Adjektive - ja oder nein

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dbs

Re: Adjektive - ja oder nein

von dbs (17.01.2008, 01:26)
hawepe hat geschrieben:
Fast moechte ich schreiben, keine Nacht ist wie die andere: wenn alles weiss verschneit ist,


Das ist einfach zu schön, um darüber zu schweigen.

Du schreibst: " ... wenn alles weiss verschneit ist ..."

Kann es auch anders als weiss verschneit sein? Grün oder Blau oder Schwarz?

Der "weiße Schimmel" fällt jedem sofort auf, die "weiß verschneite Landschaft" schon weniger. Die "steilen Felsklippen" vermutlich gar nicht mehr, die "schwachen Brisen" und "dunklen Ahnungen" wohl auch nicht. Und "gezielte Maßnahmen" oder "schwere Verwüstungen" sind mittlerweile als gültig in Fleisch und Blut übergegangen.

Der Schimmel ist ebenso weiß wie eine verschneite Landschaft, ohne dass man es per Adjektiv benennen muss; Felsklippen sind von Natur aus steil (sonst wären es Hügel); eine Brise ist per Definition ein schwacher Wind, und "helle Ahnungen" bezeichnet man wohl als Wissen; von ungezielten Maßnahmen dürfte vermutlich noch nie jemand etwas gehört haben, was wohl auch für sanfte Verwüstungen gelten dürfte.

Adjektive sind die am meisten überschätzte Wortgattung: oft falsch, oft häßlich, oft bloße Rauschgoldengel - und wenn all dies nicht, dann immer noch Weichmacher, eine Bedrohung für Klarheit und Kraft. Folglich sind sie die Lieblinge der Werbetexter - und schon seid dem römischen Rhetor Quintilian für die meisten Stillehrer ein rotes Tuch.
Wolf Schneider (Gründer der Hamburger Journalistenschule und von 1979 bis 1995 dort Dozent; u. a. mit dem "Medienpreis für Sprachkultur" der Gesellschaft für deutsche Sprache e.V. ausgezeichnet)


Ich komme ins Grübeln: wenn die Stillehrer seit Quintilian mehrheitlich das Adjektiv ablehnen, haben die alle keine Ahnung? Wissen wir hier es besser?

Aus einem Aufsatz über einen Schulausflug:

Gestern waren wir auf einem Schulausflug nach Dingsdorf. Die Eisenbahnfahrt war sehr nett. Wir wanderten vom Bahnhof durch ein reizendes Tal mit vielen großen Bäumen an einem rauschenden Flüsschen entlang zum Schloss Falkenstein. Der Weg dorthin bot einen entzückenden Ausblick auf die hohen Berge. Das Schloss hatte eine erlesene Architektur und der Schlossverwalter führte uns durch die hohen Säle, in denen viele schöne Bilder hingen.


So, wie ich die Diskussion hier bisher verstanden habe, ist das ein guter und ansprechender Text. Ich finde ihn furchtbar. Aber Volkes Stimme gilt. Also rein mit den Adjektiven :roll:

Ich möchte nicht wissen, wie die Diskussionen zu den Themen "Substantive", "Partizipien", "Metapher/Vergleich/Allegorie" oder "Satzbau" enden würden :shock::

Das Substantiv soll angeblich ein Tor sein. Ich glaube das nicht. Substantive stehen wie Pfeiler im Text, statisch, manifestierend, überragend. Wer auf Substantive abfährt, dem empfehle ich folgende Zeile:

Nach Ankunft und Besichtigung der Verhältnisse war mir die Erringung des Sieges möglich.


Hübsch, nicht? Ein Satz mit fünf Substantiven. Sie öffnen das Tor - fragt sich nur, wohin.

Ich persönlich bevorzuge die Fassung mit einem Personalpronomen, drei Verben und einer Konjunktion - und ohne Substantiv:

Ich kam, sah und siegte


Wer Substantive liebt, der ersetzt "jetzt" vermutlich durch "zu diesem Zeitpunkt", "häufig" durch "keine Seltenheit" und "unmöglich" durch "ein Ding der Unmöglichkeit". Besonders interessant wird es bei alle Substantiven, die auf "...ung" enden - denn das waren einmal Verben.
Das Deutsche ist leider ziemlich ver-ungt.

Warum "ich achte dich" schreiben, wenn man "ich habe Achtung vor dir" sagen kann?
Warum "das Todesurteil vollstrecken", wo doch "die Vollstreckung des Todesurteils" zur Verfügung steht
Warum "einen Antrag ablehnen", wenn es die "Ablehnung des Antrages" gibt?

