Als Self-Publisherin auf Erfolgskurs

Als Self-Publisherin auf Erfolgskurs

Ava Reed hat gleich mit ihrem ersten Roman „Spiegelsplitter“, den sie bei BoD veröffentlicht hat, eine Punktlandung geschafft. Ihre romantisch-fantastischen Geschichten rangieren in den E-Book-Charts ganz oben, ihr Erstling „Spiegelsplitter“ erscheint jetzt auch beim Carlsen Verlag.

Ava Reed spricht von einer großen Portion Glück, wenn sie ihre Geschichte erzählt. Wer genau hinhört, merkt schnell, dass ihr Erfolg aber vor allem auf einer guten Geschichte, ausgezeichneter Vernetzung und einem offenen Ohr für Feedback basiert. Begonnen hat das Autorenleben der Lehramtsstudentin eher zufällig an einem Nachmittag auf der Couch. Sie überlegte gerade, welches Buch sie als nächstes lesen sollte, als sie die Idee zu ihrem eigenen hatte. „Da war diese Geschichte, die ich einfach aufschreiben musste“, erzählt Ava Reed vom Beginn ihres Romans „Spiegelsplitter“.

Vernetzung für gute Ideen

Sie begann mit einer Mind Map, ihr Notizbuch war „ein einziges Chaos“. Also fing sie einfach an zu schreiben, und die Geschichte entwickelte sich Stück für Stück. Die fertigen Kapitel lud sie auf einer Verlagsplattform hoch und bekam dort Feedback. Ihre Testleser bestärkten sie, beim dortigen Talentwettbewerb landete sie auf dem zweiten Platz. Und so machte sie weiter, hörte auf ihre Leser, die sich eine Fortsetzung wünschten – und schrieb sogar einen zweiten Teil.

Was ihr dabei geholfen hat? „Schreibnächte haben mich immer sehr motiviert und mir viel Inspiration gebracht“, erzählt Ava Reed. Jeder arbeitet für sich am heimischen Schreibtisch, aber man tauscht sich online aus, teilt seine Texte, gibt den anderen Rückmeldung zu ihren Entwürfen. Mit vielen Autoren, die Ava Reed bei Schreibnächten oder auf anderen Plattformen kennenlernte, hat sie noch heute Kontakt. Nach wie vor ist sie in den unterschiedlichsten Autoren-Portalen unterwegs. Ihr Buchblog, auf dem sie zuvor in erster Linie rezensierte, ist jetzt eine Mischform: Hier schreibt sie ausschließlich über Bücher, die sie gern gelesen hat, und berichtet außerdem über ihre eigenen Projekte. (avareed.blogspot.de).

Spiegelsplitter_Cover

Digital und analog

Früher arbeitete sie mit WordPress, heute ist Ava Reed begeisterte Blogspot-Nutzerin, da die Vernetzungsmöglichkeiten sehr viel besser sind. Sie bezeichnet sich als „nicht besonders technik-affin“, für Tipps zum Thema hat sie sich auf Portalen informiert und mit anderen Autoren ausgetauscht. „Meine Seite habe ich trotzdem gestalten lassen. So weit geht meine Begabung dann doch nicht“, begründet sie ihre Entscheidung. Eine professionelle Homepage ist schließlich die eigene Visitenkarte im Netz.

Auch ein gut designtes Cover zeigt Wirkung, wie „Spiegelsplitter“ beweist. Sie entschied sich für professionelle Unterstützung, und ihre Designerin war ein echter Glücksgriff. „Wir hatten sehr schnell einen ersten Entwurf“, erinnert Ava Reed sich. „Mein Covermodel habe ich bei Shutterstock entdeckt, und innerhalb eines Monats war der Titel genau so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte.“

Geschichten verschönern

Ava Reed nutzt kein Schreibprogramm wie Papyrus oder Scrivener. „Spiegelsplitter“ hatte sie als Word-Dokument angelegt. „Zudem habe ich den Konfigurator von BoD genutzt“, erklärt sie. „Er ist logisch und übersichtlich aufgebaut – und hat mir bei der Buchgestaltung sehr geholfen.“ Auch die Autorenbetreuung hat sie positiv in Erinnerung: „Wann immer ich ein Problem hatte, wurde es schnell und freundlich gelöst.“ Zu BoD kam sie durch Recherche und die Empfehlung anderer Autoren. „Mich hat auch die Website überzeugt“, erinnert sie sich. „Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte, und es war mir wichtig, dass ich meine E-Books nicht nur bei Amazon veröffentlichen kann, wie das bei einigen anderen Self-Publishing-Plattformen die Regel ist.“

