Amazon und sein Umgang mit Mitarbeitern und Händlern

ISBN, VLB, Barsortiment, E-Book-Verleih und Buchhandel: Alles rund um den Buchvertrieb.


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Richard Bercanay
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Re:

von Richard Bercanay (08.01.2017, 17:04)
Die anderen tun diesunddas ist ein für mich nicht überzeugendes Argument. Gerade der Spiegel ist ja nicht gerade für seine gewerkschaftsnähe bekannt. Darüber hinaus muß man leider sagen, daß die Gewerkschaft wahrscheinlich schon gerne besser zahlen würde, aber gerade Verdi - die ja immer wieder gerne mal in die Kritik geraten, hat leider nicht den hohen Organisationsgrad wie die IG Metall, von der man so etwas nicht hört. Ohnehin sind die Löhne in den von Verdi vertretenen Branchen überwiegend gerinter als in den von der IG Metall vertretenen, insofern mag sich auch erklären, warum hier die Lohnsteigerungen bei den Beschäftigten niedriger ausfallen. Somit hinkt auch der Vergleich mit Amazon schon erheblich.

Daß Du meine Hinweise auf das Gebaren von Amazon außerhalb dieses Threads als trollen empfindest, ist etwas, womit ich leben kann. Ich sehe das anders, denn es sind immer wieder Neuautoren, die sich ansonsten eher nicht hier im Forum tummeln, die auch immer wieder gerne darüber jammern, daß ihre Bücher nicht genug Präsenz bei Amazon haben.

Was die Thalia-Gruppe angeht: Ja, auch mir ist aufgefallen, daß die Bücher dort ein wenig länger brauchen, bis sie gelistet sind. Das war nicht immer so, ist aber nach meiner Beobachtung so seit etwas über einem Jahr. Woran das liegt - keine Ahnung, aber letztlich werden mit etwas Verzögerung alle Bücher auch von BoD gelistet, auch von anderen Selbstpublizierern, insofern sehe ich nicht so richtig, wieso dieser Umstand nun zur Rechtfertigung des Verhaltens von Amazon geeignet sein soll.

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Richard Bercanay
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Re:

von Richard Bercanay (08.01.2017, 17:25)
holz hat geschrieben:
Und wie sieht es bei Verdi aus?
"Nur geringe Lohnerhöhungen für eigene Leute"
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 02717.html

oder Ende 2015 - irrsinnige Aktion (Kaufen und gleich wieder zurücksenden)
https://www.amazon-verdi.de/5177
Kommentare (der zumeist Marketplaceanbieter) lesen


Bist Du denn Mitglied der Gewerkschaft? Zahlst Du da Beiträge? Zwischen den Einnahmen der Gewerkschaft aus Mitgliedbeiträgen, von denen noch eine Reihe anderer Leistungen wie Rechtsschutz in Arbeitsrechtfragen bezahlt wird, und dem Gehalt, was man zahlen kann, besteht durchaus ein Zusammenhang. Insofern ist Verdi nicht mit einem Unternehmen wie Amazon zu vergleichen, das sich ohnehin für seine Standorte die steuerlich günstigsten aussucht. Was meinst Du, warum Amazon seinen Sitz in Luxemburg und nicht in Deutschland hat? Warum hat Facebook seinen Sitz in Irland? Das machen die nicht ohne Grund.

Eine Gewerkschaft ist eben kein Wirtschaftsunternehmen und insofern hinkt der Vorwurf gleich doppelt. Verdi würde sicher auch gerne höhere Gehälter zahlen. Dann treten mal alle schön bei, die Ihr im Zuständigkeitsbereich von Verdi seid. Gewerkschaftsbashing schadet am Ende auch uns alle, die wir in Deutschland ja in der Mehrzahl Arbeitnehmer/innen und nicht Unternehmer/innen sind.

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MichaelHA
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Re:

von MichaelHA (08.01.2017, 17:47)
Amazon.de hat einst mit überaus günstigen Bedingungen den Buchmarkt in Deutschland aufgerollt, und dabei über Jahre Verluste eingefahren. Erst vor wenigen Jahren kam amazon.de durch eine monopolähnliche Situation dazu seine Bedingungen den Verlagen diktieren zu können. Dass eine Gewerkschaft angesichts der peripheren Gewerkschaftsmacht in den USA für dieses Unternehmen keinen ernsthaften Verhandlungspartner darstellt ist eigentlich kein Wunder.

Wäre da nicht die Buchpreisbindung in Deutschland, so hätte amazon.de nicht nur eine monopolähnliche Position, sondern bereits ein tatsächliches Monopol.

Es ist kein Wunder, dass amazon-Kunden ebendort bestellen, wo sie die vermeintlich günstigsten Konditionen geboten erhalten.