Okay - es gibt echte Substantive, die man nehmen muss, weil es ohne sie nicht geht: die konkreten Dinge zum Beispiel, Haus, Tisch, Bleistift. Dann die abstrakten Begriffe wie Traum, Anmut, Gerechtigkeit. Die "...ung"-Wörter hatten wir schon, aus Verben abgeleitete Substantive. Dann gibt es da noch das substantivierte Verb in seiner Infintitiv-Form, das Stehen, das Gehen, das Arbeiten.

Pro Substantiv, contra Verb also?

Ich mache da jedenfalls nicht mit. Und andere offenbar auch nicht:

Mach's Maul auf! Tritt fest auf! Hör bald auf!
(Luther)

Meine Sprache ist allzeit simpel, enge und plan
(Lichtenberg)

Wenn es möglich ist, ein Wort zu streichen, streiche es
(George Orwell)

Man brauche gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge
(Schopenhauer)


Und um noch einmal auf den Ausgangspunkt, die Adjektive, zurück zu kommen, hier ein Text, der sehr sparsam mit dieser Wortart umgeht, dabei das Geschehen aber durchaus sinnlich erfahren lässt:

Hier nun, am allerstinkendsten Ort des gesamten Königreichs, wurde am 17. Juli 1738 Jean-Baptiste Grenouille geboren. Es war einer der heißesten Tage des Jahres. Die Hitze lag wie Blei über dem Friedhof und quetschte den nach einer Mischung aus fauligen Melonen und verbranntem Horn riechenden Verwesungsbrodem in die benachbarten Gassen. Grenouilles Mutter stand da, als die Wehen einsetzten, an einer Fischbude in der Rue aux Fers und schuppte Weißlinge, die sie zuvor ausgenommen hatte. Die Fische, angeblich erst am Morgen aus der Seine gezigen, stanken bereits so sehr, dass ihr Geruch den Leichengeruch überdeckte. Grenouilles Mutter nahm weder den Fisch- noch den Leichengeruch wahr, denn ihre Nase war gegen die Gerüche im höchsten Maße abgestumpft, und außerdem schmerzet ihr Leib, und der Schmerz tötete alle Empfänglichkeit für äußere Sinneseindrücke. Sie wollte nur noch, dass der Schmerz aufhöre, sie wollte die eklige Geburt so rasch als mögllich hinter sich bringen. Es war ihre fünfte. Alle vorhergehenden hatte sie hier an der Fischbude absolviert, und alle waren Totgeburten oder Halbtotgeburten gewesen, denn das blutige Fleisch, das da herauskam, unterschied sich nicht viel von dem Fischgekröse, das da schon lag, und lebte auch nicht viel mehr, und abends wurde alles mitsammen weggeschaufelt und hinübergekarrt zum Friedhof oder hinunter zum Fluss. So sollte es auch heute sein, und Grenouilles Mutter, die noch eine junge Frau war, gerade Mitte zwanzig, die noch ganz hübsch aussah und noch fast alle Zähne im Mund hatte und auf dem Kopf noch etwas Haar und außer der Gicht und der Syphilis und einer leichten Schwindsucht keine ernsten Krankheiten; die noch hoffte, lange zu leben, vielleicht fünf oder zehn Jahre lang, und vielleicht soagr einmal zu heiraten und wirkliche Kinder zu bekommen als ehrenwerte Frau eines verwitweten Handwerkers oder so ... Grenouilles Mutter wünschte, dass alles schon vorüber wäre. Und als die Presswehen einsetzten, hockte sie sich unter ihren Schlachttisch und gebar dort, wie schon vier Mal zuvor und nabelte mit ihrem Fischmesser das neugeborene Ding ab. Dann aber, wegen der Hitze und des Gestanks, den sie als solchen nicht wahrnahm, sondern nur als etwas Unerträgliches, Betäubendes - wie ein Feld von Lilien oder wie ein enges Zimmer, in dem zu viele Narzissen stehen -, wurde sie ohnmächtig, kippte zur Seite, fiel unter dem Tisch hervor mitten auf die Straße und blieb dort liegen, das Messer in der Hand.
(Patrick Süskind, Das Parfüm, Seite 7 f.)


Was könnte man in diesem Text noch alles an Adjektiven unterbringen! cheezygrin

Und damit verschwinde ich wieder in der Versenkung.

LG
Siegfried
Zuletzt geändert von dbs am 17.01.2008, 01:51, insgesamt 1-mal geändert.

