Alle Männer sind Brüder

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SandraR
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Re:

von SandraR (09.09.2011, 12:09)
Leseratte, ich habe keinen Grund dir zu antworten sondern dem Threateröffner! Der hat nun mal nach meiner Meinung etwas verwechselt!
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Arno Abendschön
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Re:

von Arno Abendschön (09.09.2011, 18:38)
Der Verfasser bittet schüchtern ums Wort.

Großen Dank an Peter Pitsch, dafür dass er mein (Mach-)Werk(-lein) dem zeitweiligen Vergessen entrissen. Seine Zeilen sagen mir, dass ich im Kern verstanden wurde - Besseres kann einem Autor bekanntlich nicht widerfahren. Der Rezensent möge mir verzeihen, dass ich eine Winzigkeit verdeutlichen möchte: Der Hinweis auf die Fiktionalität ist von mir, Abendschön, alles Übrige hat der zwar erfundene, doch mit mir nicht identische Ich-Erzähler Heinrich Mitterhofer zu Papier gebracht.

Und, Peter, ich habe den Einstieg in eines deiner Werke nicht vergessen. "Das Kuckucksei-Syndrom" ist zu mir unterwegs und wird gelesen, sobald ich mit meiner gegenwärtigen Lektüre fertig bin. Danach gern mehr darüber. (Ich entschied mich für diesen Roman, da mir im Moment Satirisches am ehesten zusagt.)

Matthias, du hast Recht: "Zwar" trifft den objektiven Sachverhalt eindeutig besser als "obwohl". Offenbar hat sich beim Abfassen des Klappentextes der Ich-Erzähler eingemischt, mit seinem Bewusstsein, diese Ehe sei höchst fatal. ("Ich darf sie nicht heiraten", sagt er sich auf der Verlobungsreise und tut's dann doch.) Falls du den Roman liest, würde mich deine Reaktion natürlich sehr interessieren.

Für Leseratte: Heinrich M. ist nicht konstitutionell bisexuell, aber er hat eine bisexuelle Biographie. Sie ist nicht düster dargestellt, nach meiner Absicht eher in einer Mischung aus grüblerisch und clownesk. Heinrich M. über das Ende seiner Ehe: "Zu einer Farce passt kein tragisches Ende ..." Übrigens hat der "Held" noch einen Schwager mit ähnlicher Problematik, doch anderem Schicksal.

Thomas, da 2007 erschienen, kostet das Buch 12,95 Euro. Ist außerdem als Ebook für 5,50 Euro zu haben.

Arno Abendschön
Geschichten werden niemals richtig erlebt, nur manchmal, sehr selten, richtig erzählt. (Alfred Polgar)

Weitere Werke als eBooks unter http://www.bookrix.de/-arno.abendschoen gratis lesen und herunterladen!

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mtg
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Re:

von mtg (10.09.2011, 09:03)
Arno Abendschön hat geschrieben:
Falls du den Roman liest, würde mich deine Reaktion natürlich sehr interessieren.

Bestellt ist er auf jeden Fall schon mal ... book:

Leseratte 2011

Re:

von Leseratte 2011 (10.09.2011, 10:46)
Nachdem auch der Autor zu Wort gekommen ist – danke Arno – ein Wort an die "Rumpelstilzchen-Fraktion": Wenn Ihr lieber unter Euch bleiben wollt, wenn eine Stellungnahme zu einem hier vorgestellten Buch mit "Thread kapern" gleichgestellt wird – bitteschön! 8)

Nur, Autoren kaufen die wenigsten Bücher, die werden immer noch von uns Lesern gekauft. Anstatt froh zu sein, wenn mal einer in Dialog mit Euch treten will, wird er abgebürstet. Die Frage, ob alle hier so denken, wäre nicht ohne Interesse. Aber sie wird bestimmt nicht beantwortet werden: falsches Thema, falscher Thread. :cry:

Leseratte 2011

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mtg
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Re:

von mtg (10.09.2011, 10:56)
Leseratte 2011 hat geschrieben:
Nur, Autoren kaufen die wenigsten Bücher, die werden immer noch von uns Lesern gekauft.

