BoD Lektorat und Korrektur und Bod Profi

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matthiasgerschwitz

Re: Meine Erfahrungen

von matthiasgerschwitz (03.11.2007, 13:28)
hawepe hat geschrieben:
Bloss Freunde und Verwandte zu finden, die Zeit und Lust dazu haben und die deutsche Sprache wirklich gut beherrschen - das ist nicht so einfach.


Stimmt.

Ich hatte das Glück, meinen ehemaligen Deutschlehrer gewinnen zu können (der mit Begeisterung seinen Rotstift wieder hervorholte :lol: ) sowie eine Freund, der ebenfalls Germanist ist. Und beide haben sich perfekt ergänzt. Jeder hat was anderes gefunden ... - und wir sind immer noch Freunde...

thumbbup

Beste Grüße
Matthias

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hawepe
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Re:

von hawepe (03.11.2007, 14:10)
Hallo Hans,

hwg (Moderator) hat geschrieben:
Zwischen Lektorat und Korrektur besteht ein großer Unterschied! Während ersteres hauptsächlich auf das Stilempfinden angewiesen ist, gibt es für zweiteres jede Menge an Regeln (die sich inzwischen ja mehrfach geändert haben).


Eigentlich soll auch der Lektor auf Rechtschreibung und Zeichensetzung achten und Fehler korrigieren.

Der Korrektor sollte urspruenglich ganz wesentlich zwischen dem Manuskript und der Blaupause vergleichen.

Ich habe in einem Betrieb gelernt, der sich noch mehrere Korrektoren leistete, und dort (und wie ich hoerte auch andernorts) war es ueblich, dass Abweichungen vom Manuskript rot und vom Korrektor gefundene Fehler oder Verbesserungsvorschlaege gruen gekennzeichnet wurden.

Für nicht professionelle Korrektoren ist es notwendig, die international gebräuchlichen Korrekturzeichen zu beherrschen, ansonsten werden die Setzer in der Druckerei in den Wahnsinn getrieben :lol: .


Bloss koennen selbst manche Lektoren diese Zeichen nicht mehr. Ich bekomme immer wieder Texte zum Setzen, bei denen ich rueckfragen muss, weil die Phantasiezeichen mehrere Deutungen zulassen.

Deshalb sind Wörterbuch, Synonymelexikon und dergleichen trotz aller technischen Möglichkeiten - aus meiner Sicht jedenfalls - unerlässlich.


Und wenn sie dann auch noch benutzt werden ... :-)

Beste Gruesse,

Heinz.

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hawepe
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Re:

von hawepe (03.11.2007, 14:16)
Hallo Chris,

ChrisK hat geschrieben:
Sorry, aber auf eine elektronische Rechtschreibprüfung würde ich mich nie verlassen. Auch die besten lassen eine erkleckliche Menge Fehler durch.


Natuerlich darf man sich nicht darauf beschraenken, aber ich waere oft schon froh, wenn wenigstens diese benutzt wuerde.

Haeufig bekomme ich Texte, ueber die erkennbar nie eine Rechtschreibkontrolle gelaufen ist.

Je mehr Fehler bereits durch die Rechtschreibkontrolle eliminiert wurden, desto leichter faellt es dann auch, weitere Fehler zu finden. Meine Erfahrung ist jedenfalls, dass zumindest die weniger auffaelligen Fehler sonst leicht untergehen.

Beste Gruesse,

Heinz.

hwg
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Re:

von hwg (03.11.2007, 14:23)
Guten Tag Heinz,

ja, auch bei den Zeitungen sind die Korrektoren wegrationalisiert worden, jetzt müssen die Redakteure ihre Texte gegenseitig lesen, falls überhaupt Zeit dafür vorhanden ist. Im Verlagswesen und in den Druckereien sind die Jahre der "Blaupause" längst zur Legende geworden, so wie viele andere Begriffe auch. Wer misst heute noch nach Punkt und Cicero? :lol:

Wir zwei "alte Hasen", wenn Du diese Bezeichnung gestattest, brauchen der "guten alten Zeit" aber nicht nachzutrauern. Trotz meine Technik-Begriffsstützigkeit schätze ich die Arbeit am PC und mit dem Internet. Die Erinnerungen bleiben jedoch aufrecht - und manchmal tippe ich eine Story auf einer der alten mechanischen Schreibmaschinen, welche ich nach wie vor hege und pflege.

