Absagen nach einer Woche

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PvO
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Re:

von PvO (18.02.2008, 09:55)
Irgendwie sehe ich da eine gewaltigen Widerspruch. Nachvollziehen kann ich, wenn jemand im Verlag sagt, wir wollen jetzt ein Buch machen über Thema x. Dafür würde sich Autor a bestens eignen. Sie schreiben oder rufen Autor a an und dieser schreibt das Manuskript. So weit, so klar. Aber wie ist Autor a denn zu dem Verlag gekommen? Ist er als Autor mit einem Manuskript in der Hand geboren worden? Hat er sich auch nicht mal irgendwann zum ersten mal bei einem Verlag gemeldet?
Unverlangt eingesandte Texte haben es ohnehin schwerer...
Diese Vorgehensweise ist an Ignoranz und Arroganz kaum noch zu überbieten. Natürlich bekommen die einen Haufen Mist angeboten und den sichte mal erst. Trotzdem könnte etwas Simmelhaftes oder Konsalikmäßiges darunter sein. Frau Rowling hat es vorgemacht, mit ihrem unverlangten Manuskript. Und ich gebe euch die Garantie, dass all die Verlage, die dieses unverlangte Manuskript abgelehnt haben, sich heute kräftig in den A... beißen würden, wenn sie denn könnten. Recht so, geschieht ihnen recht. Sollen sie doch ihren bekannten Autoren einen weiteren Harry Potter in Auftrag geben. Vielleicht klappt es dann ja auch mit dem Umsatz.

hwg
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Re:

von hwg (18.02.2008, 10:15)
Selbstverständlich muss der Autor bereits mit Arbeiten (in Zeitschriften, Rundfunk u.dgl.) an die Öffentlichkeit getreten sein. Wie sollte sonst ein Verlag von ihm etwas wissen? lverlag hat es anschaulich beschrieben, wie solche Kontakte entstehen können.

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass jeder vernünftig arbeitende Verlag die unverlangt eingesandten Arbeiten zumindest anschaut. Wenn allerdings das Typoskript-Thema (um nur ein Beispiel zu nennen) so gar nicht ins Verlagsprogramm passt oder vielleicht bereits total "ausgereizt" ist, wird es kaum weiter begutachtet.

Bei seriösen Literaturagenturen verläuft es nicht viel anders.

Dass Newcomer unter den Autoren jedoch immer wieder eine Chance haben, bezeugen die zahlreichen Neuerscheinungen am Büchermarkt. So hat beispielsweise der bislang völlig unbekannte "Jungautor" Reinhard Kaiser-Mülecker aus Oberösterreich mit seinem Erstlingsroman "Der lange Gang über die Stationen" (soeben im Hoffmann & Campe Verlag erschienen) für Aufsehen bei Kritik und Leserschaft gesorgt.

Deshalb: Autoren sollten die Hoffnung niemals über Bord werfen! thumbbup

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PvO
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Re:

von PvO (18.02.2008, 10:22)
Autoren sollten die Hoffnung niemals über Bord werfen!

Natürlich sollten sie das nicht, aber die Verlage machen es einem nicht gerade leicht.[/quote]

hwg
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Re:

von hwg (18.02.2008, 10:29)
Guten Morgen Peter!

Da kann ich Dir allerdings kaum widersprechen.... :lol:

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PvO
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Re:

von PvO (18.02.2008, 10:43)
Nachdem ich mein erstes Buch an einen herkömmlichen Verlag verkaufen konnte, bin ich mit dem zweiten Anlauf gescheitert. Dem Verleger gefiel zwar meine Schreibe an sich, aber die Konfliktsituation war nicht nach seinem Geschmack. Seit dem schmort das Manuskript auf meiner Festplatte. Wir waren damals so verblieben: der Verleger ist für weitere Projekte aus meiner Feder offen, aber ich möchte vorher bitte den Plot mit ihm absprechen.
Die sagt ähnliches aus, wie oben beschrieben. Ich habe einen anderen Stellenwert, als jener Autor, der ein unverlangtes Manuskript einsendet.
Trotzdem sollten auch Verlage - wie jede andere Firma auch - neue Projekte gegenüber aufgeschlossener sein. Hunderte Manuskripte zu sichten, ist mit Sicherheit keine leichte Arbeit. Aber wer hat denn gesagt, dass das Verlagswesen leicht ist...