Im stationären Buchhandel hat z.B. Thalia mit einer ähnlichen Strategie zeitweise einen gewissen Erfolg gehabt. Doch stationäre Buchhandlungen sind im Nachteil, seitdem das Online-Geschäft ca. 80 % des Umsatzes ausmacht. Dem amazon-online-System sind diese Buchhandlungen allerdings nicht gewachsen.

Wenn nicht immer mehr Buchhandlungen von dem Portal buchhandel.de abgesprungen wären, so hätte dieses einen gewissen Widerpart gegen amazon.de darstellen können. Doch eigentümliche Eifersüchteleien unter den stationären Buchhandlungen haben dieses Portal zum Scheitern verursacht.

Da ich als Autor auf den Kunden angewiesen bin, muß ich dass Händlersystem nutzen, dass diese auch effektiv erreicht, dies ist aber nun mal eindeutig amazon.de

Beste Grüße

MichaelHA
Zuletzt geändert von MichaelHA am 09.01.2017, 05:24, insgesamt 1-mal geändert.

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (08.01.2017, 18:16)
Meines Wissens ist ver.di die zweitgrößte deutsche Gewerkschaft nach der IG Metall und leidet sicherlich nicht an Mitgliedermangel. Da auch Mitarbeiter aus Branchen wie Banken, öffentliche Dienste oder Versicherungen dort organisiert sind, basieren die Beiträge nicht ausschließlich auf Hungerlöhnen.

Probleme mit der Listung bei Thalia & Co. sind deshalb nicht so schwerwiegend und daher seltener Thema in Threads, weil sie finanziell nicht so sehr ins Gewicht fallen, denn die meisten Leser stolpern eben bei Amazon zufällig über BoD-Bücher.

Abgesehen davon, dass ich nicht wie gewisse andere Leute mein Twitter-Konto und meine Facebook-Chronik mit Links zumülle, sondern lediglich neue Bücher vorstelle und für alte keine Werbung mache: Warum soll ich -rein theoretisch - mit Thalia-Links für die Thisbe Werbung machen, wenn Amazon acht schöne Rezis anzeigt und Thalia die eine schöne Rezi versteckt? Ich vermute, die Antwort ist wahrscheinlich zum 473. Mal: Amazon sehr böse!

Und ich bleibe dabei: Ich schreibe für intelligente Leser, die selbst entscheiden, ob und wo sie ein Buch kaufen. Es wäre natürlich toll, wenn Leser brav das tun würden, was man ihnen sagt. Dann hätten wir alle nämlich gigantische Verkaufszahlen.
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Nicolas Fayé
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Re:

von Nicolas Fayé (09.01.2017, 07:38)
Richard Bercanay, nur ein kleines Beispiel:
Thalia listet z. B. nicht alle meine Bücher. Seit die Gesamtausgabe der "Griechischen Mytholgie für Anfänger" erschienen ist, sind die Einzelbände bei Thalia nicht mehr gelistet, obwohl es viele Leser gibt, die nur ein bestimmtes Themenspektrum interessiert.
Und nun?
Viele Grüße von Nicolas

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Udo Ehrich
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Re:

von Udo Ehrich (09.01.2017, 11:48)
Mir ist Amazon auch nicht sympathisch, zumal ich da schon mehrere schlechte Erfahrungen gemacht habe, ohne dort Kunde gewesen zu sein. Einmal ist dort ein Buch von mir angeblich zwei Mal auf Lager gewesen. Plötzlich war es nur einmal da, und wenige Zeit später bekam das Buch - vielmehr die Hausarbeit, die ich bei Grin veröffentlicht hatte - eine schlechte Rezension, weil es bezahlt, aber nichit geliefert wurde. Das hatte ich damals auch hier im Forum geschrieben udn mit freundlicher Mithilfe einiger Autoren hier wurde die nachteilhafte Rezension entfernt, denn weder der Verlag noch ich konnten ja etwas für den Fehler bei Amazon.

Neben den hier genannten Gründen gegen Amazon finde ich auch den Umgang des Unternehmens mit Anfragen nicht sehr hilfsbereit. Auch deshalb hatte ich beim Grin-Verlag angefragt, ob der Vertrieb meiner Arbeiten über Amazon nicht eingestellt werden könne. Bei den Büchern sei dies nicht möglich, so der Grin-Verlag, aber bei den E-Büchern. Darum habe ich gebeten, und deshalb sind meine Hausarbeiten auch nicht als Kindle-Editionen erhältlich.
Zuletzt geändert von Udo Ehrich am 09.01.2017, 14:00, insgesamt 1-mal geändert.

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Udo Ehrich
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Re:

von Udo Ehrich (09.01.2017, 11:49)
@ Nicolas Fayé

Hast Du schon mal bei Thalia angefragt, ob die die Bücher eventuell wieder listen?

