Catherine oder die wilden Jahre von damals

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Thomas von Kienperg
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Catherine oder die wilden Jahre von damals

von Thomas von Kienperg (23.03.2021, 09:32)
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Titel: Catherine oder die wilden Jahre von damals
Autor: Thomas von Kienperg

Verlag: Autumnus
ISBN: 978-3964480453
Seiten: 204
Preis: € 14,95

Der Autor über das Buch:

Meine eigenen Lebenserinnerungen haben mich zu meinem neuen Buch „Catherine oder die wilden Jahre von damals“ inspiriert. Wir finden darin so allgemeinmenschliche Inhalte wie Jugend, Rebellion, erste Liebe oder die Suche nach sich selbst, eingebettet in eine wunderschöne Erzählung, die nochmals ein letztes Abendrot auf eine Hochblüte der Jugendkultur wirft, wie sie einzig in der Geschichte unserer Menschheit dasteht und wie sie es wohl nie mehr wieder geben wird. Jeder von uns, der in den Zeiten der Sechziger und Siebziger Jahre, aber auch noch später in den Achtzigern oder Neunzigern großgeworden ist, mag sich nicht ohne heimliche Sehnsucht an die Tage ohne Computer und Internet, ohne Smartphone und soziale Netzwerke, ohne Pandemiewahn und so viele andere Dinge zurückerinnern, die heute unser Leben diktieren. Freilich neigen wir dazu, die Tage unserer Kindheit und Jugend retrospektiv häufig in einem verklärten Lichte zu betrachten, und daß die Zeiten nicht immer dieselben bleiben können, weiß heute jedes Kind! Jedoch: bedeutet sogenannter „Fortschrittˮ immer zugleich eine Verbesserung? Welche Bedeutung haben Worte wie „weniger ist mehrˮ, „einen Schritt zurück machenˮ oder „sich auf das Wesentliche besinnenˮ für uns? Das ist wohl eine Frage, die jeder für sich selbst beantworten muß!
Mag jene Zeit, wie alles Vergangene, uns auch immer mehr entrücken, so sind die Träume und Sehnsüchte junger Menschen doch zu jeder Zeit dieselben geblieben. Diesen Träumen und Sehnsüchten Ausdruck zu verleihen, war mein vorzüglichstes Bestreben ‒ verbunden mit dem Wunsch, daß die Sehnsucht nach einer besseren Welt in jugendlichen Herzen niemals erlöschen möge!

Klappentext:

Wer hätte noch nie von ihnen gehört – jenen nostalgischen Tagen von „Love & Peace“, die eine ganze Generation in Aufbruchstimmung und helle Begeisterung versetzten? Im Mittelpunkt unserer Geschichte stehen die beiden Blumenkinder Catherine und Franz, die es inmitten einer konservativen Welt voller Vorurteile und gesellschaftlicher Zwänge wagen, für ihre Träume und Sehnsüchte zu kämpfen. In einem Chaos sich widerstreitender Emotionen, geprägt von der ersten jungen Liebe und dem Kampf gegen das Unverständnis ihrer Umgebung, lernen sie zuletzt ihre eigenen Wege zu gehen. „Catherine …“ ist eine Hippie-Saga mit ganz großen Gefühlen und eine Liebeserklärung an „die wilden Jahre von damals!“

Inhalt:

Aus: Thomas von Kienperg, Catherine oder die wilden Jahre von damals, Hippieroman

Que c’est un plaisir charmant
d’être jeune et belle!
Triomphons à tout moment,
d’une conquête nouvelle:
que c’est un plaisir charmant
d’être jeune et belle!


