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Lektorat_Heneka
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Re:

von Lektorat_Heneka (02.03.2015, 17:50)
Da stimme ich dir zu, liebe Monika. Sogar voll und ganz.
Und die wenigsten Bücher (auch außerhalb des BoD) bringen die Kosten mit ihrer ersten Auflage wieder rein.

Und was das Urteilen angeht: Ist das in Foren nicht immer so? Egal was man schreibt, irgendwer hat immer was zu meckern dozey:

Viele DKZVs sind eine Katastrophe, aber es gibt erstaunlich viele und das Geschäft scheint zu florieren. Und ich finde es auch immer sehr schade, wenn Leute damit auf die Nase fallen. Meistens trifft es ja die, die mit der Branche noch keine Berührungspunkte hatten und gar nicht wissen was ein DKZV ist.

Vielleicht müsste man generell mal mehr auf die Option eines Gutachtens aufmerksam machen?
Das kostet weit, weit, weit weniger als ein Lektorat oder ein DKZV. Und gerade, wenn ein Autor noch sehr am Anfang seines Schaffens steht, kann es eine wundervolle Hilfe sein und Anstöße in die richtige Richtung geben.

Aber nartürlich ist auch hier Vorsicht geboten. Vorher nachfragen, welche Aspekte berücksichtigt werden oder am besten selbst sagen, wo man seine Schwächen vermutet.
Am Ende kommt dann (im Regelfall) ein mehrseitiger, gut gegliederter Aufsatz dabei heraus, der Stärken und Schwächen aufzeigt sowie Empfehlungen gibt.
Der Stift ist das schwerste Werkzeug der Welt. [Robert Wilson]

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (02.03.2015, 18:26)
Lektorat_Heneka hat geschrieben:
Und was das Urteilen angeht: Ist das in Foren nicht immer so? Egal was man schreibt, irgendwer hat immer was zu meckern


Ich mecker nicht. Ich wehre mich nur dagegen, dass meine erbrachte Arbeitsleistung im Rahmen eines Korrektorates aufgrund des angebotenen Preises als "minderwertig" klassifiziert wird.

Eine Aussage wie

Billigangebote sind - egal ob im Textbereich oder bei sonstigen Waren und Dienstleistungen - immer nicht in Ordnung.


halte ich persönlich für grenzwertig. Ich offeriere genau das: Ein Billigangebot für ein Korrektorat - und jetzt lerne ich gerade, dass das "immer nicht in Ordnung" ist. Ich liefere also Sch**** ab! Das ist starker Tobak!

Bislang war ich der Auffassung, den Leuten hier im Forum eine kostengünstige Möglichkeit anzubieten, einen weitestgehend fehlerfreien Text zu bekommen. Ist das nicht gewünscht?

Was ich auch gerade gelernt habe, ist die scheinbare Abhängigkeit von Qualität und Preis. Wenn ich eine Leistung für 90,- Euro anbiete, ist sie von minderer Qualität; würde ich für die gleiche Leistung 700,- Euro verlangen, wäre sie eine Spitzenleistung. Kann ich - ehrlich gesagt - nicht so ganz nachvollziehen. Wenn ich sogar 1.500,- Euro nehmen würde, wäre ich dann doppelt so gut wie ein Profi?

Ich ganz persönlich wehre mich entschieden dagegen, aufgrund meines hier angebotenen Preises so brutal von dir in der gelieferten Qualität herabgestuft zu werden.

Ich frage mich auch gerade, was eigentlich jene Leute hier im Forum denken, wenn sie für ein fremdes Buch einen Flyer basteln und dafür 30,- oder 50,- Euro nehmen, während ein entsprechendes Werbebüro das Zehnfache an Geld nehmen würde. Heißt es da dann auch: "Billigflyer für 50 Euro - das kann nur mindere Qualität sein!"

@ Monika K.

Was mich hier im Forum immer wieder erstaunt: Einerseits wird fast allen Autoren ständig eingeredet, dass sie unbedingt Geld in ein Korrektorat stecken sollten. (Ich empfehle es nur ab einer bestimmten Fehlerdichte.)