Gruß Hans

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hawepe
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Re:

von hawepe (03.11.2007, 15:48)
Hallo Hans,

hwg (Moderator) hat geschrieben:
Im Verlagswesen und in den Druckereien sind die Jahre der "Blaupause" längst zur Legende geworden, so wie viele andere Begriffe auch. Wer misst heute noch nach Punkt und Cicero? :lol:


Was wollte man heute auch noch mit Blaupausen anfangen? Da niemand mehr im Verlag (oder in der Redaktion) ein Manuskript abschreiben muss, koennen auch keine zusaetzlichen Fehler mehr auftauchen.

Wir zwei "alte Hasen", wenn Du diese Bezeichnung gestattest, brauchen der "guten alten Zeit" aber nicht nachzutrauern.


Dazu arbeite ich auch viel zu gerne mit dem PC :-)

Und ich habe mich frueher auch mehr als einmal geaergert, weil im Satz Fehler unterlaufen sind und voelliger Unsinn heraus, der dann natuerlich mit meinem Namen gezeichnet war und fuer den ich mir dann bei Lesern und Fachleuten bloede Sprueche anhoeren muesste.

Die Erinnerungen bleiben jedoch aufrecht - und manchmal tippe ich eine Story auf einer der alten mechanischen Schreibmaschinen, welche ich nach wie vor hege und pflege.


Auf einer mechanischen habe ich nur ganz kurze Zeit geschrieben. War ein Ungetuem von Bueroschreibmaschine, die sehr schnell einer elektrischen weichen musste. Gutes Papier war teuer, und so schrieb ich auf ziemlich schlechtem und oft auf Durchschlagpapier, in das die mechanische immer Loecher schlug. Schon als Schueler habe ich mir dann eine elektrische zusammengespart. Wichtigstes Utensil blieb aber bis zum PC der Klebstoff.

Bin ich froh, dass es Computer gibt - und Rechtschreibhilfen :-)

Beste Gruesse,

Heinz.
Zuletzt geändert von hawepe am 14.11.2007, 11:29, insgesamt 1-mal geändert.

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Yuki
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Re:

von Yuki (03.11.2007, 18:40)
Ich bin auch einen ählichen Weg wie Franz gegangen. Erst einmal habe ich noch mal alles gelesen und bin dabei mit einem Lineal unter den Wörtern lang gegangen, um zu sehen, ob auch wirklich das dort steht, was ich wollte. Außerdem habe ich den Satz danach einmal laut gelesen. Dann habe ich es meiner Mutter gegben und zwei Freundinnen (mit sehr guter Rechtschreibung), die dann auch noch einiges gefunden haben. Dann ging das ganze an den Verlag, der ebenfalls etwas gefunden hat, dann habe ich mein Musterbuch bekommen und noch einmal alles gelesen.
Im fertigen Buch sind jetzt noch 3 Tippfehler. Dabei hatten es 5 Leute in der Hand, aber ich bin damit eigentilch zufrieden. (Wer die Fehler findet und es mir sagt, hat sehr aufmerksam gelesen :wink: ) Ein ganz fehlerfreies Buch gibt es meiner Meinung nach nicht, egal wie oft es gelesen wird. Zumindest hatte ich noch keines in der Hand.

Also sollte man sich gut überlegen, ob man ein teures Korrektorat nimmt oder nicht einfach erst mal die Familie oder liebe Freunde fragt.

Jutta Ouwens
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Korrektorat

von Jutta Ouwens (04.11.2007, 14:26)
Hallo Kurt,
Du hast ja schon viele Tipps bekommen, ich werde mich also auf meine Erfahrungen mit PROFI und Korrektorat beschränken.
Mein Erstling ist seit September erhältlich und hat 340 Seiten. Für das Korrektorat habe ich 403 € bezahlt. Die Korrekturfahnen habe ich zweimal korrigiert, weil die Fehler, die durch die Korrektur entstanden sind und vorher nicht im Text waren, zum Teil sinnentstellend waren.
So wurde aus einem "weder...noch" Satz ein "weiter...noch" Satz,etliche Orthografiefehler sind durch die Korrektur erst entstanden.
Fazit: Nie wieder!
Mit PROFI war ich sehr zufrieden. Das Buch ist solide verarbeitet, Cover ansprechend und ich wäre also mit 900 € gut bedient gewesen.
Viel Erfolg und Grüße in die Schweiz,
Jutta