Zu einem guten Buchergebnis gehört natürlich eigentlich ein Lektorat. Aber als Studentin musste sie aufs Geld achten. „Ich habe mit der Unterstützung von Testlesern meine Erstausgabe herausgebracht“, erzählt sie. „Als ich das Buch dann allerdings in den Händen hielt, fielen mir Fehler auf.“ Also entstand die zweite Auflage. „Man muss sich dafür wirklich Zeit nehmen“, rät sie heute. „Jeder Self-Publisher weiß, wie viel Arbeit die Bucherstellung bedeutet. Und dass man jedes Mal aufs Neue viele wunderbare Dinge dazulernt.“

Das Buch vermarkten

Bereits bevor sie ihr Buch veröffentlichte, ging die erste Homepage von Ava Reed online. „Ich wollte die Leute, die sich für meine Geschichte interessieren, an der Entstehung teilhaben lassen“, argumentiert sie. Der Plan ging auf. Ihre Texte wurden in mehreren Buchgruppen empfohlen, und so entstand eine Plattform für ihre Geschichte. Unterstützend verschickte sie Rezensionsexemplare und verloste Bücher oder Lesezeichen über ihre Facebook-Seite.

Ava Reed weiß: „Es ist ein schmaler Grat zwischen Aufdringlich-Sein und etwas Anbieten.“ Wie es aussieht, hat sie ein gutes Gespür für diese Gratwanderung, zumindest zeigt das der Blick in die E-Book-Charts. Rezensionen auf Amazon sind natürlich eines der Haupt-Verkaufsargumente für neue Leser. „Ich freue mich heute noch über jede einzelne Kritik, ganz gleich ob ein Stern oder fünf – solange sie Gehalt hat.“

Self Publishing? Jederzeit wieder!

Und jetzt also der Carlsen Verlag. Wie kam es dazu? Impress, das Digitallabel des Carlsen Verlags war an Ava Reeds eingesandtem Manuskript, einer Liebesgeschichte, durchaus interessiert; letztlich passte der Titel aber doch nicht ins Programm. Als dann ein paar Wochen später die Anfrage für „Spiegelsplitter“ als E-Book- und Taschenbuchausgabe kam, konnte Ava Reed es kaum glauben.

Auf die Frage, ob sie noch einmal ein Buch im Self-Publishing-Verlag herausbringen würde, zögert sie nicht: „Auf jeden Fall! Wenn ich für eine neue Geschichte keinen Verlag finden würde, sofort.“ Wer bereits veröffentlicht hat, hat in ihren Augen auf dem Verlagsmarkt bessere Chancen. „Das Cover ist online zu sehen, es gibt Leser-Rezensionen dazu, die Verlage bekommen so einen guten ersten Eindruck.“ Ganz gleich also, ob Autoren das Ziel haben, einen Verlag für sich zu finden, oder die Freiheit und höheren Margen des Selbst-Verlegens favorisieren: Self-Publishing ist ein guter erster Schritt auf dem Weg zum Autor.

Auf die Buchmesse mit Ava Reed

Wer die Autorin persönlich kennenlernen möchte, hat auf der Frankfurter Buchmesse gleich zweimal Gelegenheit dazu auf dem Event „BoD Open Stage“ am Freitag, 16.10., von 17.00 bis 18.30 Uhr, wo Autoren und Interessierte am Messestand des Verlags (Halle 3.0 D117) ins Gespräch kommen können. Zudem wird sie am Samstag, 7.10., von 12.15 bis 13.00 Uhr an der Veranstaltung „Buchjournal-Schreibwettbewerb 2015: Die Sieger” teilnehmen („Self-Publishing-Area“, Halle 3.0 K9).

Ava Reed

Ava Reed

lebt gemeinsam mit ihrem Freund im schönen Frankfurt am Main, wo sie gerade ihr Lehramtsexamen macht. Zur Entspannung liest sie ein gutes Buch oder geht mit ihrer Kamera durch die Stadt. Das Schreiben hat sie schon früh für sich entdeckt und während des Studiums endlich ihrer Fantasie freien Lauf gelassen. Mit »Spiegelsplitter« verfasste sie ihren ersten eigenen Roman. Mittlerweile arbeitet sie an zahlreichen romantisch-fantastischen Geschichten.

Avas Bookwonderland

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