Anfängerfrust

Euer Forum rund um kreatives Schreiben, lesergerechtes Texten und spannende Plots.


Abdingen
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Re:

von Abdingen (12.12.2014, 17:36)
Aber immerhin, der Fragensteller ist wenigstens so weit gekommen, dass er sich ein A kaufen konnte.

Falls jemand noch ein gut erhaltenes "B" für mich hätte ...


Ich sehe, es gibt viele Autoren mit ähnlichen Problemen.
Ich bin sicher einer detailliert geplanten Story merkt man ihre Schwächen vor dem ersten Manuskript an.
Ein Plott wird der Kreativität nicht im Wege stehen. Sie wird nur anders dosiert und hat trotzdem Freiraum.
Selbst der Enthusiasmus muss nicht draunter leiden. Im Gegenteil, ich freue mich schon auf die geplanten Wendungen.

Das Schwerste für mich ist eher der Zweifel, während des Schreibens. Die Frage: Ist das mein Ding?

Bardioc
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Re:

von Bardioc (12.12.2014, 18:56)
Thomas Becks hat geschrieben:
Klonschaf hat geschrieben:
@Thomas

bitte was is, ich glaub mich knutscht wohl n Elch??? 8)

Das ging nicht gegen Dich, Du siehst wenigstens ein, dass Plots wichtig sind. Bardioc meint es sei besser, wenn man einfach drauflosschreibt.

Ich wundere mich immer wieder, warum Leute immer wieder dieselben Fehler machen. Ich habe nirgendwo behauptet noch geschrieben, was Du mir sozusangen ''in die Feder'' legst. Der Thread hier heißt ''Anfängerfrust'', es geht also um Anfänger, zu denen ich auch noch gehöre. Zumindest schreibe ich nicht professionell. Ein Profi macht natürlich einen Plot -- und wiederholt u. U. die Rezepte, die sich bisher bewährt haben. Das ergibt natürlich eine gewisse Routine. Als Anfänger hat man noch nicht diese Fähigkeiten, da muß man noch nach seinem Stil und seiner Arbeitsweise suchen. In einem solchen Fall ist es besser, wenn man erstmal Ideen sammelt und diese dann zu einem Ganzen verbindet. Ideen können auch während des Schreibens kommen, deshalb ist es gut, erstmal zu schreiben. (Wenn eine Idee kommt, dann sollte man die sofort aufschreiben, anderenfalls ist die schnell wieder vergessen.) Das ist meine Vorgehensweise. Im Hinterkopf steht natürlich immer eine vague Vorstellung, wo ich hin will, aber das ist natürlich noch kein Plot. Es wäre daher auch nicht ganz korrekt, es so zu nennen.

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (12.12.2014, 21:16)
Bardioc hat geschrieben:
Thomas Becks hat geschrieben:
Bardioc meint es sei besser, wenn man einfach drauflosschreibt.

Ich wundere mich immer wieder, warum Leute immer wieder dieselben Fehler machen. Ich habe nirgendwo behauptet noch geschrieben, was Du mir sozusangen ''in die Feder'' legst.

Verstehe ich dich richtig? Du bist also gar nicht der Meinung, man solle ohne vorherige Erstellung eines Handlungsgerüsts (= Plot) mit dem Schreiben eines Buchs beginnen?
Bardioc hat geschrieben:
Ein Profi macht natürlich einen Plot -- und wiederholt u. U. die Rezepte, die sich bisher bewährt haben. Das ergibt natürlich eine gewisse Routine. Als Anfänger hat man noch nicht diese Fähigkeiten, da muß man noch nach seinem Stil und seiner Arbeitsweise suchen. In einem solchen Fall ist es besser, wenn man erstmal Ideen sammelt und diese dann zu einem Ganzen verbindet. Ideen können auch während des Schreibens kommen, deshalb ist es gut, erstmal zu schreiben.

Verstehe ich dich richtig? Du bist also doch der Meinung, man solle ohne vorherige Erstellung eines Handlungsgerüsts (= Plot) mit dem Schreiben eines Buchs beginnen?
Bardioc hat geschrieben:
Im Hinterkopf steht natürlich immer eine vague Vorstellung, wo ich hin will, aber das ist natürlich noch kein Plot. Es wäre daher auch nicht ganz korrekt, es so zu nennen.