Ich persönlich fordere niemanden auf, Geld in ein Korrektorat zu stecken. Ich biete allenfalls etwas an (viel zu billig, wie ich jetzt gelernt habe - oder genau zum richtigen Preis, weil ich mindere Qualität abliefere). Ich fordere die Leute viel lieber auf, korrektes Schriftdeutsch zu lernen, damit man sich das Geld für ein Korrektorat sparen kann. Wer das aber nicht will, kann oder möchte, dem bleiben nur zwei Möglichkeiten: Entweder ein Buch mit Fehlern zu veröffentlichen oder sich einen Korrektor zu suchen. Im zweiten Fall ist es dann oft eine Frage des Kapitals (und der Kalkulation), ob man sich einen Korrektor leisten kann oder nicht. Viele können das nicht. 700,- Euro sind für manchen das Geld, von dem sie einen ganzen Monat leben müssen. Wie sollen diese Leute an ein vernünftiges Korrektorat kommen? Klar, Freunde fragen, Familienangehörige, Nachbarn. Wenn die es denn wirklich können. Und kostenlos machen. Was aber, wenn nicht?
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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Klonschaf
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Re:

von Klonschaf (02.03.2015, 18:51)
Topqualifizierte Altruisten sind natürlich die Ausnahme!


:D :wink: cheezygrin

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (02.03.2015, 19:02)
@ Siegfried

Ich glaube, dass du ein paar Sachen zu sehr auf dich beziehst und ebenfalls Korrektorat und Lektorat vermischst. Du bietest doch gar kein Profi-Lektorat an, sondern u. a. ein günstiges Korrektorat, über das ich bis jetzt noch nichts Schlechtes gehört habe. Im Gegensatz zu dir finde ich es nämlich völlig normal, dass beim Korrektorat ein paar Fehler übersehen werden - besonders dann, wenn sehr viele gefunden wurden. Ich glaube an eine friedliche Koexistenz der verschiedenen Dienstleistungsangebote in diesem Forum. Da ist für jeden Anspruch und jeden Geldbeutel etwas dabei. Und ich sehe euch beide gar nicht als direkte Konkurrenten, da ihr verschiedene Zielgruppen für eure Angebote habt.

Natürlich wäre es schön, wenn die Autoren sich etwas mehr in die Rechtschreibung und Zeichensetzung einarbeiten würden, aber wer das nicht kann oder will, findet hier alle möglichen Dienstleistungsangebote. Eigentlich ist es doch sehr großzügig von BoD, dass diese hier so offen erwähnt werden dürfen, denn damit macht ihr BoD Konkurrenz. Du hast mir noch nie ein Korrektorat empfohlen. Dich meinte ich auch nicht, sondern andere, die eine Veröffentlichung ohne Korrektorat pauschal als minderwertig hinstellen, ohne genauer zu differenzieren. Allerdings sprichst du auch gern mal ganz allgemein von den schlechten Deutschkenntnissen der Autoren. Damit sind ja streng genommen auch alle gemeint. Also doch Korrektorat für alle? Aber lassen wir das. Ich will nicht kleinlich sein.

Und sieh es doch mal von dieser Seite: Du verlangst niedrige Preise, weil es für dich nur ein Nebenjob ist. Für die Autoren ist das super, und sie sind dir sicher sehr dankbar. Aus der Sicht eines Lektors, der davon leben will, machst du jedoch die Preise kaputt. Ganz knallhart gesagt machst du nichts anderes als Amazon mit den Buchhandlungen. Da darfst du dich nicht wundern, wenn man versucht, sich durch Alleinstellungsmerkmale von dir abzugrenzen. Ich wäre an deiner Stelle großzügig und würde souverän über den einen oder anderen Satz hinwegsehen. Dir nimmt hier keiner was weg.

Gruß,
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

(Übersetzung: Besser ein weiser Narr, als ein närrischer Weiser.)

