Akzeptanz von BoD-Büchern bei Nur-Lesern

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Judith
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Re:

von Judith (12.10.2007, 00:50)
So sehe ich das auch, Laura. Außerdem ist das Buch dann oft innerhalb weniger Monate weg vom Markt. Deshalb habe ich mich gegen Kleinverlage und für BoD entschieden.

Grüßle,
Judith
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hwg
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Re:

von hwg (12.10.2007, 12:47)
Nochmals: Ich habe überhaupt nichts gegen das BoD-Produktionssystem, ganz im Gegenteil. Mich stört bloß, wenn BoD-Autoren diese Dienstleistung als "richtigen" Verlag bezeichnen.
Und dass BoD-Bücher sich länger "auf dem Markt" halten als Titel, die in "echten" Kleinverlagen (nicht Druckkostenzuschussunternehmen!!!) erscheinen, darf insofern bezweifelt werden, als dass der Druck des Buches ja nur nach Bedarf erfolgt (und die Druckunterlagen, so wie bei jedem Verlag mindesten sieben Jahre lang aufrecht erhalten werden müssen). So kann ein BoD-Autor für seine "Kunden" jederzeit auch nur ein Buch "abrufen", während ein Verlag Titel, die kaum Käufer finden, eben irgendwann aus dem Sortiment nimmt und auch nicht nachdruckt.

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hawepe
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Re:

von hawepe (12.10.2007, 14:39)
Hallo Hans,

hwg (Moderator) hat geschrieben:
So kann ein BoD-Autor für seine "Kunden" jederzeit auch nur ein Buch "abrufen", während ein Verlag Titel, die kaum Käufer finden, eben irgendwann aus dem Sortiment nimmt und auch nicht nachdruckt.


Wobei immer mehr kleine klassische Verlage zum Digitaldruck uebergehen, sie also nicht mehr zwangslaeufig eine grosse Lagerhaltung betreiben muessen.

Umgekehrt betreiben auch manche Book-on-Demand-Dienstleister eine Vorratshaltung, weil es auch beim Digitaldruck kostenguenstiger ist, gleich fuenf oder zehn statt nur ein Exemplar zu drucken.

Beste Gruesse,

Heinz.

Jutta Ouwens
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Akzeptanz von BoD Büchern

von Jutta Ouwens (12.10.2007, 17:21)
Liebe Claudia,
Du hast da eine wirklich interessante Diskussion in Gang gebracht, die ich mit Genuß verfolgt habe. Für mich war bei meiner Veröffentlichung entscheidend, ob ich selber hinter dieser Form der Vermarktung stehe. Die potentiellen Leser haben mich da noch gar nicht so beschäftigt.
Bei nüchterner Betrachtung ergab sich folgendes Bild: Einmal eingetaucht in den Schlund des Verlagwesens, nahm es gar kein Ende mehr mit den Links und noch mehr Infos, Angeboten, seriös und auch nicht..... Ich war Neuling und hatte von nix eine Ahnung, war aber der Überzeugung, dass ich durchaus was zu sagen habe und habe mich für BoD als Dienstleister entschieden. Und genau das vertrete ich jetzt in Diskussionen und gehe dann zum Inhalt über. Bis jetzt habe ich keine schlechten Erfahrungen gemacht, auch die hiesige Presse hat nicht die Nase gerümpft.
Allerdings gebe ich gerne zu, dass ich schon mal ein kleines bisschen neidisch bin, wenn ich sehe, welcher C-Promi gerade wieder ein überflüssiges Buch bei einem bekannten Verlag publiziert hat. Mich wird wohl nie jemand aus einer talk-show komplimentieren und jetzt mach ich mir mal schwer Gedanken darüber, ob mich das frustriert......
Liebe Grüße,
Jutta