Ein Plot ist laut Duden ein "Handlungsgerüst einer epischen oder dramatischen Dichtung, eines Films o. Ä.".
http://www.duden.de/rechtschreibung/Plot
Auch wenn deine Vorstellung nur "vague [sic]" ist, handelt es sich dabei doch trotzdem um ein sehr grob festgelegtes Handlungsgerüst. Bei der Frage "Plot vorab erstellen?" gibt es meiner Ansicht nach nur die Antworten "ja" und "nein". Entweder mache ich mir vorher Gedanken und lege ein paar Eckpunkte für die Handlung fest, oder ich lasse es bleiben. Wie fein dieses Handlungsgerüst strukturiert ist, steht dabei auf einem anderen Blatt. Auch ist es irrelevant, ob man den Plot im Hinterkopf hat oder ihn aufschreibt.

Meine Meinung zu diesem Thema: Ich lege vorher immer grob ein Handlungsgerüst (= Plot) fest, das mir genügend Freiraum für Ideen lässt, die mir während des Schreibens kommen, obwohl ich mich in Bezug auf meine BoD-Bücher noch immer als Anfängerin betrachte. Bei kurzen Texten mache ich das im Kopf und bei längeren notiere ich mir Stichworte. Plot? Ja.

-------------------------------

@Thomas
Eben versuchte ich, die Handlung eines Anthologiebeitrags in 15 Wörtern wiederzugeben, und versagte kläglich. :cry: cheezygrin
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guenther h. klein
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Im Zweifel

von guenther h. klein (12.12.2014, 22:32)
Ich habe lediglich eine Frage gestellt, war also ein Fragesteller

Aber immerhin, der Fragensteller ist wenigstens so weit gekommen, dass er sich ein A kaufen konnte.


Die Aussage, es handele sich um mehrere Fragen, ist unzutreffend. Ein "Sorry" wäre erwartend worden.
Es irrt der Mensch, so lang er strebt. Goethe

www.g-h-klein.de

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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (13.12.2014, 00:46)
Monika K. hat geschrieben:
@Thomas
Eben versuchte ich, die Handlung eines Anthologiebeitrags in 15 Wörtern wiederzugeben, und versagte kläglich. :cry: cheezygrin

:D Das ganze Buch zu beschreiben wäre einfacher.
Autoren schreiben über Themen, zuletzt kommen fünfzehn Geschichten zustande, die sich nur um Themen drehen.
cheezygrin

Ich bin übrigens auch noch nicht mit meinem Satz fertig. Diese Diskussion war immerhin für unser Projekt gut. Ich will ein klares Ziel für mein erstes Buch der Vest Saga haben. Wie gesagt, es ist ein Jugendbuch. Und eine Botschaft als Sinn des Buches fände ich angebracht. Das hat bei meinem Co Autor (Illustrator) und mir zu einer interessanten Diskussion geführt.

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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (13.12.2014, 01:13)
Abdingen hat geschrieben:
Das Schwerste für mich ist eher der Zweifel, während des Schreibens. Die Frage: Ist das mein Ding?

Beim ersten Buch hat man ständig Zweifel, das ist normal. Um Satzaufbauten würde ich mich erst ganz zum Schluss kümmern. Bring erst mal Deine Geschichte und Figuren zum Leben. Ich habe mir meine Geschichten vorher innerlich ausgemalt, ehe ich mit dem Schreiben der Story plus des Storyboards anfing.

Gut ist, wenn man mit jemandem über seine Ideen sprechen kann. Wenn ich Bilder male, stelle ich mich auch nicht vor der leeren Leinwand. Auch für Bilder brauche ich Ideen, über die ich lange nachdenken muss.
Ich habe früher gemalt und bin aus Platzgründen zum Schreiben gekommen. Da hast Du schon recht gehabt, mit dem Pinselstrich. Aber wie gesagt, ein Bild plane ich ebenfalls. Wer einen guten Namen hat, braucht das vielleicht nicht.
thumbbup In diesem Sinne. thumbbup

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (13.12.2014, 09:20)
Thomas Becks hat geschrieben:
Monika K. hat geschrieben:
@Thomas
Eben versuchte ich, die Handlung eines Anthologiebeitrags in 15 Wörtern wiederzugeben, und versagte kläglich. :cry: cheezygrin