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Judith
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Re:

von Judith (17.01.2008, 01:32)
derhagen, klar sind alle diese Adjektive bewusst gewählt, damit man sich von der Blondine und ihrem Zuhause ein Bild machen kann. Aber ich würde es normalerweise nie so schreiben! dozey:

Die dunkle Nacht sagt in meinen Augen nichts aus. Da hört sich das Adjektiv tatsächlich überflüssig an. Wenn schon, dann würde ich es stärker herausheben, zum Beispiel: "Die pechschwarze Nacht verschluckte jedes Licht."

Bei Tintenherz kann man auf den ersten zehn Seiten etwa ebenso viele verschiedene Variationen für die dunkle schwarze Nacht (und dass es regnet) lesen. Für sich genommen oft gut beschrieben, in der Masse in meinen Augen allerdings durch die Wiederholung langweilig. Beispiele:
"Die Dunkelheit war blass vom Regen"
"Die Nacht drang herein, dunkel und feucht"

Ich will lieber nicht mehr zitieren, das Forum soll ja keine Probleme bekommen... Aber über obigen Link könnt ihr selbst mal die ersten Seiten durchsehen, wie oft es Nacht ist und regnet. :wink:

Grüßle,
Judith
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Bärentante
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Re: Adjektive - ja oder nein

von Bärentante (17.01.2008, 02:12)
hawepe hat geschrieben:
Mir scheint auch in dieser Diskussion wieder, dass nur eigenes Unvermoegen vertuscht werden soll - hier, die richtigen Adjektive zu finden. Wenn Literatur und Adjektive nicht zusammenpassen, dann braucht man sich darueber natuerlich keine Gedanken zu machen.


Schöner Rundumschlag! :wink:
Ich fühle mich allerdings nicht angesprochen ... :lol:

denn eigentlich geht es nicht darum, die richtigen Adjektive zu finden, sondern die überflüssigen wegzulassen.

Ich habe lange über das Thema nachgedacht und bin nun auch zu der Erkenntnis gekommen, dass eine Diskussion über Schreibstil nichts bringt. Jeder geht von anderen Dingen aus, hat seine eigene Vorstellung von und über seinen Lesestoff. Bei mir liegt es wohl an der Zeit, in der ich die Schule besucht habe. Klassiker wurden nicht vermittelt, wir waren ja die "revolutionäre Generation", na ja, wir eigentlich weniger, aber dafür die Lehrer. Ich fand die Pflichtlektüren damals nicht so prickelnd, aber sie haben mich geprägt. Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn ich in einem Buch von einem buttergelben Mond lese, ist das für mich persönlich Kitsch. (Darüber könnte man jetzt ein eigenes Diskussionsthema eröffnen: Was ist "gute" Literatur.) angle:
Liebe Grüße
Christel

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hawepe
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Re: Adjektive - ja oder nein

von hawepe (17.01.2008, 08:14)
Hallo Siegfried,

dbs (Moderator) hat geschrieben:
Das ist einfach zu schön, um darüber zu schweigen.

Du schreibst: " ... wenn alles weiss verschneit ist ..."

Kann es auch anders als weiss verschneit sein? Grün oder Blau oder Schwarz?


Ich denke, hier vermischen sich verschiedene Ebenen.

Die Literaturwissenschaft kennt sehr wohl solche Verdoppelungen. Ich weiss jetzt leider nicht, wie der Fachbegriff lautet, kann das aber gerne nachreichen. Benutzt werden sie, um etwas besonders zu betonen.

Mit meiner Formulierung meinte ich die kurze Zeitspanne nach einem Schneefall, in der der Schnee noch ganz locker liegt und ein anderes Licht ausstrahlt als Stunden spaeter, wenn er von seinem eigenen Gewicht zusammengedrueckt wurde und der Staub in der Luft das grelle Weiss zu brechen beginnt.

Die Frage ist fuer mich deshalb hier nicht, "Adjektiv - ja oder nein", sondern "Wie formuliere ich es treffender".

Der "weiße Schimmel" fällt jedem sofort auf, die "weiß verschneite Landschaft" schon weniger. Die "steilen Felsklippen" vermutlich gar nicht mehr, die "schwachen Brisen" und "dunklen Ahnungen" wohl auch nicht.


Du hast recht, dass diese Formulierungen meistens unbewusst gewaehlt werden. Aber deshalb das Kind mit dem Bade ausschuetten? Schaut man sich Schimmel an, wird man erkennen, dass ihr Weiss sehr wohl verschieden ist.

Wenn du kritisierst, dass Adjektive haeufig unpassend oder gedankenlos verwendet werden, dann kann ich dir voll beipflichten. Bloss das war nicht der Ausgangspunkt dieses Threads.

Ich komme ins Grübeln: wenn die Stillehrer seit Quintilian mehrheitlich das Adjektiv ablehnen, haben die alle keine Ahnung? Wissen wir hier es besser?


Auch Goetter koennen irren.

