BoD, Selbstverlag und die modernen Zeiten

Euer Forum für Diskussionen zum Thema Self-Publishing und Buchveröffentlichung.


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purple
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Re:

von purple (29.11.2011, 00:03)
Und ich Dussel denke die ganze Zeit, ich bin in einem Forum, in dem viele verschiedene Leute mit unterschiedlichem Background ganz entspannt über ein Thema diskutieren dürfen, einfach so... wie naiv von mir... blink3

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Perchta
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Re:

von Perchta (29.11.2011, 03:53)
Jede kostenpflichtig angebotene Dienstleistung oder Ware, ob Musikstück, Ponygeburtstag oder Buch verlangt nach einer gewissen Professionalität.


Sollte man meinen, nicht? Im Moment knabbere ich aber an der Erkenntnis, daß dem offenbar nicht unbedingt so ist. Anscheinend finden auch Bücher, die ich tatsächlich als objektiv mangelhaft einstufen würde (aufgrund rein formaler Kriterien, Rechtschreibung und Grammatik, noch ohne Betrachtung von "Stil" und Inhalt), ein Publikum. Dieses Publikum ist vielleicht nicht besonders groß, nur der erweiterte Kreis aus Freunden und Verwandten. Aber mal anders rum betrachtet: mehr Leute werden mein Buch auch nicht kaufen, ganz egal wieviel Mühe ich mir mit dem Schreiben gebe.
So gesehen, ist es - mein persönliches Ehrgefühl jetzt mal unberücksichtigt - vielleicht wirklich egal?

@ purple:
Mir persönlich ist es auch schleierhaft, warum anscheinend gute und fleißige Autoren, die es hier ja zur Genüge gibt, ob BoD oder nicht, glauben, sie müssten sich ständig mit denen vergleichen, die in ihren Augen unwürdig sind


Na, die Antwort hast du dir ja gerade selbst gegeben: :lol:

ist es nicht gerade die Tatsache, dass manche eben nur so mitlaufen, die dazu führt, dass man sich selbst erst recht pusht und sagt, ich zeige dem mal, wie man das macht und starte voll durch


Im Ernst: ich kenne das. Ich hab hier zwei, drei richtig schauderhafte Machwerke im Regal stehen - Regionalkrimis - BoD, ein Großverlag und ein Kleinverlag. Und immer, wenn ich wieder das Gefühl habe, ich verzweifle an meiner Schreibe, schaue ich da rein, ärgere mich und denke: Das schaffst du mit links und kommst nicht mal ins Schwitzen dabei. :twisted: - Aber das ist persönlicher Ehrgeiz. Verkaufen werde ich davon nicht ein Buch mehr.

Um mal wieder auf den Eingangspost zurückzukommen: Die These war, daß BoD und sonstige Formen der Selbstveröffentlichung in Zukunft als gleichwertiger Weg neben der klassischen Verlagsproduktion stehen werden. Das sehe ich bisher faktisch noch nicht. Und dabei spielen Qualitätskriterien meines Erachtens noch nicht mal die große Rolle, sondern der Zeit- und Geldaufwand, der dafür notwendig wäre, sich auf dem Markt zu plazieren. Mit dem bloßen Schreiben und den 39.- Euro plus Datenhaltungsgebühr, die sich die meisten Schreiberlinge für ihr Hobby gerne mal leisten, ist es bei BoD jedenfalls nicht getan.
Wer diesen zusätzlichen Aufwand nicht erbringen kann oder will, der schreibt eben weiter für Onkel, Tanten und Kumpels. Und denen scheint die Zahl der Kommafehler nicht viel auszumachen ...
Mein Dilettanten-Projekt. "Dilettant" ist übrigens abgeleitet vom lateinischen "delectare" = "erfreuen".

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Isautor
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Re:

von Isautor (29.11.2011, 13:21)
Ich muss ehrlich sagen purple, dass ich deine Postings nicht so ganz raffe. Ich hab das echt gelesen, aber der Sinn erschließt sich mir nicht immer. Zum Beispiel das hier:

purple hat geschrieben:
warum anscheinend gute und fleißige Autoren, die es hier ja zur Genüge gibt, ob BoD oder nicht, glauben, sie müssten sich ständig mit denen vergleichen, die in ihren Augen unwürdig sind. Das bringt einem doch effektiv gar nichts, man wird davon nicht besser oder talentierter, man schreibt dadurch nicht besser und die anderen werden auch nicht besser

... ist es nicht gerade die Tatsache, dass manche eben nur so mitlaufen, die dazu führt, dass man sich selbst erst recht pusht und sagt, ich zeige dem mal, wie man das macht und starte voll durch, dann guckt der in die Röhre!