:D Das ganze Buch zu beschreiben wäre einfacher.
Autoren schreiben über Themen, zuletzt kommen fünfzehn Geschichten zustande, die sich nur um Themen drehen.
cheezygrin

:lol: Auf die Idee, das so oberflächlich zu halten, kam ich natürlich mal wieder nicht. Super! Aber im Ernst: Die Handlung und die Grundaussage eines Buchs kurz festzuhalten, finde ich eine sehr gute Übung. Dadurch lernt man, worauf es ankommt. Deshalb hatte ich es einfach mal im Nachhinein bei einer Geschichte ausprobiert. Aber 15 Wörter reichen nicht aus, wenn man hinterher beim Schreiben etwas damit anfangen will. Ohne die Beschränkung hätte das bei meinem Anthobeitrag für "Flug der Elster" so ausgesehen:
"Handlung: Zwei Mädchen finden einen Geheimgang, suchen dort nach einem Schatz und finden die Tür zum Kuhstall und ein zugemauertes Ende. Den Schatz finden sie, wo sie ihn nicht vermuteten, in einem Zustand, den sie nicht erwarteten.
Grundaussage: Denke nach, bevor du losrennst."
Das sind jetzt mehr als 15 Wörter, aber das entspricht dem, was ich mir vor dem Schreiben überlegt hatte. Meine Plot-Notizen waren allerdings etwas umfangreicher. Bei reinen Satiren gehe ich etwas anders vor, denn da habe ich von Kollegen das Arbeiten mit Gag-Ketten gelernt.

Thomas Becks hat geschrieben:
Ich bin übrigens auch noch nicht mit meinem Satz fertig. Diese Diskussion war immerhin für unser Projekt gut. Ich will ein klares Ziel für mein erstes Buch der Vest Saga haben. Wie gesagt, es ist ein Jugendbuch. Und eine Botschaft als Sinn des Buches fände ich angebracht. Das hat bei meinem Co Autor (Illustrator) und mir zu einer interessanten Diskussion geführt.


Ich mag Bücher mit einer klaren Grundaussage, die sich durch das ganze Buch zieht. Da habe ich nach dem Lesen das Gefühl, dass sie meine Gedankenwelt bereicherten. Oft denke ich noch eine Weile darüber nach und greife nicht einfach zum nächsten, um mich weiter "berieseln" zu lassen.
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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (13.12.2014, 10:21)
thumbbup Genau!
Und wenn der Autor, gerade der unerfahrene Schreiberling, sich diesen Satz an die Wand nagelt, kommt er auch auf keine krummen Gedanken, sprich von Hölzchen auf Stöckchen.

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Klonschaf
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Re:

von Klonschaf (13.12.2014, 11:10)
Thomas Becks hat geschrieben:
thumbbup Genau!
Und wenn der Autor, gerade der unerfahrene Schreiberling, sich diesen Satz an die Wand nagelt, kommt er auch auf keine krummen Gedanken, sprich von Hölzchen auf Stöckchen.



Du hast völlig recht ... allerdings ist es für meine Begriffe mit der "klar erkennbaren Grundaussage" so eine Sache: ich stör mich immer wieder daran, wenn ich in Filmen und Büchern weltanschaulich erzogen werden soll. Damit meine ich nicht, dass ich dem allgemeinen Konsens widersprechen würde - nein, darum geht es nicht, ich teile in den allermeisten Fällen diese Aussagen. Dennoch ist mir das ein wenig zu ... wie soll ich sagen: ausgelutscht.

Ja, ich weiß, Herz ist viel viel wichtiger als Ehrgeiz, ja, Liebe ist viel wichtiger als Karriere ... etc. ... das alles (und noch viel mehr) weiß ich seit meiner frühesten Kindheit.

Fragt sich, ob ich diese und ähnliche Glaubenssätze permanent in irgendwelchen Filmen und Büchern wiederaufgewärmt haben muss - aber vielleicht finden es ja viele Konsumenten toll, gerade die immer gleichen Glaubenssätze zu hören ... ist vielleicht eine Art Erfolgserlebnis, wenn man die Erziehung, die man als Kind genoss, sozusagen verifiziert sieht?

angle:

Okay, ernsthaft ... meine nächste Plot-Prämisse (ganz ganz stark vereinfacht):

Wer ein Verbrechen begeht, muss ins Gefängnis, weil Lügen ja bekanntlich kurze Beine haben.