Und: Lehnt Schneider Adjektive ab? Lehnt er es nicht vielmehr ab, Adjektive wie mit einer Streusanddose in einem Text zu verteilen statt sie bewusst einzusetzen?

Aus einem Aufsatz über einen Schulausflug:

Gestern waren wir auf einem Schulausflug nach Dingsdorf. Die Eisenbahnfahrt war sehr nett. Wir wanderten vom Bahnhof durch ein reizendes Tal mit vielen großen Bäumen an einem rauschenden Flüsschen entlang zum Schloss Falkenstein. Der Weg dorthin bot einen entzückenden Ausblick auf die hohen Berge. Das Schloss hatte eine erlesene Architektur und der Schlossverwalter führte uns durch die hohen Säle, in denen viele schöne Bilder hingen.


So, wie ich die Diskussion hier bisher verstanden habe, ist das ein guter und ansprechender Text. Ich finde ihn furchtbar. Aber Volkes Stimme gilt. Also rein mit den Adjektiven :roll:


Was ist an dem Text schlecht? Dass ueberhaupt Adjektive verwendet werden oder dass unpassende Adjektive zum Einsatz kommen?

Ich möchte nicht wissen, wie die Diskussionen zu den Themen "Substantive", "Partizipien", "Metapher/Vergleich/Allegorie" oder "Satzbau" enden würden :shock::

Das Substantiv soll angeblich ein Tor sein. Ich glaube das nicht. Substantive stehen wie Pfeiler im Text, statisch, manifestierend, überragend.


Kennst du einen Text - nicht Satz -, der ohne Substantive auskommt?

Okay - es gibt echte Substantive, die man nehmen muss, weil es ohne sie nicht geht: die konkreten Dinge zum Beispiel, Haus, Tisch, Bleistift. Dann die abstrakten Begriffe wie Traum, Anmut, Gerechtigkeit. Die "...ung"-Wörter hatten wir schon, aus Verben abgeleitete Substantive. Dann gibt es da noch das substantivierte Verb in seiner Infintitiv-Form, das Stehen, das Gehen, das Arbeiten.

Pro Substantiv, contra Verb also?


Das aber ist wieder eine ganz andere Frage.

[/quote]Und um noch einmal auf den Ausgangspunkt, die Adjektive, zurück zu kommen, hier ein Text, der sehr sparsam mit dieser Wortart umgeht, dabei das Geschehen aber durchaus sinnlich erfahren lässt:

[i][b]Hier nun, am allerstinkendsten Ort des gesamten Königreichs, wurde am 17. Juli 1738 Jean-Baptiste Grenouille geboren. Es war einer der heißesten Tage des Jahres....


Was könnte man in diesem Text noch alles an Adjektiven unterbringen! cheezygrin [/quote]

Eben. Man koennte noch viele (unpassende) Adjektive unterbringen und die vorhandenen durch unpassende ersetzen. Fuer mich ist er ein Musterbeispiel, wie treffsicher mit Adjektiven gearbeitet werden kann, um zielgerichtet Bilder und Stimmungen zu befoerdern.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Re:

von Zoba (17.01.2008, 08:25)
Hi,

und um hawepe die Hand zu reichen...

weiß verschneit:

Es kann schneien, ohne daß der Schnee liegen bleibt, und frei nach Smillas Gespür für Schnee, es gibt in der Tat jede Menge Farben des Schnees. Besonders nach ein paar Tagen siehts eher nicht weiß aus.

dunkle Ahnungen:

Ahnungen können auch positiv (also nicht dunkel) sein.

gezielte Maßnahmen:

Die gibts auch ungezielt, sieht man bei unseren Politikern...

schwere Verwüstungen:

Also zwischen einem leichten Beben im Rheingraben und dem Einsturz des WTC liegen echt Welten, da kann man durchaus zwischen leicht, mittel und schwer unterscheiden wollen.

steile Felsklippe:

Eine Klippe ist für mich ein Einzelereignis, kein Hügel oder Berg. Klippen gibts mehr oder minder steil und auch mehr oder minder hoch. Den Unterschied kennen Klippenspringer sehr genau!

schwache Brise:

Kommt auf die Herkunft und den Beruf des Aussprechenden an. In Norddeutschland ist in gewissen Kreisen jedes linde Lüftchen eine schwache Brise. Die Meteorologen würde ich da unbedingt mit hinzuzählen.

cheezygrin
Gruß,

Zoba

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hawepe
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Re: Adjektive - ja oder nein

von hawepe (17.01.2008, 08:36)
Hallo Christel,

Bärentante hat geschrieben:
hawepe hat geschrieben:
Mir scheint auch in dieser Diskussion wieder, dass nur eigenes Unvermoegen vertuscht werden soll - hier, die richtigen Adjektive zu finden. Wenn Literatur und Adjektive nicht zusammenpassen, dann braucht man sich darueber natuerlich keine Gedanken zu machen.


