Rezensionen generieren – so geht´s

Rezensionen generieren – so geht´s

Rezensionen sind ein wesentlicher Bestandteil des Buchmarketings und entscheiden häufig über Kauf oder Nicht-Kauf. Autoren können selbst viel dafür tun, Leserstimmen zu generieren. Buchmarketing-Expertin Tanja Rörsch verrät die besten Tipps und Tools.

Ein Buch, über das gesprochen wird, ist besser als ein Buch, über das niemand spricht.

Damit ein Buch auf Amazon im Ranking steigt, neugierig macht und überzeugt, brauchen Sie Rezensionen.

Denn diese sind eine wichtige Entscheidungshilfe für oder gegen den Kauf eines Buches. Und obwohl diese so wichtig sind, beobachten Autoren bei ihren Büchern einen erheblichen Rückgang an Rezensionen. Gerade sorgte ein Facebook-Beitrag der Autorin Kira Gembri über die „6 größten Rezensionsirrtürmer“ für eine breite Diskussion im Netz, in denen sie verdeutlicht, dass Leser heute ihre Meinung lieber für sich behalten. Sie betont, wie wichtig Rezensionen für die Autoren sind. Johannes Haupt erklärt diese Entwicklung in seinem aktuellen Artikel „Immer weniger echte Rezensionen“, dass Leser Rezensionen zwar nutzten, aber wenig Anreiz sehen, selbst eine zu schreiben: „Alle Leser nutzen aussagekräftige und neutrale Rezensionen, aber der einzelne Leser profitiert nicht davon, Arbeit in die Verfassung einer solchen zu stecken.“

Was bedeutet das also für Sie? Warten Sie nicht darauf, dass Sie Rezensionen erhalten, sondern tun Sie aktiv etwas dafür. Das Bewerten Ihres Buches ist kein passiver Akt, dem Sie hilflos ausgeliefert sind, sondern Sie können selbst viel dafür tun und auch die Ergebnisse ein Stück weit steuern. Wie auch in anderen Bereichen des Buchmarketings sind im Rezensionsmanagement Engagement, Zeitaufwand und auch Investitionen gefragt. Was Sie konkret tun können, um Rezensionen zu generieren, erfahren Sie in diesem Artikel.

Tanja Rörsch

Tanja Rörsch

ist Inhaberin der Buchmarketing-Agentur mainwunder. Die Marketing-Expertin begleitet Selfpublisher, Verlagsautoren und Verlage auf ihrem Weg zum Erfolg und bringt Autoren und Bücher bei Lesern, Bloggern und Medien ins Gespräch. Dafür entwickelt sie Maßnahmen zur Buchveröffentlichung, organisiert Lese-Events und kreiert unvergessliche Leser- und Blogger-Aktionen.

Bücherbox_Buchmarketing_Roersch

Informativ und mit vielen Insidertipps für Self-Publisher: der neue Ratgeber von Tanja Rörsch

Bevor Sie aber beginnen, sich für konkrete Maßnahmen bei Ihrem Rezensionsmanagement zu entscheiden, treten Sie zuvor noch einmal einen Schritt zurück und setzen Sie sich ein oder mehrere Ziele. Wie viele Rezensionen möchten Sie für Ihr Buch gerne erzielen? Häufig denken Autoren nämlich „zu klein“, das heißt, sie geben sich vielleicht mit 5-10 Rezensionen zufrieden. Aber unter uns: Damit werden Sie Ihr Buch nicht nach vorne bringen. Sie müssen größer denken. Setzen Sie sich also ein Ziel, das einerseits realistisch, andererseits aber auch reizvoll ist. Egal ob es 30, 40 oder gar 50 Rezensionen sind, die bei Ihnen Herzklopfen verursachen – setzen Sie sich ein Ziel, das Sie wirklich weiterbringt. Fertig? Dann lesen Sie jetzt weiter.

Gründen Sie ein Rezensenten-Team

Die wichtigsten Meinungsbildner sind Ihre Leser. Die, die Sie und Ihre Bücher kennen und mögen. Sie können damit rechnen, dass Sie von Ihren Stammlesern wahrscheinlich überwiegend positive Bewertungen erhalten werden. Deshalb ist es sinnvoll, diese immer mit einzubinden. Eine Möglichkeit ist die Bildung eines Rezensenten-Teams, eine feste Gruppe von treuen Lesern und Bloggern, die sich über freie Rezensionsexemplare freuen, weil sie Ihre Bücher sowieso lesen und gerne darüber schreiben. Die Aktivität zu bündeln birgt einige Vorteile:

1

Sie erreichen Ihre Rezensenten schneller und zielgerichteter, z.B. indem Sie an das gesamte Team eine E-Mail schreiben oder sich in einer geschlossenen Gruppe untereinander austauschen.

2

Sie zeigen ihnen damit, dass sie wichtig für Sie sind und geben ihnen mehr zurück als den „normalen“ Lesern (Zeit, Leseexemplare, Austausch usw.). Die Zufriedenheit Ihrer Rezensenten wird sich auch auf deren Rezensionen auswirken.

3

Sie schaffen eine stärkere Bindung zu Ihren Stammlesern. Diese gehen Ihnen dann nicht so leicht wieder verloren. Sie erfahren in „privatem Raum“ mehr über sie und können so persönlicher mit ihnen kommunizieren.

