Bücher mit Tieren

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Kay Fischer
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Bücher mit Tieren

von Kay Fischer (20.01.2008, 13:14)
Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit einigen Jahren mit wildlebenden Enten. Daraus
sind recht interessante Begegnungen geworden, wir treffen uns immer wieder, die Enten bekommen Namen und ein paar "Zirkusnummern" haben wir inzwischen auch drauf. Besonders interessant ist die Ente "Stürmi". Sie kommt nur zu bestimmten Temperaturen an eine bestimmte Stelle - und läßt sich von mir tragen und streicheln!
Bemerkenswert sind auch die Eigenarten der Tiere untereinander, fast
menschlich ...
Viele Leute sagen, daß ich das zu einem Buch verarbeiten sollte. Die Frage ist bloß: Wie?
Ein Kinderbuch soll es nicht werden, und für Erwachsene muß es dann
schon besonders interessant sein. Wörtliche Rede fällt ja auch größtenteils weg ... also ich frage mal alle Experten hier im Autorenpool,
wie Ihr da rangehen würdet, wenn ...

PS: Zum näheren Verständnis könnt Ihr auf meiner www.kayfischer.de
unter "Entenflüstern" etwas nachlesen: Es gibt einen Text, einen Film und
ganz unten Fotos von der Ente Stürmi!

Ich freue mich über Reaktionen hier im Pool - und wer möchte auch in meinem Gästebuch.

Gruß - Kay
K a y F i s c h e r

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skipteuse
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Re:

von skipteuse (20.01.2008, 13:19)
Hi Kay!
Auch ich schreibe über Tiere, meistens über Hunde ,-)
und hatte mit dem gleichen Problem zu kämpfen. I thumbbup ch habe mich dafür entschieden, einfach aus meiner Perspektive bzw. manchmal aus der Perspektive des Hundes zu erzählen. D. h. die Storys sind "vermenschlicht" - ist eher ein Kolumnenhafter Stil, wäre aber eine Möglichkeit...

Lieben Gruß an den Entenflüsterer

dbs

Re: Bücher mit Tieren

von dbs (20.01.2008, 19:37)
Kay Fischer hat geschrieben:
Viele Leute sagen, daß ich das zu einem Buch verarbeiten sollte. Die Frage ist bloß: Wie?
Ein Kinderbuch soll es nicht werden, und für Erwachsene muß es dann
schon besonders interessant sein. Wörtliche Rede fällt ja auch größtenteils weg ... also ich frage mal alle Experten hier im Autorenpool,
wie Ihr da rangehen würdet, wenn ...


Gegenfrage: Woran hapert es denn?

LG
Siegfried

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Kay Fischer
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Re:

von Kay Fischer (20.01.2008, 21:35)
Hallo Siegfried,
... ist ja witzig, ein Erpel von mir heißt auch Siegfried ... :-)

"Gegenfrage: Woran hapert es denn? LG Siegfried"

... also ich bin natürlich in der Lage, einen Text zu schreiben, das könnt Ihr auch auf meiner HP nachlesen. Das Problem ist eben, daß Enten sich zwar durchaus untereinander verständigen, diese Kommunikation aber auf den Menschen eher eintönig wirkt. Schildert man dies in allen Einzelheiten, würde daraus bald ein Sachbuch werden. Vermenschlicht man das Thema mehr und macht es dadurch interessanter, läuft man in die Gefahr, ein Kinderbuch zu schreiben - davon gibt es, insbesondere mit Enten, genug.

Ich bin noch am Überlegen. Erlebnisse mit Enten habe ich einige. Es sind auch Besonderheiten dabei, nur ob das alles für ein Buch reicht, möchte ich noch herausfinden. Es ist schwieriger als mit Hunden.

Gruß - Kay, der Entenflüsterer
K a y F i s c h e r



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g.c.roth

Re:

von g.c.roth (20.01.2008, 21:42)
Hallo Kay,

Vermenschlicht man das Thema mehr und macht es dadurch interessanter, läuft man in die Gefahr, ein Kinderbuch zu schreiben -


Das muss aber nicht sein, denn entscheidend ist doch, womit sich die Enten beschäftigen, was sie zu sagen haben und wie sie es tun. Du brauchst ihnen keine Kindersprache verpassen. Es soll ja auch kluge Enten geben und einige sind so richtige Durchblicker... und so wie sie sich manchmal benehmen... naja, das passt wohl auch eher zu einem ausgebildeten Erwachsenencharakter :lol:

LG Grete

dbs

Re:

von dbs (21.01.2008, 00:20)
Kay Fischer hat geschrieben:
Vermenschlicht man das Thema mehr und macht es dadurch interessanter, läuft man in die Gefahr, ein Kinderbuch zu schreiben - davon gibt es, insbesondere mit Enten, genug.


