E-Book-Verleih Teil 2: Vor- und Nachteile

E-Book-Verleih Teil 2: Vor- und Nachteile

E-Book Verleih: Ja, nein oder vielleicht? Während einige durch den Verleih die Gefährdung ihrer E-Book-Verkäufe befürchten, sehen andere einen klaren Mehrwert: Die Erhöhung der Titel-Reichweite. Wir haben die Vor- und Nachteile des E-Book-Verleihs näher beleuchtet.

Text: Alexandra Jäger

E-Book-Verleih – ein kompliziertes Thema, bei dem die Meinungen geteilt sind. Kritiker befürchten durch den Verleih von E-Books die Gefährdung der herkömmlichen E-Book Verkäufe, Befürworter wiederum sehen darin große Chancen. So lassen sich durch den Verleih von E-Books sogar zusätzliche Einnahmen erzielen sowie Reichweite und Bekanntheitsgrad erhöhen.

Rentabilität und Sichtbarkeit als Erfolgsfaktoren

Die BoD-Self-Publishing-Studie hat gezeigt, dass für Selfpublisher neben dem finanziellen Erfolg ein weiterer Aspekt wichtig, mitunter sogar noch wichtiger als das Honorar ist: Das positive Feedback und die Anerkennung durch ihre Leser. Für die Antwort auf die Frage „E-Book Verleih: Ja oder Nein?“ ist also entscheidend, ob der Verleih zu diesen Faktoren beiträgt.

Finanzieller Nutzen und Kannibalisierung

Bei vielen Flatrate-Modellen richtet sich die Vergütung nach der Anzahl gelesener Normseiten. Diese werden auf Basis einer festgelegten Zeichenanzahl berechnet. Da Fach- und Sachbücher überwiegend auszugsweise, belletristische Titel hingegen oft komplett gelesen werden, profitieren vor allem belletristische E-Books von diesem Verleihmodell. Durch die seitenbasierte Abrechnung sind außerdem längere E-Books gegenüber kürzeren Titeln hier im Vorteil. Der finanzielle Nutzen des E-Book Verleihs hängt also von Genre, Länge und Verleihmodell ab.

Und wie steht es um die Befürchtung, dass der Verleih Leser vom Kauf abhalten könnte? Diese Sorge ist unbegründet. „In unserer aktuellen Kundenumfrage aus dem Oktober 2015 gaben 90% der Skoobe-Leser an, Bücher zu lesen, die sie im Buchhandel nicht entdeckt hätten.“, erklärt Skoobe-Expertin Veronika von Bredow. „Der Grund dafür ist einfach: Die Buchauswahl in unserem eBook-Abonnement ist für den Leser riskofrei. Im Rahmen seiner Mitgliedschaft kann ein Leser jedes Buch jederzeit ausleihen und wenn es nicht gefällt, wieder zurückgeben – ohne dass Mehrkosten entstehen. Daher orientieren sich Flatrate-Leser weniger am Bestseller-Status eines Buches, sondern greifen gerne auch zu weniger bekannten Autoren und Verlagen und älteren Titeln. Zudem entdecken Sie gerne neue Genres und Themen für sich.“

Sichtbarkeit und Reichweite

Einen weiteren Vorteil bringen die Empfehlungsmechanismen (z.B. Leselisten) und Nutzerbewertungen der Plattformen mit sich. Sie erhöhen die Chancen, dass ein eher unbekannter oder älterer Titel gefunden wird. Diese Funktionen sind vor allem für Anbieter von neuen Verleihmodellen typisch. So erhöhen Flatrate-Modelle die Discoverability eines Titels und machen sie einem breiteren Lesepublikum zugänglich. Für Autoren bedeutet dies eine zusätzliche Einnahmequelle, eine größere Leserschaft und damit einen höheren Bekanntheitsgrad.

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Im dritten Teil der Artikelreihe lesen Sie, wie der E-Book-Verleih sich in der Praxis auf die Titelverkäufe auswirkt.

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