hwg
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Re:

von hwg (18.02.2008, 10:48)
Du sagst es. Auch Verleger irren...
Dafür gibt es genügend Beispiele, wie wir alle wissen.
Immerhin ist Dir ja der "Einstieg"gelungen und Du
kannst einem anderen Verlag gegenüber eine gute
Referenz vorweisen. Diese gelingt mit BoD-Büchern
leider selten, wie wir ja auch hier von Kolleg(inn)en
erfahren haben.

lverlag
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Re:

von lverlag (18.02.2008, 10:58)
PvO hat geschrieben:
Nachdem ich mein erstes Buch an einen herkömmlichen Verlag verkaufen konnte, bin ich mit dem zweiten Anlauf gescheitert. Dem Verleger gefiel zwar meine Schreibe an sich, aber die Konfliktsituation war nicht nach seinem Geschmack. Seit dem schmort das Manuskript auf meiner Festplatte. Wir waren damals so verblieben: der Verleger ist für weitere Projekte aus meiner Feder offen, aber ich möchte vorher bitte den Plot mit ihm absprechen.
Die sagt ähnliches aus, wie oben beschrieben. Ich habe einen anderen Stellenwert, als jener Autor, der ein unverlangtes Manuskript einsendet.
Trotzdem sollten auch Verlage - wie jede andere Firma auch - neue Projekte gegenüber aufgeschlossener sein. Hunderte Manuskripte zu sichten, ist mit Sicherheit keine leichte Arbeit. Aber wer hat denn gesagt, dass das Verlagswesen leicht ist...


Ich kenne kaum einen Verlag der nicht auch unaufgefordert eingesandte Manuskripte prüft (eigentlich gar keinen). Das macht schon allein deshalb Sinn, weil der Verlag/Lektor eben oftmals 'zu' marktorientiert denkt. Auf viele Ideen (gerade im Bereich Belletristik) kommt kein Verleger/Lektor, bis ihm auf einmal ein Manuskript auf den Tisch fällt und er sich sagt 'da wär ich nie drauf gekommen!' :D

Mir persönlich wäre es aber lieber, wenn man (bzw. ich) öfter von Autoren angesprochen würde, die vielleicht die Idee für das Buch, ein Exposé und das erste Kapitel haben, nicht aber bereits das ganze Buch. Der Grund ist relativ einfach. Zu diesem Zeitpunkt kann man die Idee 'marktgerecht' aufbereiten und strukturieren. Aber es gibt eben Manuskripte, hinter denen eine witzige Idee steht, das aber womöglich auf 800 Seiten ausgebreitet wurde und in dieser Form vielleicht nur 'bedingt' erfolgversprechend vermarktbar ist. Das soll nun nicht heißen, das fertige Manuskripte keine Chance bei einem Verlag haben, ganz im Gegenteil. Mir geht es nur darum, dass ein gutes Manuskript alleine manchmal nicht genug ist bzw. erst den richtigen Verlag finden muß.

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Re:

von hwg (18.02.2008, 11:39)
Dem Kommentar von lverlag kann ich nur beipflichten.
Ich denke jedoch, ein Exposé ist meistens viel zu wenig aussagekräftig.
Entweder gleicht es bloß einer "Werbeschrift" oder der Autor "vergisst", die wichtigste Botschaft, sein Werk betreffend, darin unterzubringen.

Es ist auch nicht leicht einen Roman auf etwa zwei Seiten immer wirkungsvoll zu präsentieren. Und auch die ersten zwanzig Typoskriptseiten sind nicht unbedingt zielführend.

Mir ist klar, dass ich mit meiner Meinung "nicht auf Linie" der meisten Verlagsusancen bin. Kenne aber Beispiele, wo die sofortige Einreichung des gesamten Typoskripts zum Erfolg geführt hat.