Das sehe ich - mal wieder - grundsätzlich anders. Ich halte die Fabeln (Erzählungen mit Tieren als Hauptfiguren) von Aesop oder La Fontaine für alles andere als Kinderbücher.

Meine Frage zielte eher in die Richung, was du erzählen willst ("was" im Sinne von "thematisch"). Soll es was sein wie die Bücher von Monty Roberts, also das Verhältnis zwischen Mensch und Tier betreffend? Oder eine Art Fabel, in der anhand von Enten eine Lebenerkenntnis dargestellt wird? Oder geht es um eine Umkehrung der Beschreibung der Lebensrealitäten, etwa das Leben auf einem Teich aus der Sicht einer Ente (vgl. "Jonathan Livingston Seagull", dt.: "Die Möwe Jonathan", von Richard Bach)?

Es ist schwierig zu sagen, wie man schreiben soll, wenn nicht klar ist, was man schreiben will. Und schon mal ein "Sorry" an dieser Stelle, weil ich wieder einmal eine zu absolute Position vertrete.

LG
Siegfried

julia07
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Re:

von julia07 (21.01.2008, 05:20)
... oder lies doch mal bei Konrad Lorenz nach. Als "Nobel"gepreister Experte für schwimmendes Federvieh, kannst Du bei ihm sicher sehr viel dazu erfahren cheezygrin
(Das war jetzt Werbung, denn als ehemalige Max-Planck-lerin, die Seewiesen, seine alte Wirkungsstätte kennt, muss ich das einfach tun :wink:)
LG, Julia

matthiasgerschwitz

Re:

von matthiasgerschwitz (21.01.2008, 08:27)
dbs (Moderator) hat geschrieben:
Es ist schwierig zu sagen, wie man schreiben soll, wenn nicht klar ist, was man schreiben will.

Hallo Siegfried,
keine Chance für ein "Sorry" - Du hast nämlich absolut Recht! Ich war früher schon der Auffassung, dass Fabeln eher was für Erwachsene sind, weil Kinder die Inhalte sowieso viel besser und schneller begreifen, weil sie unverbrauchter und unvoreingenommener sind. Und ich denke auch, dass viele "erwachsene" Leser sich danach sehnen, das Leben mal wieder auf freundliche und unverkopfte Art erklärt zu bekommen...

Und Julia07: Konrad Lorenz ist ja wohl einer der besten Tipps, die man - was lebende Tiere betrifft - geben kann!

Beste Grüße
Matthias

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Amos
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Re:

von Amos (21.01.2008, 09:45)
Moin Kay, zurück von deiner website kann ich Dir, dDein Ententext ist ein narrativer Stil.
Du beschreibst deine Begegnungen.
Ob das für einen Leser interessannt ist?
Du hast aber mit den Enten viele Erfahrungen gemacht,
könnte es ein Sachbuch werden?
Eine andere Möglichkeit Deine Erfahrungen in Buchform zufassen,
könnte es ein Ratgeber werden?
Die dritte Möglichkeit ist,
könnte es eine Geschichte oder Roman werden, aus der Sicht der Enten, die da einen Zweibeiner in ihr Leben lassen, werden?
Sicher gibt es noch mehr Möglichkeiten.
Viel Freude bei Deinen Enten,
Gruß Amos
Das aktuelle Buch: Die bösen Tage sind vorbei Planungshilfen für den beruflichen Erfolg.
ISBN 3-8334-4103-8
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Jakob W.
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Re:

von Jakob W. (21.01.2008, 10:39)
Also mir war da eine Idee eingefallen für dein Problem.
Kein Sachbuch und Kinderbuch. Dann ist es vom Schreibstil entscheidend wie man vorgehen möchte. Mir z.B. fiel beim Lesen aller Kommentare dazu ein Krimi ggf. Thriller ein.
Wenn man an Tiere denkt, müssen diese nicht gleich kuschelig sein. Der Mensch hat Fantasie um daraus zu formen. Also behüte dich deiner und werd kreativ.

Meine Zeilen dienen nur einem Vorschlag.