(Gähn)

angle:

Oder ne, hab noch einen besseren:

Wer im Tante Emma Laden einen Lolli klaut, endet früher oder später auf dem Straßenstrich.

(15 Worte!!)

angle: smart2

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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (13.12.2014, 12:32)
Nein Klonschaf, Du hast mich total missverstanden. Das geht nicht um Moral. Um Gottes willen. wow3
Es geht nur darum, dass Du Dir selber treu bleibst mit Deiner Idee.
Ich könnte für mich schreiben: Kilian reißt von zu Hause aus, um Ritter zu werden, er wird aber Bürgermeister. Punkt.
Das steht jetzt unverrückbar an meiner Pinnwand. Wenn ich diese einfache Logline nicht habe und recherchiere beispielsweise über die Staufer, dann lese ich tausend brauchbare Dinge für meinen Kilian. AHH! Ein Kreuzzug! Den muss ich unbedingt doch noch Ritter werden und nach Jerusalem reisen lassen. Ich werde mir untreu. Er sollte doch vom Rittergedöns angewidert sein. Verstehst Du, was ich meine? Es ist völlig egal, was Du schreibst, Du musst nur bei der Sache bleiben, dann kommen auch keine Sackgassen.

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Klonschaf
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Re:

von Klonschaf (13.12.2014, 12:36)
Thomas Becks hat geschrieben:
Nein Klonschaf, Du hast mich total missverstanden. Das geht nicht um Moral. Um Gottes willen. wow3
Es geht nur darum, dass Du Dir selber treu bleibst mit Deiner Idee.
Ich könnte für mich schreiben: Kilian reißt von zu Hause aus, um Ritter zu werden, er wird aber Bürgermeister. Punkt.
Das steht jetzt unverrückbar an meiner Pinnwand. Wenn ich diese einfache Logline nicht habe und recherchiere beispielsweise über die Staufer, dann lese ich tausend brauchbare Dinge für meinen Kilian. AHH! Ein Kreuzzug! Den muss ich unbedingt doch noch Ritter werden und nach Jerusalem reisen lassen. Ich werde mir untreu. Er sollte doch vom Rittergedöns angewidert sein. Verstehst Du, was ich meine? Es ist völlig egal, was Du schreibst, Du musst nur bei der Sache bleiben, dann kommen auch keine Sackgassen.


Ah ok, danke für die Erläuterungen. Wie auch immer: ich hab in letzter Zeit einige Plots analysiert und denke inzwischen: man sollte als Autor grundsätzlich plotten können. Es ist immer besser, etwas zu können als es nicht zu können - wenn ich dann letztlich die Bauchschreiberei trotzdem besser finde, ist das halt so - aber ich habe dann immerhin die Wahl, und darum geht es.

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (13.12.2014, 12:39)
@Klonschaf

Das Thema "klare Grundaussage" habe eigentlich ich ins Spiel gebracht. Thomas schlug ursprünglich vor: "Schreibt in einem Satz mit höchstens 15 Wörtern, worum es in Eurer Geschichte geht." Damit ist der Inhalt und nicht eine Botschaft gemeint.

Ich bin auch gegen erhobene Zeigefinger allergisch. Trotzdem lese ich Krimis, deren Grundaussage eigentlich immer dieselbe ist: "Verbrechen werden aufgeklärt." Eine Grundaussage ist aber nicht automatisch ein Glaubenssatz. Den Begriff hast du hier eingeführt. Wenn ich als Leserin durch ein Buch moralisch erzogen werden soll, lese ich es nicht zu Ende. Es passiert mir selten, dass ich so was versehentlich kaufe. Andere stehen drauf. Die Geschmäcker sind eben verschieden. Um auf die Grundaussage zurückzukommen: Die kann z.B. auch lauten:
"Verbrechen lohnt sich."
"Dreistigkeit kommt weiter."
"Selbstmord ist immer eine Alternative."
"Denke ganz egoistisch nur an dich."
Die Grundaussage meines ersten Buchs lautet z.B.: "Wenn man dämlich ist, macht man sich die Welt, wie es einem gefällt." Das mag für viele tatsächlich ein Glaubenssatz sein, den sie als Kind von dämlichen Eltern beigebracht bekamen, aber das meintest du sicherlich nicht. :wink:
Ich finde, dass gerade eine Aussage, die meinem Weltbild widerspricht, sehr zum Nachdenken anregen kann. Es kommt eigentlich gar nicht wirklich auf den Sinn der Grundaussage an, sondern auf die Umsetzung. Ich mag keine seichte Unterhaltung, die ziellos dahinplätschert.