Kausde
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Re:

von Kausde (05.11.2007, 13:04)
Möglichst kein Geld für ein Lektorat auszugeben, ist meiner Meinung nach absolut am falschen Ende gespart. Ich kann zwar verstehen, wenn man sich bei den horrenden Preisen ziert, eines in Anspruch zu nehmen (ich bin entsetzt gewesen, als ich die Seitenpreise so mancher freien Lektorate im Internet gesehen habe), aber Freunde und Bekannte drüberlesen zu lassen, reicht in den seltensten Fällen. Die finden zwar bestimmt noch einige Fehler, aber gerade die Zeichensetzung ist selten wirklich sattelfest. Das hat nichts mit der Bildung oder der Intelligenz zu tun, das ist einfach ein vernachlässigtes Gebiet. Ich studiere Germanistik und weiß, wie viele Kommilitonen krasse Fehler machen – obwohl sie später mit Deutsch Geld verdienen wollen, ob als Lehrer oder im Verlag oder ähnliches.

Ich korrigiere und lektoriere privat und für einen kleinen Verlag (bei dem, wie es normalerweise sein sollte, das Lektorat für den Autor nichts extra kostet) und kann bestätigen, dass jeder Lektor seine Arbeit ein bisschen anders macht, auf bestimmte Dinge mehr Wert legt als auf andere. Und es gibt sehr viele Pfuscher im Gewerbe, was es schwierig macht, gute Leute zu finden. Die gibt es aber übrigens auch schon für weniger als 2-3 Euro pro Seite, am besten mal im Bekanntenkreis umhören – ich bin auch schon über drei Ecken vermittelt worden, und wenn das Ganze privat abläuft, kann man meistens sehr faire Preise aushandeln.

Um noch mal auf die Unterscheidung zwischen Korrektorat und Lektorat zu kommen: Jemand, der Korrektur liest, tilgt (möglichst alle) Rechtschreibfehler, Zeichenfehler und sonstige Flüchtigkeitsfehler. Ein Lektor tut dies alles UND achtet auf Stil, Logikfehler, Wiederholungen und so etwas. Deshalb ist Letzteres wesentlich umfangreicher und oft auch teurer.

Ich persönlich korrigiere am liebsten Manuskripte am PC; ich kenne zwar die Korrekturzeichen, aber ich empfinde den Weg über den ausgedruckten Text umständlicher, da ich anders die Korrekturen gleich selbst vornehmen kann (mit Markierung natürlich).

Das sollte jetzt keine Eigenwerbung sein; ich gebe nur zu bedenken, dass ein – einigermaßen ordentliches – Lektorat oder nur Korrektorat entscheidend dazu beiträgt, ob ein Buch lesbar ist oder nicht, völlig egal, wie der Inhalt so ist. Ich rezensiere ab und zu, da hatte ich schon Bücher, die vor Fehlern nur so gestrotzt haben und eine Zumutung waren. Egal wie gut oder unsicher jemand in Rechtschreibung und Zeichensetzung ist: Man merkt immer, wenn da Mist gebaut wurde, selbst wenn man die Fehler nicht benennen kann. Und wenn ein Text vom Formalen her extrem bescheiden ist, tun es sich nicht viele an, ihn des Inhalts wegen zu lesen. Das stört einfach zu krass.

hwg
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Re:

von hwg (05.11.2007, 15:56)
Guten Tag Kausde!

Deinem Beitrag ist grundsätzlich völlig zuzustimmen. Ich bin seit 40 Jahren "im Geschäft" :D , und da gibt es genügend interessante Erfahrungen im Laufe der Zeit zu sammeln. Manche Usancen haben sich ja geändert.

Lediglich in einem Punkt darf ich widersprechen: Auf dem Schirm zu korrigieren mag zwar für manche bequemer sein, gilt aus meiner Sicht aber nur für relativ kurze Texte. Ich korrigiere grundsätzlich nur auf ausgedruckten Manuskripten, übertrage die Korrekturen auf Wunsch jedoch auch auf den Bildschirm. Das ist aber - schon aus Zeitgründen - eine Kostenfrage.

Der Verlag, für den ich tätig bin, nimmt ohnehin nur Typoskripte auf Papier entgegen.

Kollegialen Gruß aus der Steiermark und viel Freude am Studium!