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (02.03.2015, 23:08)
Monika K. hat geschrieben:
@ Siegfried

Ich glaube, dass du ein paar Sachen zu sehr auf dich beziehst und ebenfalls Korrektorat und Lektorat vermischst.


Ich hoffe, dass ich das nicht getan habe. Was ich hier im Forum angeboten habe, war ein Korrektorat. Das beschränkt sich auf Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung.

Was "Lektorat_Heneka" anbietet, ist ein Lektorat, das ein Korrektorat enthält (siehe dortige Webseite).


Monika K. hat geschrieben:
Du bietest doch gar kein Profi-Lektorat an, sondern u. a. ein günstiges Korrektorat, über das ich bis jetzt noch nichts Schlechtes gehört habe.


Ich lese da was anderes:

Lektorat_Haneka hat geschrieben:
Bei Dumping-Angeboten wäre ich als Autor immer sehr vorsichtig.


Mein Angebot ist ein Dumping-Angebot. Folglich liegt hier die Aufforderung in der Luft, "sehr vorsichtig" zu sein.

Lektorat_Haneka hat geschrieben:
Denn: Wer zu billig arbeitet, muss das durch Masse ausgleichen. [...] Mehr Masse also gleich weniger Konzentration gleich schlechtere Arbeit.


Ich arbeite "zu billig" (aus Sicht der Profi-Lektoren im Teilbereich Korrektorat). Also mache ich auf Masse = weniger Konzentration = schlechtere Arbeit.

Lektorat_Haneka hat geschrieben:
Billigangebote sind - egal ob im Textbereich oder bei sonstigen Waren und Dienstleistungen - immer nicht in Ordnung.


Für mich der Kernsatz der ganzen Diskussion. Ich mache hier etwas, was ganz und gar nicht in Ordnung ist.

Monika K. hat geschrieben:
Und ich sehe euch beide gar nicht als direkte Konkurrenten, da ihr verschiedene Zielgruppen für eure Angebote habt.


Das sehe ich auch so. Aber die Aussage "Niedriger Preis = schlechte Qualität" bleibt auch bei unterschiedlichen Zielgruppen als heftiger Vorwurf im Raum stehen.

Monika K. hat geschrieben:
Aus der Sicht eines Lektors, der davon leben will, machst du jedoch die Preise kaputt.


Mache ich das? Welcher der Autorinnen und Autoren, denen ich beim Korrektorat unter die Arme gegriffen habe, wäre ein potentieller Kunde für Profi-Lektoren geworden? Meine Vermutung: Keiner!

Monika K. hat geschrieben:
Da darfst du dich nicht wundern, wenn man versucht, sich durch Alleinstellungsmerkmale von dir abzugrenzen.


Abgrenzen? Ja, herzlich gerne! Wenn man etwas anbietet, was ich nicht leisten will. Aber hier geht es um die Aussage "günstige Preise = schlechte Leistung".

Monika K. hat geschrieben:
Ich wäre an deiner Stelle großzügig und würde souverän über den einen oder anderen Satz hinwegsehen. Dir nimmt hier keiner was weg.


Es geht nicht ums Wegnehmen - es geht um die Abqualifizierung.

Lektorat_Haneka hat geschrieben:
Wenn man die Zeit nimmt, die man braucht, um 120 Seiten ordentlich Korrektur zu lesen, davon alles abzieht, was in der Selbständigkeit an Abgaben so anfällt, dann bleibt von den 700 Euro nicht einmal ein Drittel übrig. Und davon muss man leben. Das hat einfach auch was mit Fairness zu tun.


Nun, ich übe mich jetzt in Fairness:

Ab sofort ist mein Angebot, Texte einem Korrektorat zu unterziehen und dafür als Preis 0,50 Euro je angefangene 1.000 Zeichen zu verlangen, hinfällig. Ich ziehe dieses Angebot mit sofortiger Wirkung zurück und nehme auch keine weiteren Aufträge mehr an. Denn ich bin nicht bereit, aufgrund meiner Preisgestaltung weiterhin mit dem Vorwurf, ich würde mindere Qualität abliefern, hier aktiv zu sein.