Schöner Rundumschlag! :wink:


Bewusst gefuehrt von mir :-)

Seitdem mir in der Schule das erste Mal vorgehalten wurde, dass ich "falsche Fragen" stellen wuerde, reagiere ich empfindlich, wenn irgendetwas wegdefiniert werden soll.

denn eigentlich geht es nicht darum, die richtigen Adjektive zu finden, sondern die überflüssigen wegzulassen.


In diesem Thread geht es ausdruecklich um die Frage "Adjektive - ja oder nein". Dass ueberfluessige ueberfluessig sind - sagt es nicht bereits diese Formulierung, dass sie ueberfluessig sind? Muss man das ueberhaupt diskutieren?

Die Frage ist doch eigentlich, welche Adjektive sind ueberfluessig. Doch das laesst sich ernsthaft nur anhand konkreter Texte diskutieren.

Ich habe lange über das Thema nachgedacht und bin nun auch zu der Erkenntnis gekommen, dass eine Diskussion über Schreibstil nichts bringt. Jeder geht von anderen Dingen aus, hat seine eigene Vorstellung von und über seinen Lesestoff.


Fuer den Schreibstil hast du sicherlich recht. Und wer grundsaetzlich keine Adjektive verwendet, hat ein Problem weniger. Wer dagegen Adjektive einsetzt - und mag das auch sehr sparsam sein - steht ganz unabhaengig von seinem Schreibstil immer vor der Herausforderung, die richtigen Adjektive finden zu muessen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn ich in einem Buch von einem buttergelben Mond lese, ist das für mich persönlich Kitsch.


Komt drauf an ;-)

Diese Formulierung muss natuerlich stimmen und in den Zusammenhang passen.

Trotzdem muss sie mir als Leser nicht gefallen. Ich kann mit Ernst Jandl nichts anfangen; egal wie genial seine Dichtkunst sein mag, mir sagt sie nichts.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Zoba
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Re:

von Zoba (17.01.2008, 08:49)
Hi,

....und noch ein kurzer Gedanke zu dem Thema, gut und exzellent eingesetzte Adjektive können ein echter Genuß sein. Zwei meiner Lieblingsautorinnen (McCaffrey und Kurtz) sind in der Lage u.A. über ihren Gebrauch perfekt eingesetzter Adjektive den Leser schmecken, riechen und tasten zu lassen, was sie beschreiben. Das ist unvergleichlicher Lesegenuß, wenn man regelrecht z.B. am geschilderten Abendessen teilnimmt oder mit den Figuren durch ein Gebäude geht. Kann nicht jeder, aber wers kann, hat den besseren Text.
Gruß,



Zoba



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matthiasgerschwitz

Re:

von matthiasgerschwitz (17.01.2008, 10:02)
Nun will ich doch mal meinen Senf dazugeben. Ich verzichte auf ausführliche Zitate meiner Vorredner/innen, bin aber sehr angetan davon, dass es eine große Bandbreite unterschiedlicher Meinungen oder zumindest Facetten zu diesem Thema gibt. Das lässt mich hoffen.

Worauf?

Die Resonanz zeigt, dass es sich hier um ein nicht ganz unwichtiges Thema handelt. Schön, dass es eröffnet wurde - schade, dass der Eröffner seine Diskussionsbeteiligung von vorneherein ausschloss - schön, dass er seine Meinung diesbezüglich wieder geändert hat.

Ich finde es nicht gut, wenn - zugegebenerweise - wichtige, erfolgreiche und bekannte (alles Adjektive!) Menschen, die sich sich dagegen wegen ihres Ablebens nicht mehr wehren können, zitiert - oder besser argumentativ herangezogen - werden, um eine eigene Meinung zu untermauern. Alle diese hier verwendeten Zitate müssen in ihrem zeitlichen Zusammenhang gesehen werden. Wer weiß denn, ob die Veränderung der Sprache, die in den letzten Jahrhunderten und mehr noch Jahrzehnten eingetreten ist, einen Mark Twain z. B. heute vielleicht begeistern und er sich völlig anders zu diesem Thema einlassen würde?