Leseratte - merkst Du es nicht oder willst es nicht merken? Es gibt nicht »Autoren« und »Leser« als sich gegenseitig ausschließende gesellschaftliche Gruppen ... es gibt ein großes (größer, als Du es Dir offensichtlich vorstellen kannst) Überschneidungspotenzial. Schon ein Posting über Deinem hat ein Autor ein Buch gekauft. Darf der das dann überhaupt???

Leseratte 2011 hat geschrieben:
Anstatt froh zu sein, wenn mal einer in Dialog mit Euch treten will, wird er abgebürstet. Die Frage, ob alle hier so denken, wäre nicht ohne Interesse. Aber sie wird bestimmt nicht beantwortet werden: falsches Thema, falscher Thread. :cry:

Du wurdest nicht »abgebürstet« (das geht übrigens ganz anders), weil Du in einen Dialog treten wolltest, sondern weil Du Dich mit einer »Abbürstung« Deinerseits einem anderen Forenmitglied - und das nicht zum ersten Mal - unbotmäßig verhalten hast. Ein wenig mehr Selbstreflexion schadet auch Dir nicht, denn nicht alle Postings sind an oder gegen Dich gerichtet.

Und ja, ich weiß: Ich langweile Dich. Aber vergiss' nicht: Ich habe Deine Frage in einer Form beantwortet, mit der Du »leben konntest« ... diese Formulierung spricht übrigens auch nicht gerade für Wertschätzung ...

BTW: Ist es wirklich eine »Stellungnahme zu einem hier vorgestellten Buch«, wenn das Posting mit »Unabhängig des hier vorgestellten Buches ...« beginnt?

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Jacqueline Ehmke
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Re:

von Jacqueline Ehmke (10.09.2011, 13:24)
Leseratte 2011 hat geschrieben:
Unabhängig des hier vorgestellten Buches, (ich habe es noch nicht gelesen, werde es aber tun, weil mich die Thematik interessiert) erlaube ich mir einige kurze Bemerkungen: Über dieses Thema wurden schon viele Bücher geschrieben. Meist tiefgründig, düster, schwermütig und von - das Wort Schuldgefühle will ich in diesem Zusammenhang bewusst nicht verwenden - persönlicher Betroffenheit überladen. Wieso ausgerechnet ich?

Warum finden wir so gut keine Literatur, in der die Bisexualität nicht nur angenommen, sondern auch fröhlich ausgelebt wird. Es ist nach meinem Verständnis nichts verwerfliches dabei, wenn man sich zu beiden Geschlechtern hingezogen fühlt. Oder ist unsere so hochgelobte „offene“ Gesellschaft noch nicht soweit, eine Laune der Schöpfung zu akzeptieren?

Leseratte 2011



Werte/r Leseratte,

könnte es nicht sein, dass die Reaktionen hier allein auf Ihr Benehmen zurück zuführen sind?
Weder haben Sie das Buch gelesen (siehe Ihr Zitat oben), noch agieren Sie hier im Forum mit Ihrem Klarnamen.
Dies ist hier ein Autoren-Forum. Natürlich sind hier Leser erwünscht und auf diese wird auch im Normalfall freundlich eingegangen. Vielleicht sollten Sie sich fragen, warum gerade Sie hier so schnell anecken.

Beste Grüße
Jacqueline Ehmke
Nichts ist statisch

www.joe-hundeschule.de
(wo es auch zu meinen Büchern geht)

Leseratte 2011

Re:

von Leseratte 2011 (10.09.2011, 17:29)
Werte Frau Ehmke,

ich bin ein "Er"! Einigermaßen belesen und Grund beruflicher Laufbahn, sowohl im Umgang mit Schreiben, als auch mit Kritik vertraut. Wenn ich bei der Vorstellung eines Buches, eine allgemeine Äußerung zum Thema gemacht habe und dabei, wie Sie richtig erkannt haben, selbst bekenne, das Buch nicht gelesen zu haben, frage ich mich ernsthaft, was daran so verwerflich ist?

Gut, jeder darf eine eigene Meinung haben und wir leben in einem freien Land. Dass man hier lieber unter sich bleiben möchte, habe ich inzwischen begriffen und werde mich nicht mehr beteiligen. Ich bin Weisgott kein Masochist. Abmelden werde ich mich aber nicht! Denn man findet, wenn man sich nicht unbedingt am Mainstream orientiert, hier immer das eine oder andere lesenswerte Buch.