Sollte jemand hier im Forum für sein On-Demand-Buch ein Korrektorat benötigen, bitte ich ihn/sie, sich vertrauensvoll an "Lektorat_Haneka" oder einen anderen Lektor/Korrektor des VdLL zu wenden. Die Preise mögen dann vielleicht fünf- oder siebenmal höher sein als bei mir, aber dafür erhaltet ihr vermutlich eine bessere Qualität.


Bestehende Aufträge werden natürlich zu den abgesprochenen Konditionen ausgeführt.

Ich lasse mir hier nicht vorwerfen, aufgrund meine Preise schlechte Qualität abzuliefern.
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (03.03.2015, 09:24)
Lieber Siegfried,

ja, lass mal wieder Unbeteiligte büßen. Dafür und für deine sinnlosen Löschaktionen bist du ja inzwischen bekannt. Wie man sich seinen eigenen Ruf aus solch nichtigen Gründen so gründlich ruinieren kann, werde ich wohl nie verstehen, aber mach das ruhig, wenn es dir Freude macht. Ich versuche in Zukunft nicht mehr, dich daran zu hindern, denn das wird von dir ja doch nur als zusätzlicher Angriff verstanden. Deshalb gehe ich auch gar nicht weiter auf deine fantasievolle Interpretation meiner obigen Sätze ein. Dafür ist mir meine Zeit zu schade. Ich bin aus anderen Gründen hier.

Gruß,
Monika
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (03.03.2015, 10:28)
Monika K. hat geschrieben:
[...] aus solch nichtigen Gründen [...]


Eine Abqualifizierung meiner Arbeitsleistung mit dem Argument "billig = immer schlecht" ist für mich kein nichtiger Grund, sondern inakzeptabel.

Und "büßen" andere? Die Leistung "Korrektorat" bleibt doch bestehen, nur eben bei einem anderen Anbieter, der sagt, dass der Preis eine Aussage über die Qualität der Leistung ist. Da ich offenbar keine Qualität liefern kann (begründet durch den Preis), "büßt" auch niemand, wenn ich nichts mehr mache. Denn wer will schlechte Qualität?
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Klonschaf
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Re:

von Klonschaf (03.03.2015, 10:49)
Siegfried, ich kann schon nachvollziehen, was dich nervt.

Allerdings stimmt die Aussage für Berufslektoren schon. Wenn jemand wirklich seinen Lebensunterhalt mit derartigen Arbeiten verdient, muss er bei niedrigem Preis halt schneller arbeiten und weniger sorgfältig arbeiten, um das gleiche Geld zu kommen.


Du bist hier halt ein Sonderfall, ich denke mal, das haben alle verstanden.

Es reicht ja, darauf hinzuweisen, dass du hier sozusagen unter anderen Vorzeichen startest.

Bardioc
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Re:

von Bardioc (03.03.2015, 12:05)
Lektorat_Heneka hat geschrieben:
Es geht nicht immer nur um "minderwertig" oder nicht. Billigangebote sind - egal ob im Textbereich oder bei sonstigen Waren und Dienstleistungen - immer nicht in Ordnung.

Was heißt das? Sind sie qualitativ nicht in Ordnung (Woher wissen Sie das?) oder moralisch? Für den letzteren Fall: Wir leben in einem (angeblich) freien Land, hier gilt das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Wenn Sie eine Leistung anbieten, die so teuer ist, daß sie niemand bezahlen kann, werden sie nichts verkaufen. Sie müssen entweder billiger werden oder sich einen neuen Job suchen.

Aber das hat mit Nachhaltigkeit und Wertschätzung und Verantwortung zu tun und ist hier nicht Thema.

Das hat auch damit zu tun, aber nicht nur.

Menschen im VfLL leben von ihrer Tätigkeit. Und es kann sehr frustrierend sein, sich permanent für seine Preise rechtfertigen zu müssen.

Ich ''lebe'' auch davon, daß ich bei Gelegenheit eine Abschlußarbeit Korrektur lese, leben kann ich davon nicht. Die Leute, die zu mir kommen, würden sich eine professonelle Korrektur nicht leisten können.