Ich finde es nicht gut, wenn ein Thema als schwarz-weiß zur Diskussion gestellt wird. Wer keine Adjektive mag, wird mit großer großer Genugtuung und ebensolchem Lustgewinn z. B. Polizeiberichte lesen. (Die können auch sehr schön sein.) Oder das entsprechende Drehbuch zum nächsten "Tatort" schreiben: Mann - Messer - tot - Kommissar - Handschellen - Feierabendbier. Es soll Leute geben, die mögen so etwas - und sie sollen das auch dürfen. Aber es gibt eine Unmenge von Zwischentönen, Zwischenschritten, Zwischen-was-auch-immer.

Die Aussage (sinngemäß) "... es sollten die richtigen Adjektive ..." sein, unterstütze ich völlig. Man sollte sich beim (oder besser vor dem) Schreiben zwei Gedanken machen: WER schreibt (finde ich mich wieder, präsentiere ich meinen Stil, will ich unterhalten, belehren etc.) und WER liest (habe ich eine klare Zielgruppe, kann ich Auffassungen verändern etc.). Dem Romantiker wird ein Polizeibericht nicht zusagen - und den hochgradig sachlich veranlagten Menschen kann man mit der Pflichtlektüre der "Gartenlaube" sicherlich in den Wahnsinn treiben.

Lange Rede - kurzer Sinn:
Wenn sich alle Autoren sklavisch an die hier im Thread zitierten Lehrsätze halten, brauchen wir "in the long run" nur noch einen Autor.
Wenn alle versuchen, den - sicherlich wunderschönen - Süskind-Stil nachzuahmen, brauchen wir keine der Nachahmer, solange wir das Original in unseren Reihen wissen.

Oder:
Solange es unterschiedliche Menschen gibt, wird es unterschiedliche Autoren und Leser geben.
Solange es diese gibt, ist die Vielfalt garantiert.

Der einzige Lehrsatz, der mich wirklich beeindruckt hat und an den ich versuche, mich zu halten: Hüte Dich vor dem überflüssigen Füllwort.

Ich recherchiere für ein Projekt gerade in Tageszeitungen der vorletzten Jahrhundertwende, und ich kann Euch gar nicht sagen, mit welch großem Genuss ich die blumenreiche Sprache - die auf ihre Art auch noch sehr charmant und voller Esprit ist - in mich einsauge.

Übrigens: Mozart würde heute HipHop schreiben - und Goethe säße wahrscheinlich mit Markus Peichl bei einer Neuauflage der "Tempo", ohne dass sich jemand wundern würde. Soviel also zu den "alten Meistern", die in Marmor gemeißelt und auf Statuen betoniert sich gegen missbräuchliche Nutzung nicht mehr wehren können.

Beste Grüße
Matthias

derhagen
Beiträge: 59
Registriert: 08.01.2008, 23:18
Wohnort: Magdeburg

Re:

von derhagen (17.01.2008, 10:15)
Ein Hallo in die Runde,

als ich eben den Thread durchlas, kam mir folgender Gedanke:

die großen, alten Dichter halten also - wie hier oft zitiert - nichts oder wenig von den Adjektiven

erfolgreiche Schriftsteller, mir fällt gerade King ein, der Neuzeit, aber auch Träumer, oder Visionäre, wie Verne nutzten Adjektive häuftig.

Von daher ziehe ich 3 Rückschlüsse:
1) es ist eine Art der Mode, lesetechnisch als auch vom Schreibstil her
2) es ist eine Frage der Zeit
3) es ist eine Frage des Inhaltes

Zu 1 - mal mögen die Leser lieber verträumt lesen, mal eher mit Fantasie, mal geführt werden
zu 2 - es scheint Epochen zu geben, in der sich erstere Moden zusammensetzen und dann über die allgemeine Bildung ein allgemeines "das musst du lesen" herauskristalisiert, woraus wiederum die Schriftsteller sich bedien - um - vllt. unbewußt - diesen Zug zu nutzen und sich an die literarischen, gesellschaftlichen Vorgaben zu halten
zu 3 - ein Sachbuch oder Ratgeber ist etwas anderes als ein Gedichtsband. Eine Utopie zu beschreiben ist - um den richtigen Gedanken des Lesers zu führen - von Beschreibungen abhängig, ähnlich dem Horror.

Und nein, ich denke nicht, das wir es hier besser wissen, als die "großen" - aber wir leben in unserer Zeit, haben andere Erfahrungen und ein anderes Umfeld.
Man könnte sich doch mal Fragen, was wäre wenn...
Wäre Goethe bei der Informationsflut von heute überhaupt wahrgenommen worden? Hätte er genauso geschrieben?
Hätte Heine über die Kanzlerin genauso gesprochen, wie damals über sein Oberhaupt.