Als du damals hier im Forum erwähntest, dass du dein Projekt in die Tonne getreten hattest, war ich total schockiert. Aber es ist natürlich deine Sache und geht mich nichts an. Ich glaube aber trotzdem, dass dieses Buch nicht wirklich schlecht gewesen sein kann, weil du ein Mensch bist, der sich sehr viele Gedanken macht. Das tut einem Buch immer gut, finde ich. Obwohl ich dafür bin, zumindest ein grobes Handlungsgerüst vor Beginn des Schreibens zu erstellen, sehe ich darin keine Versicherung gegen das Aufgeben. Ich habe 2006 einen Roman angefangen, den ich bis heute nicht fertiggestellt habe. Da half auch kein Plot, denn es gibt verschiedene Gründe für die Entscheidung, alle Arbeiten an einem Projekt einzustellen.
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Re:

von Klonschaf (13.12.2014, 13:09)
@Monika

... ja, okay. Grundaussage und Glaubenssatz sind nicht dasselbe, hast recht.

Na ja, so allgemein gesagt: wenn ich den Fernseher anschalte, hab ich dauernd den Eindruck, ich soll irgendwie erzogen werden - meistens mithilfe von holzschnittartigen Figuren, die mich zum richtigen Denken anleiten sollen, und die dauernde Manipulation geht mir echt auf den Sack. Auch wenn diese Manipulation meist im Dienst der richtigen Sache steht, ist das nahezu unerträglich, weil unfassbar plump.

Dann zu meinem sozusagen ermordeten Projekt: da war halt irgendwann nur noch emotionale Taubheit, die Sache musste echt weg. Ich fand, teilweise waren da schon gute Ansätze, aber ... irgendwie hat sich die Sache festgefahren. Und wie du oben schreibst: ein Plot ist auch keine Versicherung, ich glaube eben auch nicht, dass ich nachträglich einen Plot installieren könnte, um das Projekt zu retten - ganz abgesehen davon, dass mir jeglicher Bock dazu fehlt, mich in irgendeiner Weise wieder damit zu beschäftigen (und selbst wenn ich wollte: es ist gelöscht). Aber ich meine, ich sehe es so: ich habe insgesamt viel gelernt, habe mein stilistisches Gespür weiterentwickelt - und das kommt einem folgenden Projekt zugute, wenn es denn eines gibt.
Zuletzt geändert von Klonschaf am 13.12.2014, 13:20, insgesamt 1-mal geändert.

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Re:

von Thomas Becks (13.12.2014, 13:19)
@Monika,
genau das Problem hatte ich nach unserem Kurzgeschichtenspiel. Ich wollte aus einer Story ein Roman machen. Das führte zu nix. Ich hätte besser die Story zum Roman aufblasen können. Aber so kamen immer mehr Protas dazu und die Geschichte bekam immer längere Arme, die ich nicht mehr zusammenbekommen habe. Liest sich ganz witzig, ist aber dennoch für die Tonne, weil die Baustelle einfach zu groß geworden ist.

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Re:

von Monika K. (13.12.2014, 14:29)
@Klonschaf
Ja, das Gefühl habe ich beim deutschen Fernsehen auch. Es wirkt auf mich belehrend und humorlos. Ich weiß nicht, ob das die Grundhaltung der Mehrheit der Bevölkerung nur widerspiegelt oder womöglich sogar beeinflusst. Ich kaufe mir deshalb sehr viele britische Serien, die ich wegen der Wortspiele auf Englisch ansehe. Dort wirken die Figuren für meinen Geschmack lebendiger und lebensecht. Im deutschen Fernsehen sehe ich mir fast nur Satire- oder Nachrichtensendungen an. Manchmal kann man aber den Unterschied kaum erkennen.

@Thomas
An Gekado denke ich gern zurück. Meine "Werke" konnte ich zwar auf keinen Fall einer Zweitverwertung zuführen, denn die Gedanken waren einfach zu aberwitzig und klebten fest an der Aufgabenstellung, aber ich habe dabei gelernt, unter Zeitdruck kreativ zu sein, was ich jetzt sehr gut brauchen kann.
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