Wenn man die Zeit nimmt, die man braucht, um 120 Seiten ordentlich Korrektur zu lesen, davon alles abzieht, was in der Selbständigkeit an Abgaben so anfällt, dann bleibt von den 700 Euro nicht einmal ein Drittel übrig. Und davon muss man leben.

Ich habe mal für die Korrektur einer Arbeit dieser Größenordnung (aber mit dicht beschriebenen Seiten) 300 Euro bekommen, dafür ging ein ganzes Wochendende drauf.
So ziemlich jeder Satz enthielt mehrere schwere grammatische Fehler. Die Arbeit mußte innerhalb weniger Tage erledigt werden (Abgabetermin).

Das hat einfach auch was mit Fairness zu tun.

Das Geld ging für die Krankenkasse drauf. Finden Sie es richtig oder fair, wenn jemand, der sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten muß, einen Krankenkassenbeitrag bezahlen muß, so als ob er über 900 Euro monatlich verdienen würde? Ich nicht!

Was die Fairneß in Deutschland angeht, siehe hier.

Hier ein anderer Aspekt des Problems Krankenkassenbeitrag:

http://www.change.org/p/bundesministerium-für-gesundheit-rettet-die-kindertagespflege

Wir möchten den Kindern gerne weiterhin die Betreuung in kleinen Gruppen ermöglichen. Bei diesen Bedingungen wird es uns zunehmend schwerer gemacht. ... Die einkommensabhängige Berechnung der Krankenkassenbeiträge, die die realen Gewinnen zugrunde legt, liegt uns am Herzen. Die wenigsten von uns sehen diese Arbeit als Hobby an. Viele unserer Kollegen und Kolleginnen hängen mit Leib und Seele an ihrem Beruf. Das Gefühl, dass uns der Boden unter den Füßen weg gezogen werden soll, lässt sich nicht verdrängen. Unsere Eltern fühlen sich im Stich gelassen. Suchten sie doch eine familiäre Betreuung für ihre Kinder.


Und da ich zu dieser Berufsgruppe gehöre, werde ich natürlich immer dafür plädieren, sich an die Kollegen zu wenden, die das hauptberuflich machen, sich fortgebildet haben, in ihr Wissen und Können investiert haben, etc. Klar, kann ich mir von meiner Mutter die Haare schneiden lassen. Kriegt die bestimmt auch hin. Aber die meisten gehen dann doch zum Frisör. Gleiches Prinzip.

Es wäre natürlich viel besser, wenn die Welt fair wäre. Ist sie aber nicht, leider! Studenten können sich ein professionelles Korrektorat oder Lektorat einfach nicht leisten. Der Zeitdruck ist sehr groß. Wären Sie bereit, die Nacht durchzuarbeiten? Haben Sie Fachkenntnisse im jeweiligen Studiengang? Setzen Sie sich mit den Leuten nächtelang hin und versuchen zu verstehen, was eine ausländische Studentin ausdrücken will, Satz für Satz, um das dann in verständlichem Deutsch auszudrücken? Und das für 300 Euro pauschal für 200 Seiten und einer Woche Arbeit bis in die Nacht?
Diese Studentin sagte mir, daß sie die Arbeit vorher einer Germanistin zur Korrektur gegeben hätte, diese aber die Sache aufgegeben hätte. Ich bin kein Germanist. Ich muß mich mit solchen Arbeiten über Wasser halten, mehr schlecht als recht.

Dir als Hobby-Korrektor wird es egal sein, ob du 4 oder 12 Stunden an einem Text sitzt und 2 Euro die Seite nimmst - wenn du das hauptberuflich machst, ist es das nicht mehr. Und je nach "Krautigkeit" des Textes, kann auch aus einem normalen Korrektorat eine etwas längere Odyssee werden.