Das soll nur ein Denkansatz sein, und bestimmt keine Diskussionsgrundlage.

denkt und grüßt

EDIT: Ich sehe gerade dass Matthias das Thema ebenso umriss - war als ich anfing zu tippen, noch nicht zu sehen. Sorry für die Verdoppelung der Denkansätze.
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Re:

von Adriana (17.01.2008, 11:10)
Hi Amalia,

Versailles hat geschrieben:

Hi Adriana. Ich denke bei rinnenden Flüssigkeiten an feine Fäden, weniger an Perlen.


Hm, stimmt schon - aber irgendwie weiß ich auch nicht, wie man das besser formulieren könnte. Tja, was machen Perlen eigentlich? Sie perlen :lol: . Oder tropfen herunter. Aber wenn sie nicht tropfen, sondern das Gesicht runterlaufen? Das beste Wort, was mir spontan dazu eingefallen ist, war "rinnen". Hab den Text aber auch nur schnell in 5 Minuten runtergeschrieben. Ich guck noch mal in den Thesaurus. :wink:

Versailles hat geschrieben:

Dass der Zeitzünder sich von nichts aufhalten lässt - ausser vom durchgekniffenen Draht - ist logisch. Dennoch finde ich, dass das Wort "unaufhaltsam" in deinem Text eine zusätzliche Spannungsspitze hergibt.


Seh ich genauso. Streng genommen, ist das unaufhaltsam überflüssig.
Aber ich vergleiche Adjektive gern mit Gewürzen: Zuviel davon, und du erschlägst den eigentlichen Geschmack. Zu wenig, und es bleibt fade, d.h. es mag zwar Subtanz haben, aber man würgt es nur mühsam runter.
Und wenn man die falschen nimmt ... ganz übel. :twisted:

Versailles hat geschrieben:

"ihre letzten" im letzten Satz finde ich brutal - da nehmen die beiden Worte, so kommt es mir vor, die Konsequenz einer Fehlentscheidung vorweg. Wenn es ihrer beider letzten Sekunden sind, wird Jack wohl den falschen Draht genommen haben?


Okay, ich fand das mit den letzten Sekunden zwar hochdramatisch, aber logisch gesehen hast du recht. Jack hat sich ja noch nicht mal für einen Draht entschieden. :shock::
Also nehmen wir das gespenstische Leuchten wieder rein? smart2

Wenn sich alle Autoren sklavisch an die hier im Thread zitierten Lehrsätze halten, brauchen wir "in the long run" nur noch einen Autor.
Wenn alle versuchen, den - sicherlich wunderschönen - Süskind-Stil nachzuahmen, brauchen wir keine der Nachahmer, solange wir das Original in unseren Reihen wissen.


Das kann ich nur unterschreiben und abstempeln! thumbbup

LG, Adriana.

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Re: Adjektive - ja oder nein

von Adriana (17.01.2008, 11:35)
dbs (Moderator) hat geschrieben:
Und um noch einmal auf den Ausgangspunkt, die Adjektive, zurück zu kommen, hier ein Text, der sehr sparsam mit dieser Wortart umgeht, dabei das Geschehen aber durchaus sinnlich erfahren lässt:

Hier nun, am allerstinkendsten Ort des gesamten Königreichs, wurde am 17. Juli 1738 Jean-Baptiste Grenouille geboren. Es war einer der heißesten Tage des Jahres. Die Hitze lag wie Blei über dem Friedhof und quetschte den nach einer Mischung aus fauligen Melonen und verbranntem Horn riechenden Verwesungsbrodem in die benachbarten Gassen. Grenouilles Mutter stand da, als die Wehen einsetzten, an einer Fischbude in der Rue aux Fers und schuppte Weißlinge, die sie zuvor ausgenommen hatte. Die Fische, angeblich erst am Morgen aus der Seine gezigen, stanken bereits so sehr, dass ihr Geruch den Leichengeruch überdeckte. Grenouilles Mutter nahm weder den Fisch- noch den Leichengeruch wahr, denn ihre Nase war gegen die Gerüche im höchsten Maße abgestumpft, und außerdem schmerzet ihr Leib, und der Schmerz tötete alle Empfänglichkeit für äußere Sinneseindrücke. Sie wollte nur noch, dass der Schmerz aufhöre, sie wollte die eklige Geburt so rasch als mögllich hinter sich bringen. Es war ihre fünfte. Alle vorhergehenden hatte sie hier an der Fischbude absolviert, und alle waren Totgeburten oder Halbtotgeburten gewesen, denn das blutige Fleisch, das da herauskam, unterschied sich nicht viel von dem Fischgekröse, das da schon lag, und lebte auch nicht viel mehr, und abends wurde alles mitsammen weggeschaufelt und hinübergekarrt zum Friedhof oder hinunter zum Fluss. So sollte es auch heute sein, und Grenouilles Mutter, die noch eine junge Frau war, gerade Mitte zwanzig, die noch ganz hübsch aussah und noch fast alle Zähne im Mund hatte und auf dem Kopf noch etwas Haar und außer der Gicht und der Syphilis und einer leichten Schwindsucht keine ernsten Krankheiten; die noch hoffte, lange zu leben, vielleicht fünf oder zehn Jahre lang, und vielleicht soagr einmal zu heiraten und wirkliche Kinder zu bekommen als ehrenwerte Frau eines verwitweten Handwerkers oder so ... Grenouilles Mutter wünschte, dass alles schon vorüber wäre. Und als die Presswehen einsetzten, hockte sie sich unter ihren Schlachttisch und gebar dort, wie schon vier Mal zuvor und nabelte mit ihrem Fischmesser das neugeborene Ding ab. Dann aber, wegen der Hitze und des Gestanks, den sie als solchen nicht wahrnahm, sondern nur als etwas Unerträgliches, Betäubendes - wie ein Feld von Lilien oder wie ein enges Zimmer, in dem zu viele Narzissen stehen -, wurde sie ohnmächtig, kippte zur Seite, fiel unter dem Tisch hervor mitten auf die Straße und blieb dort liegen, das Messer in der Hand.
(Patrick Süskind, Das Parfüm, Seite 7 f.)


