Arbeitgeber Bescheid geben?

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


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SonjaBausB
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Arbeitgeber Bescheid geben?

von SonjaBausB (30.07.2015, 15:17)
Hallo,

ich bin jetzt kurz vor der Veröffentlichung meines ersten Buches, bin aber auch Angestellter. Muss ich meinem Arbeitgeber eigentlich Bescheid geben? Ich rechne zwar nicht mit sonderlich vielen Einnahmen, aber dennoch könnte ja der eine oder andere Euro hängen bleiben. So viel ich weiß, muss man dem Arbeitgeber doch informieren, wenn man Nebeneinkünfte hat, aber was ist, wenn ich gar nicht weiß, ob ich welche haben werde?

Gruß, Sonja.

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Richard Bercanay
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Re:

von Richard Bercanay (30.07.2015, 17:11)
Man muß den Arbeitgeber informieren, wenn man eine berufliche Nebentätigkeit aufnimmt und ggf. die Erlaubnis einholen, wenn da Konflikte bestehen können, nicht wenn man Nebeneinnahmen hat. Ebenso wenig muß man den Arbeitgeber informieren, wenn man eine Erbschaft antritt oder im Lotto gewonnen hat.

Ich bin zwar kein Arbeitsrechtler, aber wenn Du als Hobby Bücher veröffentlichst, dürften Deine Einkünfte nicht so hoch sein, daß man hier von einer beruflichen Nebentätigkeit sprechen kann. Gegebenenfalls müßten die Einnahmen bei der Steuer angegeben werden, aber da kenne ich mich noch weniger aus als im Arbeitsrecht. ;-)

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Richard Bercanay
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Re:

von Richard Bercanay (30.07.2015, 17:13)
Noch zur Ergänzung: Schau mal in den Arbeitsvertrag, auch dort finden sich Hinweise darauf, wie berufliche Nebentätigkeiten zu handhaben sind. So lange Du allerdings nur Hobbyautor bist, dürftest Du davon nicht betroffen sein. Gegebenenfalls wäre auch bei der Veröffentilchung ein Pseudonym sinnvoll, wenn Du Probleme mit dem Arbeitgeber fürchtest, denn - immer Vorausgesetzt, Du betrachtest Deine Schreiberei nicht als berufliche Tätigkeit sondern als Hobby - was Du in Deinem Privatleben machst, geht den Arbeitgeber nichts an.

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SonjaBausB
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Re:

von SonjaBausB (30.07.2015, 17:34)
Vielen Dank für diese kompetente Auskunft!

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Thorsten Lux
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Re:

von Thorsten Lux (02.12.2016, 16:00)
Richard Bercanay hat geschrieben:
Gegebenenfalls müßten die Einnahmen bei der Steuer angegeben werden, aber da kenne ich mich noch weniger aus als im Arbeitsrecht. ;-)


Schade eigentlich, denn mit dieser Frage versuche ich mich momentan auseinanderzusetzen.

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (02.12.2016, 16:36)
Hallo Thorsten,

selbstverständlich muss jeder eingenommene Cent (aus Bücherverkauf - im konkreten Fall) dem Finanzamt gemeldet werden.
Du erstellst eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, in der du sowohl die Margen oder ggf. ´Direktverkäufe einträgst, als auch - auf der Ausgabenseite - die Ausgaben (Kosten) für BoD, fürs Cover, fürs Lektorat und ggf. nachgewiesene Werbemaßnahmen.
Unterm Strich hast du denn entweder ein Plus oder ein Minus.

Haifischfrau
NEU: Nach dem Sturm. Die Hypothek der Friedenskinder. www.maryanne-becker.de

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Mayk
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Re:

von Mayk (14.12.2016, 14:49)
Nebentätigkeiten müssen dem AG gemeldet werden. Aus Fairnessgründen sollten sie es auch, vor allem, wenn sie Konfliktpotential bergen könnten. Wenn du z.B. für einen katholischen Arbeitgeber tätig bist und zugleich Liebesgeschichten mit homosexueller Thematik verfasst, sollte man das beichten, bevor es andere tun, und dann ggf. abwägen, welcher Job einem wichtiger ist.
Es empfiehlt sich auch, wenn man für Lesungen u.s.w. kurzfristig mal freinehmen möchte.

Versteuert werden muss alles! Ich habe einen Gewerbeschein als freier Autor, aber m.W. braucht man den nicht unbedingt, solange man nicht zusätzlich im Auftrag anderer Leute nebenher schreibt. (Ist bei mir der Fall, daher brauchte ich ihn.)

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Richard Bercanay
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Re:

von Richard Bercanay (14.12.2016, 16:04)
Mayk hat geschrieben:
Versteuert werden muss alles!


Es sei denn, man liegt mit seinen Einnahmen unter dem Steuerfreibetrag. Wenn Du zum Beispiel Student bist, eine Nebentätigkeit neben dem Studium hast und Bücher veröffentlicht, mußt Du ohnehin keine Steuern zahlen, wenn Du mit Deinen Gesamteinnahmen unterhalb des Steuerfreibetrags von ... ähem, irgendwas in der Gegend von 9000 bis 10000 Euro im Jahr liegst.

Wenn Du ohnehin bereits steuerpflichtiges Einkommen hast, mußt Du natürlich auch die Einnahmen aus den Buchverkäufen angeben.

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