Für mich klingt das widersprüchlich.
Und als alter Forenhase kann ich nur sagen: dieses Forum ist sehr entspannt. Woanders hagelt es Ermahnungen, wenn's auch nur mal OT wird. Das alles darf man hier, das Niveau ist hoch im Vergleich zu anderen Foren, auch Neulingen wird immer wieder gerne geholfen. Ich bin zufrieden hier.
Wenn du dich in Foren bewegst, darfst du nicht so empfindlich sein.

@Perchta: wahrscheinlich hab ich einfach eine falsche Vorstellung von dem Ganzen, das schließe ich nicht aus. Ich dachte anfangs, Bücher müssen fast fehlerfrei sein, alles sollte so gut wie möglich sein. Aber wie auf dem Ponyhof finden sich auch Reiter für überteuerte Reitstunden, die dafür kürzer sind auf frustrierten Pferden. Das kann alles sein, aber ich selbst strebe halt nach mehr. Ich will so gut wie möglich werden, ich will alles können, ich will 100 Bücher schreiben. Ich will mich nicht mit "Andere sind schlechter" zufrieden geben. So bin ich halt. Vielleicht muss ich mehr Verständnis entwickeln, für die, denen das alles nicht viel bedeutet.
Seid gegrüßt,

Isautor

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Perchta
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Re:

von Perchta (29.11.2011, 14:04)
Isautor hat geschrieben:
Ich dachte anfangs, Bücher müssen fast fehlerfrei sein, alles sollte so gut wie möglich sein. Aber wie auf dem Ponyhof finden sich auch Reiter für überteuerte Reitstunden, die dafür kürzer sind auf frustrierten Pferden.


Genau das ist die Einsicht, die mir momentan ein wenig Kopfschmerzen macht.
Die meisten BoD-Autoren werden, ob gewollt oder notgedrungen, nie über einen kleinen Käuferkreis von Stammlesern hinaus kommen. Und da spielen objektive Qualitätskriterien anscheinend tatsächlich kaum eine Rolle. Da ist das Buch einfach schon deswegen gut, weil's von der Kollegin oder vom Nachbarn verfaßt worden ist.

Echte, brauchbare Kritik habe ich jedenfalls aus dem Freundeskreis noch keine erhalten - und ich denke durchaus, daß es dafür etlichen Anlaß gäbe.
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Isautor
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Re:

von Isautor (29.11.2011, 14:44)
Ja, aber es war nie mein Ziel, die Bücher nur innerhalb des Freundeskreises zu verkaufen. Ich wollte auch ehrliche Kritik hören, also hab ich meine Geschichten

* in einschlägige Foren gestellt
* anderen Autoren gegeben, die nicht mit mir befreundet sind
* Deutschlehrern gegeben
* einem Filmproduzenten gegeben
* einer Drehbuchautorin gegeben
* Lesungen gemacht
* der Familie gegeben

* und eine Geschichte hab ich an einen Verlag geschickt. Entscheidung fällt im Januar, wie mir mitgeteilt wurde.

Von einem Freund gab es Kritk bei einer Geschichte für zu flache Hauptfiguren. Das hab ich dann sofort überarbeitet. Alle anderen Reaktionen waren nur positiv. Es gab einige kleine Hinweise von einer Studentin und sie hatte recht damit. Es fehlten einige Informationen im zweiten Teil eines Serienromans für die Leute, die den ersten Teil nicht kannten. Hab ich geändert.

Wichtig war bei der Auswahl der Testleser, dass sie selbst viel lesen und fachlich was davon verstehen. Nach diesem Feedback hab ich mich dann an mehr rangewagt. Man kann jetzt nicht behaupten, deshalb wäre ich sehr gut. Aber wenn ich recht schlecht wäre, dann bin ich sicher, dass die Leute das dann gesagt hätten.

Und mein Ziel ist es, so gut zu werden, dass die Bücher gekauft werden. Und zwar von Fremden. Wenn ich gleich schon denke, das wird nix, dann kann ich heute aufhören.
Seid gegrüßt,



Isautor



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Perchta
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Re:

von Perchta (29.11.2011, 14:56)
Ich fürchte, solche Leute kenne ich nicht mal ... :wink:

aber es war nie mein Ziel, die Bücher nur innerhalb des Freundeskreises zu verkaufen.