Zum Schluss noch ein Wort zu Klar- und Nicknamen. Achten Sie doch bitte einmal darauf, wer von den inzwischen weit über 4.000 Forumsteilnehmern keine Auskunft über seine persönlichen Verhältnisse gibt. Sie werden staunen! In vergleichbaren Foren ist dies übrigens kein Thema, nur hier wird dieses Argument immer wieder hervorgekramt, um sich "unbequemer" Leute zu entledigen.

Autorinnen/Autoren müssen rein schon aus finanziellen Erwägungen ihre Identität preisgeben, es sei denn, sie verwenden ein Pseudonym. Der Leser muss das nicht! Ihren Hinweis, einen Nick zu benutzen, käme schlechtem Benehmen gleich, habe ich zur Kenntnis genommen, beeindruckt davon bin ich allerdings nicht.

Mit besten Grüßen
Leseratte 2011

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mtg
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Re:

von mtg (22.09.2011, 13:23)
Lieber Arno,

heute früh kam das Buch an, ich hab schon angefangen und ich hasse mich dafür, dass ich heute keine Zeit mehr habe, weiterzulesen. Es hat einen - wie ich finde - etwas unorthodoxen Erzählstil, nimmt Dich aber sofort mit in die Handlung.

Dies mal als Zwischenbericht - nach Beendigung der Lektüre kommt mehr! :-)

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mtg
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Re:

von mtg (03.10.2011, 11:17)
So - nun bin ich durch.

Erste Reaktion: Ich wusste nicht sofort, ob es mir gefallen hatte ... dazu wirkten die handelnden Personen und die Handlung noch zu lange nach.

Zweite Reaktion: Der - wie ich schon schrieb - etwas unorthodoxe Schreibstil verwirrte mich anfänglich.

Dritte Reaktion: Die beschriebene Dreiecksbeziehung lässt sich wohl am besten entwickeln, wenn man »außerhalb« steht. Ich habe an vielen Punkten mit dem Kopf schütteln müssen ... habe das Schütteln aber sofort wieder eingestellt, weil ich mich dabei ertappte (so wie Du im Klappentext mit dem Ich-Erzähler), in die Falle des »Herrschaftswissens« zu geraten.

Endgültige Meinung: Es ist wie bei einem Puzzlespiel, bei dem man die entscheidenden Teile auf dem Boden findet, nachdem alle anderen bereits eingefügt sind. In der Nachbetrachtung bin ich schwer angetan von der unglaublich genauen Beschreibung (ohne jemals explizit zu werden), von der gehetzten Sprache, die die Gefühlslage des Protagonisten wiedergibt und von der stimmigen Zeichnung der Personen.

Ich kann das Gefühl, eine Familie gründen zu wollen (bzw. seine Gene weitergeben zu wollen) durchaus nachvollziehen ... nur dass es unbedingt mit einer Ehe verbunden sein sollte, wollte mir nicht in den Kopf. Bekanntlich ist man hinterher immer klüger, und die doppelseitige Auflösung (bei ihm und bei ihr) rückte auch mein Weltbild wieder zurecht. Vielleicht ist unter diesen Aspekten der Klappentext zu ungenau, da er den potenziellen Leser ein wenig in die Irre leitet, weil er eine im Buch in dieser Eindeutigkeit nicht wiederzufindende Richtung vorgibt?

Ich hatte immer das Gefühl, dass es sich um eine klassische späte 70er/frühe 80er-Gemengelage handelt. Aber Waldheim wurde ja erst 1986 Präsident. Liegt mein Gefühl daran, dass das Buch in Österreich spielt, und dort der Umgang mit Homosexualität (bis in die frühen 80er hieß es da ja z.B. noch »Tuer« und »Lasser«) immer etwas zeitverzögert war...?

Alles in allem bin ich sehr froh, es gelesen zu haben. Nur eine Frage habe ich: Warum Österreich??? :-)

Arno Abendschön
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Re:

von Arno Abendschön (03.10.2011, 18:39)
Herzlichen Dank, Matthias, fürs Lesen und Beurteilen. Deine Fragen und Einwände finde ich hilfreich - mit teils ähnlichen, teils abweichenden Reaktionen anderer Leser ergibt sich für mich ein aussagekräftiges Muster, wenn`s auch insgesamt etwas widersprüchlich ist.