Viele Grüße,
Jakob
Beste Grüße
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Jakob
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Laura
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Re:

von Laura (21.01.2008, 10:56)
Hallo Kay, mir gefällt der Text auf deiner Homepage sehr gut. Wie wäre es, wenn du in diesem Stil schreiben würdest? Das wäre dann ein Sachbuch, aber ein unterhaltsames. Gruß Laura

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Amos
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Re:

von Amos (21.01.2008, 15:26)
Hey Laura,der gelesene Text von Dir auf der website von Kay ist Entengeflüster?
Dann ist Dein Ratschlag ein Sachbuch zu schreiben nicht richtig.
Ein Sachbuch gibt Informationen zur Sache, in diesem Fall die Ente als Tier an sich und deren Verhalten ins besondere.
Kay ist derjenige der in einem Sachbuch persönliche Erfahrungen mit Erkenntnissen Anderer in Sachen Enten zusammen tragen kann.
Gruß Amos
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Kay Fischer
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Re:

von Kay Fischer (21.01.2008, 21:16)
Hallo zusammen,

Dank an alle für die vielen Rückmeldungen! Einige Ideen sind sehr interessant und eröffnen mir neue Blickwinkel. Ich denke darüber nach und werde irgendwann eine Entscheidung treffen :-)

Bis bald und ein herzliches "Quaaak!" - K a y
K a y F i s c h e r



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Bärentante
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Re:

von Bärentante (22.01.2008, 12:32)
Eine schwierige Frage, über die ich auch schon nachgedacht habe, allerdings nicht mit Enten als Akteure. :wink:

Es klingt für einen Außenstehenden nicht sehr überzeugend, wenn ich behaupte, dass ich in vielen Situationen die Gedanken unseres Hausschweins lesen kann. Aber durch das Zusammenleben kennt man jede Reaktion genau. Wenn ich morgens ihr Essen anrühre, die Kleie muss eingeweicht werden, steht sie neben mir und wartet. Wenn es ihr dann zu lange dauert, stupst sie mich mit der Schnauze an. Nach einiger Zeit wieder, diesmal etwas heftiger. Das "Spiel" steigert sich, bis ich aufschreie, weil es tatsächlich weh tut. Und was denkt sie wohl? Logisch: "Nun mach schon, du dumme Eule, ich habe tierischen Hunger."
Bei sich verändernden Situationen ist die Wutz immer sehr aufgeregt. Liegt beispielsweise ein Ast auf "ihrem" Weg, kommt sie zurückgeeilt und "erzählt" mir lautstark: "Öh, öh, öh." Wir gehen dann gemeinsam hin, ich erkläre ihr: "Alles prima." Dann springt sie über den Ast und marschiert weiter.

Wie gesagt, wenn man das den Mitmenschen erzählt, lächeln sie meist, finden das albern und als zu menschlich übertragen. Genauso ist es mit der Erzählung aus der Tiersicht, das ist für viele (Erwachsene) unglaubhaft und konstruiert.

Ich könnte mir eine Geschichte im Wechsel vorstellen. Die Beschreibung der Situation, die Begegnung, die Gedankengänge einmal aus Sicht des Menschen, die Weiterführung aus Sicht des Tieres, die Folgehandlung wieder aus Menschensicht, usw.

Ich habe das in meinem Buch gemacht. Wollte in einem Kapitel das Leben, den Wanderzug, die Fortpflanzung der Lachse in Alaska beschreiben, was dann so sachlich war, dass es mir nicht mehr gefallen hat. Außerdem sollte es keinen Anspruch auf wissenschaftliche Vollständigkeit, als Beitrag aus einem Sachbuch haben, es ist ja "nur" ein Reisebericht. Deshalb wurde dieser Beitrag aus der Sicht eines Fisches geschildert, dem meine Abhandlung zu trocken erschien. (Ich liebe dieses Kapitel - und ein wenig Werbung muss ja auch einmal sein.) :lol:
Zuletzt geändert von Bärentante am 22.01.2008, 12:38, insgesamt 2-mal geändert.
Liebe Grüße
Christel

matthiasgerschwitz

Re:

von matthiasgerschwitz (22.01.2008, 12:34)
Bärentante hat geschrieben:
Deshalb habe ich den Beitrag aus der Sicht eines Fisches geschildert, dem meine Abhandung zu trocken erschien.

Eine der schönsten Formulierungen, die ich in der letzten Zeit lesen durfte...

"Danke" sagt
Matthias

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