Fruchtbare Liaison: Indies und Indies

Fruchtbare Liaison: Indies und Indies

Daniel Lenz, Stellvertretender Chefredakteur des buchreport, stellt den neuen „Indie-Katalog“ vor. Mit dem Katalog soll unabhängigen Autoren und Verlagen eine Brücke in den Buchhandel gebaut werden. Erscheinungstermin ist der 27. Juni 2015.

Gastbeitrag: Daniel Lenz

Selfpublishing ist auf dem besten Weg zur Selbstverständlichkeit. In den E-Book-Charts sind Soloverleger längst ganz oben angekommen – und sogar teilweise die treibenden Kräfte. Auf den Podien von Branchen-Konferenzen setzen Selfpublisher wie Hugh Howey oft die interessantesten Impulse. Und immer mehr Verlage ködern Selfpublisher für ihre Programme. Und doch gibt es einen Bereich der Branche, in dem Selfpublisher seltene Gäste sind: der stationäre Buchhandel. Der kann nur von diesem Trend profitieren.

Es gibt gleich mehrere Gründe, die grundsätzlich eine Allianz der Indies begünstigen: Neben den sinkenden Preisen für Print-on-Demand-Produktionen und der wachsenden Professionalisierung der Selfpublisher zeichnet sich auch ab, dass immer mehr Buchhändler abseits der Verlagsprogramme nach interessanten Büchern und Autoren suchen – insbesondere Bücher und Autoren aus der Region. So spielen bereits die Buchhändler der eBuch-Genossenschaft gemeinsam mit den Selfpublishern von BoD die lokale Karte. Außerdem will auch die Tolino-Allianz Selfpublishing-Bücher in die angeschlossenen Buchhandlungen bringen. Doch in dieser Richtung muss noch viel mehr passieren.

daniela Lenz

Daniel Lenz, stellvertretender Chefredakteur des buchreport

Indie-Katalog

Damit sich zwischen Indies und Indies eine dauerhafte Liaison entwickeln kann, werden Filtermechanismen und Grundlagenwissen benötigt: Selfpublisher finden im Feuilleton nicht statt, die Sterne-Bewertungen der Shops reichen Sortimentern nicht, um eine Auswahl zu treffen. Und viele Buchhändler kennen nicht die Strukturen dieses relativ neuen Marktes.

An dieser Stelle will buchreport mit einem eigenen Angebot für Selfpublisher einhaken:

Der „Indie-Katalog“ ist eine Bühne für unabhängige Verlage und Selfpublisher, im Print und digital. Er soll Multiplikatoren der Branche, darunter Buchhändler, aber auch Verlage, einen Überblick über wichtige Titel geben und dafür sorgen, dass viel mehr Bücher von Selfpublishern in den Regalen von Buchhandlungen landen.

Der gedruckte Katalog erscheint als Beilage des buchreport.magazins (und somit in tausenden Buchandlungen) sowie kostenlos als PDF; online ist die Titel-Datenbank unter http://url.buchreport.de/indiekatalog zu finden. Die Buchungen erscheinen also online und automatisch in der nächsten Ausgabe des gedruckten Indie-Katalogs (der zwei Mal im Jahr, Ende Juni und Ende Dezember publiziert wird).

Was umfasst der Indie-Katalog?

Einerseits den redaktionellen Teil, in dem wir Trends und Themen aus dem Markt aufgreifen und auch Autoren mit ihren Büchern porträtieren. Daneben gibt es Rezensionen, bei denen die Redaktion Bücher auswählt und bespricht – dabei prüfen wir Empfehlungen der Selfpublishing-Dienstleister, gehen aber auch individuellen Tipps nach. Schließlich können Selfpublisher selbst Annotationen im Katalog buchen: Kurze Texte plus Cover, bibliografische Daten und Barcode (mit dem der Buchhändler direkt bestellen kann), diese kosten je nach Größe 99 bzw. 149 Euro (dies sind Einührungspreise). Dabei nehmen wir grundsätzlich Titel aller Genres auf.

Flankiert wird der Indie-Katalog von einer neuen Webseite, in die der Indie-Katalog zusätzlich eingebettet wird und das sich Selfpublishing-Themen widmet. Die Webseite startet bis Ende des Monats Juni.

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