Das erklärte Ziel dürfte es bei wenigen Leuten sein. Am Ende läuft's aber wohl doch oft drauf hinaus.

Klingt jedenfalls sehr professionell und zielstrebig! Ich wünsch dir viel Glück und Erfolg!
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SandraR
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Re:

von SandraR (29.11.2011, 17:57)
Perchta wenn du dich nicht überwindest Öffentlichkeit zu suchen, dann leider nicht :cry: !

Twitter, Grimaßenbuch, Presseseiten nutzen, gute Webseite, PM verschicken, an Lesungen teilnehmen, Flayer bei Bekannten auflegen, bei Bloggern freundlich um eine Rezi anfragen und und und...wenn keiner von deinem Buch Kenntnis hat, dann kaufen es natürlich nur Familienmitglieder. Doch schade darum book:
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Perchta
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Re:

von Perchta (29.11.2011, 19:17)
Sandra, es ist total lieb, wie du dich um mich bemühst! Das wollte ich einfach nur mal sagen (hier fehlt außerdem ein Knuddel-Smiley).

Vielleicht nur mal, um das etwas zu erklären: meine Probleme im Umgang mit Leuten gehen über bloße Schüchternheit etwas hinaus. Meine eigenen vier Wände zu verlassen fällt mir, solange es nicht Bestandteil meiner täglichen Routine ist, schon unheimlich schwer. Wenn ich zum Bankautomaten muß, gehe ich um fünf Uhr morgens, nur, um niemandem zu begegnen.
Mit den Grenzen, die mir dadurch gesteckt sind, habe ich mich aber abgefunden und komme damit inzwischen auch ganz gut zurecht. Nur - manche Dinge gehen halt nicht. Der literarischen Welt wird deswegen aber nicht allzu viel verloren gehen :wink: .

Betreffs Werbung: Ich hab vor einigen Wochen mal meinen ganzen Mut zusammengenommen, um unsere Lokalblättchen anzuschreiben. Eines hat ein Leseexemplar angefordert, das andere war ohnehin gerade dabei, einen Artikel über Krimis aus der Region zu gestalten, und wollte mein Buch dabei erwähnen. Bis jetzt ist in beiden Fällen noch nichts daraus geworden, und allmählich glaube ich auch nicht mehr recht daran, daß es noch was wird. Erzwingen kann man nichts.
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SandraR
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Re:

von SandraR (29.11.2011, 19:40)
Perchta, so etwas habe ich vermutet. Aber für soziale Netzwerke wie Twitter oder FB muss man seine Wände gar nicht verlassen. Gerade Twitter kommt ohne direkte Kommunikation aus.

Es gibt auch Plattformen wie suchbuch.de da bist du mit der Eingabemaske allein! Aber ein ganz kleines Stückchen bekannter! angle: Ich wünsche dir auf alle Fälle die Kraft ein wenig in der virtuellen Welt mutiger zu sein und wer weiß vielleicht hilft es auch in kleinen Schritten in der Realen.
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ricochet
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Re:

von ricochet (29.11.2011, 20:25)
@ isautor


Du bist (noch) so richtig herrlich frisch, unverbraucht und mit einer kerngesunden Einstellung zur Sache. thumbbup thumbbup

LG


rico
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Isautor
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Re:

von Isautor (29.11.2011, 23:18)
Bei allen Göttern. Ich hoffe, das "noch" auch in Zukunft streichen zu dürfen. bash:
Seid gegrüßt,



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vondirke
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Re:

von vondirke (05.12.2011, 09:51)
@Percheta:
Neben der Hoffnung, dass du aufgrund dieses Leidens bereits in Therapie bist*, habe ich einen Vorschlag für dich:
Veröffentliche dein Buch doch unter einem Pseudonym und bau dir im Internet ein Alter Ego auf. Das könnte dir die Scheu nehmen. So wie Sandra auch gesagt hat. Bitte sprich das aber vorher mit deinem Therapeuten ab, ob das der Therapie hinderlich sein könnte...


*Wenn nicht, schick mir eine PM und wir reden drüber...

LG
Sebastian

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Perchta
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Re:

von Perchta (05.12.2011, 18:10)
Danke dir, vondirke, für den Tipp. Unter Pseudonym habe ich sowieso geschrieben. Daß es mir grundsätzlich viel leichter fällt, übers Internet zu kommunizieren, ist auch eine Erfahrung, die ich gemacht habe. Allerdings halte ich bei Büchern mit starkem Regionalbezug, wie bei meinem, das Internet für gar nicht so wichtig.
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