Laura
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Re:

von Laura (12.10.2007, 20:04)
Hallo Judith, mir wurde schon vor ein paar Jahren klar, dass ich auf keinen Fall ein Buch bei einem Kleinverlag veröffentlichen will - bei Kurzgeschichten in Anthologien sehe ich das anders, eine solche Veröffentlichung betrachte ich immer wieder als Test, ob meine Texte ankommen und an einer Kurzgeschichte arbeitet man ja nicht sehr lange - nur hatte ich seinerzeit die Illusion, dass man bei einem Publikumsverlag leichter unterkommen könne als es tatsächlich der Fall ist. Und da ich eine Abneigung dagegen habe, mir eine Agentur zu suchen (rein gefühlsmäßig) habe ich mich für BoD entschieden. Gruß Laura

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Judith
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Re:

von Judith (13.10.2007, 01:52)
Hallo Hans,

wenn ich sehe, dass z.B. bei Amazon teilweise Bücher von Kleinverlagen schon nach weniger als einem Jahr nicht mehr angeboten werden, dann halte ich das nicht für sehr verkaufsfördernd. dozey:

Grüßle,
Judith
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Chaoshexchen
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Re: Akzeptanz von BoD Büchern

von Chaoshexchen (13.10.2007, 09:37)
Jutta Ouwens hat geschrieben:
Allerdings gebe ich gerne zu, dass ich schon mal ein kleines bisschen neidisch bin, wenn ich sehe, welcher C-Promi gerade wieder ein überflüssiges Buch bei einem bekannten Verlag publiziert hat. Mich wird wohl nie jemand aus einer talk-show komplimentieren und jetzt mach ich mir mal schwer Gedanken darüber, ob mich das frustriert......
Liebe Grüße,
Jutta


Hallo Jutta,

ganz sicher ist so mancher Verkauf auch wirklich nur der Werbung an richtiger Stelle geschuldet, während wir Feld-Wald-und-Wiesen-Schreiberlinge mehr oder weniger im Alleingang etwas an die Öffentlichkeit tragen müssen.

Vielleicht sollten wir das BoD-Verfahren heißblütig als das allerbeste und tollste auf der Welt verteidigen und uns absolut uneinsichtig nach einer Dreiviertelstunde von JBK rausschmeißen lassen. Eben nicht "alle Mütter an den Herd" sondern "alle Autoren zu BoD"... :twisted:


Es ist wirklich eine sehr gute Diskussion hier entstanden. Schön, dass es noch andere Autoren so empfinden wie man selbst - und aus denselben und ähnlichen Gründen schreiben. Und wirklich schön, dass es solch ein Forum gibt. thumbbup

Liebe Grüße
Claudia

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PvO
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Re:

von PvO (23.10.2007, 16:16)
Ich verdiene meine Brötchen als Koch. Und meinen Gästen ist es egal, ob ihr Essen auf Gas, Elektro oder einem Holzfeuer gekocht wurde. Hauptsache es schmeckt und so ist es mit Büchern auch. Ich wage zu behaupten, dass der Durchschnittsleser noch nie was von BOD gehört hat und das es selbigen auch ziemlich egal ist. Hauptsache das Buch "schmeckt".
Wie Claudia schon angeführt hat, diese Diskussion geht nur von schreibenden Kollegen aus, dem Leser ist es egal.
Siehe auch hier: http://peters-buchladen.de/html/interessantes.html#zahlautor

Franz W. Bauer

Re:

von Franz W. Bauer (23.10.2007, 16:53)
PvO hat geschrieben:
Ich wage zu behaupten, dass der Durchschnittsleser noch nie was von BOD gehört hat und das es selbigen auch ziemlich egal ist. Hauptsache das Buch "schmeckt".


Ganz meine Meinung. Den Lesern ist es ebenso egal wie (in gewissen Grenzen) der Preis.

Was die Akzeptanz von BoD betrifft, schaut es im Bereich der niedergelassenen Buchhändler allerdings anders aus. Dort werden Bücher von BoD kaum im Regal stehen und daher ist für BoD-Autorinnen und Autoren das Internet so wichtig.

Freundliche Grüße
Franz

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chiquitita
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Re:

von chiquitita (23.10.2007, 17:07)
PvO hat geschrieben:
Und meinen Gästen ist es egal, ob ihr Essen auf Gas, Elektro oder einem Holzfeuer gekocht wurde. Hauptsache es schmeckt und so ist es mit Büchern auch.


den Satz finde ich genial. Den merke ich mir für alle Diskussionen. Danke PvO

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jola
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Re:

von jola (23.10.2007, 17:09)
Das sehe ich genau so. Wie beim Essen, wenn es nett angerichtet ist, schmeckt es nicht nur besser, man ist auch bereit, dafür mehr hinzublättern.