Was könnte man in diesem Text noch alles an Adjektiven unterbringen! cheezygrin


Und was könnte man nicht alles rausschmeißen, wenn man denn fanatisch rangeht? smart2

"Eklige Geburt" ... Braucht man das, wenn eine Zeile weiter das Fischgekröse kommt (gibt's irgendjemanden, der so was nicht eklig findet? :lol:)

"Am allerstinkendsten Ort" ... Oha, die fauligen Melonen, das verbrannte Horn und der Verwesungsgeruch reichen also nicht, dass man am liebsten die Fenster aufreißen und gut durchpusten möchte? blink3

"Die noch ganz hübsch aussah ..." Mit etwas Haar auf dem Kopf und fehlenden Zähnen? Schade, dass wir nicht im 18. Jahrhundert leben - da wären wir wohl alle Schönheitsköniginnen :lol:.

Nee, im Ernst, mir gefällt der Text so, wie er ist. cheezygrin

dbs

Re:

von dbs (17.01.2008, 12:17)
matthiasgerschwitz hat geschrieben:
Die Resonanz zeigt, dass es sich hier um ein nicht ganz unwichtiges Thema handelt. Schön, dass es eröffnet wurde - schade, dass der Eröffner seine Diskussionsbeteiligung von vorneherein ausschloss - schön, dass er seine Meinung diesbezüglich wieder geändert hat.


... und jetzt nichts mehr zum Thema sagen wird.
Und auch keine neuen »nicht ganz unwichtige« Themen eröffnen wird.
Versprochen!

LG
Siegfried

matthiasgerschwitz

Re:

von matthiasgerschwitz (17.01.2008, 12:26)
@ dbs: thumbdown: thumbdown: thumbdown:

Versailles
Beiträge: 878
Registriert: 22.05.2007, 21:57

@ Siegfried

von Versailles (17.01.2008, 13:00)
Sorry, mein Lieber, aber deine Einstellung finde ich befremdlich...
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Versailles
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@ Adriana

von Versailles (17.01.2008, 13:09)
Hm, stimmt schon - aber irgendwie weiß ich auch nicht, wie man das besser formulieren könnte. Tja, was machen Perlen eigentlich?
hehe, jetzt hast du mich. Nun, die Perlen (Perlmutt) würden ja dank der Schwerkraft fallen, am Boden abprallen und nach einigem Herumgehüpfe ausrollen und liegen bleiben. Wäre die Frage, ob es ausreicht, den Schweiß perlen und dann an der Wange hinabrinnen zu lassen (war das Bild nicht auch in der "Glocke"? Rinnen soll der Schweiß?)

Aber ich vergleiche Adjektive gern mit Gewürzen: Zuviel davon, und du erschlägst den eigentlichen Geschmack. Zu wenig, und es bleibt fade, d.h. es mag zwar Subtanz haben, aber man würgt es nur mühsam runter.
Und wenn man die falschen nimmt ... ganz übel.
damit wären wir beim Thema dieses Threads und ich finde, du hast es hervorragend auf den Punkt gebracht.
Also nehmen wir das gespenstische Leuchten wieder rein?
jep


Mir fällt da noch eine "wunderbare dozey: " Formulierung ein:

die richtige Richtung - das geht auch unverbrauchter.


Einen Tag, mal ohne Adjektiv, wünscht euch allen
Amalia
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