Eris Ado
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Re:

von Eris Ado (09.01.2017, 13:29)
Udo Ehrich hat geschrieben:
Bei den Büchern sei dies möglich, so der Grin-Verlag, aber bei den E-Büchern.


Da fehlt ein "nicht" bei den Büchern.

Ich würde nicht auf amazon verzichten, auch wenn ich mich darüber ärgerte. Da werden halt die meisten Umsätze gemacht.

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Udo Ehrich
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Re:

von Udo Ehrich (09.01.2017, 14:01)
Stimmt, das nicht fehlte. Danke, schon nachgetragen. :-)

Bei mir spielt Amazon nicht die größte Rolle. Die meisten meiner Bücher laufen über andere Händler, jedenfalls soweit ich das beurteilen kann.

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Nicolas Fayé
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Re:

von Nicolas Fayé (09.01.2017, 15:01)
Udo Ehrich hat geschrieben:
@ Nicolas Fayé

Hast Du schon mal bei Thalia angefragt, ob die die Bücher eventuell wieder listen?


Wozu? Ich bin auf Thalia nicht angewiesen. Die meisten meiner Bücher werden über Libri (ebook.de) und amazon verkauft.
Viele Grüße von Nicolas



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holz
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Re:

von holz (10.01.2017, 14:25)
Richard Bercanay hat geschrieben:
Bist Du denn Mitglied der Gewerkschaft? Zahlst Du da Beiträge?


Danke für das freundliche Angebot, aber ich unterlasse es grundsätzlich, Mitglied in Kirche, Partei, Organisation oder Verein zu sein.

Ich sichere schon durch meine Buchverkäufe Arbeitsplätze in der Druckerei, Papierherstellung, Großhandel, beim Buchbinder, der Post, bei Verlag, Krankenkasse und Finanzamt.

Und für die gesparten Mitgliedsbeiträge pflanze ich lieber neue Bäume. Schließlich habe ich bisher einen kleinen Wald verbraucht, den es wieder aufzuforsten gilt.

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Vivi
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Re:

von Vivi (10.01.2017, 20:33)
Und für die gesparten Mitgliedsbeiträge pflanze ich lieber neue Bäume. Schließlich habe ich bisher einen kleinen Wald verbraucht, den es wieder aufzuforsten gilt


Der ist gut, diese Aussage gefällt mir. Bin ehemaliges Mitglied einer Gewerkschaft.
"Gezwungen" bei zutreten aber bewußt ausgeschieden :-)

Vivi
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Richard Bercanay
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Re:

von Richard Bercanay (11.01.2017, 08:08)
Genau das ist, was ich meine. Unter welchen Bedingungen bei Amazon gearbeitet wird, ist Euch eigentlich egal, Hauptsache es läuft.

Der Trend, von den Leistungen der Gewerkschaften hinsichtlich Lohnhöhe, Arbeitsrecht und so weiter profitieren zu wollen, aber ansonsten auf die Gewerkschaften einzudreschen, ist auch kein neuer Trend.

Wer hat Dich denn gezwungen, Vivi? Tut mir leid, ich kann Deine Begeisterung über holz' Beitrag nicht teilen, denn letztlich ginge es vielen Arbeitnehmer/innen ohne Gewerkschaften viel, viel schlechter. Aber vielleicht hast Du ja Freude daran, Dich ausbeuten zu lassen.

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (11.01.2017, 10:46)
Genau das ist, was ich meine. Unter welchen Bedingungen Autorenkollegen arbeiten, ist dir, Richard, eigentlich egal, Hauptsache du kannst zum 1000. Mal dasselbe wiederholen.

Der Trend, alle Gegenargumente und Fragen, die nicht ins Konzept passen, zu ignorieren, aber ansonsten auf die Kollegen einzudreschen, ist auch kein neuer Trend.

Ich sehe es endlich ein; wir haben hier mehrere Trolle: Einer wettert gegen die neue Rechtschreibung, sobald vom Korrektorat die Rede ist, und lud hier jahrelang äußerst zweifelhafte Links zu einem Petitionsportal ab, zwei empfehlen wortreich LaTeX, sobald eine Frage zu Word auftaucht, einer entsorgt hier populistische Propaganda in fremden Lyrikvorstellungen, und einer schimpft auf Amazon, wenn Fragen zur Listung oder zu Author Central gestellt werden.

Schade um die vergeudete Zeit, aber da bin ich selbst schuld. Es dauert zu lange, bis ich Trolle nicht mehr ernst nehme. :P Ich verlasse die Diskussion, die eigentlich gar keine war.
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Udo Ehrich
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Re:

von Udo Ehrich (11.01.2017, 15:53)
@ Monika

Legst Du alles unter Troll ab, was nicht Deiner Meinung oder Deinem Weltbild entspricht?

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