Umgelegt auf Bücher bedeutet das für mich ein individuell gestaltetes Cover und keine Verwendung von irgendwelchen Vorlagen. Und natürlich auch ein ansprechender Satzspiegel.

lg,
jola

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chiquitita
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Re:

von chiquitita (23.10.2007, 17:37)
@PvO
Peter, jetzt habe ich mir noch Deine Homepage angesehen. Die ist ja noch genialer thumbbup . Mann, hast Du Dir da eine Arbeit gemacht. Ich werde mich mal tief dort einlesen. Heute hatte ich nur Zeit für einen kurzen Blick. Respekt, Respekt!!
Gruss Uschi

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PvO
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Re:

von PvO (24.10.2007, 09:00)
Als ich meine ersten BOD`s dem hiesigen Buchhändler mit 30% Rabatt anbot, lehnte diese spontan ab. Kein Preisleistungsverhältnis, war ihre knappe Aussage, ohne auch nur in den Bücher geblättert zu haben. Das Dumme dabei war, dass sie hier in unserer Region das Kapital inne hat, alle Buchläden gehören Ihr. Somit ist in meinem Fall die Akzeptanz hier gleich Null. Ich hab in den Speisekarten meines Restaurants Werbung und so verkaufe ich das eine oder andere Buch. Mal 8 am Tag, dann wieder Tage lang gar nichts. Bisher kann ich ca 4.000 verkaufte Bücher nachweisen. Aber wer hat schon diese Möglichkeit. Ich fragte mal einen BOD Kollegen, wie viel er im Jahr verkauft hatte. Die traurige Antwort: zwei.
Ich hab bestimmt an die 15 Büchereien angemailt und nicht eine Antwort erhalten.

Speedy
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Re:

von Speedy (24.10.2007, 09:12)
Eine wirklich interessante Diskussion. An den Antworten erkennt man auch sehr gut die durchaus sehr unterschiedlichen Motive, die uns zur Schreiberei gebracht haben.

Grundsätzlich kann man zur Akzeptanz von "on demand" produzierten Büchern sagen, dass der normale Leser nicht im entferntesten ahnt, dass es sowas gibt und was sich konkret dahinter verbirgt. So gesehen ist der durchschnittliche Leser, der bereit ist, auch abseits der offiziellen Bestsellerlisten zu kaufen, Buch gleich Buch.

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PvO
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Re:

von PvO (24.10.2007, 09:56)
Die ganze BOD Geschichte ist zum größten Teil nur in der schreibenden Zunft bekannt - und teilweise verpönt. Mich würde mal interessieren, wie das "draußen" so aussieht? Wie ist es mit den Medien? Ich wurde bereits zweimal vom Fernsehen (N3) eingealden und gleich wieder ausgeladen. Als ich beim zweiten mal nachfragte, sagte mir die Dame, dass sie solche Aktionen vorschlagen und verteidigen müssen. Ihr Chef hat ohne Angaben von Gründen meine Einladung abgelehnt. Ich brachte ein Buch von mir zum hiesigen Radiosender. Nach Wochen der Ignoranz fragte ich an. Man sagte mir, dass sie das Buch nicht vorstellen werden und ich es mir wieder abholen kann. Ich war erstaunt, als ich das Buch wieder entgegen nahm. Es war immer noch eingeschweißt. Obwohl ich bereits Presseartikel vorweisen kann, stoße ich auch dort immer wieder gegen eine Mauer. Anfragen werden nicht beantwortet. Ein Medienvertreter sagte mal zu mir: "Wir sind immer auf Beiträge von draußen angewiesen und freuen uns auf jeden ernsthaften Beitrag." Kling ja auch logisch, aber warum dann diese Ignoranz? Könnte die Antwort auf diese Frage lauten: "Oh Gott, nicht schon wieder ein BOD-ler"?

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