Ich würde auch lieber etwas anderes machen als kryptische Texte zu ''korrigieren'', von Leuten, die Deutsch schreiben, aber in ihrer jeweiligen Muttersprache (z. B. Spanisch, Amharisch, Tigrigna, Japanisch) denken.
Zuletzt geändert von Bardioc am 04.03.2015, 12:26, insgesamt 7-mal geändert.

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (03.03.2015, 12:26)
Na, wenn sich schon erklärte Gegner der neuen Rechtschreibung regelmäßig mit einem Korrektorat etwas dazuverdienen, dann wundert mich langsam gar nichts mehr. dozey:
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

(Übersetzung: Besser ein weiser Narr, als ein närrischer Weiser.)

Bardioc
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Re:

von Bardioc (03.03.2015, 13:57)
Monika K. hat geschrieben:
Na, wenn sich schon erklärte Gegner der neuen Rechtschreibung regelmäßig mit einem Korrektorat etwas dazuverdienen, dann wundert mich langsam gar nichts mehr. dozey:


Wenn schon die erfahrene Germanistin das Handtuch wirft ...

Ob Sie es glauben oder nicht, Monika, Rechtschreibfehler sind relativ selten, dank der Rechtschreibprüfung von Word. Die üblichen Reformdummheiten -- insbesondere das ss --, korrigiere ich nicht. Alles andere (Kommasetzung, GKS) merken die Leser ja sowieso nicht -- die Professoren sind alle mit der klassischen RS aufgewachsen -- oder kommt in diesen Texten nicht vor. Weiterhin ist die Reform selbst uneinheitlich, läßt Varianten zu, oder die Regeln sind unbrauchbar. Außerdem verwenden unterschiedliche Medien unterschiedliche Orthographien (Hausorthographie), so daß es zur Zeit im deutschsprachigen Raum eh keine einheitliche RS mehr gibt. (Ein Text kann nur gewinnen, wenn klassische RS verwendet wird.) Außerdem gilt die sog. Rechtschreibreform nur für die Schule, außerhalb der Schule dürfen die Leute schreiben wie sie wollen (Urteil des Bundesverfassungsgerichts). Dann gibt es auch Leute, die auf eine korrekte RS weniger Wert legen, egal welches Regelwerk, oder die einen Korrekturvorschlag (Zusammenschreibung) ablehnen (obwohl dadurch der Satz eine falsche Bedeutung bekommt), weil Word Getrenntschreibung vorgibt. Die Hauptprobleme der von mir korrigierten Arbeiten sind Kasuskongruenz, Syntax und wie man einen bestimmten Sachverhalt im Deutschen ausdrückt. Einmal war sogar eine Übersetzung aus dem Japanischen notwendig.

Übrigens, lesen Sie bitte meinen Beitrag etwas genauer, da habe ich nichts von ''regelmäßig'' geschrieben, ganz im Gegenteil. Ich hatte bisher immer nur Nichtmuttersprachler, und da ist die Rechtschreibung das geringste Problem.

Zu diesem Thema sollte man sich generell fragen, wie es sein kann, daß etwas, was für hundert und mehr Jahre richtig war, heute plötzlich falsch ist. Daß längst veraltete Schreibweisen einem plötzlich wieder als ''richtig'' angedreht werden und daß man kaum (es gab einige wenige) wissenschaftliche Untersuchungen über die Folgen insbesondere für die Schüler durchgeführt hat. (Und die, die man durchgeführt hat, bestätigen, daß die Reform das ''heilige Ziel'' der Vereinfachung nicht erreicht hat und es den Schülern sehr viel schwerer macht.) Ist doch offensichtlich, daß da was nicht mit rechten Dingen zugeht. Ich würde mich unter diesen Umständen schämen, Reformschrieb anzuwenden!

Übrigens, ein enger Mitarbeiter von Theodor Ickler ist auch Korrektor!
Zuletzt geändert von Bardioc am 03.03.2015, 17:16, insgesamt 5-mal geändert.