Kausde
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Re:

von Kausde (05.11.2007, 21:02)
Lieber hwg,

die erste Korrektur findet normal auch bei uns auf dem ausgedruckten Manuskript statt, da gebe ich dir Recht. Die Hauptarbeit tätige ich allerdings wirklich am Rechner, was vor allem eine Zeitfrage ist, wie du ja auch geschrieben hast. Im Endeffekt muss trotzdem noch mal über das gedruckte Manuskript geschaut werden, weil das Ganze in dieser Form doch noch mal ganz anders aussieht.

Um noch mal zum Thema zu kommen: Wenn man sich privat nach einem Lektorat umsieht, sollte man sich immer ein paar Probeseiten korrigieren lassen, um zu sehen, ob einem die Arbeit zusagt. Dieser Weg ist für beide Seiten wohl die sicherste. :)

Viele Grüße

resalp
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BoD Lektorat und Korrektur und Bod Profi

von resalp (09.11.2007, 10:14)
Hallo ihr fleissigen Schreiberlinge
Ganz herzlichen Dank für all die tollen Ratschläge, die ich auf meine Frage erhalten habe. Ich wede mir, oder habe schon, daraus eine Meinung bilden und dann so vorgehen. Ueber das Resultat werde ich später an dieser Stelle orientieren.
Uebrigens, eine tolle Sache, dieses Autorenpool-Forum!
Mit vielen Grüsse aus der Schweiz.
Kurt Blaser :D
Bücher, Kurzgeschichten, Gedichte und Fotos. Meine letztes Buch "Das sechste Zeichen", ein etwas anderer Krimi ohne viel Blut, aber trotzdem nicht minder spannend.
auch http://www.kurt-blaser.magix.net/website/

Friederieke Jakob

Re:

von Friederieke Jakob (12.11.2007, 20:15)
:twisted:
Zuletzt geändert von Friederieke Jakob am 08.12.2007, 22:46, insgesamt 1-mal geändert.

Kausde
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Re:

von Kausde (14.11.2007, 11:25)
Liebe Friederieke,

jetzt würde mich aber doch interessieren: War es in deinem Problemfall das BoD-Lektorat? So liest es sich aus deinem Beitrag heraus. Oder war es ein privates (die teilweise extrem überteuert sind, leider)?

Grüße

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rigoberto
Beiträge: 50
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Wohnort: Offenburg

Re:

von rigoberto (14.11.2007, 12:17)
Hallo miteinander,

ich halte Korrektorat und Lekorat für unabdingbar. Bei meinem Buch gab es jeweils zwei Durchgänge. Beim ersten bin ich mir vorgekommen wie in der Schule. Beim Korrektorat waren es Kleinigkeiten, die keinem meiner privaten Leser aufgefallen waren. Ich möchte jetzt auch nicht sagen, dass eines von beiden wichtiger sei. Bücher mit Rechtschreibefehlern ärgern mich genau so wie Bücher mit komplizierten nicht mehr nachvollziehbaren Sätzen oder unglaubwürdigen Personen. Da steigt der Leser aus. Und das wollen wir nicht wirklich.

Oma und Opa sowie Freunden traue ich kein Lektorat zu. Da fehlt für mich die Objektivität. Mein Lektorin kenne ich nur vom Telefon. Sie hat meinen Text nicht umgeschrieben, sondern an den Stellen, wo es nötig war, ergänzt oder rumgefeilt. Und das hat halt Geld gekostet. Aber, ich habe nach dem Druck keinen Fehler in der Erzählung gefunden. Da bin ich heilfroh.

Bei BOD habe ich keine Lektorats-Erfahrung. Habe aber bei Anrufen oft das Gefühl, dass das Geschäft im Vordergrund steht. Das will ich jetzt nicht kritisieren, das ist halt so. Beim Lektoratssuche muss man jemanden finden, der sich mit den Büchern identifiziert.


Ein weites Feld also. Aber wir können uns hier ja schön austauschen. :lol:

Bis die Tage

christoph
Es grüßt herzlich

Christoph

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Dalma Lee
Beiträge: 175
Registriert: 25.09.2007, 17:01

Re:

von Dalma Lee (14.11.2007, 13:32)
Gibt es denn ein Korrektorat was empfehlenswert ist?
Gerade bei wissenschaftlichen Arbeiten (natürlich auch bei Romanen) will ich mich lieber nicht nur auf Bekannte oder mich selbst verlassen.
Falls das posten von Links nicht erlaubt sein sollte -> eine PN bitte cheezygrin

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