruß Uwe


Fahrenheit 451 kenne ich auch noch als Film. Aber im richtigen leben hat es so was ähnliches auch schon gegeben: die Bücherverbrennung im 3. Reich. Crying or Very sad

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viele Grüße

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BeitragVerfasst am: 27.04.2010, 12:42
Haifischfrau hat Folgendes geschrieben:
StrafARBEIT bringt rein gar nichts.


Aus Erfahrung? cheezy grin

Ehrlich gesagt finde ich es falsch die heutige Jugend zum Lesen von Büchern zu zwingen. Andererseits gerät man oft hier an die Jugend, die sowieso nie ein Buch lesen würde (mein Eindruck).
Somit verändert man ja nicht die freudige Leserschaft, sondern die jenigen, denen ein bisschen Literatur nichts schaden würde.
Sicherlich müsste man diesen Grundgedanken erweitern, ehe er wirklich effektiv in die Tat umgesetzt werden könnte.

LG Titus[/b]
 
  Titus 
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BeitragVerfasst am: 28.04.2010, 08:22
Ich habe in meiner täglichen Arbeit u.a. mit Menschen zu tun, die das Lesen schlichtweg verlernt haben. Sie besitzen kein Buch daheim und erkennen Schilder nur noch am "Wortbild".

In der Kinder- und Jugendarbeit hatte ich damit zu tun, daß viele Kinder aufgrund der mangelnden Vermittlung des "Lesen macht Spaß, intelligent und erzeugt einen spannenden Film im Kopf" einfach mit Büchern nichts anzufangen wußten. Sie lasen auch in der achten Klasse noch holperig und zogen Buchstaben zusammen!

Das schockiert mich immer wieder.

Fahrenheit 451 als Buch ist eine Lektüre, die ich jedem Menschen wärmstens empfehlen kann. Der Film ist m.E. nur ein gruseliger Abklatsch vom Buch. Allerdings sehe ich "Lesen als Strafe" eher kontraproduktiv.

Wobei ich einschränken muß, daß ich einen Artikel aus einer Polizeizeitung über das Thema "Wie fühlt sich ein Fötus, der abgetrieben wird" dazu nutze, Entscheidungshilfe zum Thema Schwangerschaftsabbruch zu geben. Auch das ist eine Straflesung, ganz sicher. Hart und gemein, in den meisten Fällen jedoch hilfreich pro Leben.

Um das Ganze abzurunden würde ich gern mein Buch als Objekt der Zwangslesung zur Verfügung stellen .... cheezy grin

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Zur Strafe ein Buch lesen

BeitragVerfasst am: 11.06.2010, 22:15
Wir mussten in der Schule Theaterstücke wie "Minna von Barnhelm" oder "Götz von Berlichingen" gezwungenermaßen lesen und dann darüber eine Klausur schreiben. book
Ich habe trotzdem immer gerne gelesen, aber das schulische Zwangslesen hat mir diese Stücke verleidet. Ich will sie nie mehr sehen.
Was mich aber nicht davon abgehalten hat, selber Bücher zu schreiben. Very Happy Doch dazu hat mich schließlich niemand gewzungen. thumb up thumb up

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Re: Zur Strafe ein Buch lesen

BeitragVerfasst am: 11.06.2010, 23:17
franziska rechperg hat Folgendes geschrieben:

...aber das schulische Zwangslesen hat mir diese Stücke verleidet. Ich will sie nie mehr sehen.


So geht es mir mit "De bello gallico" von Julius Cäsar, aus dem wir im Lateinunterricht übersetzen mussten.

"Gallia est omnis divisa in partes tres..." thumb down

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Zur Strafe ein Buch
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