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Re:

von Haifischfrau (03.03.2015, 16:40)
Ich wundere mich. Nicht über Siegfrieds Verärgerung (die kann ich verstehen), sondern darüber, wie hier eine Dame mit der Bezeichnung "Lektorat" in ihrem Namen hohe Preise mit guter Qualität bzw. niedrige Preise mit schlechter Qualität gleichsetzt UND selbst hier in simplen Texten eine gewisse sprachliche Schludrigkeit an den Tag legt. "Immer nicht" - was ist das denn für ein Deutsch? Wir haben für diese Aussage das kleine, feine Wörtchen "NIE" zur Verfügung! Auch eine Verwechslung von "als" und "wie" sollte einer Lektorin nicht passieren - vor allem dann nicht, wenn sie behauptet, allein die Preisgestaltung garantiere schon Qualität.

Siegfried, letzten Endes sollte dich das nicht tangieren :wink:

Haifischfrau

Die für keines ihrer Bücher irgendwelche Kosten hätte durch den Verkauf ausgleichen müssen
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

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Re:

von Monika K. (03.03.2015, 17:41)
Haifischfrau hat geschrieben:
"Immer nicht" - was ist das denn für ein Deutsch? Wir haben für diese Aussage das kleine, feine Wörtchen "NIE" zur Verfügung!

Das ist Duden-Deutsch. angle: Wenn dir der Ausdruck "immer nicht" nicht gefällt, ist das natürlich deine Sache. Ich verwende ihn auch nur sehr selten und nur dann, wenn ich etwas ganz Bestimmtes ausdrücken möchte. Aber der Duden führt folgendes Beispiel auf:
"sie ist immer nicht ([fast] nie) anzutreffen"
Quelle:
http://www.duden.de/rechtschreibung/imm ... dauernd_je

Haifischfrau hat geschrieben:
Auch eine Verwechslung von "als" und "wie" sollte einer Lektorin nicht passieren

Bitte zitiere die entsprechende Stelle. Ich kann sie leider spontan nicht finden.

Gruß Monika
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Richard Bercanay
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Re:

von Richard Bercanay (03.03.2015, 19:00)
@ Siegfried

Bitte lasse Dich nicht auf diese Verbindung »hoher Preis = gute Leistung; niedriger Preis = schlechte Leistung« ein. Jede Leistung ist individuell hat ihre Nachfrager. Und warum sollen Autoren leer ausgehen, die sich ein teures Lektorat/Korrektorat nicht leisten können, egal, ob es gut oder schlecht ist?

Denk diesen Gedanken doch bitte mal zu Ende! Denn dann müssen wir unsere Bücher für mindestens 100 Euro pro Stück anbieten um uns nicht dem Verdacht auszusetzen, sie seien schlecht.

Meine persönliche Erfahrung ist: Man kann gute Leistungen zu niedrigen Preisen und auch schlechte Leistungen zu hohen Preisen erhalten. Also stecke bitte Deine Energie nicht in eine solche fruchtlose Auseinandersetzung sondern lieber in Deine Kreativität. Ich denke, hier wissen zumindest alle Alteingesessenen, daß Du in Sachen Korrektorat und Lektorat eine gute Leistung anzubieten hast!

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Richard Bercanay
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Re:

von Richard Bercanay (03.03.2015, 19:08)
Nur makellose Texte wirken professionell. (Quelle: http://www.text-lektorat-koeln.com/korrektorat/ (Homepage Lektorat_Heneka)


Der Anspruch ist aber hoch. Makellos. Ich habe letztens selbst in universitären Lehrbüchern der 30. Auflage einzelne kleine Fehler gefunden, was der Professionalität des Textes keinen Abbruch getan hat aus meiner Sicht. Ärgerlich sind solche Fehler immer, aber mit dem Anspruch der Makellosigkeit anzutreten, halte ich für reichlich hochgegriffen. Was, wenn er nicht erfüllt werden kann druch das Korrektorat? Wenn auch nach der Zahlung von € 700 der Text noch Makel hat?

Wie oben geschrieben, es ist immer eine individuelle Leistunge, die zudem wohl auch von der Tagesform abhängt. Da sollte man die Ansprüche oder Versprechen nicht zu hoch hängen, denn passieren kann immer was.

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