Etwa zwei Wochen nach dieser Begebenheit geschah es, daß ich am Nachmittage des Sonnabends gerade auf dem großen Parkplatz vor dem Kaufladen stand und einige Besorgungen in den Kofferraum meines alten Fords verlud, den ich mir erst vor wenigen Monaten von meinem ersten, ersparten Gelde gekauft hatte, als plötzlich ein knallbunt bemalter VW-Bulli auf das Gelände einbog, aus dem laute Musik ertönte. Du kannst dir vorstellen, daß alles, was gerade anwesend war, sogleich nach dem auffälligen Fahrzeug hinblickte. Das wunderliche Gefährt hielt unweit meines Wagens und spie im Augenblick eine Anzahl jener Gestalten aus, wie ich sie erst unlängst am Höhenwald beobachtet hatte. Der Fahrer des Busses war ein junger Mann, der barfuß ging, mit langen Haaren und Bart, und wäre das Stirnband nicht gewesen, er hätte den gewohnten Christusdarstellungen wohl ziemlich ähnlich gesehen. Der Rest war ein Haufen junger Mädchen, die ebenfalls barfuß schritten und in ihren buntgestickten Kleidern und Röcken aussahen wie ein Schwarm seltener Paradiesvögel. Unter allen von ihnen erkannte ich keine jener Personen wieder, die ich damals beim Bade gesehen hatte ‒ mit einer einzigen Ausnahme, und das war Catherine. Ich mußte zugeben, ob ich nun wollte oder nicht ‒ sie sah einfach hinwerfend aus. Zu dem Stirnband, das sie schon seit ihren späten Schuljahren zu tragen gewohnt war, trug sie jetzt außerdem eine blaue Spiegelsonnenbrille; ihr Gesicht, ebenso wie die ganze übrige Haut war von der Sommersonne gebräunt, und ein kurzer Rock, einem Petticoat ähnlich, ließ ihre wohlgeformten, langen Beine auf vorzügliche Weise zur Geltung gelangen; sie erinnerte damit fast ein klein wenig an ein Tanzmariechen.
Der Fahrer des Busses hatte sich unterdessen nachlässig an sein Fahrzeug gelehnt und eine Zigarette angesteckt; er schien es vorzuziehen, dort zu warten, bis die Mädchen von ihren Besorgungen wieder zurückkehrten. Soeben wollte der bunte Schwarm junger Frauen unter angelegentlichem Schwatzen und Gelächter an mir vorbeirauschen, als Catherine, die als letzte ging, wie von ohngefähr in meine Richtung blickte! Ich konnte keineswegs gewiß sein, ob sie mich denn bemerkt hatte, doch erhob ich zögerlich die Hand zum Gruß und Zeichen, daß ich sie erkannt hätte. Zu meinem größten Erstaunen stieß sie einen freudigen Ruf der Überraschung aus und eilte sogleich auf mich hinzu.
„Sieh einer an ... der Franz! Ei, welch eine Überraschung!“
Als ich ihr verlegen meine Hand zur Begrüßung hinstrecken wollte, ignorierte sie diese platterdings und schloß mich stattdessen in eine freundschaftliche Umarmung. Ich war an derlei ungezwungene Vertraulichkeiten in der Öffentlichkeit nicht gewohnt, und als ich ihren Leib nun für einen kurzen Augenblick so nah an dem meinen fühlte, daß es mich ganz heiß durchfuhr, wirkte ich linkisch und unbeholfen. Anschließend trat sie wieder einen Schritt zurück, mich gleichsam von oben bis unten betrachtend; sie schien viel selbstbewußter und erwachsener geworden.
„Wir haben uns ja eine halbe Ewigkeit nicht mehr gesehen!“, sagte sie.
‚Wenn du wüßtest!‘ dachte ich bei mir selbst, war jedoch um eine vernünftige Antwort verlegen und wußte nicht, was ich darauf erwidern sollte.
„Nun sag’ schon, wie läuft es bei dir?“
„Ach nichts Besonderes, Catherine!“ preßte ich endlich hervor. „Du weißt ja, was soll in einem Kuhdorf wie dem unseren schon großartig passieren?“
„Da hast du freilich recht, Franz! Aber wir müssen gottlob ja nicht immer unbedingt darauf warten, bis sich unseretwegen die ganze Welt verändert; denn wenn sie sich von selbst nicht ändern will, dann müssen eben wir sie verändern!“
Sie sprach ein großes Wort gelassen aus; ich ließ schüchtern den Kopf hängen und muß in diesem Augenblick wohl fürchterlich hilflos auf sie gewirkt haben.
„Ist es übrigens wahr“, brachte ich endlich heraus, „daß du deine Arbeit in der Manufaktur hingeworfen hast?“
Sie lachte hell; es war ein freies, unbefangenes Lachen.
„Nun, was tut das schon? Ich hatte diesen ganzen, alltäglichen Stumpfsinn einfach satt bis zum Erbrechen!“
Die übrige Schar war unterdessen vorangeeilt und wartete vor dem Eingang zum Laden. Nun ließ sich von dort eine Mädchenstimme vernehmen.
„Dreamie, kommst du?“
Catherine wandte sich kurz um.
„Schon recht, Lulu, ich komme ja gleich!“
Daraufhin wandte sie sich wieder mir zu.
„Hör’ einmal, Franz“, fuhr sie nun mit merklich gedämpfter Stimme fort, „du weißt, daß du früher stets der einzige hier warst, zu dem ich ein gewisses Vertrauen hatte. Zeichnest du eigentlich noch?“
Ich erwiderte, daß ich nur selten Gelegenheit dazu fände.
„Schade!“, meinte sie mit einem Ausdruck des aufrichtigsten Bedauerns, „du konntest so schöne Bilder malen! Doch was ich eigentlich sagen wollte ... wenn du Lust hast, kannst du uns ja gerne einmal besuchen kommen, du weißt schon wo; aber ich bitte dich, tu mir den einzigen Gefallen und laß’ die übrigen Bauernkerle zu Hause ... die rümpfen ohnehin nur die Nase über uns!“
Sie winkte mir zum Abschied mit einem lieblichen Lächeln zu.
„Also adieu Franz ... du weißt ja nun, wo du mich findest!“
„Bin schon da“, rief sie einem Mädchen mit rötlichen Haaren zu und eilte in Richtung ihrer wartenden Gefährtinnen davon. Der junge Mann lehnte noch immer in derselben, nachlässigen Haltung an den Bulli gelehnt und sah, seine Zigarette rauchend, gelangweilt auf die Straße hinaus; von mir schien er keine Notiz zu nehmen. Den Kopf voll widerstrebender Gedanken, bestieg ich meinen Wagen und fuhr nach Hause.
Die nächsten Tage über fanden mich wieder in jener merkwürdigen Unruhe und Zerstreutheit ...
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Thomas von Kienperg - "Le dernier chevalier véritable du romantisme"!

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