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SandraR
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Re:

von SandraR (18.02.2008, 11:43)
Einfaches Beispiel: Ich habe eine Bekannte x, die Schreibt nicht, Sie ist Illustratorin. Sie Illustriert eine Geschichte (nur wenige Seiten lang) die als Marchendisingprodukt von der Autorin gedacht ist. Nun gefaellt mir aber die Grundidee so gut, das ich der Autorin und der Illustratorin vorschlage, eine andere Geschichte aber in aehnlicher Form zu machen und daraus gibt es dann ein Buch mit ISBN und kommt als einfaches Sprachlehrbuch in zwei Sprachen in unterschiedlichen Laendern auf den Markt.
Dh. ich als Buchreihe habe die Damen angesprochen, nicht umgekehrt. Die Grundlage dazu bietet ein Produkt, dass im Ursprung nicht fuer den Buechermarkt und schon garnicht fuer ein leichtes Lehrbuch entwickelt wurde. Nur, es gibt den Markt und es gibt eine schoene Idee. Der Rest ist Entwicklung :lol. Die Bekannte X kenne ich nun wiederum zufaelligerweise aus dem Internet. So kommt manches Kind auch zur Geburt. Es gibt Perlen, man muss sie erstens auf der Strasse liegen sehen und sollte sie zweitens dann aufheben.
Nun hat aber eine Buchreihe die vom Enthusiasmus ihrer Macher existiert es einfacher Perlen zu suchen und zu finden, als ein Angestellter eines riesigen Verlages. Denn im ersten Fall sucht man bewusst. Alles ist moeglich, aber immer daran denken, man muss natuerlich auch noch gefunden werden thumbbup
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Judith
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Re:

von Judith (18.02.2008, 12:51)
Neuester Stand: heute per E-Mail eine Absage vom Gondrom-Verlag. Er bringt keine kompletten Bücher eines Autoren heraus, sondern vergibt Auftragsarbeiten. Z.B. "Schreib mir eine Kurzgeschichte zum Thema 'Fuchs und Hase' für 5 - 6jährige" oder so ähnlich. Die Absage war deutlich: :( :cry:

Leider muss ich Ihnen jedoch mitteilen, dass Ihr Schreibstil unsere Redakteurin nicht überzeugen konnte und es leider zu keiner künftigen Zusammenarbeit kommen kann.

Kein guter Wochenstart. :?

Grüßle und schönen Tag,
Judith
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SandraR
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Re:

von SandraR (18.02.2008, 13:03)
Judith, nicht aergern, nicht jedem kann immer alles gefallen. Also Kopf hoch, der naechste findet den Stil super thumbbup
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Yuki
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Re:

von Yuki (18.02.2008, 17:15)
Hallo Judith,

der Rest der Woche kann dann ja nur besser werden. Pass auf morgen bringt der Postbote einen Vertrag zu dir :wink:
Nur nicht aufgeben ^^

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skipteuse
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Re:

von skipteuse (18.02.2008, 17:22)
Liebe Judith!

Ich baggere auch schon seit Jahren ... :shock::

Dranbleiben und vor allem den Spaß am Schreiben nicht verlieren :D

LG, die Babs

Rita Hajak

Re:

von Rita Hajak (18.02.2008, 20:08)
Hallo Judith,

du bist so gut im Geschäft, da braucht dich so eine Nachricht nicht
umhauen. cool5

Das nächste Mal klappt es bestimmt. Viel Glück!



LG, Rita

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Vera Wolf
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Re:

von Vera Wolf (18.02.2008, 20:23)
Liebe Judith,

mir würde in so einem Fall der "Schreibgaul" wahrscheinlich durchgehen und mich entsprechend antworten lassen.

Meine Spontanidee war: "... wollte ich auch die 5-6-jährigen überzeugen, nicht Ihre Redakteurin!"

Aber außer einer kleinen, inneren Befriedigung bringt das auch nichts. Sei weiter die deutsche Eiche und lass die Sau sich reiben, wo sie will.

Vera Wolf
www.verawolf.liebe-lebenslust.de

Über Eintragungen der geneigten Leser in mein (neues) Gästebuch würde ich mich sehr freuen!

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