4

Sie können aus der Bildung des Teams direkt eine Marketingaktion machen, es auf Ihre Website mit einbinden und mit ihm gemeinsam Aktionen (Meet&Greets, Messekationen usw.) planen.

5

Mehr Köpfe, mehr Ideen: Ein großes Team hilft Ihnen dabei, auch größer zu denken – und damit Ihr Ziel besser zu erreichen.

6

Ein Team hält meist dauerhaft zusammen: Denken Sie auch immer in die Zukunft und an Ihre nächsten Bücher. Marketing baut sich zwar auf, sollte aber immer einen langfristigen Effekt haben.

Führen Sie Leserunden durch

Es ist längst kein Geheimnis mehr: Leserunden sind ein gutes Mittel, um Rezensionen für sein Buch zu generieren. Bei einer Leserunde wird Ihr Buch gemeinsam gelesen, meist auf einer Leseplattform wie Lovelybooks, Wasliestdu.de oder Goodreads. Bei einer Leserunde erhalten die Teilnehmer Ihr Buch kostenlos als E-Book oder Taschenbuch. Es wird gemeinsam gelesen und über das Buch diskutiert. Am Ende schreiben die Leser eine Rezension.
Neben den klassischen Leseplattformen können Sie auch in Leser-Foren, in Bücher-Gruppen oder auf Facebook, Twitter & Co. zusammen Bücher gelesen.

Tipp:

Wählen Sie die Teilnehmer einer Leserunde mit Bedacht aus. Auch hier können Sie steuern, wie die Bewertungen am Ende ausfallen. Sehen Sie sich also ruhig auf dem Profil des Lesers um. Schreibt er zum Beispiel insbesondere Rezensionen in ihrem Genre oder übergreifend?

Buchplattformen nutzen

Neben bloggdeinbuch.de gibt es noch weitere Plattformen, mit denen Sie Rezensionen generieren können. Für Neuveröffentlichungen bietet sich die Plattform vorablesen.de an. Hier können Sie Ihr Buch Lesern noch vor der Veröffentlichung zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung stellen und eine erhebliche Menge Rezensionen erhalten (zwischen 50 und 100 in der Regel). Diese stehen dann bereits in den Tagen nach der Veröffentlichung online.
Aber auch auf kostenlosen Plattformen wie rezi-suche.de können Sie Ihr Buch einstellen oder Rezensionsexemplare z.B. bei der schnulze-der-woche.de vergeben. Indem Sie die Reichweite und Werbung durch die Buchplattformen nutzen, erreichen Sie nicht nur neue Leser – Sie können in kurzer Zeit eine Menge Rezensionen generieren.

Screenshot_BdB
Bildschirmfoto 2016-04-21 um 10.57.41

Vorableseaktionen

Sehr beliebt sind Vorableseaktionen. Hier erhalten Leser vor der Veröffentlichung Ihr Buch und rezensieren es für den Tag der Veröffentlichung. Sprechen Sie hier ruhig auch neue Leser an, um ihre Leser-Community zu erweitern. Sie werden sich freuen, Ihr Buch noch vor seiner Veröffentlichung lesen zu dürfen.

Rezensionen von Literaturplattformen oder Medien

Sehr beliebt und relevant sind Rezensionen von Literaturplattformen wie der leserkanone.de, genreabhängigen Plattformen wie krimicouch.de oder die von Journalisten von Literaturmagazinen wie literaturcafe.de oder Tageszeitungen. Hier gilt vor allem Qualität und Vorrecherche. Welche Plattform, welche Medien passen zu meinem Buch? Denken Sie sowohl an Online- als auch an Offline-Medien und beziehen Sie ruhig Ihre Regionalpresse mit ein. Auch Ihre Stadtteilzeitung kann einen Buchtipp schreiben.

Sie sehen – es gibt unzählige Wege, um Rezensionen für Ihr Buch zu generieren. Gehen Sie bei Ihrem Rezensionsmanagement Schritt für Schritt vor:

  • Ziele setzen.

  • Zwei, drei Möglichkeiten auswählen, mit denen Sie Ihr Ziel am leichtesten erreichen

  • Recherchieren: Über Medien, Plattformen und auch die Bewerber, die Ihr Buch rezensieren wollen

  • Steuern Sie Ihr Rezensionsmanagement:
    Zeit: Wann sollten erste Rezensionen vorliegen, alle auf einmal oder über einen längeren Zeitraum immer wieder neue?
    Inhalt: Klassisch via Text oder auch mal auf YouTube, Instagram…
    Medium: On- oder Offline, Plattform oder Zeitung, Leser oder Blogger…
    Kommunikation: Wie wollen Sie Ihre Leser sensibilisieren, einbeziehen, Rezensionen teilen, auf negative reagieren…

Was beinhaltet eine „gute“ Rezension?

Eine kurze, prägnante Zusammenfassung des Inhaltes, ohne die Spannung zu nehmen

Aussagekräftige Bewertung mit nachvollziehbaren Argumenten (Spannungsbogen, Stilmittel, historischer Kontext usw.)

Vergleich mit anderen Titeln aus dem Genre: Was hebt dieses Buch von anderen ab?

Persönliche Note für eine informative, lesenswerte und unterhaltsame Rezension

Empfehlung bezüglich der Zielgruppe/Leser, z.B. Alter oder Genre

Ein kurzes Fazit zum Abschluss

Text & Bildquellen: Tanja Rörsch,  mainwunder

Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Sie können folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>