Ja, mit dem Einwand gegen den Klappentext hast du Recht. Es war unmöglich, den Buchinhalt in vier Zeilen zusammenzufassen. Ich schrieb stattdessen, was ich für werbewirksam hielt - und du hast den Widerspruch bemerkt.

Formal "unorthodox"? Hm, da habe ich schon Gegenteiliges zu hören bekommen und nicht nur Schmeichelhaftes. Persönlich halte ich den Stil für relativ konventionell. Es ist die traditionelle Niederschrift eines Ich-Erzählers zu seiner Selbstvergewisserung. Hat es so schon unzählige Male gegeben. Natürlich gibt es hier für den Stil noch ein besonderes Vorbild, das dadurch angedeutet wird, dass Regina Romanistik ausgerechnet in Turin studiert. (Der in Frage Kommende hat eine Erzählung über eine deprimierende Hochzeitsreise geschrieben.)

Ja, der Held lädt nicht zur Identifikation ein, das geht fast allen Lesern so. Soll er auch nicht. Ich wollte eine Charakter- und Fallstudie schreiben. (Tendenz ist Mist.)

Dein Bild vom Puzzle, zu dem man die entscheidenden Teile erst am Schluss findet, gefällt mir. Ich denke, das Puzzle bleibt sogar unvollständig, wie sonst im Leben auch. Ob das Kind von ihm ist, bleibt offen. Und bei allem Realismus ist Realität ja nie 1 : 1 abbildbar.

Klar, um sich ein Kind zu verschaffen, muss ein Schwuler nicht unbedingt heiraten. Theoretisch gibt es einfachere Wege. Aber betrachte die Sache mal aus der Perspektive der Frau. In aller Regel wird sie viel geneigter sein, dem Zeugungswunsch nachzukommen, wenn er sich als Familiengründungswunsch maskiert. Daher ist der vom Ich-Erzähler beschrittene Weg wohl doch der am häufigsten gewählte.

Warum Österreich? - Vordergründig, da ich dort das meiste Material gesammelt hatte und beim Transponieren auf deutsche Verhältnisse bestimmte Einbußen befürchtete. Vor allem aber schien mir der Spezialfall Österreich besonders gut zum Thema zu passen. Österreich folgte Deutschland beim Prozess der Modernisierung meistens in einigem Abstand (nicht nur zu seinem Nachteil). Dieses Moment der Verspätung hast du ja beim Lesen selbst empfunden. Gleichzeitig erlebte das Land in den Achtzigern einen Modernisierungsschub, hatte z.B. eine damals besonders aufgeweckte Schwulenbewegung. Österreich war aber nicht nur später, sondern gleichzeitig auch früher dran als wir. Mit der Causa Waldheim deutete sich schon an, was mit Haiders Sturmlauf dann sich entfaltete, ein gewaltiger Ruck nach rechts, der seitdem in vielen europäischen Ländern Nachahmung gefunden hat - nur bei uns hat das bisher nicht recht klappen wollen, glücklicherweise. (Vergleiche mal aktuelle Wahlergebnisse von Berlin mit denen aus Wien!) In diesem Wetterleuchten zwischen modernen und antimodernen Kräften ist meine Geschichte angesiedelt.

Für den Buchabsatz war die Location allerdings schlecht gewählt. Österreicher schätzen es nicht, wenn reichsdeutsche Piefkes über sie schreiben - gilt auch für die Gay Community. Die HOSI in Wien hat ein Rezensionsexemplar für die Lambda-Nachrichten bekommen und ignoriert. Ich schrieb also an ihren Mentor Kurt Krickler, der seinerzeit einen Wiener Weihbischof per Outing zu Fall gebracht hatte; erwähnte frühere persönliche Begegnung und bat um Unterstützung. Auch von ihm nie eine Antwort. So viel dazu.

(Nur am Rande: Seit Tagen lese ich dein HIV-Buch, bin davon sehr angetan, mache mir Notizen. Demnächst mehr dazu.)


Grüße nach Berlin
Arno Abendschön
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