Buch ohne Recherche aus den Erinnerungen geschrieben

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


Stefan_Hei
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Buch ohne Recherche aus den Erinnerungen geschrieben

von Stefan_Hei (15.03.2021, 09:18)
Hallo zusammen,

ich habe nach meiner Trennung die Chance genutzt, endlich ein Buch zu schreiben.

Kein Meisterwerk, mehr für mich selber und vor allem "einfach runtergeschrieben", da es mir so gut getan hat.

Es ist auch ein recht kleines Buch von 150 Seiten - dennoch hat es mir sehr viel Spaß gemacht.

Ich hatte nicht vor, es zu veröffentlichen, sondern wollte es nur als BoD Fun für mich und als Dank für meine Freunde, die mir beigestanden habe, drucken lassen.

Die Rückmeldungen, die ich bisher erhalten habe, sind sehr positiv. Ich werde zwar dabei bleiben, dass ich es nicht veröffentliche, habe aber einige Fragen:

1) Ich habe das Buch aus meinen Erinnerungen geschrieben und einige Orte abgewandelt / räumlich verlegt / zum Ort hinzugefügt. Ist es irgendwie problematisch, wenn man echte Orte nimmt, sie für den Sinn der Story aber zum Beispiel auf die andere Seite des Dorfes legt?

2) Wenn ich über einen Ort schreibe und ihn "negativ" darstelle, also zum Beispiel ein Hotel als etwas altbacken und schlecht organisiert darstelle, obwohl es in Wirklichkeit komplett anders ist - wäre das dann negativ anzulasten? Sollte man den Namen definitiv verändern, auch wenn es in diesem Dorf nur ein einziges Hotel gibt und jeder wüsste, um welches Hotel es sich handelt?

Kann so etwas Probleme machen, auch wenn man in einem kurzen Hinweis im Buch erläutert, dass dies nur abgewandelt wurde und in Wahrheit anders ist?

Danke und liebe Grüße
Stefan

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Monika K.
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Re: Buch ohne Recherche aus den Erinnerungen geschrieben

von Monika K. (15.03.2021, 10:38)
Hallo Stefan,

wenn du ohnehin vieles veränderst, könntest du auch fiktive Orte verwenden. Damit wäre die Gefahr der Geschäftsschädigung unbescholtener Unternehmen automatisch vom Tisch.

Viele Grüße
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

Stefan_Hei
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Re: Buch ohne Recherche aus den Erinnerungen geschrieben

von Stefan_Hei (15.03.2021, 11:04)
Danke, wie verhält es sich denn bei Orten, bei denen klar wäre, dass es sich um einen gewissen Ort handelt?

Beispiel: Zeltplatz in einem Ort. Dieser würde nicht beim Namen genannt, aber es gibt nur diesen einen Zeltplatz im Ort.

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Monika K.
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Re: Buch ohne Recherche aus den Erinnerungen geschrieben

von Monika K. (15.03.2021, 11:22)
Wenn du dem Dorf, dem Bach, dem Zeltplatz und dem Kiosk am Zeltplatz Fanatasienamen gibst, gibt es keinen Bezug mehr zu irgendwelchen realen Orten.

Viele Grüße
Monika
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Stefan_Hei
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Re: Buch ohne Recherche aus den Erinnerungen geschrieben

von Stefan_Hei (05.04.2021, 10:30)
Hallo zusammen,

da das Feedback für mein Buch recht positiv ist, überlege ich, es vielleicht doch zu veröffentlichen.

Vorab habe ich dazu noch einmal ein paar Fragen:

1) Es handelt sich um einen Mord in einer realen Höhle. Das ist wie bei einem Regionalkrimi. Ist dies in Ordnung und kann so stehen bleiben?

2) Es handelt sich um einen realen Ort. Darf ich den Namen so beibehalten? Ansonsten spreche ich von "Zeltplatz", "Hotel", "Bed&Breakfast". Einiges davon gibt es nur einmal in dem Dorf. Daher könnte man davon ausgehen, dass es sich darum handelt, aber hat keine absolute Gewissheit.

3) In welchem Maße darf ich reale Orte nennen? Es gibt so viele Regionalkrimis, die ja auch an realen Orten spielen.

4) Ich habe mein Buch mit einigen Fotos versehen (eigene Bilder, unter anderem von der Höhle, auch auf dem Cover). Ist das in Ordnung? Auch für den Fall, dass ich den Ort ggf umbenennen würde? Jemand mit Ortskenntnis wüsste direkt, welche Höhle dies in Wirklichkeit ist. Auch Bilder von der Landschaft und ggf. von dem Ort (den ich dann anders nennen würde).

5) Beispiel: In einer kleinen Anekdote wird von einem Ausflug von John Lennon sowie einem Gedenkstein in dem Ort für ihn erzählt. Wenn ich den Ort umbenennen würde, wüsste man aber natürlich dennoch, um welchen Ort es sich handelt. Das wäre aber dennoch ausreichend mit einem Hinweis am Ende des Buches, dass alle Bezüge und Ähnlichkeiten zufällig sind?

Danke und liebe Grüße
Stefan

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Monika K.
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Re: Buch ohne Recherche aus den Erinnerungen geschrieben

von Monika K. (07.04.2021, 18:00)
Hallo Stefan,

wir scheinen aneinander vorbeizureden. Deshalb formuliere ich es noch einmal anders.
Die Antwort auf die Frage, was man darf und was man nicht darf, ist einfach: Man muss sich beim Schreiben (wie bei allen Dingen) an die Gesetze halten. Zum Beispiel Folgendes muss man strikt vermeiden: üble Nachrede, Verleumdung, Geschäftsschädigung, Beleidigung, Volksverhetzung.

Es gibt daher zwei Möglichkeiten:
1. Man verwendet ein real existierendes Setting und erfindet keine Details, die zu Rechtsstreitigkeiten führen können.
2. Man verwendet ausnahmslos ein rein fiktives Setting.

Für welche Möglichkeit man sich auch entscheidet: Man sollte sich konsequent daran halten.

Detailfragen können dir am besten Anwält*innen beantworten.

Natürlich gibt es noch eine dritte Möglichkeit: Man macht, was man will, und hofft, dass sich niemand beschwert.

Viele Grüße
Monika
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Re: Buch ohne Recherche aus den Erinnerungen geschrieben

von Stefan_Hei (08.04.2021, 11:46)
Hallo Monika,

danke für die erneute Antwort - ich glaube, wir reden nicht aneinander vorbei :)

Vermutlich sind das aber eben genau die Detailfragen.

Ich würde gerne den Ortsnamen und den Namen der Höhle beibehalten. Mir ging es nun darum, ob man es noch als üble Nachrede auslegen kann, wenn ich für Zeltplatz, Hotel, Supermarkt fiktive Namen nutze bzw. sie ohne Namen nenne und dann einer der Besitzer (natürlich ausgedachte Namen) der Mörder ist. Hintergrund der Frage ist halt, dass es Zeltplatz, Hotel und Supermarkt jeweils nur ein einziges Mal in diesem Dorf gibt. Ich würde zwar andere Namen dafür erfinden, aber ist das dann "fiktiv" genug?

Viele Grüße
Stefan

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